| Wallfahrt: | Historische Wallfahrtsstätte; eine vor Ort dokumentierte Überlieferung setzt den Beginn der Wallfahrt an den Anfang des 17. Jahrhunderts. |
| Status: | Historischer Wallfahrtsort; die Kirche ist erhalten und wird weiterhin kirchlich genutzt. Eine regelmäßig organisierte Wallfahrt ist derzeit nicht belegt. |
| Kultzentrum: | Kirche St. Magdalena. Ein eindeutig bestimmbares historisches Gnadenbild ist in den zugänglichen Quellen nicht nachgewiesen; der heutige Hochaltar zeigt Maria Magdalena, der spätgotische Flügelaltar befindet sich seit 1923 in Hall. |
| Ort: | Absam / Halltal |
| Region: | Innsbruck-Land |
| Bundesland: | Tirol |
| • | Lage: Halltal 23, 6067 Absam. |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Tirol - Innsbruck-Land |
| • | Ansicht in Street View |
| • | Web: Pfarre Absam |
| • | Öffnungszeiten: täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet (Alpengasthaus St. Magdalena im Halltal) |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
• Die Kapelle St. Magdalena im Halltal:
Am Altar Darstellung der hl. Magdalena von Paul Ainhauser aus dem Jahr 1703.
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
• Die Kapelle St. Magdalena im Halltal:
Spätgotische Gewölbemalereien bezeichnet 1486, Medaillons mit Halbfiguren Schmerzensmann, Maria und Evangelistensymbolen; bemalter Schlussstein halbfigurige Madonna; Rankenmalereien, Inschrift unleserlich.
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
• Die Kapelle St. Magdalena im Halltal:
Nördliche Sakramentsnische mit spitzbogiger Vertiefung mit 2 Wandmalereischichten: spätgotische Rankenmalerei, darüber Rokokorahmung, in der Nische Mannalese (Kunstbegriff, der sich auf die biblische Erzählung bezieht, in der Gott den Israeliten Manna vom Himmel regnen lässt, eine nahrhafte Speise, um sie in der Wüste zu versorgen, und wird oft als Vorwegnahme der Eucharistie gedeutet) bezeichnet Joseph Gunner 1763.
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
• Flügelaltar Sankt Magdalena in Hall:
Spätgotischer Flügelaltar von Sankt Magdalena im Halltal um 1490.
Der Flügelaltar wurde 1923 von Sankt Magdalena nach Hall in die Magdalenenkapelle bzw. Kriegergedächtniskapelle übersiedelt.
Schnitzfiguren Madonna zwischen hl. Margaretha und Katharina; Flügelbilder Verkündigung, Anbetung der Könige, Heimsuchung und Marientod; an den Außenseiten Hll. Heinrich und Sebastian; an der Predella Schnitzgruppe Geburt Christi, an den Flügeln Hll. Barbara, Agnes und außen Hll. Wolfgang, Johannes d. Täufer.
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
St. Magdalena liegt auf einer Waldlichtung hoch über dem Talboden des Halltales und gehört zu jenen religiösen Orten, deren Geschichte ohne die Landschaft kaum verständlich ist. Über Jahrhunderte war das Halltal nicht bloß ein abgelegenes Seitental des Inntales, sondern das Arbeits- und Lebensgebiet des Haller Salzbergbaus. Zwischen Bergwerk, Lawinengefahr, langen Wegen und einer oft rauen alpinen Umwelt entstand hier zunächst eine Einsiedelei, danach ein Frauenkloster und schließlich eine historische Wallfahrtsstätte.
Die heutige Kirche bewahrt mehrere Schichten dieser Geschichte. Das spätgotische Gewölbe erinnert an die Blüte des Waldschwesternklosters im 15. Jahrhundert; der frühbarocke Hochaltar und das Magdalenenbild des frühen 18. Jahrhunderts gehören zur nachklösterlichen Epoche; der ehemalige spätgotische Flügelaltar wurde 1923 nach Hall übertragen. Gerade diese Überlagerung macht St. Magdalena kulturgeschichtlich ungewöhnlich.
Am Anfang steht Hans Frankfurter, ein Mann, der mit dem Haller Salzbergbau unmittelbar verbunden war. Er hatte von 1436 bis 1440 das Amt des Salzmeiers ausgeübt und gehörte damit zu den bedeutenden Beamten des landesfürstlichen Salzwesens. 1441 zog er sich mit Gleichgesinnten in das Halltal zurück, um dort ein Leben in Gebet und Abgeschiedenheit zu führen.
Frankfurter ließ ein Wohnhaus für die sogenannten Waldbrüder und eine Kapelle errichten. Die Gemeinde Absam überliefert deren Weihe für das Jahr 1446 durch den Brixner Weihbischof Andreas. Die erste religiöse Niederlassung war damit keine Wallfahrtsgründung, sondern ein bewusst gewählter Ort eremitischer Frömmigkeit. Die Abgeschiedenheit des Halltales, die heute als landschaftlicher Reiz erlebt wird, war für die ersten Bewohner Teil ihrer religiösen Lebensform.
Die Geschichte von St. Magdalena ist eng mit Nikolaus von Kues, dem Brixner Fürstbischof und bedeutenden Kirchenreformer des 15. Jahrhunderts, verbunden. Herzog Sigmund förderte die Niederlassung und ließ seit 1447 regelmäßig eine Messe lesen. Die Waldbrüder verließen den Platz jedoch bald wieder. 1452 erließ Nikolaus von Kues für Hans Frankfurter und einen Mitbruder besondere Statuten und gab damit auch der eremitischen Lebensform einen kirchenrechtlichen Rahmen.
Noch nachhaltiger war seine Verbindung zu den Frauen, die inzwischen die Klause übernommen hatten. 1448 waren zwei Waldschwestern aus dem südwestdeutschen Raum in das Halltal gekommen. Auch für ihre Gemeinschaft erließ Nikolaus von Kues 1452 Statuten, die sich eng an der Regel des heiligen Augustinus orientierten. St. Magdalena gehört damit unmittelbar in die Geschichte der spätmittelalterlichen Klosterreform und der Suche nach strengeren, gemeinschaftlichen Formen religiösen Lebens.
Trotz der harten klimatischen Bedingungen wuchs die Frauengemeinschaft überraschend stark. 1494 lebten nach den überlieferten Angaben 24 Schwestern und ein Kaplan im Halltal. Einen entscheidenden Anteil am Ausbau hatte die wohlhabende, verwitwete Hallerin Magdalena Götzner, die in die Gemeinschaft eintrat. Die örtliche Überlieferung bringt sie mit dem Neubau beziehungsweise der Erweiterung des Klosters und der Kirche in Verbindung.
Die Niederlassung stand keineswegs außerhalb der Gesellschaft. Sie besaß Beziehungen zu Hall, zum landesfürstlichen Hof und zum Salzbergbau. 1495 stellte der spätere Kaiser Maximilian I. dem Kloster einen besonderen Schutzbrief aus. Das scheinbar weltabgeschiedene Waldkloster war somit zugleich Teil eines dichten Netzes geistlicher, wirtschaftlicher und politischer Beziehungen.
Die heutige Kirche entstand im Wesentlichen während der Blütezeit des Klosters. Eine Jahreszahl in der Gewölbemalerei des Chores nennt 1486 und wird als Hinweis auf den Abschluss der spätgotischen Bautätigkeit verstanden. Außen erscheint das Gotteshaus auffallend schlicht und turmlos; Chor und Schiff besitzen dieselbe Breite. Im Inneren spannt sich dagegen ein reiches Sternrippengewölbe auf achteckigen Wandkonsolen.
Die erhaltenen Gewölbemalereien gehören zu den kostbarsten Ausstattungsstücken des Kirchenraumes. Medaillons zeigen unter anderem den Schmerzensmann, Maria und die Evangelistensymbole; ein bemalter Schlussstein trägt eine halbfigurige Madonna. Rankenmalereien verbinden Architektur und Bildschmuck. Damit bewahrt die Kirche noch unmittelbar die Bildwelt der Waldschwesternzeit.
Auch Reste mittelalterlicher Glasmalerei sind für St. Magdalena dokumentiert. Das Corpus Vitrearum nennt eine Stifterinschrift von 1481 sowie eine in das Maßwerk sekundär eingesetzte Rundscheibe mit der Auferstehung Christi aus den 1480er-Jahren. Selbst in den heute weniger auffälligen Details ist damit noch Ausstattung aus der spätmittelalterlichen Blütezeit greifbar.
Die Bezeichnung des Ortes als St. Magdalena ist jünger als die erste Einsiedelei. 1490 verlegte der Brixner Fürstbischof Kardinal Melchior von Meckau den Kirchweihtag auf den Festtag der heiligen Maria Magdalena am 22. Juli. Die örtliche Forschung bringt dies einerseits mit Magdalena Götzner und ihrer Förderung des Klosters, andererseits mit der Bedeutung Maria Magdalenas im religiösen Umfeld des Bergbaues in Verbindung.
Die Patroziniumsänderung war jedenfalls folgenreich: Aus der Waldklause im Halltal wurde im örtlichen Gedächtnis "St. Magdalena". Das Patrozinium blieb auch nach dem Ende des Frauenklosters bestehen und prägt den Ort bis heute.
Zur spätgotischen Ausstattung gehörte ein um 1490 beziehungsweise um 1500 entstandener Flügelaltar, der heute nicht mehr in der Halltalkirche steht. 1923 wurde er in die ehemalige Magdalenenkapelle am Haller Pfarrfriedhof übertragen und dort zum Mittelpunkt der Kriegergedächtniskapelle.
Der geöffnete Schrein zeigt eine Madonna zwischen den heiligen Margaretha und Katharina. Die Flügelbilder entfalten einen Marienzyklus mit Verkündigung, Heimsuchung, Anbetung der Könige und Marientod; außen erscheinen die heiligen Heinrich und Sebastian. In der Predella ist die Geburt Christi plastisch dargestellt, auf den Predellaflügeln die heiligen Barbara und Agnes. Auf der Rückseite finden sich die Geißelung Christi und das Schweißtuch der Veronika.
Bemerkenswert ist, dass dieser Hauptaltar der spätmittelalterlichen Kirche ikonographisch nicht Maria Magdalena, sondern Maria und einem umfangreichen Heiligenprogramm gewidmet ist. Er darf daher nicht ohne weiteres als ein "Gnadenbild" der späteren Wallfahrt bezeichnet werden. Seine Bedeutung liegt vielmehr in der religiösen Bildwelt des Waldschwesternklosters.
Gegen Ende des 15. Jahrhunderts verlor die Halltaler Gemeinschaft an Stabilität. Um 1499 entstand bei St. Martin im Gnadenwald eine weitere Niederlassung, zu der auch Schwestern aus dem Halltal wechselten. Die verbliebenen Frauen bemühten sich später um einen weniger unwirtlichen Standort. 1522 übersiedelten die noch in St. Magdalena lebenden Schwestern nach St. Martin bei Schwaz.
Damit endete das eigentliche Klosterleben im Halltal. Die Kirche blieb jedoch bestehen. Ein Kaplan versah weiterhin geistliche Aufgaben und betreute insbesondere die Menschen des Salzbergbaues. Das verlassene Kloster diente zeitweise als landesfürstliches Jagdquartier. Während einer Pestgefahr im Jahr 1648 suchten Haller in den abgelegenen Gebäuden Zuflucht.
Die eigentliche Wallfahrtsgeschichte beginnt nach der örtlichen Dokumentation erst nach dem Ende des mittelalterlichen Klosters. Eine bei St. Magdalena aufgestellte Informationstafel, die bereits 2007 in der SAGEN.at-Fotogalerie dokumentiert wurde, bezeichnet das ehemalige Waldkloster für den Beginn des 17. Jahrhunderts ausdrücklich als Wallfahrtsstätte.
Damit ist der Wallfahrtsstatus historisch belegt, doch bleiben die konkreten Formen des Kultes in den bislang zugänglichen Quellen auffallend undeutlich. Es liegen derzeit keine ausreichend gesicherten Angaben über ein größeres Einzugsgebiet, regelmäßige Kreuzgänge, charakteristische Votivgaben oder ein Wunderbuch vor. Ebenso lässt sich kein bestimmtes Bild sicher als ursprüngliches Gnadenbild der Wallfahrt identifizieren.
Gerade dieser Befund ist wichtig. St. Magdalena war ein Wallfahrtsort, aber offenbar nicht jeder historische Wallfahrtsort hinterließ jene dichte Mirakel- und Votivüberlieferung, wie sie von großen Marienheiligtümern bekannt ist. Die besondere Heiligkeit des Ortes konnte sich ebenso aus dem Patrozinium, der abgelegenen Lage, der ehemaligen Klostertradition und der fortgesetzten liturgischen Nutzung ergeben.
Im 17. Jahrhundert wurde der Kirchenraum barock umgestaltet. Der heutige frühbarocke Hochaltar trägt die Jahreszahl 1614. Nach der von Franz Grass überlieferten Geschichte war er ursprünglich für die Pfarrkirche von Absam gestiftet worden und gelangte 1685 in das Halltal. Damit ersetzte beziehungsweise verdrängte er den spätgotischen Flügelaltar als Hauptaltar.
Das heutige Mittelbild zeigt die büßende heilige Maria Magdalena und wurde 1703 von Paul Ainhauser geschaffen. Die seitlichen Wangenbilder gehören noch zur älteren Altarfassung von 1614. Im gesprengten Giebel erscheinen Christus und Veronika. Der Hochaltar macht die Kirchenpatronin nun wesentlich deutlicher zum bildlichen Mittelpunkt des Raumes als dies beim spätgotischen Flügelaltar der Fall gewesen war.
Da die örtliche Überlieferung den Beginn der Wallfahrt bereits an den Anfang des 17. Jahrhunderts setzt, kann das erst 1703 entstandene Magdalenenbild nicht ohne weiteres als Ausgangspunkt der Wallfahrt erklärt werden. Es ist deshalb sachlich vorsichtiger, vom späteren kultischen und liturgischen Mittelpunkt der Kirche zu sprechen, nicht von einem sicher nachgewiesenen ursprünglichen Gnadenbild.
Besonders aufschlussreich ist die nördliche Sakramentsnische, weil sich an ihr mehrere Ausstattungsepochen unmittelbar überlagern. In der spitzbogigen Vertiefung ist eine spätgotische Rankenmalerei erhalten. Darüber beziehungsweise darübergelegt erscheint eine Rokokorahmung; in der Nische ist die Mannalese dargestellt, die mit Joseph Gunner und der Jahreszahl 1763 bezeichnet ist.
Die Nische ist damit beinahe ein kleines Bilderarchiv der Kirche: mittelalterliche Sakralmalerei und barocke Neufassung wurden nicht vollständig gegeneinander ausgetauscht, sondern blieben in Schichten erhalten. Zusammen mit dem Gewölbe von 1486 und dem frühbarocken Hochaltar lässt sich an wenigen Metern Kirchenraum eine außergewöhnlich lange Ausstattungsgeschichte ablesen.
Die Lage im Halltal brachte nicht nur religiöse Abgeschiedenheit, sondern auch erhebliche Naturgefahren mit sich. Erdbeben beschädigten die ehemalige Klosteranlage 1670 und besonders schwer 1689. Die Klostermauern stürzten weitgehend ein, während die Kirche erhalten blieb beziehungsweise 1690 wieder instand gesetzt wurde.
Am 14. Februar 1888 traf eine Staublawine den Gebäudekomplex. Nach der Überlieferung wurden die Dächer von Kirche und Kaplanei heruntergerissen. Solche Ereignisse machen verständlich, weshalb der Halltaler Standort über Jahrhunderte als extrem und gefährdet wahrgenommen wurde. Der alte gemauerte Keller des Klosters diente nicht zufällig auch als Schutzraum bei Lawinengefahr.
St. Magdalena darf nicht losgelöst vom Haller Salzberg betrachtet werden. Sein Gründer Hans Frankfurter kam unmittelbar aus der Leitung des Salzwesens, und nach dem Ende des Frauenklosters blieb ein Kaplan für die seelsorgliche Betreuung der Bergleute am Ort. Auch die Auswahl von Heiligen wie Rupert, Barbara oder Magdalena fügt sich in das religiöse Umfeld einer Bergbaulandschaft.
Für die Knappen bedeutete das Halltal harte Arbeit und dauernde Gefährdung durch Lawinen, Steinschlag und den Berg selbst. Entlang der Wege entstanden Kapellen und religiöse Zeichen; Messen und Bittgänge gehörten zur Bewältigung dieser Gefahren. St. Magdalena war innerhalb dieser Landschaft ein besonders alter und dauerhaft sichtbarer geistlicher Fixpunkt.
Archäologische Funde im Bereich des ehemaligen Wirtschaftsgebäudes reichen sogar weit vor die mittelalterliche Klostergeschichte zurück. Sie werden mit sehr früher Salzverarbeitung in Verbindung gebracht. Für die Wallfahrtsgeschichte sind diese vorgeschichtlichen Funde nicht unmittelbar relevant, sie unterstreichen jedoch die außergewöhnlich lange Nutzungsgeschichte dieses Platzes im Halltal.
1923 wurde der wertvolle spätgotische Flügelaltar nach Hall übertragen. In der Folgezeit war die Kirche zeitweise stark vernachlässigt. Die Gemeinde Absam berichtet von einer Restaurierung und erneuten Weihe im Jahr 1946, genau 500 Jahre nach der ersten Kapellenweihe; weitere Renovierungsarbeiten folgten in den 1950er-Jahren.
St. Magdalena ist heute kein Kloster mehr und die historische Wallfahrt tritt gegenüber der Bedeutung als Ausflugs- und Erinnerungsort zurück. Die Kirche ist jedoch keineswegs funktionslos. Das Patrozinium wird weiterhin jährlich an jenem Sonntag gefeiert, der dem Fest Maria Magdalenas am 22. Juli am nächsten liegt. Damit besteht eine religiöse Kontinuität, auch wenn eine regelmäßig organisierte Wallfahrt in den derzeit zugänglichen Quellen nicht belegt ist.
Volkskundlich ist St. Magdalena gerade wegen seiner wechselnden Funktionen bemerkenswert. Aus einer Einsiedelei eines ehemaligen Salzbeamten wurde ein reformiertes Waldschwesternkloster, aus dem verlassenen Kloster eine Bergknappen-Seelsorgestelle und historische Wallfahrtsstätte, später ein Jagdquartier, Pestzufluchtsort und schließlich ein religiöser Erinnerungs- und Ausflugsort.
Diese Geschichte zeigt, dass ein heiliger Ort nicht zwingend an ein einziges Gnadenbild oder ein spektakuläres Gründungswunder gebunden sein muss. In St. Magdalena scheint vielmehr der Ort selbst - die Abgeschiedenheit, die klösterliche Vergangenheit, das Patrozinium, die Nähe zum gefährlichen Salzberg und die jahrhundertelange kirchliche Nutzung - Träger religiöser Bedeutung geworden zu sein.
• Nikolaus Grass (Hrsg.): St. Magdalena im Halltal. Studien zur Rechtsgeschichte und Sakralkultur einer Eremiten- und Waldschwesternklause im Hochgebirge Tirols sowie zur Klosterreform des Kardinals Cusanus. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 1970. Grundlegende Spezialmonographie zum Ort.
• Nikolaus Grass: "Abgescheiden Leben. Via antiqua und devotio moderna in Auseinandersetzung um eine Waldklause im Hochgebirge Tirols." In: Cusanus-Gedächtnisschrift, Innsbruck 1970, S. 339-380.
• Hermann Hallauer: "Johannes Frankfurter und die Waldbrüderstatuten des Nikolaus von Kues." In: Cusanus-Gedächtnisschrift, Innsbruck 1970.
• Gerold Fußenegger: "Nikolaus von Kues und die Waldschwestern im Halltal." In: Cusanus-Gedächtnisschrift, Innsbruck 1970, S. 381-429.
• Nikolaus Grass: "Fragmente aus der Wirtschaftsgeschichte des Waldschwesternklosters im Halltal." In: Cusanus-Gedächtnisschrift, Innsbruck 1970, S. 431-456.
• Franz Grass: "St. Magdalena im Halltal in der Gegenwart." In: Cusanus-Gedächtnisschrift, Innsbruck 1970.
• Ernst Bacher, Günther Buchinger, Elisabeth Oberhaidacher-Herzig, Christina Wolf: Die mittelalterlichen Glasgemälde in Salzburg, Tirol und Vorarlberg. Corpus Vitrearum Medii Aevi Österreich IV. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 373-374.
• Dehio-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Tirol. Wien 1980, Abschnitt Absam - St. Magdalena im Halltal.
• Gemeinde Absam: "Die Kapellen von Absam", Abschnitt St. Magdalena im Halltal.
• Region Hall-Wattens: "St. Magdalena im Halltal", historische Darstellung zu Kloster, Kirche und Flügelaltar.
• SAGEN.at-Fotogalerie: Dokumentation der Kirche, der spätgotischen Gewölbemalerei, der Sakramentsnische und des nach Hall übertragenen Flügelaltars; außerdem Dokumentation der örtlichen Informationstafel zur historischen Wallfahrtsstätte.
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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