Eppan an der Weinstraße, Gaid – Wallfahrtskapelle zu den Vierzehn Nothelfern

Schnellüberblick
Wallfahrt:Kleine ländliche Nothelferwallfahrt zu den Vierzehn Nothelfern in Gaid.
Status:Lokaler Wallfahrtsort mit belegtem Votivwesen; eine heutige regelmäßig organisierte Wallfahrt wird im vorliegenden Text nicht genannt.
Kultzentrum:Barocker Hochaltar mit den Vierzehn Nothelfern.
Besonderheit:Die Predella zeigt den Stifter Eustach Franzin von Zinnenberg mit seinen drei Frauen und sechzehn Kindern.
Ort:Gaid / Eppan an der Weinstraße.
Gebiet:Überetsch.
Bundesland:Südtirol.
Lage und Besuch
Lage: Gaider Straße 9 (oder Gaid 9), 39057 Eppan an der Weinstraße (BZ).
Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Südtirol
Ansicht in Street View
Web: Pfarrei Perdonig/Pfarrei St. Pauls
Öffnungszeiten: Schlüssel zur Besichtigung beim Moarhof erhältlich. Dessen Öffnungszeiten beachten.
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Historisch

Die heutige Kapelle stammt im Wesentlichen aus dem Jahr 1638; möglicherweise bestand an ihrer Stelle bereits ein älterer mittelalterlicher Kultbau.

Es handelt sich einen kleinen Bau mit dreiseitigem Chorschluss, Gratgewölbe und steingerahmter Rechtecktür. Über der Fassade sitzt heute ein Dachreiter mit Pyramidendach; ursprünglich befand sich dort offenbar eine Glockenmauer.

Die Vierzehn Nothelfer

Der Mittelpunkt der Ausstattung ist der barocke Hochaltar mit den Vierzehn Nothelfern. Interessant ist die Stiftungsgeschichte: Nach der Pfarrbeschreibung ist auf der Predella Eustach Franzin von Zinnenberg mit seiner Familie dargestellt – mit seinen drei Frauen und sechzehn Kindern. Schon der Vorname des Stifters ist auffällig, denn der hl. Eustachius gehört selbst zum Kreis der Vierzehn Nothelfer.

Die Verehrung der Vierzehn Nothelfer ist ihrem Wesen nach eine ausgesprochene Not- und Schutzfrömmigkeit. Die einzelnen Heiligen wurden bei unterschiedlichen Krankheiten und Gefahren angerufen; als Gruppe boten sie gewissermaßen ein umfassendes Spektrum himmlischer Hilfe. Für eine kleine, abgelegene ländliche Wallfahrt wie Gaid ist dieser Kult daher volkskundlich sehr plausibel.

Votivwesen und Wallfahrt

Besonders wichtig sind die Votivtafeln. Regionale Darstellungen nennen sie ausdrücklich als Bestandteil der Ausstattung der Kapelle. Das ergibt einen materiellen Hinweis auf persönliche Bitt- und Dankfrömmigkeit: Menschen haben die Nothelfer offenbar nicht nur im Rahmen des normalen Kirchenpatroziniums verehrt, sondern nach erfahrener oder erhoffter Hilfe Votive hinterlassen.

Daneben werden zwei ältere Ölgemälde – ein gegeißelter Christus und eine Maria mit Kind – sowie weitere Heiligenfiguren genannt.

Wallfahrtslegende

Eine eigentliche Gründungs- oder Wallfahrtslegende ist bisher nicht bekannt.

Volkskundliche Einordnung

Volkskundlich kann man Gaid als kleine ländliche Nothelferwallfahrt einordnen. Zudem ist die Wanderung zur Kirche ein landschaftliches Erlebnis mit wunderbaren Ausblicken.

• Literatur zur Wallfahrt:

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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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