Weiz, Basilika am Weizberg

Schnellüberblick
Wallfahrt:Bedeutende historische Marienwallfahrt der Oststeiermark zur Schmerzhaften Muttergottes auf dem Weizberg.
Status:Lebendiger Wallfahrts- und Pilgerort mit Pilgergottesdiensten, Monatswallfahrten am 13. und traditionellen Fußwallfahrten.
Kultzentrum:Spätmittelalterliche Pietà der Schmerzhaften Muttergottes aus dem frühen 15. Jahrhundert im monumentalen Hochaltar.
Hauptfest:Regelmäßige Monatswallfahrt am 13. des Monats; ein einzelner heutiger Hauptwallfahrtstag wird in der bestehenden Dokumentation nicht hervorgehoben.
Besonderheit:Ein Ablassbrief von 1738 nennt ausdrücklich ein wundertätiges Bild der Dolorosa auf dem damaligen "Himmelberg über Weiz".
Ort:Weizberg oberhalb der Stadt Weiz.
Region:Steiermark.
Lage und Besuch
Lage: Weizberg 11, 8160 Weiz.
Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Steiermark
Ansicht in Street View
Web: Pfarre Weiz
Öffnungszeiten: untertags geöffnet.
Für Führungen und organisierte Pilgergruppen empfiehlt sich eine vorherige Kontaktaufnahme mit der Pfarre beziehungsweise dem Pilgerzentrum am Weizberg.
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Bilddokumentation
Ausführliche Beschreibung

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Panoramaansicht Maria Weizberg:

Weiz, Basilika am Weizberg, Steiermark - Panorama

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Außenansicht Maria Weizberg:

Weiz, Basilika am Weizberg, Steiermark

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Kirchenraum Maria Weizberg:

Weiz, Basilika am Weizberg, Steiermark - Kirchenraum

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Hochaltar Maria Weizberg:

Weiz, Basilika am Weizberg, Steiermark - Hochaltar

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Gnadenbild Maria Weizberg:

Weiz, Basilika am Weizberg, Steiermark - Gnadenbild

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Ausführliche Beschreibung

Die Basilika am Weizberg gehört zu den bedeutendsten historischen Marienwallfahrtsorten der Oststeiermark. Mittelpunkt der Verehrung ist das spätmittelalterliche Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes, eine Pietà aus dem frühen 15. Jahrhundert, die über Jahrhunderte hinweg zahlreiche Pilger anzog und den Weizberg zu einem wichtigen regionalen Gnadenort werden ließ.

Die heutige monumentale barocke Kirche entstand im 18. Jahrhundert, nachdem der ältere Kirchenbau die große Zahl der Gottesdienstbesucher und Wallfahrer nicht mehr aufnehmen konnte. Bis heute ist der Weizberg ein lebendiger Pilgerort mit Monatswallfahrten, Pilgergottesdiensten und Fußwallfahrten aus benachbarten Pfarren.

Die Basilika steht weithin sichtbar auf dem Weizberg oberhalb der Stadt Weiz und bildet mit ihrer Doppelturmfassade eines der markantesten Wahrzeichen der Oststeiermark.

Der erhöhte Standort wurde früher auch als "Himmelberg über Weiz" bezeichnet. Dieser Name begegnet unter anderem in einem Ablaßbrief aus dem Jahr 1738 und verweist auf die bereits damals ausgeprägte religiöse Bedeutung des Berges.

Die Kirche ist heute Pfarrkirche von Weiz und zugleich Wallfahrtskirche und Basilica minor.

Die frühen Anfänge

Die örtliche Überlieferung führt die Anfänge der Kirche auf dem Weizberg bis in das 11. Jahrhundert zurück.

Der steirische Historiker Aquilinus Julius Caesar berichtete im 18. Jahrhundert, dass bereits im Jahr 1065 durch die Herren von Radmannsdorf eine Kirche auf dem Weizberg errichtet worden sei. Ein urkundlicher Nachweis für dieses genaue Datum ist jedoch nicht bekannt.

Historisch besser fassbar wird die Entwicklung ab dem 12. Jahrhundert. Die ältere Weizbergkirche war zunächst eine romanische Chorturmkirche und wurde in späteren Jahrhunderten mehrfach erweitert.

Im 14. und 15. Jahrhundert erfolgten gotische Veränderungen und Vergrößerungen.

Dass sich bereits im Mittelalter eine Marienverehrung auf dem Weizberg entwickelte, ist sehr wahrscheinlich. Der genaue Zeitpunkt, zu dem aus der örtlichen Marienverehrung eine eigentliche Wallfahrt entstand, lässt sich jedoch nicht mit Sicherheit bestimmen.

Das Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes

Das Zentrum der Wallfahrt ist eine spätmittelalterliche Pietà, die Schmerzhafte Muttergottes.

Die Figur entstand nach kunsthistorischer Datierung ungefähr um 1415 bis 1420 und wird dem sogenannten Meister von Maria Neustift zugeschrieben.

Maria sitzt aufrecht und hält den Leichnam Christi auf ihrem Schoß. Ihr Gesicht ist nicht ausschließlich vom Ausdruck tiefster Verzweiflung geprägt; vielmehr richtet sich ihr Blick in ruhiger, fast vertrauensvoller Haltung nach oben.

Gerade diese Verbindung von Schmerz und Hoffnung dürfte wesentlich zur religiösen Wirkung des Bildes beigetragen haben.

Über Jahrhunderte wurde die Pietà als Gnadenbild verehrt und bildete den Mittelpunkt der Wallfahrt auf den Weizberg.

Die Thiemo-Legende

Die ältere Wallfahrtsüberlieferung schrieb dem Gnadenbild ein wesentlich höheres Alter zu.

Eine Chronik aus dem Jahr 1758 behauptete, die Marienfigur habe bereits seit 678 Jahren den alten Hochaltar geschmückt. Damit wäre ihre Entstehung um das Jahr 1090 anzusetzen gewesen.

Zudem wurde das Gnadenbild mit dem hl. Thiemo von Salzburg in Verbindung gebracht, dem die Figur angeblich zugeschrieben wurde.

Diese Überlieferung lässt sich mit dem heutigen kunsthistorischen Befund nicht vereinbaren. Die vorhandene Pietà entstand erst im frühen 15. Jahrhundert.

Die Thiemo-Zuschreibung gehört daher in den Bereich der Wallfahrtslegende und älteren Kultüberlieferung.

Gerade dieser Unterschied zwischen religiöser Tradition und kunsthistorischer Datierung ist für die Geschichte des Gnadenbildes bemerkenswert. Das hohe Alter, das dem Bild zugeschrieben wurde, erhöhte seine religiöse Bedeutung und stellte es in eine weit zurückreichende Tradition.

Sicherer Wallfahrtsnachweis im 18. Jahrhundert

Ein besonders wichtiger Beleg für die Wallfahrt stammt aus dem Jahr 1738.

In einem Ablaßbrief des Seckauer Fürstbischofs Leopold III. vom 22. April 1738 wird ausdrücklich ein wundertätiges Bild der Dolorosa auf dem "Himmelberg über Weiz" erwähnt.

Damit ist spätestens für die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts eindeutig nachgewiesen, dass die Schmerzhafte Muttergottes auf dem Weizberg als Gnadenbild verstanden und verehrt wurde.

Der Begriff "wundertätig" zeigt zugleich, dass die Pilger dem Bild besondere Wirksamkeit und Fürsprache zuschrieben.

Wallfahrt und Gegenreformation

Während der Reformationszeit dürfte die ältere Wallfahrt erhebliche Einbrüche erfahren haben.

Im Zuge der Gegenreformation nahm die Marienverehrung im 17. Jahrhundert jedoch wieder deutlich zu.

Besonders in Zeiten von Krankheit, Krieg, wirtschaftlicher Unsicherheit und anderen persönlichen oder gemeinschaftlichen Nöten suchten Menschen Gnadenorte auf, um dort um Schutz und Hilfe zu bitten.

Die Verehrung der Schmerzhaften Muttergottes bot dabei eine besonders eindringliche Identifikationsfigur. Maria erscheint nicht als ferne Himmelskönigin, sondern als leidende Mutter, die den toten Sohn auf ihrem Schoß hält.

Gerade Menschen in Krankheit, Trauer, Verlust und familiärer Not konnten ihre eigenen Leiden mit dem Schmerz Mariens verbinden.

Die große Wallfahrtsblüte im 18. Jahrhundert

Im 18. Jahrhundert erreichte die Wallfahrt auf den Weizberg einen Höhepunkt.

Die mittelalterliche Kirche konnte die große Zahl der Pilger und Gottesdienstbesucher schließlich nicht mehr aufnehmen.

Als Dechant Paul Hieronymus Schmutz im Jahr 1755 um die Genehmigung zum Neubau einer größeren Kirche ansuchte, führte er als Begründung unter anderem an, dass beim vorausgegangenen Fest Mariä Himmelfahrt rund 8.000 Kommunikanten gezählt worden seien.

Diese Zahl darf nicht ohne weiteres mit 8.000 auswärtigen Wallfahrern gleichgesetzt werden, zeigt aber deutlich den außergewöhnlich großen religiösen Zustrom zum Weizberg.

Der barocke Neubau ist damit selbst ein unmittelbares Zeugnis der Wallfahrtsblüte.

Verkaufsstände am Kirchenplatz

Ein bemerkenswertes Detail der Wallfahrtsgeschichte betrifft den alten Kirchplatz.

Im Zuge der Vorbereitungen zum Neubau wurde 1755 der Platz vergrößert. Dabei entfernte man auch die alte Friedhofsmauer und die daran befindlichen Verkaufsstände.

Welche Waren dort im Einzelnen angeboten wurden, ist nicht näher überliefert. Die Existenz eigener Verkaufsstände zeigt jedoch, dass der starke Besuch des Wallfahrtsortes auch eine wirtschaftliche Infrastruktur entstehen ließ.

Wallfahrt war damit nicht nur ein religiöses Ereignis, sondern prägte zugleich Handel, Versorgung und öffentliches Leben rund um das Heiligtum.

Der barocke Neubau

Mit dem Neubau der heutigen Kirche wurde der bedeutende steirische Barockbaumeister Joseph Hueber beauftragt.

Die bischöfliche Zustimmung erfolgte 1755; die Grundsteinlegung wird für den 2. Mai 1757 angegeben. Bereits im November 1758 war der Außenbau weitgehend fertiggestellt. Die vollständige Ausstattung nahm jedoch weitere Jahre in Anspruch.

Am 22. Juli 1776 wurde die Kirche feierlich geweiht. Die Weizbergkirche gilt als eines der Hauptwerke Joseph Huebers.

Besonders charakteristisch ist die Verbindung eines längsgerichteten Kirchenraumes mit einem stark zentralisierenden Mittelbereich. Ein breites Mitteljoch mit seitlichen Konchen und einer ovalen Pendentifkuppel verleiht dem Innenraum eine großzügige barocke Wirkung.

Die weithin sichtbare Doppelturmfassade bestimmt bis heute das Erscheinungsbild des Weizbergs.

Der Brand von 1792

Ursprünglich trugen die beiden rund 44 Meter hohen Türme barocke Zwiebelhelme.

Bei einem Brand im Jahr 1792 wurden das Kirchendach und die Turmdächer beschädigt. Die ursprünglichen Zwiebelhelme wurden anschließend nicht wiederhergestellt, sondern durch die heute vorhandenen schlichten Zeltdächer ersetzt.

Dadurch erhielt die barocke Doppelturmfassade ihr charakteristisches, für eine barocke Wallfahrtskirche ungewöhnlich nüchternes Erscheinungsbild.

Der Hochaltar und Veit Königer

Der monumentale Hochaltar wurde vom bedeutenden Grazer Bildhauer Veit Königer geschaffen. Der Vertrag über seine Ausführung wurde am 31. Dezember 1769 abgeschlossen.

Im Mittelpunkt des Altares steht nicht eine neue barocke Marienfigur, sondern das wesentlich ältere mittelalterliche Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes.

Der gesamte Hochaltar bildet gewissermaßen eine monumentale barocke Bühne für die spätmittelalterliche Pietà.

Neben dem Gnadenbild erscheinen unter anderem Johannes und Maria Magdalena sowie Josef von Arimathäa und Nikodemus. Das Figurenprogramm erweitert das eigentliche Vesperbild zu einer großen Darstellung von Passion, Trauer und Grablegung Christi.

Gerade darin zeigt sich eine für Wallfahrtskirchen charakteristische Kontinuität: Der barocke Neubau verdrängte das ältere Kultbild nicht, sondern stellte es durch eine neue monumentale Inszenierung noch stärker in den Mittelpunkt.

Joseph Adam von Mölk

Die großflächige malerische Ausstattung der Kirche stammt von Joseph Adam Ritter von Mölk. Die großen Deckengemälde behandeln zentrale Marienfeste des Kirchenjahres und machen damit praktisch den gesamten Kirchenraum zu einem marianischen Bildprogramm.

Architektur, Malerei und Skulptur sind aufeinander abgestimmt und führen den Blick der Besucher immer wieder zur Gottesmutter und zum Gnadenbild.

Die Kanzel wurde 1775 vom Grazer Bildhauer Jakob Peyer geschaffen. Ihr Figurenprogramm umfasst unter anderem die theologischen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe, während sich auf dem Schalldeckel Moses mit den Gesetzestafeln befindet.

Von besonderem Interesse ist außerdem der Rosenkranzaltar, dessen Bild- und Figurenprogramm von den fünfzehn Rosenkranzgeheimnissen geprägt wird.

Die Schmerzhafte Muttergottes als Wallfahrtsbild

Die Pietà auf dem Weizberg besitzt als Wallfahrtsbild eine besondere emotionale Wirkung. Maria erscheint hier nicht als triumphierende Himmelskönigin, sondern als Mutter, die den toten Christus auf ihrem Schoß trägt.

Gerade diese Darstellung machte die Schmerzhafte Muttergottes zu einer bevorzugten Ansprechpartnerin für Menschen, die selbst von Krankheit, Tod, Verlust und familiärer Not betroffen waren.

Das Leiden des einzelnen Pilgers konnte mit dem Leiden Mariens in Beziehung gesetzt werden.

Damit wird verständlich, weshalb Vesperbilder und Pietà-Darstellungen im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit eine besonders intensive Form der Marienfrömmigkeit hervorbrachten und häufig zu Gnadenbildern bedeutender Wallfahrtsorte wurden.

Josephinismus und Rückgang der Wallfahrt

Die josephinischen Reformen bedeuteten auch für den Weizberg einen Einschnitt. Wallfahrten und Prozessionen wurden eingeschränkt, und die großen Pilgerzahlen des Barock gingen deutlich zurück.

Die Wallfahrt erlosch jedoch nicht.

Die Verehrung der Schmerzhaften Muttergottes blieb erhalten, und der Weizberg behielt seine Bedeutung als religiöses Zentrum der Region.

Die barocken Besucherzahlen wurden später nicht mehr erreicht, doch die Tradition des Pilgerns setzte sich in veränderter Form fort.

Die Wallfahrt heute

Der Weizberg ist bis heute ein lebendiger Wallfahrts- und Pilgerort.

Regelmäßig werden Pilgergottesdienste gefeiert, und am 13. des Monats finden Monatswallfahrten statt.

Auch traditionelle Fußwallfahrten aus benachbarten Pfarren führen weiterhin zur Basilika.

Darüber hinaus wurde auf dem Weizberg ein eigenes Pilgerzentrum eingerichtet, das historische Wallfahrtstradition und moderne Formen des Pilgerns miteinander verbindet. Damit besteht heute nicht nur eine Erinnerung an eine ehemalige Wallfahrt, sondern ein tatsächlich fortdauerndes religiöses Pilgerleben.

Neue Formen des Pilgerns

Neben den klassischen Pfarr- und Fußwallfahrten haben sich in jüngerer Zeit neue Pilgerangebote entwickelt.

Vom Weizer Tabor führt ein etwa drei Kilometer langer "Spiritueller Weg" mit mehreren Stationen hinauf zur Basilika.

Weitere Pilgerwege und spezielle Angebote für Familien und Kinder ergänzen das historische Wallfahrtswesen.

Damit zeigt sich ein Wandel der Pilgerkultur.

Neben Gelübde, Buße und konkreter Bitte um Hilfe treten heute stärker persönliche Spiritualität, Stille, Selbstbesinnung und Naturerfahrung.

Der Weizberg ist dadurch ein Beispiel dafür, wie ein jahrhundertealter Wallfahrtsort seine religiöse Tradition bewahrt und zugleich neue Formen des Pilgerns aufnimmt.

Erhebung zur Basilica minor

Am 6. Dezember 2017 wurde die Weizbergkirche zur Basilica minor erhoben. Die Ernennung würdigte die besondere religiöse und kunsthistorische Bedeutung der Kirche. Der Basilikatitel begründet jedoch nicht die Wallfahrt, sondern steht am Ende einer wesentlich älteren Entwicklung.

Die Marienwallfahrt auf den Weizberg reicht viele Jahrhunderte weiter zurück und war bereits lange vor der Erhebung zur Basilika ein wesentlicher Bestandteil der regionalen Frömmigkeitsgeschichte.

Votivwesen und Wunderüberlieferung

Der Ablaßbrief von 1738 bezeichnet die Schmerzhafte Muttergottes ausdrücklich als wundertätiges Bild und belegt damit den historischen Gnadenkult.

Ein umfangreiches Mirakelbuch oder ein eindeutig dokumentierter größerer historischer Bestand an Votivbildern konnte bislang jedoch nicht sicher nachgewiesen werden.

Aus dem wundertätigen Ruf des Gnadenbildes darf daher nicht automatisch auf ein bestimmtes Mirakelbuch oder ein ausgeprägtes Votivwesen geschlossen werden. Die weitere Erforschung älterer lokaler Quellen und Urkunden könnte hierzu noch zusätzliche Hinweise liefern.

Volkskundliche Bedeutung

Im Mittelpunkt steht ein spätmittelalterliches Vesperbild, dessen historisches Alter in der religiösen Überlieferung weit zurückverlegt und sogar mit dem hl. Thiemo verbunden wurde.

Diese Legendenbildung erhöhte das Ansehen des Gnadenbildes und verlieh ihm eine scheinbar bis in das Hochmittelalter zurückreichende Tradition.

Der sichere Nachweis von 1738 zeigt, dass die Pietà spätestens im frühen 18. Jahrhundert ausdrücklich als wundertätiges Gnadenbild verehrt wurde. Der enorme Zustrom von Gläubigen führte schließlich dazu, dass die alte Kirche nicht mehr ausreichte und durch einen monumentalen barocken Neubau ersetzt wurde.

Damit ist die heutige Basilika selbst ein materielles Zeugnis der Wallfahrtsgeschichte.

Auch die Verkaufsstände an der alten Friedhofsmauer erinnern daran, dass große Wallfahrten neben dem religiösen Geschehen immer auch wirtschaftliche und soziale Auswirkungen hatten.

Bemerkenswert ist schließlich die Kontinuität der Marienverehrung.

Reformation, Josephinismus und gesellschaftliche Veränderungen führten zwar zu erheblichen Schwankungen im Wallfahrtsbetrieb, konnten die Verehrung der Schmerzhaften Muttergottes jedoch nicht beseitigen.

Heute verbindet der Weizberg historische Marienwallfahrt, Monatswallfahrt, traditionelle Fußwallfahrt und moderne Pilgerformen. Die Basilika am Weizberg kann daher als lebendige regionale Marienwallfahrt mit bedeutender barocker Wallfahrtsgeschichte und bis heute fortbestehender Pilgertradition bezeichnet werden.

Literatur und Quellen

- Rochus Kohlbach: Die Marienkirche auf dem Weizberg. Die Thomaskirche im Weizer Tabor. Weiz 1957 (= Weiz. Geschichte und Landschaft in Einzeldarstellungen, Heft 4).

- Leopold Farnleitner: "Chronik. Acht Jahrhundert Weiz." In: Franz Hauser / Leopold Farnleitner: Weistum und Chronik. Acht Jahrhundert Weiz – Fünfzig Jahre Stadt. Weiz 1982, S. 54–114.

- Leopold Farnleitner / Franz Hauser / Hans Ritz: Weiz. Geschichte und Geschichten. Weiz 1997.

- Isabel Zinterl: "Die Pfarrkirche zur Schmerzhaften Muttergottes am Weizberg." In: Ingo H. Kropač / Susanne Kropač: Weiz – Impressionen einer Stadt. Weiz 2001.

- Peter Krenn: Die Oststeiermark. Ihre Kunstwerke, historische Lebens- und Siedlungsformen. 2. Auflage, Salzburg 1987.

- Walter Koschatzky: "Der Barockbaumeister Joseph Hueber." In: Bilder aus Vergangenheit und Gegenwart. Beiträge zur Kultur- und Wirtschaftsgeschichte. Weiz 1958, S. 40–44.

- Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Steiermark (ohne Graz). Abschnitt Weiz, Weizbergkirche.

Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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