| Wallfahrt: | Mariahilf-Wallfahrt in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. |
| Status: | Lebendige örtliche Wallfahrt im Grödnertal. |
| Kultzentrum: | Mariahilf-Gnadenbild am Hochaltar, eine Kopie des berühmten Cranach-Bildes im Innsbrucker Dom. |
| Ort: | Wolkenstein in Gröden. |
| Bezirk: | Eisacktal. |
| Bundesland: | Südtirol. |
| • | Lage: Streda Nives 23, 39048 Wolkenstein in Gröden (BZ). |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Südtirol |
| • | Ansicht in Street View |
| • | Web: Pfarrei H. Maria Himmelfahrt Wolkenstein |
| • | Öffnungszeiten: täglich von 07:00 Uhr bis 20:00 Uhr. |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
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Den Ursprung bildet eine Kapelle, die Wilhelm von Wolkenstein 1503 an der Stelle der heutigen Kirche errichten ließ. An der Außenmauer der heutigen Sakristei hat sich ein Wappenstein der Familie Wolkenstein von 1503 erhalten. Die Kapelle wurde 1517, 1670 und 1789 erweitert; 1678 erhielt sie den heutigen, 36 Meter hohen Turm.
Zwischen 1870 und 1872 entstand eine neugotische Kirche. Wegen des späteren Platzbedarfs wurde das neugotische Langhaus 1988 weitgehend beseitigt und durch den heutigen modernen, annähernd oktogonalen Kirchenraum ersetzt. Erhalten blieb insbesondere der ältere Altarbereich. Die vergrößerte Kirche wurde am 23. September 1990 durch Bischof Wilhelm Egger feierlich geweiht.
Das eigentliche Zentrum der Wallfahrt ist das Mariahilf-Gnadenbild am Hochaltar. Die Gemeinde Wolkenstein bezeichnet es ausdrücklich als eine Kopie der Madonna mit Kind von Lucas Cranach, deren berühmtes Original sich im Dom zu St. Jakob in Innsbruck befindet.
Cranachs Bild entwickelte sich zu einem der am häufigsten vervielfältigten Marienbilder des Alpenraums und wurde in zahlreichen Kopien selbst zum Mittelpunkt lokaler Wallfahrten.
Die erste Kapelle wird bereits 1503 als "Maria Hilf" bezeichnet, während Cranachs berühmtes Innsbrucker Gnadenbild erst Jahrzehnte später entstand. Der ursprüngliche Mariahilf-Bezug der Wolkensteiner Kapelle kann daher nicht von Anfang an auf dem Cranach-Bild beruht haben. Die heute verehrte Cranach-Kopie muss erst später in die örtliche Marienverehrung eingetreten sein.
Nach Angaben der Gemeinde wird die Kirche von den Menschen des Grödnertales bis heute als Wallfahrtskirche verehrt und besucht. Die Kapelle beziehungsweise Kirche sei mehrfach vergrößert worden, weil viele Menschen zu diesem Wallfahrtsort pilgerten.
Eine Gründungslegende der Wallfahrt existiert nicht.
Aus volkskundlicher Sicht ist bemerkenswert, dass hier offenbar zwei Schichten der Marienverehrung übereinanderliegen: eine bereits 1503 bestehende lokale Maria-Hilf-Tradition und die spätere Aufnahme eines Cranach-Mariahilfbildes als Gnadenbild. In Wolkenstein war eine ältere örtliche Marienverehrung bereits vorhanden, bevor der Cranach-Typus zum zentralen Gnadenbild wurde.
Damit lässt sich Wolkenstein in jene große Kultlandschaft einordnen, die sich vom Innsbrucker Gnadenbild aus über Tirol und den gesamten Alpenraum erstreckte. Das Interessante ist jedoch, dass in Wolkenstein offenbar eine ältere örtliche Marienverehrung bereits vorhanden war, bevor der Cranach-Typus zum zentralen Gnadenbild wurde. Das unterscheidet den Ort möglicherweise von Wallfahrten, die überhaupt erst um eine neu aufgestellte Cranach-Kopie entstanden.
• Literatur zur Wallfahrt:
- Hans Grießmair (Hrsg.), "Milland. Beiträge zu Natur und Geschichte", 1993
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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