| Wallfahrt: | Im 19. Jahrhundert entstandene Marienwallfahrt zur Kirche Maria Rast bei St. Michael. |
| Status: | Der Wallfahrtscharakter ist nach dem vorliegenden Text nicht vollständig verloren; zugleich entwickelte sich die Kirche zur Hochzeitskirche. |
| Kultzentrum: | Die Wallfahrtskirche selbst; die Überlieferung zu einem konkreten Gnadenbild und zu einer Legende ist unklar. |
| Besonderheit: | Errichtung an einer alten Totenrast und historisch belegtes, später vollständig entferntes Votivwesen. |
| Ort: | St. Michael / Eppan an der Weinstraße. |
| Gebiet: | Überetsch. |
| Bundesland: | Südtirol. |
| • | Lage: Maria-Rast-Weg, 39057 Eppan an der Weinstraße (St. Michael). |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Südtirol |
| • | Ansicht in Street View |
| • | Web: Pfarrei St. Michael / Eppan |
| • | Öffnungszeiten: tagsüber frei zugänglich. |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
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Die Kirche ist überraschend jung. Nach Angaben der Pfarrei St. Michael wurde sie an der Stelle einer alten Totenrast errichtet. Der Entwurf entstand um 1874 durch den Diözesanarchitekten Josef Vonstadl; 1875 war die neuromanische Kirche errichtet und geweiht. Der Ensembleschutzplan der Gemeinde datiert den Bau ebenfalls um 1875.
Die alte Totenrast finde ich volkskundlich besonders interessant. Die Pfarrquelle erklärt zwar nicht näher, wie diese konkrete Totenrast genutzt wurde; allgemein bezeichnete eine Totenrast einen Ort, an dem ein Leichenzug auf dem Weg zum Begräbnisplatz innehielt.
Früher bestand in Eppan die Tradition einer jährlichen Wallfahrt über den Berg nach Unsere Liebe Frau im Walde. Mit Maria Rast erhielt die Bevölkerung in den 1870er-Jahren gewissermaßen einen eigenen Wallfahrtsort unmittelbar bei St. Michael. Daraufhin kamen die Pilger nach Maria Rast und es entwickelte sich zeitweise sogar eine kleine Form des "Pilgertourismus".
Maria Rast scheint keine mittelalterliche oder frühneuzeitliche Wallfahrt zu sein, sondern eine bewusst im 19. Jahrhundert entstandene beziehungsweise etablierte Marienwallfahrt.
Ein Votivwesen ist historisch belegt. Bei einer späteren Umgestaltung der Kirche seien diese allerdings sämtlich entfernt worden. Ein solcher Vorgang ist ausgesprochen bedauerlich, denn damit ist ein wesentlicher materieller Beleg der ehemaligen Wallfahrtspraxis verloren gegangen.
Die Legendenlage zu Gnadenbild und Kirche ist leider unklar.
Die kleine Kirche ist neuromanisch gestaltet. Kennzeichnend sind Rundbogenfenster, Kreuzgratgewölbe und eine Glockenmauer an der Fassade. Im Kirchhof befinden sich zudem moderne Kreuzwegstationen in Mosaiktechnik des einheimischen Künstlers Robert Scherer. Die Kirche steht unter Denkmalschutz und bildet zusammen mit dem Mesnerhaus, der Einfriedung, den Bildstöcken, dem Zugangsweg und dem umgebenden Grün ein geschütztes Ensemble.
Maria Rast hat den Wallfahrtscharakter offenbar nicht vollständig verloren. Gleichzeitig entwickelte sie sich zu einer beliebten Hochzeitskirche – eine Funktion, die bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts einsetzte und später stärker hervortrat.
• Literatur zur Wallfahrt:
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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