Winklern bei Oberwölz, Wallfahrtskirche Maria Altötting

Schnellüberblick
Wallfahrt:Barocke Marienwallfahrt nach dem Vorbild Altöttings in Bayern; Kirche und Kultbild wurden bewusst als steirisches Altötting gestaltet.
Status:Lebendiger regionaler Wallfahrts- und Andachtsort; Festmesse und Prozession zum Patrozinium werden weiterhin gefeiert.
Kultzentrum:1652 von Georg Remele geschaffene Nachbildung der Schwarzen Madonna von Altötting im Hochaltar.
Hauptfest:Mariä Heimsuchung am 2. Juli mit Festmesse und Prozession.
Besonderheit:Fünfzehn Rosenkranzbildstöcke von Oberwölz nach Winklern machen bereits den Anmarschweg zu einem Teil der Wallfahrt.
Ort:Lindenbichl bei Winklern westlich von Oberwölz.
Region:Steiermark.
Lage und Besuch
Lage: Wallfahrtskirche Maria Altötting, Winklern bei Oberwölz (am Lindenbichl), 8832 Oberwölz.
Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Steiermark
Ansicht in Street View
Web: Pfarre Oberwölz
Öffnungszeiten: Die Angaben zur Zugänglichkeit sind widersprüchlich. Der Innenraum kann zumindest durch eine Glastür eingesehen werden; für eine Besichtigung der Kirche empfiehlt sich eine vorherige Anfrage beim Pfarramt Oberwölz.
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Die Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung zu Altötting, meist kurz Maria Altötting in Winklern genannt, steht westlich von Oberwölz auf dem sogenannten Lindenbichl an der Einmündung des Hintereggertales in das Wölzertal. Das kleine barocke Gotteshaus ist eine Nachbildung der berühmten Gnadenkapelle von Altötting in Bayern und bildet mit den Rosenkranzbildstöcken auf dem Weg von Oberwölz nach Winklern eine bemerkenswerte Wallfahrtslandschaft.

Winklern bei Oberwölz war bis Ende 2014 eine selbständige Gemeinde und gehört seither zur Stadtgemeinde Oberwölz. Kirchlich ist Maria Altötting heute Filialkirche der Pfarre Oberwölz.

Geschichte

Die Entstehung der Wallfahrtskirche steht in engem Zusammenhang mit dem benachbarten Mainhartsdorf und dem dortigen Besitz des Benediktinerstiftes Admont. Mittelpunkt der Admonter Besitzungen war die Propstei Mainhartsdorf, das später sogenannte "Paterschlössl".

Eine entscheidende Rolle spielte Thomas Langanger, der von 1632 bis zu seinem Tod 1678/79 als weltlicher Verwalter und Zehentpächter des Stiftes Admont in Mainhartsdorf tätig war. Langanger und seine Frau Judith waren Freisassen. Im Jahr 1652 erwarb er von Wolf von Stubenberg den Burgfried um den Lindenbichl und weitere Besitzungen in Winklern.

In einer Zeit, in der die katholische Kirche nach Reformation und Gegenreformation Wallfahrten, Prozessionen, Bruderschaften und Heiligenverehrung besonders förderte, entstand Langangers Plan, auf dem Lindenbichl eine Marienkapelle nach dem Vorbild des bedeutenden bayerischen Wallfahrtsortes Altötting zu errichten.

1652 beauftragte er den ortsansässigen Zimmermeister Matthias Merl, nach Altötting in Bayern zu reisen und dort den Grundriss der berühmten Gnadenkapelle aufzunehmen. Gleichzeitig ließ Langanger vom Admonter Stiftsbildhauer Georg Remele eine Muttergottesstatue nach dem Vorbild der Altöttinger "Schwarzen Madonna" anfertigen.

Mit dem Bau der Kapelle wurde 1654 begonnen. Die Bauarbeiten waren 1658 abgeschlossen. Nach Aufzeichnungen des Stiftes Admont wurde am 21. November 1658 in der neuen Kirche die erste Messe, ein "musicalisches Lobamt", gefeiert.

1676 übertrug Thomas Langanger gegen den Willen der Pfarre und des Erzbischofs das Patronatsrecht und die Vogtei über die Kirche dem Benediktinerstift Admont. Für die Betreuung der Kirche stiftete er zusätzlich 200 Gulden. Damit wurde die weitere Entwicklung des Wallfahrtsortes eng mit dem Stift Admont verbunden.

Unter Abt Anton II. von Mainersberg wurde die Kirche im 18. Jahrhundert wesentlich erweitert und künstlerisch neu ausgestattet. Eine historische Inschrift am Triumphbogen hält fest, dass die Kapelle 1654 auf Kosten Langangers begonnen, 1741 durch einen steinernen Turm erweitert und mit neuen Altären ausgestattet sowie 1777 mit Malereien ausgeschmückt wurde.

Das Gnadenbild von Maria Altötting

Im Mittelpunkt der Wallfahrt steht die 1652 vom Admonter Bildhauer Georg Remele geschaffene Nachbildung der berühmten Schwarzen Madonna von Altötting.

Die hölzerne Figur zeigt Maria mit dem Jesuskind und folgt bewusst dem gotischen Erscheinungsbild des bayerischen Vorbildes. Maria trägt ein rotes Kleid und einen blauen Mantel; auf ihrem mit einem Tuch bedeckten Haupt sitzt eine Krone. Heute steht das Gnadenbild in der Mittelnische des barocken Hochaltares, umgeben von einem Strahlenkranz, Wolken und Puttenköpfen.

Für die Entstehung des Winklerner Gnadenbildes ist eine bemerkenswerte Gründungsüberlieferung erhalten. Ihr zufolge soll Thomas Langanger die von Georg Remele angefertigte Marienstatue selbst auf dem Rücken nach Altötting in Bayern getragen haben. Dort sei die neue Statue mit dem berühmten Original-Gnadenbild in Berührung gebracht worden.

Diese Erzählung darf nicht als urkundlich gesicherter Vorgang verstanden werden. Die Kunsthistorikerin Bernadette Hofer bezeichnet sie ausdrücklich als Teil der Gründungslegende der Kirche. Bemerkenswert ist jedoch, dass diese Überlieferung bereits im 18. Jahrhundert zum festen Selbstverständnis des Wallfahrtsortes gehörte: Josef Adam Mölk stellte die Reise des Gnadenbildes 1777 in einem Freskomedaillon in der Kirche dar. Zu sehen sind zwei Pilger; einer von ihnen, vermutlich Thomas Langanger, trägt die Muttergottesstatue auf dem Rücken.

Volkskundlich verweist die Legende auf die Vorstellung einer Übertragung sakraler Wirksamkeit durch Berührung. Das Winklerner Gnadenbild war nicht lediglich eine bildhauerische Kopie. Durch die behauptete Berührung mit dem berühmten Altöttinger Original wurde eine unmittelbare Verbindung zwischen dem Mutterheiligtum in Bayern und seinem steirischen Ableger hergestellt.

Die Wallfahrt

Die Kirche war von Beginn an auf die Funktion als Wallfahrtsstätte ausgerichtet. Nicht nur das Kultbild und die Bezeichnung "Altötting", sondern auch die Architektur nahmen unmittelbar auf den bekannten bayerischen Gnadenort Bezug.

Bereits wenige Jahre nach Fertigstellung der Kirche wurde auch der Weg zum Heiligtum religiös gestaltet. Im Jahr 1661 wurden die sogenannten "15 Armen Capellen" in Auftrag gegeben. Sie säumten den Weg von Oberwölz nach Winklern und stellten die fünfzehn Geheimnisse des traditionellen Rosenkranzes dar: die jeweils fünf freudenreichen, schmerzhaften und glorreichen Geheimnisse.

Damit wurde der Weg selbst zu einem Teil der Wallfahrt. Die Pilger näherten sich dem Gnadenort nicht nur räumlich, sondern vollzogen unterwegs in fünfzehn Stationen die Rosenkranzandacht. Die Bildstöcke bilden bis heute einen wesentlichen Bestandteil der sakralen Landschaft zwischen Oberwölz und Maria Altötting.

Einen außerordentlich wichtigen Beleg für die Bedeutung der Wallfahrt bildet der erhaltene Ablassbrief Papst Clemens' XI. Er wurde am 7. August 1707 in Santa Maria Maggiore in Rom ausgestellt.

Den Gläubigen, welche am Fest Mariä Heimsuchung die Kirche auf dem Lindenbichl besuchten, beichteten, die Kommunion empfingen und die vorgeschriebenen Gebete verrichteten, wurde vom Vorabend bis zum Sonnenuntergang des Festtages ein vollkommener Ablass gewährt.

Das Fest Mariä Heimsuchung am 2. Juli entwickelte sich damit zum besonderen Wallfahrtstag von Maria Altötting in Winklern.

Rosenkranzbildstöcke und Wallfahrtsweg

Die bereits 1661 genannten "15 Armen Capellen" sind ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie eine Wallfahrt räumlich inszeniert wurde.

Die fünfzehn Rosenkranzgeheimnisse wurden nicht allein gebetet, sondern entlang des Weges in einzelnen Stationen vergegenwärtigt. Die Pilger bewegten sich von Bildstock zu Bildstock und verbanden körperliches Gehen, Gebet und bildliche Betrachtung.

Der Weg von Oberwölz nach Winklern wurde auf diese Weise selbst zu einem sakralen Raum. Das eigentliche Wallfahrtsziel begann nicht erst an der Kirchentür, sondern bereits mit dem Aufbruch und der Abfolge der Rosenkranzstationen.

Architektur

Die Kirche übernimmt bewusst wesentliche Merkmale der Altöttinger Gnadenkapelle. Der Altarraum ist als Zentralraum gestaltet. Einer kreisförmigen Außenform ist im Inneren ein oktogonaler Raum mit sieben segmentbogigen Wandnischen eingeschrieben. Darüber erhebt sich eine Kuppel.

An diesen Zentralbau schließt das rechteckige Kirchenschiff an. Der schlanke Kirchturm mit barockem Helm und die Sakristei entstanden im Zuge der Erweiterungen des 18. Jahrhunderts.

Der ursprüngliche Bau von 1654 bis 1658 blieb damit als Kern der später erweiterten Wallfahrtskirche erhalten. Architektur und Kultbild bilden gemeinsam eine bewusste Nachschöpfung des berühmten bayerischen Vorbildes.

Kunstgeschichte

Maria Altötting besitzt eine für eine vergleichsweise kleine Wallfahrtskirche ungewöhnlich hochrangige barocke Ausstattung. Mit Josef Stammel, Josef Adam Mölk und Johann von Lederwasch wirkten mehrere bedeutende Künstler der steirischen Barockkunst an der Kirche.

Der dreigeschossige Hochaltar wurde 1740 vom bedeutenden Admonter Stiftsbildhauer Josef Stammel geschaffen. In seiner Mittelnische befindet sich das ältere Gnadenbild Georg Remeles von 1652. Das Figurenprogramm umfasst unter anderem die heiligen Katharina und Barbara sowie die Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit.

Auch die beiden Seitenaltäre mit den Patrozinien der Heiligen Benedikt und Leonhard gehören zur barocken Neuausstattung. Bernadette Hofer weist hinsichtlich der Altarblätter auf stilistische Beziehungen zum Augsburger Maler und Kupferstecher Gottfried Bernhard Göz hin. Eine endgültig gesicherte Zuschreibung ist jedoch nicht möglich.

Im Jahr 1777 erhielt Josef Adam Mölk den Auftrag zur umfassenden malerischen Ausstattung der Kirche. Eine im Stiftsarchiv Admont erhaltene Abrechnung nennt für die Ausmalung von Langhaus und Presbyterium sowie die Renovierung der Seitenaltarblätter eine Zahlung von 300 Gulden.

Das große Deckenfresko im Langhaus zeigt die Aufnahme Mariens in den Himmel. Die Kuppel und die Wandflächen sind in ein komplexes barockes Bildprogramm eingebunden, in dem biblische Themen, Heilige, Tugenden und die Geschichte der Kirche miteinander verbunden werden.

Besonders bemerkenswert sind die in Grisaille-Technik ausgeführten Medaillons. Sie erzählen nicht nur religiöse Geschichten, sondern auch die eigene Entstehungs- und Wallfahrtsgeschichte von Maria Altötting. Dadurch wurde die lokale Gründungsüberlieferung selbst zum Bestandteil der sakralen Ausstattung.

Eine Inschrift am Triumphbogen fasst die wichtigsten Bauphasen zusammen: Baubeginn 1654 unter Thomas Langanger, Erweiterung und neue Altäre 1741 unter Abt Anton von Admont sowie die Ausmalung 1777 unter Abt Matthäus.

Der Josephinische Kreuzweg

Eine weitere Besonderheit ist der von Johann von Lederwasch geschaffene Kreuzweg.

Die vierzehn Ölgemälde folgen dem sogenannten "Leobener Josephinischen Kreuzweg". Bernadette Hofer konnte durch die Autopsie der erhaltenen Signatur eine in der älteren Literatur verbreitete falsche Datierung korrigieren: Auf der vierzehnten Station ist eindeutig "Joh. Lederwasch pinxit Ano 1799" zu lesen.

Der Kreuzweg entstand somit 1799 und nicht, wie teilweise angegeben, bereits 1792.

Seine Ausführung steht in unmittelbarem Zusammenhang mit den josephinischen Eingriffen in die traditionelle Passionsfrömmigkeit. Kaiser Joseph II. hatte die Errichtung neuer Kreuzwege 1785 eingeschränkt und verlangt, dass sich deren Darstellungen stärker auf biblisch belegte Szenen beschränkten. Der in Winklern erhaltene Zyklus dokumentiert diese reformierte Form der Kreuzwegdarstellung.

Josephinismus und Wallfahrtsfrömmigkeit

Die Reformen Kaiser Josephs II. griffen tief in das religiöse Brauchtum ein. Wallfahrten außerhalb der eigenen Pfarre wurden eingeschränkt, Prozessionen reglementiert, Ablass- und Votivtafeln sollten entfernt und verschiedene Formen barocker Volksfrömmigkeit zurückgedrängt werden.

Auch das Bekleiden von Heiligen- und Marienstatuen wurde untersagt.

Gerade für Maria Altötting ist dazu eine bemerkenswerte lokale Reaktion überliefert. Gegen die vorgeschriebene Entkleidung der Muttergottesstatue wurde argumentiert, die Figur sei ohnehin bereits entkleidet. Wegen ihres abgenutzten Zustandes müsse jedoch ein "Vorgedeck" in Form einer Gürtlerarbeit vor die Statue gestellt werden.

Die Episode zeigt beispielhaft, wie staatliche Reformbestimmungen und lokal verwurzelte religiöse Praxis aufeinandertrafen. Die Bevölkerung beziehungsweise die kirchlichen Verantwortlichen suchten offenbar nach Möglichkeiten, traditionelle Formen der Verehrung trotz neuer Vorschriften weiterzuführen.

Volkskundliche Bedeutung

Maria Altötting in Winklern ist ein besonders anschauliches Beispiel für die Entstehung eines neuen Wallfahrtsortes durch die Übertragung eines bereits bestehenden und berühmten Kultes.

Das bayerische Altötting wurde dabei nicht lediglich zum Namensgeber. Mehrere wesentliche Elemente des Mutterheiligtums wurden bewusst in die Steiermark übertragen: die architektonische Form der Gnadenkapelle, das Gnadenbild und die Bezeichnung "Altötting".

Die Gründungslegende von der Reise der neu geschnitzten Marienstatue nach Bayern verstärkt diese Verbindung zusätzlich. Durch die Berührung mit dem Original sollte die Nachbildung Anteil an dessen besonderer sakraler Qualität erhalten. Ein weit entfernter Gnadenort wurde damit gewissermaßen in die eigene Landschaft übertragen.

Die Kirche ist zugleich ein besonders schönes Beispiel für die Bedeutung von Bildern bei der Ausbildung lokaler Erinnerung. Rund 120 Jahre nach ihrer Errichtung ließ Josef Adam Mölk die Entstehungslegende selbst auf den Wänden der Kirche darstellen. Damit wurde aus mündlicher beziehungsweise lokaler Überlieferung ein dauerhaftes Bildgedächtnis.

Von großer volkskundlicher Bedeutung sind auch die Rosenkranzbildstöcke. Wallfahrt erscheint hier nicht nur als Besuch eines Gnadenbildes, sondern als räumlich gegliederte religiöse Handlung: Aufbruch, Gehen, Rosenkranzgebet, Betrachtung der Stationen und schließlich Ankunft beim Gnadenbild bildeten einen zusammenhängenden religiösen Vollzug.

Der päpstliche Ablass von 1707 zeigt zugleich, dass diese lokale Frömmigkeit kirchlich ausdrücklich gefördert und in das überregionale katholische Wallfahrtswesen eingebunden wurde.

Auch die Auseinandersetzungen während des Josephinismus sind volkskundlich aufschlussreich. Gerade das Festhalten an der traditionellen Bekleidung beziehungsweise Verkleidung des Gnadenbildes macht sichtbar, wie stark solche äußeren Formen religiöser Verehrung im lokalen Brauch verankert waren.

Restaurierung und Erhaltung

Im 19. Jahrhundert ging die unmittelbare Bindung an das Stift Admont zunehmend zurück. Seit dem späten 19. Jahrhundert wurde die Kirche wieder von der Pfarre Oberwölz betreut.

Eine umfassende Restaurierung erfolgte in den 1980er Jahren auf Initiative des Kulturkreises "Rettet Maria Altötting in Winklern". Mit erheblichen Geldspenden und tatkräftiger Mitarbeit der örtlichen Bevölkerung wurden unter anderem die Fundamente trockengelegt, das Dach erneuert und die Außenfassade restauriert.

Die Innenrestaurierung wurde von Heinz Leitner durchgeführt. Am 27. September 1987 konnte der Abschluss der Restaurierungsarbeiten mit einer feierlichen Kirchweihe begangen werden.

Der Kulturkreis "Rettet Maria Altötting" kümmert sich weiterhin um Erhaltung und kirchliches Leben rund um das Gotteshaus.

Wallfahrt heute

Maria Altötting in Winklern wird weiterhin ausdrücklich als Wallfahrtskirche bezeichnet. Die Kirche gehört als Filialkirche Mariä Heimsuchung zur Pfarre Oberwölz und wird weiterhin für Gottesdienste verwendet.

Das Patrozinium Mariä Heimsuchung wird traditionell am 2. Juli begangen. Festmesse und Prozession gehören weiterhin zum örtlichen religiösen Brauch. Daneben finden beispielsweise Rorategottesdienste und andere kirchliche Feiern in der Kirche statt.

Die einstige überregionale Bedeutung der barocken Wallfahrt ist heute deutlich geringer. Dennoch kann Maria Altötting als lebendiger regionaler Wallfahrts- und Andachtsort bezeichnet werden, dessen historische Wallfahrtstradition im Patrozinium, in der Prozession, im Gnadenbild und in der Pflege der Kirche fortlebt.

Über einen virtuellen 3D-Rundgang kann zudem der gesamte Kirchenraum mit Hochaltar, Gnadenbild, Fresken und weiterer Ausstattung ausführlich besichtigt werden.

Literatur und Quellen

- Bernadette Hofer: Die Wallfahrtskirche Maria Altötting in Winklern (Steiermark). Masterarbeit am Institut für Kunstgeschichte der Karl-Franzens-Universität Graz, Graz 2021. Besonders S. 27 ff. zur Geschichte der Kirche, S. 56 ff. zur Gründungslegende und den Fresken, S. 62 ff. zu den historischen Inschriften, S. 75 ff. zu Josef Stammel und den Altären sowie S. 93 ff. zum Kreuzweg Johann von Lederwaschs.

- Walter Brunner: Winklern bei Oberwölz. Geschichte der Kulturlandschaft und deren Bewohner. Winklern bei Oberwölz 2009.

- Walter Brunner: Unsere Gemeinde Winklern bei Oberwölz. Festschrift anläßlich der Wappenverleihung an die Gemeinde am 2. Juli 1995. Winklern bei Oberwölz 1995.

- Inge Woisetschläger-Mayer: Die Kunstdenkmäler des Gerichtsbezirkes Oberwölz. Wien 1973.

- Kurt Woisetschläger, Peter Krenn: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Steiermark (ohne Graz). Wien 1982.

- Rochus Kohlbach: Steirische Bildhauer vom Römerstein zum Rokoko. Graz 1956.

- Othmar Stary: Maria Heimsuchung zu Altötting in Winklern. In: Das steirische Altötting. Ein kleiner Kirchenführer, hg. vom Verein "Rettet Maria Altötting in Winklern", Judenburg 1987.

- Johann Tomaschek: Daten zur Geschichte der Kirche Maria Altötting in Winklern bei Oberwölz. In: Das steirische Altötting. Ein kleiner Kirchenführer, hg. vom Verein "Rettet Maria Altötting in Winklern", Judenburg 1987.

- Horst Schweigert: Die Barockbildhauer Johannes Georg und Josef Stammel. Eine stilkritische und rezeptionsgeschichtliche Untersuchung. Bd. 2, Graz 2004.

Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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