| Wallfahrt: | Schutz- und Bittwallfahrt zur Schmerzhaften Muttergottes, besonders gegen Felssturz und Steinschlag. |
| Status: | Historischer Wallfahrtsort; die ältere regelmäßige Wallfahrt ist heute nur eingeschränkt fassbar. |
| Kultzentrum: | Pietà aus dem späteren 15. Jahrhundert mit den Heiligen Joachim und Anna. |
| Besonderheit: | Sonntäglicher Kreuzgang zwischen Georgi und Michaeli als religiöse Schutzhandlung gegen Naturgefahren. |
| Ort: | St. Sigmund im Pustertal. |
| Bezirk: | Pustertal. |
| Bundesland: | Südtirol. |
| • | Lage: Pustertaler Staatsstraße, 39030 St. Sigmund / Kiens (BZ). |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Südtirol |
| • | Ansicht in Street View |
| • | Web: Seelsorgeeinheit Kiens |
| • | Öffnungszeiten: täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
Wir haben leider noch keine Fotos dieses Wallfahrtsortes.
Mit diesen und weiteren Fotomotiven können Sie hier zur Dokumentation beitragen.
Die heutige Kapelle wurde um 1680 errichtet und 1765 erweitert.
Eine historische Wallfahrtstradition zu einer 1177 bezeugten Wallfahrtskapelle und der 1362 "St. Sigmunds Gotshaus in Peuren" dürfte sich auf die heutige Pfarrkirche St. Sigmund beziehen und heute abgekommen sein.
Gnadenbild
Beim Gnadenbild handelt sich um eine Pietà aus dem späteren 15. Jahrhundert, dargestellt in einer freien Landschaft und flankiert von den Heiligen Joachim und Anna. Damit ist das verehrte Bild erheblich älter als der barocke Kapellenbau. Möglicherweise kam die Kapelle wegen des bereits verehrten Pietà-Bildes zustande.
Kunstgeschichtlich
Der heutige Bau ist ein kleiner barocker Kuppelbau mit geradem Chorschluss beziehungsweise kreuzgratgewölbtem Altarraum und einem Türmchen mit Zwiebelhaube. Die Deckenmalereien stammen von Josef Anton Zoller auf 1766. Dargestellt sind unter anderem die vier Evangelisten, Szenen aus dem Buch Esther sowie die göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe und der Starkmut. Die Kreuzwegstationen bestehen aus Kupferstichen von Franz Xaver Endres aus Augsburg.
Oberhalb des Dorfes drohten offenbar immer wieder Felsabbrüche und Steinschläge. In historischen Berichten werden mehrere konkrete Ereignisse genannt, darunter ein schwerer Felssturz von 1871 und weitere Abgänge. In diesem Gefahrenraum erhielt die Stöcklkapelle eine klare Schutzfunktion: Der regelmäßige sonntägliche Kreuzgang zwischen Georgi und Michaeli sollte die Bevölkerung vor der drohenden Naturgefahr bewahren.
Es handelt sich daher um eine Schutz- und Bittwallfahrt gegen Naturgefahren. Die religiöse Handlung ist unmittelbar mit der Landschaft verbunden: Die reale Bedrohung durch den Berg wird durch Prozession, Gebet und Anrufung der Schmerzhaften Muttergottes in einen religiösen Bewältigungszusammenhang gestellt.
• Literatur zur Wallfahrt:
| |
Zurück zur Übersicht: Wallfahrt in Südtirol | |
Zurück zur Gesamtübersicht Wallfahrt |
Wir bitten Sie um Ihre Mitarbeit mit Fotozusendungen.
Ergänzungen: Wolfgang Morscher
© www.SAGEN.at