| Wallfahrt: | Lebendige Wallfahrt zur Schmerzhaften Muttergottes "Maria auf der Gallwies" bei Schloss Mentlberg. |
| Status: | Lebendige Monatswallfahrt; an jedem 15. des Monats werden Rosenkranz und Wallfahrtsgottesdienst gefeiert. |
| Kultzentrum: | Farbig gefasste Pietà beziehungsweise Vesperbild um 1500 am Hochaltar. |
| Besonderheit: | Reicher Votivbestand, Herkunftsüberlieferung aus Holzheim bei Ulm und die ungewöhnliche Siebenschläfer-Grotte im Vorraum. |
| Ort: | Innsbruck, Mentlberg. |
| Bezirk: | Innsbruck-Stadt. |
| Bundesland: | Tirol. |
| • | Lage: Mentlbergstraße 23, 6020 Innsbruck. |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Innsbruck |
| • | Ansicht in Street View |
| • | Web: Pfarre Maria am Gestade Innsbruck |
| • | Öffnungszeiten: keine festen täglichen Öffnungszeiten. Ganzjährig jeden 15. des Monats um 19.30 Uhr Wallfahrtsgottesdienst. Um 19 Uhr Rosenkranz, anschließend hl. Messe in den Anliegen der Familien, bei Sorgen mit Kindern und Jugendlichen. |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
• Das Gnadenbild steht am Hochaltar zwischen den barocken Statuen der hl. Katharina und der hl. Barbara. Am Aufsatz thront Gottvater mit Engeln und Putten.
Bemerkenswerte Siebenschläfer-Gruppe im Vorraum. Nach der Legende waren es sieben christliche Brüder, die bei der Verfolgung durch Decius in eine Höhle bei Ephesus flüchteten und dort eingemauert wurden. Durch ein Wunder in einen zweihundert Jahre währenden Schlaf versetzt, bezeugten sie im Erwachen die leibliche Auferstehung von den Toten.
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
Wallfahrtskirche "Maria auf der Gallwies" zur Schmerzhaften Muttergottes beim Schloss Mentlberg.
Über dem westlichen Innsbrucker Talboden liegt mit der Wallfahrtskirche Mentlberg ein beinahe verborgenes Rokokojuwel, dessen heiterer, lichter Raum ein spätmittelalterliches Bild tiefsten mütterlichen Schmerzes umfängt: die Pietà der "Schmerzhaften Muttergottes auf der Gallwies".
Die Wallfahrt ist nicht nur historische Erinnerung, sondern besteht bis heute fort: An jedem 15. des Monats werden um 19 Uhr der Rosenkranz und um 19.30 Uhr ein Wallfahrtsgottesdienst gefeiert.
Die Geschichte des Ortes beginnt lange vor der eigentlichen Wallfahrt. Auf der Gallwies befand sich ein zum Stift Wilten gehörender Meierhof. Als der Wiltener Abt Johann III. das Gut 1428 zur Erbpacht vergab, behielt er sich ein sogenanntes "Türml" vor – einen kleinen Wohnturm mit Kapelle, der ihm als Sommersitz diente. 1485 erwarb der Innsbrucker Bürgermeister Heinrich Mentlberger das Anwesen und ließ es zu einem Adelssitz ausbauen. Von seiner Familie leitete sich der bis heute gebräuchliche Name Mentlberg ab.
Der spätere Besitzer Ferdinand von Khuepach ließ 1622 anstelle des verfallenen Turmes eine neue Kapelle mit einer Einsiedelei errichten. Sein Sohn Christoph von Khuepach brachte wenig später das heutige Gnadenbild nach Mentlberg. Nach der kirchlichen Überlieferung hatte er es während eines Kriegszuges bei Ulm "auf redliche Weise" erworben. Eine ausführlichere Fassung der Erzählung verbindet das Ereignis mit dem Dreißigjährigen Krieg und nennt eine verfallene St.-Leonhards-Kapelle in Holzheim bei Ulm als Herkunftsort. Dort soll Christoph von Khuepach die vernachlässigte Pietà bemerkt und schließlich nach Tirol gebracht haben.
Die Formulierung "auf redliche Weise erworben" ist auffällig. Sie dürfte späteren Zweifeln vorbeugen, ob das Bild rechtmäßig aus seiner ursprünglichen Kapelle entfernt worden war. Für die Wallfahrtsgeschichte ist weniger entscheidend, ob sich alle Einzelheiten der Erzählung historisch überprüfen lassen. Wichtig ist, dass das Bild als gerettetes und wieder zu Ehren gebrachtes Heiligtum verstanden wurde. Die Übertragung aus einer verfallenden Kapelle in die neu errichtete Mentlberger Kapelle bildete die Ursprungserzählung des Kultes.
Die Verehrung nahm rasch zu. Nachdem Barbara von Khuepach 1661 Schloss und Kapelle an das Stift Wilten verkauft hatte, förderten die Prämonstratenser die Wallfahrt weiter. Abt Dominikus Löhr ließ 1668 an die Kapelle eine Grotte der Sieben Schläfer anbauen. 1678 wurde der damalige Bau durch den Brixner Weihbischof Paulinus Mayr geweiht.
Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde das Wallfahrtskirchlein für die Besucher zu klein. Abt Josef von Lizzia ließ es 1769 abbrechen und durch die heutige Kirche ersetzen. Die Planung wird Konstantin Johann von Walther zu Pfeilsberg zugeschrieben, der auch an bedeutenden Innsbrucker Bauprojekten wie der Triumphpforte beteiligt war; an der Ausführung dürfte Michael Umhauser mitgewirkt haben. Am 5. September 1770 weihte der Brixner Weihbischof Romedius von Sarnthein den Neubau. Während der Arbeiten war das Gnadenbild in der Wiltener Stiftskirche verwahrt worden. Am 23. September 1770 wurde es feierlich nach Mentlberg zurückgebracht.
Eine solche Rückübertragung war ein wichtiger kultischer Vorgang. Nicht nur ein Kunstgegenstand kehrte an seinen Platz zurück; das alte Gnadenbild nahm gewissermaßen den neuen Kirchenraum in Besitz. Die Kontinuität zwischen der kleinen Kapelle des 17. Jahrhunderts und dem repräsentativen Rokokobau wurde dadurch öffentlich sichtbar gemacht.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Kirche profaniert und als Lagerraum verwendet. Nach dem Krieg wurde sie wiederhergestellt und diente zeitweise als Seelsorgskirche für das neu entstandene Pfarrvikariat Mentlberg, aus dem später die Pfarre Maria am Gestade hervorging. 1997 wurde das kostbare Innere restauriert.
Die Wallfahrtskirche Mentlberg ist ein kleiner, aber außerordentlich geschlossen wirkender Rokokobau. Ihre zum Tal gerichtete Hauptfassade wird durch Pilaster, Figurennischen, ein großes Mittelfenster, einen bewegten Volutengiebel und den polygonalen Dachreiter gegliedert. Die wiederhergestellte Freitreppe steigert den Eindruck eines über der Umgebung gelegenen Heiligtums. Der Besucher nähert sich nicht ebenerdig, sondern steigt sichtbar zur Kirche empor.
Der Innenraum besteht aus einem annähernd quadratischen Schiff mit ausgerundeten Eckpfeilern und einem eingezogenen Chor. Beide Raumteile werden von gewölbten beziehungsweise kuppelartigen Abschlüssen überspannt. Pilaster, ein hohes Gebälk, Stuck, Fresken und Altäre verbinden sich zu einem einheitlichen Raumkunstwerk. Die Gestaltung orientiert sich erkennbar an der wenige Jahre zuvor vollendeten Wiltener Basilika, bleibt jedoch intimer und stärker auf das einzelne Gnadenbild konzentriert.
Die Deckenmalereien schuf Matthäus Günther, einer der bedeutendsten süddeutschen Freskanten des Rokoko. Im Schiff ist die Kreuzigung Christi dargestellt, im Chor die Kreuzabnahme und über der Orgelempore die Grablegung. Zwei Wandfresken zeigen den heiligen Josef und Johannes den Täufer.
Das Bildprogramm ist konsequent auf Leiden, Tod und Erlösung ausgerichtet. Es führt den Blick von der Kreuzigung über die Abnahme des Leichnams bis zur Grablegung. Das Gnadenbild der trauernden Maria mit dem toten Christus ist daher kein isoliertes Andachtsbild, sondern steht im Zentrum einer umfassenden Passionsfolge.
Der Hochaltar, der wahrscheinlich von Josef Stapf stammt, besitzt einen zweisäuligen Ädikulaaufbau. In seiner Mittelnische steht die Pietà, flankiert von den heiligen Katharina und Barbara. Im Aufsatz erscheint Gottvater, begleitet von Engeln und Putten.
Eine besondere kunstgeschichtliche Lösung besteht darin, dass das Gnadenbild zugleich in den Kreuzweg der Kirche einbezogen ist. Die Pietà entspricht der 13. Kreuzwegstation, der Abnahme Jesu vom Kreuz und seiner Übergabe an Maria. Das mittelalterliche Vesperbild wird dadurch zum tatsächlichen Mittelpunkt jener Passionsgeschichte, die Fresken und Kreuzweg im gesamten Kirchenraum entfalten.
Das Gnadenbild ist eine farbig gefasste, aus Holz geschnitzte Pietà beziehungsweise ein Vesperbild, das um 1500 entstanden sein dürfte. Maria hält den vom Kreuz abgenommenen Leichnam Christi auf ihrem Schoß. Das Werk ist somit mehr als ein Jahrhundert älter als die erste Mentlberger Wallfahrtskapelle und beinahe drei Jahrhunderte älter als die heutige Rokokokirche.
Der Begriff "Vesperbild" verweist auf die mittelalterliche Andacht zur Todesstunde Christi, die mit der abendlichen Vesper verbunden wurde. Maria zeigt den Gläubigen den toten Körper ihres Sohnes. Der Betrachter steht nicht vor einer erzählerisch ausgebreiteten Szene mit zahlreichen Figuren, sondern vor der unmittelbaren Beziehung zwischen Mutter und Sohn.
Gerade diese Konzentration erklärt die starke Wirkung solcher Bilder. Die Pietà verbindet christliche Heilsgeschichte mit einer allgemein menschlich verständlichen Erfahrung: Eine Mutter hält ihr verstorbenes Kind. Schmerz, Verlust und körperliche Nähe werden unmittelbar sichtbar. Das Gnadenbild konnte daher Menschen ansprechen, die um Angehörige bangten, Krankheit, Tod oder Krieg erlebt hatten oder selbst mit der Sorge um Kinder und Familie nach Mentlberg kamen.
Der Überlieferung zufolge befand sich die Figur ursprünglich in einer verfallenen St.-Leonhards-Kapelle bei Holzheim in der Nähe von Ulm. Christoph von Khuepach soll sie während des Dreißigjährigen Krieges dort wiederholt unbeachtet gesehen und schließlich nach Tirol gebracht haben. In Mentlberg wurde sie auf dem Altar der Schlosskapelle aufgestellt und entwickelte sich bald zum Ziel einer vielbesuchten Wallfahrt.
Die Geschichte folgt einem bekannten wallfahrtsgeschichtlichen Muster: Ein heiliges Bild ist verlassen oder gefährdet, wird von einem frommen Menschen erkannt, gerettet und an einem neuen Ort würdig aufgestellt. Die spätere Gnadenwirkung bestätigt innerhalb der Erzählung, dass die Übertragung richtig und offenbar von der Gottesmutter selbst gewollt gewesen sei.
Dabei besitzt die Geschichte auch eine konfessionelle Ebene. Das Bild kam während des Dreißigjährigen Krieges aus einem Gebiet, in dem sich die religiösen Verhältnisse stark verändert hatten, in das katholische Tirol. In der späteren katholischen Erinnerung konnte seine Überführung daher als Rettung eines vernachlässigten Marienbildes und als Wiederherstellung der ihm gebührenden Verehrung verstanden werden. Diese Deutung ist eher Teil der Kultgeschichte als ein sicher überprüfbarer Bericht über den tatsächlichen Erwerb.
Bemerkenswert ist, dass die Erinnerung an den Herkunftsort nicht vollständig abbrach. Im 20. Jahrhundert bemühte man sich in Holzheim um eine Rückgewinnung des Bildes; später wurde für die dortige Kirche eine Kopie angefertigt. Das ursprüngliche Gnadenbild blieb jedoch in Mentlberg.
Zu den wichtigsten Zeugnissen der Wallfahrt gehören die zahlreichen Votivbilder, die an den Wänden der Kirche angebracht sind. Sie stammen vor allem aus dem 18. und 19. Jahrhundert und berichten von Krankheiten, Unfällen, Gefahren und als wunderbar verstandenen Rettungen. Die offizielle Kirchenbeschreibung hebt die Votivbilder ausdrücklich als besonders beachtenswert hervor.
Ein besonders aussagekräftiges Votivbild aus dem Jahr 1760 berichtet von einem plötzlichen Verlust des Augenlichts. Die Familie "verlobte" sich zur wundertätigen Muttergottes auf der Gallwies und versprach eine siebentägige Andacht sowie eine heilige Messe. Nach der behaupteten augenblicklichen Besserung ließ sie zum Dank die Tafel anfertigen.
Das Wort "verloben" hat hier nichts mit einer Eheschließung zu tun. Es bezeichnet ein religiöses Gelübde: Ein Mensch oder seine Angehörigen versprachen für den Fall der Hilfe eine Wallfahrt, eine Andacht, eine Messe oder eine Votivgabe. Wurde die Krise überwunden, musste das Versprechen erfüllt werden. Die Votivtafel schloss diesen Vorgang sichtbar ab.
Dabei war die Tafel nicht nur privater Dank. Sie wurde in der Kirche öffentlich aufgehängt und teilte allen nachfolgenden Besuchern mit, dass die Schmerzhafte Muttergottes von Mentlberg bereits geholfen habe. Jedes Votivbild stärkte damit den Ruf des Gnadenortes und konnte neue Hilfesuchende zur Anrufung Mariens ermutigen.
Volkskundlich sind solche Bilder außerordentlich wertvoll. Sie zeigen nicht nur religiöse Vorstellungen, sondern häufig auch Kleidung, Wohnräume, Landschaften, Arbeitsgeräte, Tiere, Krankheiten und Unfallabläufe. In ihnen wird sichtbar, wovor sich Menschen fürchteten und welche Ereignisse sie als Eingreifen einer höheren Macht deuteten.
Mentlberg besitzt neben dem Mariengnadenbild noch einen zweiten, ungewöhnlichen Verehrungsmittelpunkt. Im Eingangsbereich befindet sich eine plastisch gestaltete Grotte mit den Sieben Schläfern von Ephesos. Abt Dominikus Löhr ließ diesen Anbau bereits 1668 an der Vorgängerkapelle errichten; die Gruppe wurde später in den Neubau übernommen.
Nach der Legende flohen sieben christliche Jünglinge während der Verfolgung unter Kaiser Decius in eine Höhle bei Ephesos. Dort wurden sie eingemauert, verfielen jedoch nicht dem Tod, sondern einem jahrhundertelangen Schlaf. Als sie erwachten, bezeugten sie durch ihr eigenes Schicksal die christliche Hoffnung auf die leibliche Auferstehung. Ihr Gedenktag ist der 27. Juni.
Die Grotte ist keine bloße dekorative Kuriosität. Sie erweitert das Passions- und Todesmotiv der Kirche um die Hoffnung auf Auferstehung. Im Hochaltar hält Maria den toten Christus; in der Vorhalle schlafen die sieben Jünglinge scheinbar tot, bis sie wieder erwachen. Beide Bildgruppen handeln somit von der Grenze zwischen Tod und neuem Leben.
Regionale Darstellungen verbinden die Sieben Schläfer in Mentlberg außerdem mit der Anrufung bei hohem Fieber, Schlafstörungen und Zuständen, die als "Todesschlaf" gedeutet wurden. Solche konkreten Patronate sind für die volkstümliche Heiligenverehrung typisch: Eine Eigenschaft der Legende – hier der lange Schlaf – wird auf bestimmte Krankheiten und Alltagssorgen übertragen.
Die Pietà von Mentlberg zeigt keine triumphierende Himmelskönigin, sondern eine Mutter in äußerster Trauer. Dadurch bot sie gerade Menschen in familiären Krisen einen unmittelbar verständlichen religiösen Bezugspunkt. Wer um ein krankes Kind bangte, einen Angehörigen verloren hatte oder von Krieg und Unfall betroffen war, konnte den eigenen Schmerz im Bild Mariens wiedererkennen.
Diese alte Ausrichtung wirkt bis heute nach. Die gegenwärtigen Monatswallfahrten werden ausdrücklich in den Anliegen der Familien sowie bei Sorgen um Kinder und Jugendliche gefeiert. Die moderne Wallfahrt übernimmt damit ein Thema, das bereits in der Bildform der Pietà und in zahlreichen Votivtafeln angelegt ist.
Mentlberg ist kein Wallfahrtsort, der aus einer Erscheinung oder einem am Ort gefundenen Bild hervorgegangen wäre. Das Gnadenbild wurde von außen hergebracht. Erst seine Aufstellung, die Gebete der Menschen, die Berichte über erhaltene Hilfe und die zunehmende Zahl der Besucher machten die Schlosskapelle zu einem Gnadenort.
Daran lässt sich besonders gut erkennen, dass die religiöse Bedeutung eines Bildes nicht allein in seinem Material oder seinem künstlerischen Alter liegt. Ein Bild wird zum Gnadenbild, wenn sich um es eine Gemeinschaft von Erzählungen, Ritualen, Gelübden und Dankhandlungen bildet.
Die ursprüngliche Kapelle gehörte zu einem Adelssitz und wurde von der Familie Khuepach errichtet. Zugleich bestand eine Einsiedelei. Mit dem wachsenden Pilgerzustrom überschritt der Ort jedoch die private Sphäre des Schlosses. Aus der Haus- und Schlosskapelle wurde eine öffentlich besuchte Wallfahrtsstätte.
Hier begegneten sich mehrere soziale Welten: adelige Besitzer, Prämonstratenser des Stiftes Wilten, Einsiedler, Bauern, Stadtbewohner, Dienstboten und auswärtige Pilger. Das Gnadenbild vermittelte zwischen höfisch-grundherrschaftlichem Raum und breiter Volksfrömmigkeit.
Mentlberg liegt nicht in einem weit entfernten Alpental, sondern am Rand der Stadt Innsbruck. Dennoch besitzt die Kirche durch Hanglage, Freitreppe, Waldnähe und die Verbindung mit dem Schloss den Charakter eines vom Alltag abgehobenen Heiligtums.
Für Innsbrucker Wallfahrer war der Weg lang genug, um als bewusster Bittgang erlebt zu werden, aber kurz genug, um ihn auch bei Krankheitssorgen oder an einem einzelnen Festtag zurückzulegen. Mentlberg steht damit für eine stadtnahe Wallfahrt, bei der die räumliche Entfernung gering, die symbolische Trennung vom Alltag jedoch deutlich war.
Die Wallfahrt hat im Laufe der Jahrhunderte unterschiedliche Formen angenommen. Im 17. und 18. Jahrhundert standen Mirakelberichte, Gelübde und Votivbilder im Vordergrund. Später diente die Kirche zeitweise als örtliches Seelsorgezentrum. Heute lebt der Wallfahrtscharakter vor allem in den monatlichen Gottesdiensten, im Rosenkranz, in persönlichen Kirchenbesuchen und in den Anliegen von Familien fort.
Dass die Wallfahrt weiterhin jeweils am 15. des Monats gefeiert wird, ist kein Zufall. Der 15. September ist der liturgische Gedenktag der Schmerzen Mariens. Der monatlich wiederkehrende Termin überträgt das Patrozinium gewissermaßen auf das ganze Jahr.
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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