Mötz – Locherboden, Nachtwallfahrtskapelle

Schnellüberblick
Wallfahrt:Die Nachtwallfahrtskapelle am Locherboden bei Mötz gehört zu den ungewöhnlichsten Wallfahrtsorten Tirols.
Status:Lebendige Nachtwallfahrt; von Mai bis Oktober jeweils am 11. des Monats.
Kultzentrum:Nachtwallfahrtskapelle als eigener Gottesdienstort innerhalb des Ensembles Maria Locherboden.
Ort:Mötz – Locherboden
Landesteil:Tiroler Oberland
Bundesland:Tirol
Lage und Besuch
•Lage: Nachtwallfahrtskapelle Locherboden, Locherboden, 6423 Mötz, Tirol.
•Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Tiroler Oberland
•Ansicht in Street View
•Web: Pfarre Mötz
•Öffnungszeiten: ganzjährig durchgehend geöffnet bzw. frei zugänglich.
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• Nachtwallfahrtskapelle am Locherboden bei Mötz:

Nachtwallfahrtskapelle am Locherboden bei Mötz

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

• Nachtwallfahrtskapelle am Locherboden bei Mötz - Kreuzigungsgruppe in der Grotte:

Nachtwallfahrtskapelle am Locherboden bei Mötz - Kreuzigungsgruppe in der Grotte

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Ausführliche Beschreibung

Die Nachtwallfahrtskapelle am Locherboden bei Mötz gehört zu den ungewöhnlichsten Wallfahrtsorten Tirols. Sie ist Teil des großen Wallfahrtsensembles Maria Locherboden mit Wallfahrtskirche, Gnadenkapelle, Grotte und Kreuzweg, bildet innerhalb dieses Ensembles jedoch einen eigenen Wallfahrtsort, dessen Funktion unmittelbar mit den seit 1976 regelmäßig abgehaltenen Nachtwallfahrten verbunden ist. Anders als die meisten Tiroler Wallfahrtskirchen entstand sie nicht aus einer jahrhundertealten Kapellenstiftung, einer Legende oder einem historischen Gnadenbildkult, sondern aus einer noch lebendigen Wallfahrtspraxis: Die Zahl der Teilnehmer an den Nachtwallfahrten war so groß geworden, dass die bestehende Wallfahrtskirche sie nicht mehr aufnehmen konnte. 1996 entstand deshalb am Fuß der Felswand eine eigens für diese nächtlichen Pilgergottesdienste entworfene offene Kapelle. Die Nachtwallfahrten finden weiterhin von Mai bis Oktober jeweils am 11. des Monats statt.

Die Kapelle liegt unterhalb der weithin sichtbaren neugotischen Wallfahrtskirche Maria Locherboden, am Fuß einer Felswand und nahe der Grotte, unmittelbar an jenem Weg, auf dem die Pilger von Mötz heraufkommen. Der Standort wurde nicht zufällig gewählt. Architekt Gerold Wiederin setzte die Kapelle bewusst an den Rand einer Lichtung, die ausreichend Raum für eine große unter freiem Himmel versammelte Pilgergemeinde bietet. Von dort bleibt zugleich die höher gelegene Wallfahrtskirche sichtbar. Beim Herannahen auf dem Pilgerweg ist der Bau zunächst teilweise durch Bäume und Gelände verborgen und tritt erst beim Erreichen der Lichtung deutlich hervor. Die Architektur wurde damit von Anfang an aus dem Vorgang des Wallfahrens, des Ankommens und des gemeinsamen Feierns heraus entwickelt.

Die Nachtwallfahrtskapelle unterscheidet sich dadurch grundlegend von der älteren Gnadenkapelle und der Wallfahrtskirche auf der Anhöhe. Sie besitzt keinen traditionellen geschlossenen Kirchenraum und auch kein eigenes historisches Gnadenbild. Ihr eigentlicher "Raum" entsteht erst, wenn sich die Pilger auf der Wiese vor dem Altar versammeln. Landschaft, Felswand, nächtlicher Himmel, beleuchtete Kapelle und die Gemeinschaft der Wallfahrer bilden während des Gottesdienstes eine Einheit. Gerade dieser bewusste Verzicht auf die scharfe Trennung von Kircheninnerem und Außenwelt gehört zu den wesentlichen Gedanken des Entwurfs.

Die Nachtwallfahrt seit 1976

Die regelmäßigen Nachtwallfahrten am Locherboden begannen am 11. Mai 1976. Seither werden sie während der Wallfahrtssaison von Mai bis Oktober jeweils am 11. des Monats gefeiert. Der Termin ist damit selbst zu einem festen Bestandteil der religiösen Tradition des Locherbodens geworden. Nach der überlieferten Form der Wallfahrt ziehen die Teilnehmer vom Bereich unterhalb des Heiligtums in einer Lichterprozession zur Wallfahrtsstätte. Die Diözese Innsbruck führt die Locherbodener Nachtwallfahrt weiterhin unter den regelmäßigen Wallfahrten der Diözese an.

Die heutige liturgische Ordnung bewahrt wesentliche Elemente traditioneller katholischer Wallfahrtsfrömmigkeit. Die abendliche Feier beginnt mit Rosenkranz und Marienliedern, anschließend folgt die Pilgermesse bei der Nachtwallfahrtskapelle. Als Gebetsanliegen nennt die Diözese unter anderem geistliche Berufe, die Festigung des Glaubens, die Familien sowie Frieden und Gerechtigkeit. Die Wallfahrten werden ausdrücklich bei jeder Witterung abgehalten. Damit ist die Nachtwallfahrtskapelle kein historisch gewordener Erinnerungsort einer früheren Pilgertradition, sondern bis heute Zentrum einer regelmäßig praktizierten Wallfahrt.

Die Besonderheit dieser Wallfahrt liegt wesentlich in ihrer nächtlichen Form. Prozessionen bei Dunkelheit verändern die Wahrnehmung von Landschaft und Sakralraum grundlegend. Das gemeinsam getragene Licht, das Rosenkranzgebet, die Marienlieder und das langsame Annähern an den beleuchteten Gottesdienstort schaffen eine stark gemeinschaftsbildende und sinnlich erfahrbare Form der Wallfahrt. Lichterprozessionen stehen zwar in einer langen katholischen Tradition, am Locherboden wurde diese ältere religiöse Ausdrucksform jedoch mit einem radikal modernen Sakralbau verbunden.

Warum eine neue Kapelle notwendig wurde

Als die Nachtwallfahrten Ende des 20. Jahrhunderts immer größere Teilnehmerzahlen erreichten, erwies sich die Wallfahrtskirche für die versammelten Pilger als zu klein. Ende der 1980er Jahre entstand daher der Wunsch, einen eigenen würdigen Ort für die Messfeiern der Nachtwallfahrten zu schaffen. Aus einem von der Tiroler Dorferneuerung betreuten, auf Tirol beschränkten Architekturwettbewerb ging schließlich der Entwurf des Architekten Gerold Wiederin hervor. Die Planung erfolgte 1995, Bauherr war das katholische Pfarramt Mötz; 1996 wurde die Kapelle fertiggestellt. Die künstlerische Gestaltung entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler Helmut Federle.

Die Entstehungsgeschichte ist für die Einordnung des Bauwerks als Wallfahrtsort besonders wichtig. Die Kapelle wurde nicht errichtet und anschließend mit einer religiösen Funktion versehen; vielmehr war eine bereits bestehende und stark besuchte Wallfahrt der unmittelbare Anlass für den Bau. Die Architektur ist somit ein materielles Zeugnis der Entwicklung der Tiroler Wallfahrtskultur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Gerold Wiederins Architektur

Gerold Wiederin verzichtete auf die vertraute Vorstellung einer kleinen Kirche mit geschlossenen Wänden. Die Nachtwallfahrtskapelle ist vielmehr ein offener Pavillon aus Sichtbeton. Vier Stützen tragen eine geometrisch gegliederte Deckenplatte, deren Struktur durch eine große Kreuzform bestimmt wird. Boden, Stützen, Decke und Sakristeiblock bestehen aus unbehandeltem, an Ort und Stelle gegossenem Beton. Auch die für die Liturgie notwendigen Elemente – Altar, Ambo und Priestersitz – wurden in Sichtbeton ausgeführt.

Die schwere Materialität des Betons steht dabei in bewusstem Gegensatz zur Offenheit des Bauwerks. Es gibt keine eigentliche Fassade, hinter der sich ein sakraler Innenraum verbirgt. Die Kapelle markiert vielmehr einen liturgischen Mittelpunkt innerhalb der Landschaft. Während Priester, Altar und die unmittelbar an der Liturgie Beteiligten unter dem Dach stehen, breitet sich die versammelte Gemeinde auf der davorliegenden Lichtung aus. Architektur wird hier weniger als geschlossenes Gebäude denn als Rahmen einer religiösen Handlung verstanden.

In die kreuzförmige Deckengliederung sind Lichtbahnen eingelassen, die mit halbtransparentem Glas abgedeckt sind. Gerade bei der nächtlichen Nutzung gewinnt dieses Element seine volle Wirkung: Das Kreuz wird nicht als zusätzlich angebrachtes Symbol vor die Architektur gesetzt, sondern erscheint durch Licht unmittelbar in ihrer Konstruktion. Auch in den Altar sind Zeichen eingelassen, darunter ein Mariensymbol und ein Papstkreuz. Religiöse Symbolik wird damit nicht durch eine reiche Ausstattung erzeugt, sondern auf wenige elementare Zeichen konzentriert.

Die Glasarbeit von Helmut Federle

Das stärkste farbige Element der Kapelle schuf der Schweizer Künstler Helmut Federle. Im Zentrum des massiven Sakristeiblocks befindet sich eine Glasarbeit aus groben farbigen Rohglasbrocken. Die einzelnen Stücke sind nicht zu einem herkömmlichen Kirchenfenster zusammengesetzt, sondern lose übereinandergeschichtet und werden durch eine eiserne Gitterkonstruktion gehalten. Von der Rückseite beleuchtet, beginnen die schweren Glasstücke insbesondere während der Nachtwallfahrt intensiv zu leuchten.

Die Wirkung unterscheidet sich grundlegend von jener eines traditionellen Glasfensters, durch das Tageslicht in einen dunkleren Kirchenraum einfällt. Am Locherboden kommt das Licht gleichsam aus der massiven Rückwand selbst. Das Kunsthaus Bregenz beschreibt Wiederins und Federles Kapelle ausdrücklich als Sammlungsort für die Marien-Nachtwallfahrten und hebt hervor, dass Themen wie Kreuz und Licht unmittelbar in die Architektur übersetzt wurden. Die Zusammenarbeit von Architekt und Künstler war somit keine nachträgliche "Kunst am Bau", sondern Bestandteil des ursprünglichen Gesamtkonzeptes.

Federle entwarf ursprünglich außerdem vor der Öffnung der benachbarten Grotte eine Gitterarbeit mit verwandtem Astmotiv. Dadurch wurden Grotte, Felswand und Nachtwallfahrtskapelle künstlerisch miteinander verbunden. Die Kapelle setzte die Reihe der unterschiedlichen Sakralorte des Locherbodens – Grotte, Gnadenkapelle und Wallfahrtskirche – in einer zeitgenössischen Form fort.

Weihe 1996

Die Nachtwallfahrtskapelle wurde 1996 fertiggestellt und am 8. September, dem Fest Mariä Geburt, durch den damaligen Stamser Abt Josef M. Köll geweiht. Das Datum fügt sich bewusst in den marianischen Charakter des Locherbodens ein. Während die ältere Wallfahrtskirche ihre religiöse Mitte im Maria-Hilf-Kult besitzt, erhielt die jüngere Nachtwallfahrt mit der modernen Kapelle einen eigenen liturgischen Mittelpunkt.

Die Verbindung mit dem nahe gelegenen Stift Stams gehört überhaupt zur Geschichte der Wallfahrt Maria Locherboden. Für die Nachtwallfahrtskapelle ist jedoch bemerkenswert, dass diese historische religiöse Landschaft nicht durch eine historisierende Architektur ergänzt wurde. Wiederin und Federle versuchten gerade nicht, eine neugotische oder barocke Kapelle nachzubilden, sondern suchten für eine zeitgenössische Wallfahrt eine ebenso zeitgenössische sakrale Form.

Kapelle und Landschaft

Ein wesentliches Merkmal des Bauwerks ist sein Verhältnis zur natürlichen Umgebung. Der Locherboden ist kein städtischer Wallfahrtsplatz, sondern wird von Fels, Wald, Hanglage und weitem Blick ins Inntal bestimmt. Wiederins Kapelle behauptet sich mit den strengen geometrischen Formen des Sichtbetons bewusst gegenüber der unregelmäßigen Felslandschaft, ohne sie zu verdecken. Der Bau ist daher gleichzeitig deutlich künstlich und vollkommen auf seinen Standort bezogen.

Gerade während einer Nachtwallfahrt verändert sich dieses Verhältnis nochmals. Bei Tageslicht wirkt die Kapelle als nüchterne Betonstruktur; mit Einbruch der Dunkelheit treten Kreuzbeleuchtung und Federles farbiges Glas hervor, während die umgebende Landschaft optisch zurücktritt. Der Bau ist deshalb in einem ungewöhnlich starken Ausmaß für eine bestimmte religiöse Handlung zu einer bestimmten Tageszeit konzipiert. Erst im Vollzug der Nachtwallfahrt erschließt sich ein wesentlicher Teil seines architektonischen Gedankens.

Volkskundlich ist dies bemerkenswert, weil sich hier eine traditionelle Form kollektiver Frömmigkeit und moderne Architektur nicht als Gegensätze begegnen. Das Licht der Prozession, gemeinsames Gebet und Gesang, das Aufsteigen zum Wallfahrtsort und die Feier unter freiem Himmel gehören zu einem religiösen Handlungsmuster, dessen Grundelemente weit älter sind als die Kapelle. Wiederin und Federle übersetzten diese Elemente jedoch in die Formensprache des ausgehenden 20. Jahrhunderts.

Veränderungen des ursprünglichen Ensembles

Das heutige Umfeld entspricht nicht mehr in allen Einzelheiten dem ursprünglichen Entwurf. Später wurde im Bereich der benachbarten Grotte ein zusätzlicher Unterstand geschaffen, der insbesondere dem Chor bei ungünstiger Witterung Schutz bieten sollte. Gleichzeitig verschwand die von Federle entworfene Gitterarbeit vor dem Grotteneingang. Die Architekturkritikerin Franziska Leeb kritisierte diese Veränderungen 2014 deutlich, da Wiederin und Federle Kapelle, Grotte, Felswand und Freiraum ursprünglich als sorgfältig aufeinander abgestimmtes Ensemble entwickelt hatten.

Für die Geschichte des Wallfahrtsortes ist allerdings auch dieser spätere Eingriff aufschlussreich. Sakralräume, die intensiv benutzt werden, unterliegen immer wieder praktischen Veränderungen. Der Wunsch nach Wetterschutz für Chor und Mitwirkende steht dabei dem Anspruch gegenüber, ein architektonisches Gesamtkunstwerk unverändert zu erhalten. Gerade an einem lebendigen Wallfahrtsort können liturgische Praxis und Denkmal- beziehungsweise Kunstanspruch miteinander in Spannung geraten.

Volkskundliche Bedeutung

Die Nachtwallfahrtskapelle ist ein seltenes Beispiel dafür, dass die Entstehung eines neuen Wallfahrtsbaues in Tirol nahezu vollständig dokumentiert werden kann. Bei historischen Wallfahrtsstätten muss vielfach aus Legenden, Mirakelberichten, Votivgaben und späteren Chroniken rekonstruiert werden, wann und weshalb ein Kult entstand. Am Locherboden ist der Vorgang dagegen unmittelbar nachvollziehbar: Eine seit 1976 regelmäßig praktizierte Nachtwallfahrt zog so viele Menschen an, dass der bestehende Kirchenraum nicht ausreichte; daraus entstand der Wunsch nach einem neuen liturgischen Ort, der schließlich 1996 verwirklicht wurde.

Damit widerlegt die Kapelle zugleich die Vorstellung, Wallfahrt sei ausschließlich ein historisches Relikt früherer Volksfrömmigkeit. Am Locherboden erzeugte eine lebendige Wallfahrt noch am Ende des 20. Jahrhunderts neue Sakralarchitektur. Die traditionelle religiöse Praxis wurde nicht lediglich in einem alten Bau weitergeführt, sondern formte selbst einen neuen Raum.

Bemerkenswert ist auch das Verhältnis zwischen Dauer und zeitweiliger Nutzung. Während eine gewöhnliche Kirche unabhängig von der Zahl der Anwesenden als geschlossener Sakralraum existiert, entfaltet die Nachtwallfahrtskapelle ihre eigentliche Funktion erst während der Wallfahrt. An gewöhnlichen Tagen bleibt sie als offene Betonstruktur in der Landschaft zurück; am Abend des 11. wird sie zum Mittelpunkt einer größeren, durch Licht, Gebet, Gesang und gemeinsames Feiern gebildeten Sakralgemeinschaft. Der Wallfahrtsort entsteht damit in besonderer Weise immer wieder neu durch die Menschen, die ihn aufsuchen.

Auch die Lichtsymbolik knüpft an ältere Formen katholischer Volksfrömmigkeit an. Kerzen und Lichter begleiten Prozessionen seit Jahrhunderten, besonders bei marianischen Andachten und nächtlichen Wallfahrten. Am Locherboden wird dieses traditionelle Wallfahrtslicht durch die Architektur aufgenommen: Die Prozessionslichter der Pilger finden ihre Entsprechung im beleuchteten Kreuz der Decke und in den farbig glühenden Glasbrocken der Rückwand. Tradition und Moderne stehen hier nicht nebeneinander, sondern greifen unmittelbar ineinander.

Lebendige Wallfahrt

Die Nachtwallfahrt zum Locherboden wird weiterhin von Mai bis Oktober jeweils am 11. des Monats abgehalten. Rosenkranz, Marienlieder und Pilgermesse bilden den liturgischen Kern. Die Diözese Innsbruck zählt Locherboden ausdrücklich zu den Orten ihrer regelmäßigen Wallfahrten und dokumentiert die fortbestehende Nachtwallfahrt auch in ihren aktuellen Programmen.

Die Nachtwallfahrtskapelle ist daher nicht nur Bestandteil eines bedeutenden historischen Tiroler Wallfahrtsensembles, sondern selbst ein eigenständiger Ort gegenwärtiger Wallfahrtspraxis. Ihre Bedeutung liegt gerade darin, dass sie eine jahrhundertealte religiöse Kultur nicht historisierend nachahmt, sondern zeigt, wie Wallfahrt auch in der Gegenwart neue Formen hervorbringen kann.

Literatur zur Wallfahrt

- Gerold Wiederin / Helmut Federle: Nachtwallfahrtskapelle Locherboden. Herausgegeben vom Kunsthaus Bregenz, Edelbert Köb und archiv kunst architektur, mit einem Text von Johannes Gachnang und einem Fotoessay von Christian Kerez, Hatje, Stuttgart 1997/1998. Die Publikation behandelt Architektur, Kunst und religiöse Konzeption der Nachtwallfahrtskapelle ausführlich.

- P. Josef Fiedler SJ: Maria Locherboden. Wallfahrtskirche Maria Hilfe der Christen am Locherboden bei Mötz in Tirol. 3. Auflage, Eigenverlag des Katholischen Pfarramtes Mötz, Mötz 1983.

- Meinrad Alois Bader: Locherboden. Seine Rundsicht und seine Wallfahrt. 2. Auflage, Eigenverlag des Katholischen Pfarramtes Mötz, Mötz 1930.

- Architekturzentrum Wien / nextroom: Dokumentation der Nachtwallfahrtskapelle Locherboden, mit Angaben zum Wettbewerb, zur Planung, zur Materialität, zur Glasarbeit Helmut Federles und zum architektonischen Konzept.

- Kunsthaus Bregenz: Gerold Wiederin, Helmut Federle – Nachtwallfahrtskapelle Locherboden, Werkdokumentation zur Zusammenarbeit von Architektur und Kunst und zur Konzeption der Kapelle als Sammlungsort der Marien-Nachtwallfahrten.

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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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