Wallfahrt Innsbruck, Serbisch Orthodoxe Kirche, ehemalige Herz-Jesu-Kirche

Schnellüberblick
Wallfahrt:Ehemalige katholische Stadtwallfahrt zur Mutter von der Immerwährenden Hilfe in der früheren Herz-Jesu-Kirche.
Status:Heute nahezu erloschen; seit 2019 dient das Gotteshaus der serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde.
Kultzentrum:Die Innsbrucker Kopie der Ikone der Mutter von der Immerwährenden Hilfe, die weiterhin an ihrem bisherigen Platz erhalten ist.
Besonderheit:Das Gnadenbild blieb im christlichen Sakralraum erhalten, während das frühere katholische Ritual- und Wallfahrtsumfeld weitgehend abbrach.
Ort:Innsbruck, Maximilianstraße.
Bezirk:Innsbruck-Stadt.
Bundesland:Tirol.
Lage und Besuch
Lage: Maximilianstraße 8, 6020 Innsbruck.
Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Innsbruck
Ansicht in Street View
Web: Serbisch-Orthodoxe Kirchengemeinde Innsbruck
Öffnungszeiten: derzeit kein Eintritt außerhalb der serbisch-orthodoxen Messfeierlichkeiten.
Direkt zum Inhalt
Bilddokumentation
Ausführliche Beschreibung

Bilddokumentation

Außenansicht:

Innsbruck, Serbisch-Orthodoxe Kirche (ehemals Herz-Jesu-Kirche))

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Gnadenbild "Maria von der Immerwährenden Hilfe":
Zusätzlich als Mosaik ausgeführt: "O Maria immer hilf", das Gnadenbild befindet sich nach wie vor an seinem Platz.

Gnadenbild "Maria von der Immerwährenden Hilfe", Innsbruck, Serbisch-Orthodoxe Kirche

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Ausführliche Beschreibung

Innsbruck, ehemalige Herz-Jesu-Kirche

Ehemalige Wallfahrt zur Mutter von der Immerwährenden Hilfe

In der monumentalen ehemaligen Herz-Jesu-Kirche in der Innsbrucker Maximilianstraße erinnert ein weiterhin vorhandenes Gnadenbild an eine heute nahezu erloschene katholische Stadtwallfahrt, die von den Redemptoristen über viele Jahrzehnte gepflegt wurde.

Kirche und Redemptoristen

Die neuromanische Herz-Jesu-Kirche wurde zwischen 1896 und 1898 als Klosterkirche der Redemptoristen errichtet. Der Orden hatte in Innsbruck ein starkes seelsorgliches Zentrum mit täglichen Gottesdiensten, Beichtgelegenheit, Volksmission und der Verehrung der Mutter von der Immerwährenden Hilfe aufgebaut. Noch Ende 2018 wurden an Werktagen zwei und an Sonntagen mehrere katholische Gottesdienste gefeiert.

Nach dem Rückzug der Redemptoristen wurde die Kirche 2018 der serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde geschenkt und im März 2019 liturgisch übergeben. Der ausdrückliche Wunsch des Ordens war, dass das Gebäude weiterhin als Gotteshaus verwendet werde. Die heutige Gemeinde trägt das Patrozinium "Geburt des heiligen Johannes des Täufers".

Das Gnadenbild

Die Ikone zeigt Maria mit dem Jesuskind sowie die Erzengel Michael und Gabriel mit den Leidenswerkzeugen Christi. Das erschrockene Kind sucht Schutz bei seiner Mutter; bei seiner hastigen Bewegung löst sich eine Sandale vom Fuß. Maria blickt jedoch nicht auf das Kind, sondern unmittelbar auf den Betrachter und erscheint dadurch als mütterliche Zuflucht in Angst und Bedrängnis.

Das Original befindet sich seit 1865 in der Redemptoristenkirche Sant’Alfonso in Rom. Die Redemptoristen verbreiteten Kopien des Bildes durch ihre Missionstätigkeit über die ganze Welt. Die Innsbrucker Kopie befindet sich nach wie vor an ihrem bisherigen Platz; auch das dazugehörige Mosaik mit der Bitte "O Maria, immer hilf" ist erhalten.

Dass eine katholische Marienikone in einer orthodoxen Kirche verbleibt, ist keineswegs ein völliger Traditionsbruch. Das Bild folgt selbst einem ostkirchlich-byzantinischen Typus, und die Verehrung der Gottesmutter und heiliger Ikonen besitzt in der Orthodoxie einen zentralen Stellenwert. Verändert hat sich jedoch der konkrete Innsbrucker Kult: Die von den Redemptoristen getragenen katholischen Marienstunden, Wallfahrtsandachten und Festfeiern finden dort nicht mehr in der bisherigen Form statt.

Die heute fast erloschene Wallfahrt

Auf der offiziellen Seite der serbisch-orthodoxen Gemeinde wird die Göttliche Liturgie jeden Sonntag um 9.30 Uhr angegeben; eine allgemeine tägliche Öffnung der Kirche für Besucher ist dort nicht ausgewiesen. Es handelt sich dabei um eine serbisch-orthodoxe Gemeinde.

Die frühere katholische Wallfahrt ist deshalb faktisch fast zum Erliegen gekommen:

  • Die Redemptoristen als Träger des Kultes sind fortgezogen.
  • Die wöchentliche Marienstunde wurde beendet.
  • Der katholische Festtag am 27. Juni wird dort nicht mehr als öffentliche Wallfahrtsfeier begangen.
  • Das Gotteshaus ist außerhalb orthodoxer Gottesdienste meist nicht ohne Weiteres zugänglich.
  • Katholische Einzelpilger können das Bild daher kaum noch spontan aufsuchen.

Das Gnadenbild ist zwar erhalten und befindet sich weiterhin in einem christlichen Sakralraum, doch sein katholisches Ritual- und Wallfahrtsumfeld ist abgebrochen. Es fehlt heute vor allem die Möglichkeit, regelmäßig vor dem Bild zu beten, eine Kerze zu entzünden oder die alte Marienandacht gemeinschaftlich weiterzuführen.

Wir bitten Sie um Ihre Mitarbeit mit Fotozusendungen.

Ergänzungen: Wolfgang Morscher

© www.SAGEN.at