Trafoi, Marienwallfahrt zu den hl. Drei Brunnen
Die Wallfahrtskirche "Unsrer Lieben Frau zu den heiligen drei Brunnen" steht am Fuße des Ortlers im Trafoital, einem Seitental des Suldentals in den Ortler-Alpen.
Legende:
Ein Hütbub namens Moritz sah Wasserstrahlen mit Kreuzen aus der Erde sprudeln. Später fand da ein Holzfäller im Geäst eines Baumes ein Marienbild. So soll die Wallfahrt in das Jahr 1229 zurückreichen. Ein Bittgang ist erstmals 1526 bezeugt.
Zuerst wurde eine hölzerne Kapelle errichtet, die heutige Kirche ist 1702 eingeweiht worden.
Das Gnadenbild - Maria mit Kind, beide bekleidet und gekrönt - wird jährlich am Pfingstmontag in feierlicher Prozession, an der Kreuzgänger aus Sulden, Stilfs und Trafoi teilnehmen, in die Wallfahrtskirche übertragen.
In der nebenstehenden Kapelle fließt aus drei Brunnenröhren das Wasser, das nur heilkräftig ist, wenn man von allen drei Röhren trinkt. Augen- und Frauenleiden führten einst viele Hilfesuchende zum heilenden Wasser. Auch bei widriger Witterung und gegen das wilde Wasser ging man zu Maria von den drei Brunnen.
(nach Gruber, Griessmair, Südtiroler Wallfahrten, 1994, 76 -81)
Legende vollständige Variante:
Ein Geistlicher brachte den Andachtsgegenstand aus S. Maria bei Münster in der Schweiz und befestigte ihn auf einer Tanne. Dort wurde er aber vergessen, und als eines Tages ein Holzhacker seine Axt in die Tanne einschlug, hörte er plötzlich aus den Zweigen eine Stimme: "Hack nur zu, doch hack mich nicht!" Als er erstaunt aufblickte, sah er oben in den Ästen die Marienst. Nun wurde ihr eine Kapelle errichtet, angeblich 1229. In diesem Jahr nun war ein frommer Hirte mit Namen Moritz Augenzeuge, wie auf einmal vor ihm aus der Felswand eine dreifache Quelle hervorsprudelte, die in jedem Strahl ein Kreuz mit sich führt". Hastig griff er nach diesen Kreuzen und beschloß, eines davon der St. Ulrichskirche nach Stilfs zu verehren und das andere nach Münster, das dritte aber entfiel seinen Händen, während er nachsann, wohin er es spenden sollte, und verschwand im Wasser.
Volkskundliche Betrachtung:
Heilquelle, die in besonderer Kapelle entspringt und aus drei Brunnenröhren rinnt, die in die Brust der Statuen von Jesus, Maria und Johannes eingesetzt sind. Besonders bei Wetterschaden, Augen- und Frauenleiden aufgesucht. Das Wasser wirkt nur heilwirkend, wenn man aus allen drei Brunnen trinkt.
Votive: Zahlreiche Votivbilder des 18. und 19. Jahrhunderts (das älteste von 1693), auf denen vielfach der Hirte erscheint, der neben der dreifachen Quelle kniet, in jeder Hand ein Kreuz haltend, wahrend das dritte wegschwimmt. - Stachelkugeln und die üblichen Votive, vermutlich Augen, vielfach Holzvotive, darunter Pferde und Faschenkindl.
| | Lage: 39029 Trafoi am Ortler. |
| | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Südtirol |
| | Ansicht in Street View (Abzweigung 5 Minuten Fussweg) |
| | Web: Seelsorgeeinheit Ortlergebiet |
| | Geöffnet: |
| | Trafoi, Kapelle zu den hl. drei Brunnen am Fuß des Ortler: |
Bildquelle: SAGEN.at
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| | Wallfahrtskapelle: |
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| | Das Gnadenbild der Muttergottes von Trafoi: |
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| | Beeindruckende Votivgaben: |
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| | Die "Loreto-Kapelle" zwischen der heutigen Wallfahrtskirche und dem Brunnenhäuschen: |
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| | Wallfahrtskirche mit Loretto-Kapelle, Trafoi: |
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| | Das Brunnenhäuschen mit den "heiligen Drei Brunnen", Trafoi: |
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| | Die Drei Heiligen Brunnen, Trafoi: |
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| | Gemalte Gründungslegende "Auffindung der drei Kreuze" Bildinschrift:
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| | Auffindungslegende des Gnadenbildes Bildinschrift:
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| | Gemalte Legende um den Klostergründer Bildinschrift:
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| | Hochaltarbild drei Flüsse oder Quellen vereinigen sich, die Muttergottes gibt ihren Segen. |
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| | Auffindung der drei Kreuze, 1693 es ist das älteste erhaltene Votivbild |
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| | Zeitgenössisches Votivbild Bildinschrift:
Den besonderen Schutz vor Lawinen durch die Muttergottes haben |
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| | Die heiligen Drei Brunnen nächst Trafoi im Ortlergebiet, Tirol Postkarte (Correspondenzkarte), gelaufen 29.VII. 1904 |
Bildquelle: SAGEN.at |
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| | Literatur zur Wallfahrt: |
| - Die heiligen Drei Brunnen auf SAGEN.at | |
| - Trafoi von Ignaz Vinzenz Zingerle 1891 auf SAGEN.at | |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |














