| Wallfahrt: | Saisonal geprägte Bergwallfahrt und Almseelsorge in großer Höhenlage auf der Gleinalm. |
| Status: | Lebendige saisonale Wallfahrt mit überlieferten Messetagen und einer weiterhin vollzogenen Fußwallfahrt aus Deutschfeistritz. |
| Kultzentrum: | Wallfahrtskirche Maria Schnee auf der Gleinalm; im Mittelpunkt steht die Marienverehrung innerhalb einer alten Hochalm- und Viehwirtschaftslandschaft. |
| Hauptfest: | Maria Schnee am 5. August; am Bartholomäustag besteht die traditionelle Haltermesse fort. |
| Besonderheit: | Die Wallfahrt ist eng mit Almwirtschaft, Viehauftrieb, Hochgebirgswegen und saisonaler Seelsorge verbunden. |
| Ort: | Gleinalm bei Übelbach, unmittelbar beim Gleinalmschutzhaus. |
| Region: | Steiermark. |
| • | Lage: Gleinalpe, Übelbach, Bezirk Graz-Umgebung. Seehöhe: rund 1.585 Meter. |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Steiermark |
| • | Web: Pfarre Übelbach |
| • | Öffnungszeiten: Die Kirche ist grundsätzlich nur zu Fuß erreichbar; die Zufahrtsstraße auf die Gleinalm ist durch Schranken gesperrt und wird für den allgemeinen Verkehr an den traditionellen Messetagen geöffnet. Das Kirchengebäude selbst ist außerhalb der Gottesdienste normalerweise geschlossen. |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
Hoch auf der Gleinalm, in rund 1.585 Metern Seehöhe und unmittelbar beim Gleinalmschutzhaus, steht die kleine Wallfahrtskirche Maria Schnee, deren Entstehung und religiöse Funktion eng mit der jahrhundertelangen Nutzung der Hochalm, mit der Viehwirtschaft und mit den alten Wegen über den Gebirgszug verbunden sind. Anders als bei zahlreichen Gnadenorten, deren Überlieferung von einem wunderbaren Fundbild, einer Heilung oder einer Erscheinung ausgeht, tritt bei Maria Schnee auf der Gleinalm keine vergleichbare Gründungslegende in den Vordergrund; die frühesten Nachrichten berichten vielmehr von Gottesdiensten für jene Menschen, die sich während des Sommers auf der Alm aufhielten, sodass sich hier Almseelsorge, marianische Verehrung und später auch Wallfahrt zu einem eigenständigen alpinen Kultort verbanden.
Die Kirche ist bis heute Ziel einer lebendigen, allerdings stark saisonal geprägten Bergwallfahrt. An fünf traditionsreichen Festtagen während des Almsommers werden Gottesdienste gefeiert, am Bartholomäustag verbindet sich die Messe noch immer ausdrücklich mit den Haltern, Sennern und Sennerinnen der umliegenden Almen, während eine traditionelle Fußwallfahrt aus Deutschfeistritz zeigt, dass Maria Schnee nicht lediglich die historische Bezeichnung einer abgelegenen Bergkirche bewahrt, sondern weiterhin tatsächlich als Wallfahrtsziel aufgesucht wird.
Die Wallfahrtskirche liegt in einer weitgehend unbesiedelten Hochgebirgslandschaft auf der Gleinalm und bildet zusammen mit dem unmittelbar benachbarten Gleinalmschutzhaus einen markanten religiösen und wirtschaftlichen Mittelpunkt der Hochalm. Der Ort ist während des größten Teiles des Jahres nur zu Fuß erreichbar, weil die Zufahrtsstraße durch Schranken gesperrt ist; lediglich an den traditionellen Messetagen wird die Forststraße für den allgemeinen Verkehr geöffnet, wodurch auch Menschen an den Gottesdiensten teilnehmen können, denen der längere Fußweg zur Kirche nicht möglich wäre.
Diese Abgeschiedenheit gehört wesentlich zum Charakter des Wallfahrtsortes. Maria Schnee liegt nicht innerhalb eines Dorfes und auch nicht an einer gewöhnlichen Durchgangsstraße, sondern in jener saisonal genutzten Landschaft, in der Halter, Senner, Viehbesitzer, Jäger, Waldarbeiter und Reisende während des Sommers lebten oder sich bewegten. Der Weg zur Kirche und die Erfahrung der Alm bilden deshalb bis heute einen Teil des Besuches und geben der Wallfahrt einen anderen Charakter als einem unmittelbar mit dem Fahrzeug erreichbaren Gnadenort.
Bereits aus dem Jahr 1670 liegen Aufzeichnungen über bezahlte Messen beim Schutzhaus auf der Gleinalm vor, womit die religiöse Betreuung der Menschen auf der Hochalm mehrere Jahrzehnte vor dem heute überlieferten Kirchenbau nachweisbar ist. Die Kirche selbst wurde 1711 geweiht und 1740 auf Veranlassung des Grafen Gottfried von Dietrichstein neu errichtet. Vom 18. Jahrhundert bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts wurden während der Zeit des Viehauftriebes regelmäßig an Sonn- und Feiertagen heilige Messen gefeiert.
Gerade diese Nachrichten lassen den ursprünglichen Charakter des Ortes erkennen. Das Gotteshaus diente einer Bevölkerung, die sich während des Almsommers weit entfernt von den Pfarrkirchen im Tal aufhielt und dennoch in den kirchlichen Jahreslauf eingebunden bleiben sollte. Die Entstehung von Maria Schnee lässt sich deshalb zunächst als besondere Form alpiner Seelsorge verstehen, aus der sich im Laufe der Zeit ein über die unmittelbare Versorgung der Almleute hinausreichender Wallfahrts- und Andachtsort entwickelte.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließ sich der bis dahin umfangreiche Gottesdienstbetrieb auf der abgelegenen Gleinalm nicht mehr in der bisherigen Form aufrechterhalten. Im Jahr 1869 wurde daher zwischen Julie von Öttingen-Wallerstein und dem Stift Rein vereinbart, die Gottesdienste auf fünf bestimmte Festtage während des Sommers zu beschränken; bemerkenswerterweise hat sich diese Ordnung im Wesentlichen bis in die Gegenwart erhalten.
Die traditionellen Messetage sind der Gedenktag Johannes des Täufers am 24. Juni, Mariä Heimsuchung am 2. Juli, das Fest des Apostels Jakobus des Älteren am 25. Juli, das Patrozinium Maria Schnee am 5. August und der Gedenktag des Apostels Bartholomäus am 24. August. Sie gliedern damit den religiösen Sommer auf der Gleinalm von der Zeit des frühen Almauftriebes bis gegen das Ende der traditionellen Hochweidesaison und verbinden den kirchlichen Kalender auf ungewöhnlich unmittelbare Weise mit dem jahreszeitlichen Rhythmus der Almwirtschaft.
Das Patrozinium Maria Schnee wird am 5. August gefeiert und bildet den namensgebenden Mittelpunkt der Kirche. Eine eigenständige lokale Legende von einem wunderbaren Schneefall auf der Gleinalm ist in den greifbaren Überlieferungen nicht nachweisbar; die Verehrung knüpft vielmehr an die allgemeine kirchliche Maria-Schnee-Tradition an, die in zahlreichen Kirchen und Kapellen des Alpenraumes aufgenommen wurde.
Für die Gleinalm erhielt dieses Patrozinium durch die hoch gelegene Landschaft allerdings eine besondere Anschaulichkeit. Schnee und Wetter bestimmten hier weit unmittelbarer als im Tal die Dauer des Almsommers, die Begehbarkeit der Wege und die Sicherheit von Menschen und Vieh, sodass der marianische Festtitel in einer hochalpinen Umgebung eine ganz eigene landschaftliche Resonanz entwickeln konnte.
Von besonderer Bedeutung ist das Altarbild der Kirche, das nach der erhaltenen Dokumentation aus dem Jahr 1685 stammt und ursprünglich als Altarbild der Pfarrkirche Übelbach diente. Damit ist das Gemälde älter als der Neubau der Gleinalmkirche von 1740 und wurde erst innerhalb der späteren Ausstattungsgeschichte mit dem Bergheiligtum verbunden.
Das Bild besitzt einen bemerkenswert vielschichtigen Aufbau. In einer Wolke tragen Engel ein gerahmtes Marienbild, wodurch innerhalb des größeren Gemäldes ein zweites, als verehrtes Bild verstandenes Marienbild erscheint. Unterhalb dieser himmlischen Szene ist der heilige Eustachius dargestellt, dem ein Hirsch begegnet, zwischen dessen Geweih das Kruzifix erscheint.
Diese Komposition verbindet damit Marienverehrung und Heiligenlegende innerhalb eines einzigen Altarbildes und gehört zu den charakteristischen Besonderheiten der kleinen Gleinalmkirche.
Die Darstellung unterhalb des Marienbildes zeigt nicht den heiligen Hubertus, sondern den heiligen Eustachius. Der für seine Legende charakteristische Hirsch mit dem Kruzifix zwischen dem Geweih macht die Identifizierung eindeutig.
Gerade in der Landschaft der Gleinalm erhält dieses Bildmotiv eine besondere Wirkung, weil Hirsch, Wald und Gebirge unmittelbar zur Erfahrungswelt der Umgebung gehören. Eine weitergehende Ableitung der Wallfahrt aus einem besonderen Eustachiuskult lässt sich aus den derzeit vorliegenden Quellen allerdings nicht begründen; der eigentliche Titel und religiöse Schwerpunkt der Kirche bleibt Maria Schnee.
Die Geschichte von Maria Schnee zeigt, dass sich die Grenzen zwischen Seelsorgestation, Andachtsstätte und Wallfahrtsort nicht immer scharf ziehen lassen. Die frühen Messen dienten offensichtlich zunächst den Menschen, die sich während des Viehauftriebes auf der Gleinalm aufhielten, während die später festgelegten Messetage zunehmend auch Besucher aus dem Tal anzogen und aus dem Weg zur Almkirche selbst einen religiösen Weg machten.
Gerade in einer solchen Hochlagenwallfahrt verschränken sich Alltag und Pilgerschaft besonders deutlich. Für den Halter oder die Sennerin lag die Kirche innerhalb des sommerlichen Arbeitsraumes, für den aus dem Tal aufsteigenden Besucher bedeutete derselbe Ort dagegen das Ziel eines mehrstündigen Fußweges, der bewusst aus dem gewöhnlichen Lebensraum hinausführte.
Besonders deutlich lebt die Verbindung zwischen Kirche und Almwirtschaft am 24. August fort. Am Fest des heiligen Bartholomäus wird die sogenannte Haltermesse gefeiert, zu der Halter, Senner und Sennerinnen von den umliegenden Almen kommen, um für einen guten Verlauf des Almsommers zu danken.
Dieser Gottesdienst gehört volkskundlich zu den bemerkenswertesten Elementen des Gleinalmer Kirchenjahres, weil die religiöse Feier unmittelbar mit einer bestimmten Wirtschaftsform und deren saisonalem Arbeitsrhythmus verbunden bleibt. Der Almsommer wird nicht lediglich wirtschaftlich und klimatisch, sondern auch religiös gegliedert; Bitte um Schutz, Dank für das Wohlergehen von Mensch und Tier und gemeinschaftliches Zusammenkommen verbinden sich in einer Messe, deren Bedeutung aus der konkreten Lebenswelt der Hochalm erwächst.
Dass Maria Schnee auch heute noch im eigentlichen Sinn Wallfahrtsziel ist, zeigt besonders die traditionelle Fußwallfahrt aus Deutschfeistritz. Die Pfarre Deutschfeistritz und die Diözesansportgemeinschaft Steiermark führen diese Wallfahrt weiterhin durch, wobei die Teilnehmer je nach gewählter Route von Deutschfeistritz beziehungsweise aus dem Bereich Krautwasch zur Gleinalmkirche aufsteigen und dort gemeinsam die heilige Messe feiern.
Damit lässt sich der heutige Wallfahrtsstatus eindeutig bestimmen. Maria Schnee ist keine lediglich historisch so bezeichnete Kirche und auch kein erloschener Pilgerort, sondern Ziel einer weiterhin tatsächlich vollzogenen, wenn auch saisonal begrenzten Bergwallfahrt.
Bei Maria Schnee besitzt das Gehen eine besondere Bedeutung, weil die Kirche außerhalb weniger Festtage nicht auf gewöhnlichem Weg mit dem Fahrzeug erreicht werden kann. Der mehrstündige Aufstieg aus dem Tal unterscheidet die Wallfahrt wesentlich von einem Besuch einer unmittelbar an einer Straße gelegenen Kirche und gibt dem körperlichen Unterwegssein ein besonderes Gewicht.
Das Gehen ist dabei nicht notwendigerweise nur beschwerliche Voraussetzung, um das Ziel zu erreichen, sondern kann selbst Teil des religiösen Vorganges werden. Entfernung, Höhenunterschied, Wetter und gemeinsames Unterwegssein schaffen jene Unterbrechung des Alltags, die das Pilgern seit Jahrhunderten charakterisiert und bei einer Bergwallfahrt besonders unmittelbar erfahren wird.
Für die praktische Geschichte des Wallfahrtsortes ist die enge räumliche Verbindung zwischen Kirche und Gleinalmschutzhaus von besonderer Bedeutung. Bereits die älteste Nachricht von 1670 spricht von bezahlten Messen beim Schutzhaus, sodass religiöse Betreuung und Möglichkeit zur Rast an diesem Platz schon vor Errichtung des späteren Kirchenbaues zusammentrafen.
Auch heute bildet das Schutzhaus mit der Kirche einen gemeinsamen Zielpunkt für Wanderer und Pilger und bietet während des Almsommers Verpflegung sowie Übernachtungsmöglichkeiten. Damit erfüllt es jene praktischen Bedürfnisse nach Rast, Nahrung und Unterkunft, die gerade bei abgelegenen Bergheiligtümern einen wesentlichen Bestandteil der Wallfahrtsinfrastruktur bilden. Eine bauliche Kontinuität zwischen dem im 17. Jahrhundert erwähnten Schutzhaus und dem heutigen Gebäude darf daraus nicht ohne weiteres abgeleitet werden; die funktionale Verbindung von religiösem Ort und Versorgungseinrichtung ist jedoch bemerkenswert beständig.
Maria Schnee zeigt besonders anschaulich, wie anders die Infrastruktur einer Bergwallfahrt gegenüber einem großen Wallfahrtsort im Tal beschaffen sein kann. Hier begegnen keine ausgedehnten Pilgerhöfe oder städtischen Devotionalienzeilen, sondern ein wesentlich elementareres System aus Weg, Schutzhaus, Kirche, zeitweiser Zufahrt und saisonaler Gottesdienstordnung.
Gerade diese reduzierte Infrastruktur entspricht den besonderen Bedingungen des Ortes. Der Pilger benötigt zunächst einen begehbaren Weg, anschließend die Möglichkeit zu Rast und Versorgung und schließlich einen Kirchenraum beziehungsweise bei größerem Andrang den Bereich um die Kirche, in dem die gemeinsame Messe gefeiert werden kann. An den fünf traditionellen Messetagen wird sogar die gewöhnlich gesperrte Forststraße geöffnet, wodurch der Wallfahrtsort für wenige Stunden eine wesentlich größere Erreichbarkeit erhält als an gewöhnlichen Tagen.
Am 3. Oktober 2004 wurde die Kirche durch einen Blitzschlag und den darauf folgenden Brand schwer zerstört. Der Bau wurde anschließend wiedererrichtet und am 29. August 2005 neuerlich geweiht.
Bemerkenswert ist, dass der historische Altar beziehungsweise wesentliche Teile seiner Ausstattung die Katastrophe überstanden und wieder in die erneuerte Kirche aufgenommen werden konnten. Die Geschichte des Brandes gehört damit zu jener jüngsten Schicht des Wallfahrtsortes, in der die materielle Gefährdung einer abgelegenen Bergkirche ebenso sichtbar wird wie der Wille, das Heiligtum nach seiner Zerstörung nicht aufzugeben.
Die Kirche Maria Schnee gehört kirchlich zur Pfarre Übelbach. Nach den gegenwärtigen Angaben der Pfarre befindet sich das Gotteshaus im Besitz der Herrschaft Liechtenstein, die auch die Zufahrt an den festgelegten Messetagen ermöglicht.
Gerade diese Eigentums- und Nutzungsstruktur zeigt, dass ein Wallfahrtsort nicht zwingend im Eigentum der Pfarre stehen muss, um dennoch dauerhaft in deren religiöses Leben eingebunden zu sein.
Maria Schnee auf der Gleinalm ist als lebendige, saisonal geprägte Bergwallfahrt einzustufen. Die fünf überlieferten Messetage werden weiterhin als besondere Gottesdiensttermine geführt, das Patrozinium Maria Schnee wird am 5. August gefeiert, am Bartholomäustag besteht die Haltermesse fort, und mit der traditionellen Wallfahrt aus Deutschfeistritz ist außerdem eine tatsächlich vollzogene Fußwallfahrt zum Heiligtum nachweisbar.
Die heutige religiöse Nutzung setzt damit in bemerkenswerter Weise jene Struktur fort, die bereits im 19. Jahrhundert festgelegt wurde. Zwar haben sich Verkehrsmittel, Almwirtschaft und Lebensbedingungen grundlegend verändert, doch die wenigen, auf den Almsommer konzentrierten Gottesdienste verleihen dem Heiligtum weiterhin einen klaren jahreszeitlichen Rhythmus.
Maria Schnee auf der Gleinalm vertritt innerhalb der steirischen Wallfahrtslandschaft einen eigenständigen Typus, weil der Ort weniger durch eine klassische Mirakel- oder Fundlegende als durch seine Einbindung in die konkrete Lebens- und Arbeitswelt einer Hochalm geprägt wurde. Bereits die frühen Messstiftungen stehen mit der saisonalen Anwesenheit der Menschen auf der Gleinalm in Zusammenhang, während die fünf später festgelegten Messetage das religiöse Jahr bis heute an die kurze Zeit binden, in der das Gebirge regelmäßig bewirtschaftet und begangen werden kann.
Das Altarbild von 1685 verbindet die Marienverehrung mit der eindrucksvollen Erscheinung des heiligen Eustachius vor dem Hirsch, während die Haltermesse die religiöse Beziehung zur Almwirtschaft unmittelbar in die Gegenwart weiterführt. Kirche und Schutzhaus bilden gemeinsam eine reduzierte, den Bedingungen des Gebirges angepasste Wallfahrtsinfrastruktur, und der beschwerliche Fußweg macht das körperliche Unterwegssein stärker zum Bestandteil des religiösen Erlebnisses, als dies bei leicht erreichbaren Wallfahrtskirchen der Fall ist.
Gerade darin liegt die besondere volkskundliche Aussagekraft von Maria Schnee: Der Ort zeigt, wie aus Seelsorge für eine saisonal auf der Alm lebende Bevölkerung, marianischer Verehrung, bäuerlichem Jahreslauf und dem bewussten Aufstieg aus dem Tal eine eigenständige alpine Wallfahrtskultur entstehen konnte, die sich trotz tiefgreifender Veränderungen der Lebenswelt bis heute erhalten hat.
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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