| Wallfahrt: | Marienwallfahrt auf den Puig de Bonany bei Petra; wichtigste regelmäßige Wallfahrt ist das Pancaritat am Dienstag nach Ostern mit Fußaufstieg, Gottesdienst, gemeinsamem Essen und volkstümlichem Fest. |
| Status: | Historischer und weiterhin lebendiger Marienwallfahrtsort mit ausgeprägter Regen- und Erntetradition, Eremitengeschichte und regionalem Einzugsbereich. |
| Kultzentrum: | Die Mare de Déu de Bonany, eine sitzende polychromierte Marienfigur aus Holz im Camarín hinter dem Hochaltar. |
| Ort: | Petra. |
| Bezirk/Region: | Insel Mallorca, Pla de Mallorca. |
| Bundesland: | Balearen, Spanien. |
| • | Santuari de la Mare de Déu de Bonany auf dem rund 317 Meter hohen Puig de Bonany östlich von Petra. Der traditionelle Zugang erfolgt zu Fuß, zusätzlich führt eine Straße bis nahe an das Heiligtum. |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Spanien |
| • | Ansicht in Street View |
| • | Öffnungszeiten: Die Kirche ist gewöhnlich täglich etwa von 9.00 bis 19.00 Uhr zugänglich. An Festtagen, bei Gottesdiensten oder aus betrieblichen Gründen können sich die Zugangszeiten ändern. |
| • | Santuari de Bonany - Gemeinde Petra |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
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Der Puig de Bonany erhebt sich östlich von Petra und erreicht rund 317 Meter Höhe. Auf seinem Gipfel liegt das Santuari de la Mare de Déu de Bonany, weithin sichtbar über der landwirtschaftlich geprägten Ebene des Pla de Mallorca. Der Blick reicht über Petra, Ariany, Sant Joan, Vilafranca de Bonany und große Teile des Inselinneren.
Die Lage macht verständlich, weshalb gerade hier eine Wallfahrt entstand, die seit Jahrhunderten eng mit Regen, Feldfrüchten und Ernte verbunden ist. Von oben überblickt man jene Agrarlandschaft, deren Gedeihen für die Bevölkerung von Petra existenziell war.
Bevor sich der Name Bonany durchsetzte, wurde die Anhöhe unter anderem Puig d'en Burguès und Puig de Maria genannt. Erst die Marienverehrung des frühen 17. Jahrhunderts gab dem Berg jene Bezeichnung, unter der er heute auf ganz Mallorca bekannt ist.
Der Name "Bonany" bedeutet wörtlich "gutes Jahr". Nach der örtlichen Überlieferung entstand er aus der Erinnerung an eine schwere Dürre, eine Bittprozession zur Madonna und den anschließend einsetzenden Regen.
1606 ließ der Rektor von Petra, Mossèn Miquel Vicens, auf dem Berg ein kleines Oratorium zu Ehren Mariens errichten. Damit beginnt die sicher dokumentierte Geschichte des Wallfahrtsortes.
Der Bau war zunächst bescheiden. Doch schon kurze Zeit später verband sich die Kapelle mit einer Erzählung, die den Charakter von Bonany bis heute bestimmt: Maria habe in einer Zeit großer Trockenheit für Regen und eine gute Ernte gesorgt.
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts bedrohte eine schwere Trockenperiode die Felder rund um Petra. Die Bewohner zogen in einer Bittprozession zum neuen Marienoratorium auf dem Berg und baten um Regen.
Nach der Überlieferung setzte daraufhin reichlicher Niederschlag ein. Die Ernte wurde gut, und aus der Dankbarkeit über dieses "bon any", dieses gute Jahr, entwickelte sich der Name des Heiligtums.
Die lokalen Darstellungen nennen unterschiedliche Jahre für dieses Ereignis. Einige verbinden es unmittelbar mit 1606, andere nennen 1609. Eine eindeutige zeitgenössische Datierung ist nicht gesichert.
Sicherer ist daher die Aussage, dass sich wenige Jahre nach Errichtung des ersten Oratoriums die Erinnerung an eine Dürre, eine Bittprozession und einen anschließend günstigen Ernteverlauf mit dem Heiligtum verband.
Der Name Bonany ist selbst ein volkskundliches Dokument. Er bewahrt nicht eine abstrakte theologische Vorstellung, sondern die Erinnerung an eine konkrete bäuerliche Erfahrung: Regen entscheidet darüber, ob ein Jahr Hunger oder Ertrag bringt.
Maria wurde damit als Helferin in einer existenziellen landwirtschaftlichen Krise verstanden. Der Name des Berges erzählt bis heute diese Geschichte.
Neben der historisch fassbaren Entstehung im frühen 17. Jahrhundert besitzt Bonany eine ältere wirkende Fundlegende. Danach hätten Christen während der islamischen Herrschaft eine Marienfigur verborgen, um sie vor Entweihung zu schützen.
Nach der katalanischen Eroberung Mallorcas habe ein Hirte die verborgene Madonna in der Nähe einer Wasserstelle wiedergefunden. Damit gehört Bonany zur weit verbreiteten mallorquinischen Tradition der "Marededéus trobades", der wundersam wiedergefundenen Marienbilder.
Für die Verbergung während islamischer Zeit und die spätere Auffindung durch einen Hirten existiert kein zeitgenössischer historischer Nachweis. Die Erzählung gehört zur späteren Kultüberlieferung.
Die dokumentarisch sichere Geschichte setzt dagegen 1606 mit dem Bau des ersten Oratoriums ein. Fundlegende und historische Entstehung sind deshalb als zwei unterschiedliche Erinnerungsschichten zu behandeln.
Mit der Fundüberlieferung verbunden ist die Fonteta de la Mare de Déu auf der Ostseite des Berges. An dieser Wasserstelle soll nach der Legende das Marienbild aufgefunden worden sein.
Der Ort macht die Erzählung räumlich greifbar. Wie bei vielen Wallfahrtslegenden wird das Ereignis nicht nur mit einem Bild, sondern mit einem konkreten Punkt der Landschaft verbunden.
Die heutige Gestaltung der Fonteta stammt großteils aus dem frühen 20. Jahrhundert. 1915 legten die auf Bonany lebenden Eremiten über der Wasserstelle eine künstliche Mariengrotte an.
In der Grotte wurde eine Marienfigur des Bildhauers Guillem Galmés aufgestellt. Zur dekorativen Gestaltung verwendete man sogar Stalaktiten und Stalagmiten aus der Cova d'en Tugores.
Die Grotte ist damit kein mittelalterlicher Originalschauplatz, sondern eine bewusst geschaffene Erinnerungsarchitektur. Im frühen 20. Jahrhundert wurde die alte Fundlegende in Stein und Landschaft übersetzt.
Gerade solche nachträglichen Gestaltungen sind für die Geschichte einer Wallfahrt aufschlussreich. Sie zeigen, dass Legenden nicht nur erzählt, sondern räumlich neu inszeniert werden.
Die Mare de Déu de Bonany ist eine sitzende, polychromierte Marienfigur aus Holz. Sie wird im Camarín hinter dem Hochaltar verehrt.
Die amtliche balearische Tourismusdokumentation bezeichnet sie als mittelalterliche Madonna. Eine genauer abgesicherte kunsthistorische Datierung ist jedoch schwierig. Deshalb ist Zurückhaltung bei engen Datierungen sinnvoll.
Die Madonna erscheint als thronende Mutter mit dem Jesuskind. Diese Bildform gehört zu den verbreiteten Typen der mallorquinischen Marienverehrung.
Für den Kult war weniger die stilgeschichtliche Einordnung entscheidend als die persönliche Beziehung der Bevölkerung zu "la Mare de Déu de Bonany", die bei Dürre, Krankheit und anderen Sorgen angerufen wurde.
Das Gnadenbild steht erhöht im Camarín hinter dem Hochaltar. Diese räumliche Anordnung hebt die Madonna sichtbar über den Kirchenraum und ermöglicht zugleich eine besondere Annäherung an das Kultbild.
Der Camarín gehört zu jener barocken und nachbarocken Präsentationsform, in der das Bild nicht nur Altarfigur, sondern eigener Mittelpunkt des Heiligtums ist.
Die Madonna steht in der zentralen Öffnung eines barocken Retabels. Dieses befand sich ursprünglich in der Pfarrkirche von Petra und wurde später nach Bonany übertragen.
Das Retabel wurde im 20. Jahrhundert restauriert. Neben der Madonna erscheinen Gestalten der Einsiedlertradition, darunter Paulus der erste Einsiedler und Antonius Abbas.
Dass gerade Einsiedlerheilige im Hochaltar erscheinen, ist für Bonany besonders passend. Der Ort war im späten 19. und 20. Jahrhundert tatsächlich lange Zeit von einer Eremitengemeinschaft geprägt.
Damit verband sich die historische Ausstattung des Kirchenraumes unmittelbar mit der Lebensform jener Männer, die das Heiligtum betreuten.
Das kleine Oratorium des frühen 17. Jahrhunderts genügte bald nicht mehr. 1697 begann der Bau einer größeren Kirche im barocken Stil.
Dieser Neubau zeigt, dass der Kult bereits im 17. Jahrhundert deutlich angewachsen war. Bonany war nicht mehr nur eine kleine Bergkapelle, sondern ein wichtiges religiöses Ziel für Petra und die umliegenden Orte.
Vom älteren barocken Heiligtum blieb beim späteren Neubau insbesondere die Fassade des Vorhofes erhalten. Sie trägt das Wappen von Petra und die Jahreszahl 1789.
Dieses Portal bildet heute den deutlichsten sichtbaren Rest der barocken Bauphase.
Die alte Kirche wurde 1919 abgebrochen. Zwischen 1920 und 1925 entstand der heutige Bau, der historistische und neobarocke Formen verbindet.
Der Grundriss folgt einem lateinischen Kreuz. Das Langhaus besitzt ein Tonnengewölbe mit Lünetten; über der Vierung erhebt sich eine Kuppel.
Die Hauptfassade wird von zwei seitlichen Glockentürmen und einer großen Fensterrose geprägt. Trotz ihres vergleichsweise jungen Alters übernimmt sie bewusst Formen älterer mallorquinischer Kirchenarchitektur.
Der heutige Bau ist damit kein mittelalterliches oder barockes Original, sondern eine moderne Neuinterpretation eines historischen Wallfahrtsheiligtums.
Die Planung des Neubaus war eng mit der Eremitengemeinschaft verbunden. Die Pläne werden dem Eremiten Agustí de la Mare de Déu del Carme zugeschrieben; Antoni de la Mare de Déu de Lorda wirkte daran mit.
Der obere Teil der Fassade wurde von Antoni Giménez Vidal entworfen. Die Baugeschichte zeigt damit, dass die Eremiten Bonany nicht nur geistlich betreuten, sondern aktiv sein heutiges architektonisches Erscheinungsbild prägten.
Von 1896 bis 1990 lebten auf Bonany Eremiten der Gemeinschaft Sant Pau i Sant Antoni. Fast ein Jahrhundert lang bestimmten sie den Alltag des Heiligtums.
Sie kümmerten sich um Kirche, Gärten, Wasserstellen und Pilger und gestalteten den Komplex in jener Form aus, in der er heute weitgehend erscheint.
Für die Eremiten entstanden Zellen, Küche und Refektorium. Damit wurde Bonany zu einem dauerhaften religiösen Lebensort und nicht nur zu einer gelegentlich besuchten Wallfahrtskapelle.
Die kleine Gemeinschaft verband kontemplatives Leben mit praktischer Arbeit und der Betreuung von Pilgern.
1917 wurde die Hospedería erweitert beziehungsweise neu geordnet. Bis heute gibt es einfache Übernachtungsmöglichkeiten für Pilger und Besucher.
Der Charakter des Hauses entspricht eher einer traditionellen Wallfahrtsunterkunft als einem Hotel. Gemeinschaftsraum, einfache Zimmer und die Abgeschiedenheit des Berges bewahren etwas von der früheren Atmosphäre.
Nach dem Ende der Eremitengemeinschaft wird das Santuario durch sogenannte "donats" beziehungsweise weltliche Betreuer versorgt.
Damit lebt eine ältere mallorquinische Form der Heiligtumspflege weiter, bei der Menschen ihren Dienst am Santuario übernehmen, ohne notwendigerweise Mitglieder eines Ordens zu sein.
Die ursprüngliche Erinnerung an Regen und "gutes Jahr" blieb nicht auf die Gründungslegende beschränkt. Über Jahrhunderte wurden von Petra aus Rogationen nach Bonany unternommen, wenn Dürre die Ernte bedrohte.
Die Madonna blieb damit konkrete Ansprechpartnerin in landwirtschaftlichen Krisen. Die Bevölkerung kam nicht nur zu ihrem jährlichen Fest, sondern auch aus aktuellem Anlass.
Der agrarische Charakter ist für Bonany besonders stark. Regen bedeutete Wachstum, und Wachstum bedeutete Nahrung, Saatgut und wirtschaftliche Sicherheit für das folgende Jahr.
Die Vorstellung eines "guten Jahres" verband religiöse Hoffnung deshalb unmittelbar mit dem materiellen Überleben der Bevölkerung.
Die wichtigste heute lebendige Wallfahrt ist das Pancaritat de Bonany am Dienstag nach Ostern. Von Petra aus ziehen Menschen zum Santuario auf den Berg.
Auch Bewohner von Vilafranca de Bonany, Sant Joan und weiteren umliegenden Orten nehmen teil. Damit besitzt das Fest einen regionalen Charakter über die Gemeindegrenzen Petras hinaus.
Traditionell wird der Weg auf den Puig zu Fuß zurückgelegt. Der Aufstieg ist nicht besonders lang, aber deutlich genug, um den Besuch des Heiligtums von einem gewöhnlichen Kirchgang im Ort zu unterscheiden.
Die körperliche Bewegung gehört damit zum Ritual des Tages. Wer den Berg hinaufgeht, verlässt Petra und erreicht einen eigenen Fest- und Andachtsraum.
Besonders jüngere Menschen ziehen bereits am Vorabend hinauf. Traditionell wird beim Santuario übernachtet beziehungsweise im Umfeld des Heiligtums kampiert.
Dadurch beginnt das Pancaritat nicht erst mit dem Gottesdienst am Morgen. Der Berg wird schon in der Nacht zum sozialen Treffpunkt.
Am Osterdienstag wird Messe gefeiert. Danach folgen gemeinsames Essen, Spiele und volkstümliche Unterhaltung.
Diese Verbindung ist typisch für mallorquinische Pancaritats: Pilgerweg, Liturgie, Picknick und Dorffest lassen sich kaum voneinander trennen.
Das Pancaritat gehört in die Zeit nach Karfreitag und Ostersonntag. Der Charakter ist deshalb bewusst fröhlich und gemeinschaftlich.
Nach der Fastenzeit werden mitgebrachte Speisen geteilt, Familien treffen sich und traditionelle Musik begleitet den Tag. Die Wallfahrt steht weniger für Buße als für Osterfreude und Gemeinschaft.
Zu den charakteristischen Bräuchen gehört die Segnung von Lorbeerzweigen. Dieser Brauch wurde 1991 wieder aufgenommen.
Es handelt sich deshalb nicht um eine seit dem Mittelalter lückenlos ausgeübte Tradition, sondern um die bewusste Wiederbelebung einer älteren Praxis.
Die Lorbeerweihe ist ein schönes Beispiel dafür, wie lokale Wallfahrtskultur erneuert wird. Ein zeitweise verschwundener Brauch wird aus historischer Erinnerung wieder Teil eines lebendigen Festes.
Gerade solche Wiederaufnahmen zeigen, dass Tradition nicht nur unverändert weitergegeben wird, sondern auch bewusst rekonstruiert und neu angenommen werden kann.
Bonany ist außerdem eng mit Junípero Serra verbunden. Der 1713 in Petra geborene Franziskaner wurde später als Missionar in Mexiko und Kalifornien bekannt.
Nach der örtlichen Überlieferung verabschiedete er sich 1749 auf dem Puig de Bonany von seiner Heimat, bevor er Mallorca verließ und nach Amerika aufbrach.
Als Ort dieses Abschieds wird die Penya del Calvari auf dem Puig gezeigt. Ob Serra tatsächlich genau an dieser Stelle seine letzten Abschiedsworte an die Bevölkerung Petras richtete, ist historisch nicht sicher nachweisbar.
Die Überlieferung gehört dennoch fest zur lokalen Erinnerung und wurde im 20. Jahrhundert durch ein Denkmal verstärkt.
1949 wurde zum zweihundertsten Jahrestag von Serras Abschied ein großes Kreuz errichtet. Entworfen wurde es vom lokalen Handwerker Joan Vives Lliteras.
Die Form erinnert bewusst an einfache Kreuze aus Ästen und Baumstämmen, wie sie Serra später bei Missionsgründungen in Amerika verwendet haben soll.
Junípero Serra ist eine wichtige zusätzliche Erinnerungsschicht von Bonany. Der Wallfahrtsort selbst ist jedoch älter als diese Gedenktradition.
Der Kern bleibt die Verehrung der Mare de Déu de Bonany mit Regenbitten, Rogationen und Pancaritat. Serra erweitert die Bedeutung des Berges, ersetzt aber nicht den marianischen Charakter.
Von Bonany aus reicht der Blick über jene Felder, deren Ertrag dem Heiligtum seinen Namen gegeben haben soll. Die Landschaft ist dadurch nicht bloße Kulisse.
Wer vom Santuario hinunterblickt, sieht den konkreten Raum, für dessen Regen und Ernte seit Jahrhunderten gebetet wurde.
Obwohl Bonany auf dem Gemeindegebiet von Petra liegt, gehört der Berg auch zur religiösen und landschaftlichen Wahrnehmung benachbarter Orte. Besonders Sant Joan und Vilafranca de Bonany sind eng mit ihm verbunden.
Das jährliche Pancaritat macht diese regionale Dimension sichtbar. Menschen mehrerer Gemeinden treffen sich am selben Heiligtum.
Bonany verbindet mehrere typische Elemente mallorquinischer Wallfahrt: eine Marededéu-trobada-Legende, einen konkret bezeichneten Fundort, Regen- und Erntebitten, Eremitentradition, Pilgerunterkunft und ein lebendiges Pancaritat.
Besonders charakteristisch ist jedoch der Name selbst. Nur selten bewahrt ein Wallfahrtsort so unmittelbar die Erinnerung an das erhoffte Ergebnis einer Wallfahrt: ein "gutes Jahr".
Die Frömmigkeit von Bonany ist tief in der Landwirtschaft verwurzelt. Dürre konnte Getreide vernichten, Viehhaltung erschweren und ganze Familien in Not bringen.
Die Wallfahrt war deshalb nicht bloß Ausdruck persönlicher Andacht, sondern Teil einer gemeinschaftlichen Strategie im Umgang mit existenzieller Unsicherheit. Gebet, Gelübde und Prozession gaben einer unkontrollierbaren Naturgefahr religiösen Sinn.
Das Santuari de Bonany ist weiterhin religiös genutzt und regelmäßig zugänglich. Kirche, Camarín, Fonteta, Grotte und die umgebende Landschaft bilden gemeinsam den Wallfahrtsort.
Der deutlichste Nachweis der fortbestehenden Wallfahrt ist das jährliche Pancaritat am Osterdienstag. Wenn Menschen aus Petra und den Nachbarorten zu Fuß hinaufziehen, die Messe feiern und anschließend gemeinsam essen und feiern, lebt die alte Verbindung von Berg, Madonna, Ernte und Gemeinschaft weiter.
Ajuntament de Petra: historische, kunsthistorische und volkskundliche Dokumentationen zum Santuari de la Mare de Déu de Bonany, zur Fonteta, zur Eremitengeschichte und zur lokalen Junípero-Serra-Tradition.
Govern de les Illes Balears: touristische und kulturhistorische Dokumentation zum Santuari de la Mare de Déu de Bonany.
Mallorca Peregrina: Dokumentationen zum Pancaritat de Bonany und zur Hospedería des Heiligtums.
Bisbat de Mallorca: pastorale und historische Dokumentationen zum Santuari de Bonany und zur regionalen Marienverehrung.
Beiträge zur Lokalgeschichte von Petra, Ariany, Sant Joan und Vilafranca de Bonany sowie zur Geschichte der Rogationen und der Landwirtschaft im Pla de Mallorca.
Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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