Mötz, Wallfahrtskirche Locherboden

Wanderwege von Mötz, Obermieming und über die Stamser Hängebrücke führen zu der hoch über dem Inntal auf dem Mieminger Plateau gelegenen Kapelle. Bis zum ersten Parkplatz ist auch die Zufahrt mit dem Pkw möglich. Unterhalb der Kirche befindet sich ein Kiosk.

Der Ursprung dieser heute so beliebten Tiroler Wallfahrt geht bis in das Jahr 1740 zurück. Damals stiftete der Bergknappe Thalman Kluibenschädl aus Mötz ein Mariahilf-Bild. Beim Erzschürfen war er in große Gefahr geraten. Als Dank für seine Rettung brachte er das Bild am Stolleneingang an. Dieser Stollen wurde dann in späterer Zeit zu einer Art Kapelle erweitert. Seinen Ruf als Wallfahrtsort verdankt Locherboden jedoch einer Begebenheit, die sich im Jahre 1871 hier zutrug.

Die von den Ärzten aufgegebene todkranke Maria Kalb aus Rum wurde auf wunderbare Weise vor dem Gnadenbild geheilt. Der Strom der gläubigen Wallfahrer nahm von da an beständig zu. Zunächst errichtete man am Eingang des Stollens eine Gnadenkapelle, die auch heute noch gern besucht wird. Sie liegt am Aufgang zur eigentlichen Wallfahrtskirche. Dem rechteckigen Kapellenraum ist eine Säulenloggia vorgebaut. Das Kapelleninnere ist ganz mit Holz getäfelt. Am Altar steht eine geschnitzte Pieta, um 1870. Zahlreiche Votivtafeln erinnern an vielfache wunderbar erlangte Hilfe.

Die Wallfahrtskirche wurde auf dem Hügel über der Grotte nach Plänen des Baumeisters Speckbacher aus Stams erbaut. 1896 erfolgte die Einweihung. Kunstgeschichtliche Bedeutung erhält der verhältnismäßig junge Bau durch seine für Tirol seltene Einheit von neugotischer Architektur und Ausstattung. Das Innere des vierjochigen Kirchenschiffes ist sowohl an den Wänden als auch am Gewölbe mit ornamentaler und figürlicher Malerei geschmückt. Toni Kirchmayr aus Innsbruck malte 1915/16 die Kirche aus. Von ihm stammen auch die beiden Wandbilder in der Eingangshalle. Hier werden das Wunder der Errettung des Bergknappen und die Heilung der Maria Kalb anschaulich dargestellt. Das Votivbild der Maria Kalb von 1871 hängt unter der Empore. Der Hochaltar, ein neugotischer Aufbau, enthält in der Mittelnische das Gnadenbild Mariahilf in geschnitztem Rahmen. Die Schnitzfiguren schuf Josef Bachlechner aus Hall, die farblich schönen Kirchenfenster wurden in der Tiroler Glasmalereianstalt Innsbruck ausgeführt.

Besondere Wallfahrtstage: Marienfeste, die Monate Mai bis Oktober. In diesen Monaten werden auch Nachtwallfahrten abgehalten.
(Text: Inge Dollinger, Tiroler Wallfahrtsbuch, Innsbruck 1982, S. 48 -49)

Lage: Locherboden 1, 6423 Mötz.
Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Tiroler Oberland
Ansicht in Street View
Web: Pfarre Mötz
Geöffnet: übliche Kirchenöffnungszeiten.
Außenansicht:

Die Wallfahrtskirche Maria Locherboden liegt östlich oberhalb von Mötz auf einem hohen Felshügel (816 m), weithin vom Inntal aus sichtbar.

Möglicher vorgeschichtlicher Kultplatz, es wurde ein Bronzeprunkmesser aus der Zeit um 800 v. Chr. gefunden. Möglicher Bergbau aus dem Namen ableitbar. Ein Bergknappe, mit Hilfe Mariens aus Todesnot errettet, soll am Eingang eines Erzstollens ein Mariahilfbild aufgestellt haben. Bald wurde das Bild sehr verehrt, und 1854 erweiterte man die Grotte zu einer Kapelle. 1871 erlangte hier Maria Kalb aus Rum Heilung von einem langwierigen Leiden. Daraufhin setzte ein starker Zustrom von Wallfahrern ein. Noch immer ist Locherboden eine beliebte Marienwallfahrtsstätte. Die neugotische Kirche wurde 1896-1901 von Heinrich Hörmann aus Mötz erbaut. Die Fresken schuf 1915/16 Toni Kirchmayr. Die Stationsbilder am Weg zur Kirche hat Heinrich Kluibenschedl um 1900 gemalt. (nach Gertrud Pfaundler-Spat 2005, 369)

Maria Locherboden ist ein neugotischer Bau aus dem Jahr 1896. Der Süd-Turm ist der Hauptfassade vorgestellt, mit spitzbogigen Schallöffnungen, Treppengiebeln, Spitzhelm. An Chor und Langhaus Strebpfeiler.

Innen 3jochig, Kreuzrippengewölbe auf Absenkern; spitzbogiger Triumphbogen, Altarraum mit 5/8-Schluss.
Wände und Gewölbe mit Bildfeldern und Ornamenten bemalt von Toni Kirchmayr, 1915/16. Christus, Engel mit Leidenswerkzeugen, Anbetung des Kindes, Verehrung der Hostie, Pfingstwunder; an den Langhauswänden 4 Evangelisten, an der Emporenbrüstung Apostelbüsten. Glasmalereien Heiligenfiguren bezeichnet 1898.
Neugotischer Altar um 1900, mit barockem Mariahilf-Bild. Unterhalb der Kirche südlich auf Felsen Kapelle, Anfang des 20. Jahrhunderts, 3achsige Säulenvorhalle. Schnitzrelief Pietà. (nach Dehio-Tirol)

Mötz, Wallfahrtskirche Locherboden

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Außenansicht:

Mötz, Wallfahrtskirche Locherboden

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Außenansicht:

Mötz, Wallfahrtskirche Locherboden

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Kirchenraum:

Mötz, Wallfahrtskirche Locherboden

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Hochaltar mit Gnadenbild:

Mötz, Wallfahrtskirche Locherboden - Hochaltar mit Gnadenbild

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Votivbild der Maria Kalb:

Inschrift:
"Ich war 7 Jahre krank u. suchte Hilfe bei verschiedenen u. berühmten Arzten _ aber umsonst _ es gäbe keine Hilfe mehr.
Ich fügte mich in Gottes heiligen Willen, aber hatte imer doch große Hoffnung auf einen bessern Arzt _ auf Ma
ria, die reinste Jungfrau und Gottesmutter. Da zeigte mir Maria diesen Ort, den ich früher nicht kannte,
und befahl mir den Rosenkranz der 7 Schmerzen zu betten. Am 12. September 1871 brachte mann
mich hieher in einem sehr armseligen Zustande, ich glaubte sterben zu müßen! und siehe!
Maria hat geholffen durch ihre Fürbitte, geheilt gieng ich nach Hause.
Gelobt sei Jesus Christus und die unbefleckte
Empfängniß der allerseligsten Jungfrau Maria.
Rum den 22. Oktber 1871 Maria Kalb
Pfarre Thaur."

Mötz, Wallfahrtskirche Locherboden - Votivbild der Maria Kalb aus Rum

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Gnadenkapelle:

Mötz, Wallfahrtskirche Locherboden - Gnadenkapelle

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Ausschnitt aus dem Souvenirstand:

Mötz, Wallfahrtskirche Locherboden - Souvenirstand

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historisches Wallfahrtsandenken Maria Locherboden:
nicht datiert (vermutlich um 1900).
Abmessungen: 5,5 x 4 cm
Verlag: Peter, Wien VI.

Mötz, Wallfahrtskirche Locherboden - Wallfahrtsankenken historisch

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Literatur zur Wallfahrt:
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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