Eppan an der Weinstraße, St. Michael – Wallfahrtskirche zur Schmerzhaften Muttergottes auf der Gleif

Schnellüberblick
Wallfahrt:Passions- und Kalvarienbergwallfahrt zur Schmerzhaften Muttergottes auf der Gleif.
Status:Als Andachts- und Wallfahrtsstätte der Passion Christi ausgewiesen; keine klassische Gnadenbildwallfahrt.
Kultzentrum:Der Kalvarienberg mit Passionsweg und der Gleifkirche als Grabeskirche am Ende des Weges.
Besonderheit:Der rituelle Weg ist selbst ein Kern der Wallfahrt; nahebei liegt der sagenumwobene "Teufelssessel".
Ort:St. Michael / Eppan an der Weinstraße.
Gebiet:Überetsch.
Bundesland:Südtirol.
Lage und Besuch
Lage: Kalvarienberg (Gleifhügel), 39057 Eppan an der Weinstraße (Fraktion St. Michael).
Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Südtirol
Ansicht in Street View (Luftbild)
Web: Pfarrei St. Michael Eppan
Öffnungszeiten:
Montag & Dienstag: 08:00 – 17:30 Uhr
Mittwoch: 08:00 – 21:00 Uhr
Donnerstag: 09:00 – 17:30 Uhr
Freitag: 08:00 – 15:00 Uhr
Samstag & Feiertage: 08:00 – 12:00 Uhr
Sonntag: Geschlossen
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Bilddokumentation
Ausführliche Beschreibung

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Ausführliche Beschreibung

Historisch

Der Eppaner Kalvarienberg entstand nach dem Vorbild des um 1680 angelegten Bozner Kalvarienberges. Ab 1716 wurde in St. Michael der Passionsweg angelegt; die Gleifkirche bildet seinen Endpunkt. Die Pfarrei beschreibt sie funktional als Grabeskirche. Andere Darstellungen datieren den eigentlichen Kirchenbau genauer auf 1718 bis 1720 und schreiben den Entwurf vermutlich Giuseppe Carlo Delai aus der bekannten Baumeisterfamilie Delai zu.

Die Ausschmückung des Kalvarienberges zog sich über lange Zeit hin. Noch im 19. Jahrhundert wurden Figuren ergänzt; ein bedeutender Teil der Passionsdarstellungen stammt aus dem Jahr 1836 und wird dem Bozner Bildhauer Anton Rainalter zugeschrieben.

Der Kalvarienberg

Vom Ort St. Michael führt der Passionsweg hinauf auf den Gleifhügel. Die Stationen behandeln Szenen des Leidens Christi – darunter den Abschied Christi von seiner Mutter, Ölberg, Christus vor Kaiphas, Geißelung, Dornenkrönung, Verspottung, Verurteilung, Kreuztragung und Kreuzigung. Die Gleifkirche bildet als Grabeskirche den sakralen Abschluss dieses Weges.

Darin liegt der Kern des Wallfahrtscharakters: Der Wallfahrtsweg und die Kirche gehören als Einheit zusammen. Der Pilger vollzieht auf dem Weg hinauf die Passion Christi nach und erreicht schließlich die Grabeskirche auf der Höhe.

Die Schmerzhafte Muttergottes

Als Kirche zur schmerzhaften Muttergottes fügt sich die Marienverehrung inhaltlich unmittelbar in die Passion ein: Maria wird als Mater Dolorosa, als die unter dem Leiden und Tod ihres Sohnes mitleidende Mutter, verehrt.

Die Gleifkirche ist keine klassische Gnadenbildwallfahrt, daher fehlt auch ein bestimmtes wundertätiges Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes, ein Mirakelbuch oder ein ausgeprägtes Votivwesen.

Wallfahrt

Die ausdrückliche Bezeichnung des Eppaner Kalvarienberges als Andachts- und Wallfahrtsstätte der Passion Christi bildet die Wallfahrt.

Volkskundliche Bedeutung

Volkskundlich kann die Gleifkirche als Passionswallfahrt beziehungsweise Kalvarienbergwallfahrt mit ausgeprägter Schmerzensmutterverehrung eingeordnet werden. Auf der Gleif spielt der rituelle Weg selbst eine wesentliche Rolle als Element der Wallfahrt.

Der Wallfahrer vollzieht also räumlich und körperlich den Leidensweg Christi nach. Gerade solche Kalvarienberge sind volkskundlich ausgesprochen interessant, weil Landschaft, Bewegung, Bildwerke und Gebet zu einem Gesamtritual verbunden werden.

Hinzu kommt eine reizvolle zweite Überlieferungsschicht: In unmittelbarer Nähe befindet sich der sogenannte "Teufelssessel", eine natürliche Vertiefung im Porphyr, um die sich eine Sage vom Teufel rankt. Diese gehört zwar nicht unmittelbar zur Wallfahrt, zeigt aber, wie sich auf dem Gleifhügel christliche Sakrallandschaft und ältere beziehungsweise volkstümliche Sagenlandschaft räumlich überlagern können.

• Literatur zur Wallfahrt:

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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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