Berlens - Wallfahrtskapelle Notre-Dame de l'Epine

Schnellüberblick
Wallfahrt:Historischer Marienwallfahrtsort mit besonderer Ausrichtung auf Augenleiden. Die Kirche ist mittelalterlich, die ausdrückliche Wallfahrt seit 1639 sicher belegt; ein päpstlicher Ablass von 1504 zeigt jedoch bereits früher eine überlokale religiöse Bedeutung. Im 17. und 18. Jahrhundert kamen zahlreiche Pfarreien der Region in Prozession nach Berlens.
Status:Lebendige katholische Wallfahrtskapelle. Die alte Kirche blieb nach dem Bau einer neuen Pfarrkirche 1961/63 als historisches Heiligtum erhalten. Die offizielle Wallfahrt findet am ersten Sonntag im September statt und umfasst Prozession, Eucharistiefeier und Augensegen.
Kultzentrum:Mittelalterliches Mariengnadenbild des 14. Jahrhunderts, verbunden mit der Legende einer Erscheinung im Weissdorn. Historisch besonders charakteristisch sind anatomische Augenvotive, fünf Achatsteine für einen priesterlichen Augensegen und die bis heute fortgeführte Wallfahrt bei Augenleiden.
Ort:Berlens, Gemeinde Mézières.
Region:Glanebezirk, Kanton Freiburg.
Land:Kanton Freiburg, Schweiz.
Lage und Besuch
• Wallfahrtskapelle Notre-Dame de l'Epine, Route de l'Epine 19, 1680 Berlens, Kanton Freiburg, Schweiz.
Die Kapelle liegt am Rand des Dorfes Berlens in der Gemeinde Mézières. Die neue Pfarrkirche befindet sich nur wenige Schritte entfernt; die historische Kirche ist weiterhin als Wallfahrtsheiligtum in Gebrauch.
•Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte in der Schweiz
•Ansicht in Street View
•Öffnungszeiten: Die Kapelle ist als Wallfahrtsort zugänglich. Gottesdienste, Andachten und besondere Feiern können den freien Besuch zeitweise einschränken; vor einer gezielten Innenbesichtigung empfiehlt sich die Kontrolle der aktuellen Angaben der Pfarrei.
•Wallfahrt: Die offizielle Wallfahrt findet am ersten Sonntag im September statt. Zu den traditionellen Elementen gehören Rosenkranz, Prozession mit der Marienstatue, Eucharistiefeier und Augensegen.
•Web: Unité pastorale Sainte-Marguerite Bays - Notre-Dame de l'Epine
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Ausführliche Beschreibung

Berlens: ein spezialisierter Marienwallfahrtsort für Augenleiden

Die Wallfahrtskapelle Notre-Dame de l'Epine in Berlens gehört zu jenen kleineren Schweizer Heiligtümern, deren kulturgeschichtliche Bedeutung weit über die Grösse des Ortes hinausreicht. Ihr besonderes Profil entstand durch die Verbindung eines mittelalterlichen Marienbildes mit einer über Jahrhunderte auf Augenleiden konzentrierten Wallfahrt. Anatomische Votivgaben in Form von Augen, fünf Achatsteine für einen priesterlichen Augensegen, gedruckte Mirakelerzählungen und eine bis heute lebendige Segenspraxis machen Berlens zu einem selten gut dokumentierten Beispiel spezialisierter Volksfrömmigkeit.

Die Kirche ist wesentlich älter als die sicher fassbare Wallfahrt. Der Sakralort reicht in das Mittelalter zurück, während die ausdrückliche Bezeichnung als Wallfahrtsort erst im 17. Jahrhundert archivalisch greifbar wird. Die Bedeutung des Heiligtums entstand daher nicht in einem einzigen Gründungsmoment, sondern aus dem Zusammenwirken eines alten Kirchenortes, eines mittelalterlichen Gnadenbildes, einer Erscheinungslegende und einer zunehmend spezialisierten Heilungsfrömmigkeit.

Der mittelalterliche Kirchenort

Die Kirche von Berlens ist bereits 1228 belegt. Baugeschichtliche Untersuchungen zeigen, dass Teile des heutigen Mauerwerks noch auf einen romanischen Vorgänger zurückgehen. Besonders die nördliche Langhauswand bewahrt mittelalterliche Substanz, während weitere Teile im Lauf des 15. bis 18. Jahrhunderts verändert wurden.

Die Existenz einer Kirche im 13. Jahrhundert bedeutet jedoch nicht automatisch, dass bereits damals eine Wallfahrt bestand. Dabei ist deshalb zwischen dem Alter des Sakralortes und dem Alter des Wallfahrtskultes zu unterscheiden.

Das Gnadenbild des 14. Jahrhunderts

Das zentrale Marienbild von Berlens stammt nach der kunsthistorischen Forschung aus dem 14. Jahrhundert. Damit ist die verehrte Statue deutlich älter als die erste ausdrückliche schriftliche Nennung der Wallfahrt. Die Figur wurde im 19. Jahrhundert stark verändert und neu polychromiert, weshalb ihr heutiges Erscheinungsbild nicht mehr vollständig dem mittelalterlichen Zustand entspricht.

Gerade für die Kultgeschichte ist diese lange Objektbiographie wichtig. Ein Gnadenbild wird nicht nur einmal geschaffen, sondern über Generationen restauriert, übermalt, neu gefasst und in wechselnde liturgische Zusammenhänge eingebunden. Die materielle Gestalt verändert sich, die religiöse Identität des Bildes bleibt jedoch bestehen.

Die Rundscheibe um 1710 als Dokument des älteren Gnadenbildes

Eine kleine Glasrundscheibe aus der Zeit um 1710, heute im Museum für Kunst und Geschichte Freiburg, zeigt das damalige Gnadenbild von Berlens. Sie wird dem Glasmaler Leontius Bucher zugeschrieben. Ihre Bedeutung geht über den dekorativen Wert hinaus, weil sie einen älteren Erscheinungszustand der Marienfigur dokumentiert, der durch die späteren Veränderungen des 19. Jahrhunderts am Original selbst nicht mehr vollständig ablesbar ist.

Uta Bergmann weist darauf hin, dass offenbleibt, ob die Scheibe als allgemeiner Kirchenschmuck oder als private Votivgabe gestiftet wurde. Diese Unsicherheit ist kulturhistorisch interessant: Auch Darstellungen des Gnadenbildes selbst konnten Teil der Frömmigkeit werden und den Kult innerhalb des Heiligtums vervielfältigen.

Notre-Dame de l'Epine: Unsere Liebe Frau vom Dornbusch

Der französische Titel Notre-Dame de l'Epine verweist auf einen Dorn- beziehungsweise Weissdornbusch, der im Zentrum der lokalen Erscheinungslegende steht. Auf Deutsch lässt sich der Titel sinngemäss als "Unsere Liebe Frau vom Dornbusch" wiedergeben. Der historische Eigenname Notre-Dame de l'Epine bleibt jedoch die wichtigste Bezeichnung des Heiligtums.

Der Dorn ist dabei nicht bloss sprachliches Bild. Die Legende bindet den Wallfahrtsort an eine konkrete Pflanze und an einen konkreten Platz in der Landschaft. Dadurch wird Natur selbst Teil der Sakralgeographie.

Die Erscheinungs- und Ortswahllegende

Nach der Überlieferung erschien Maria in einem Weissdornbusch. Eine dort gefundene oder mit der Erscheinung verbundene Marienfigur sei in die Kirche gebracht worden, am folgenden Tag jedoch wieder im Dornbusch erschienen. Erst als man sich dem von Maria gewählten Ort gefügt habe, sei das Bild im Heiligtum geblieben beziehungsweise die Verehrung dort dauerhaft eingerichtet worden.

Diese Erzählung gehört zum weit verbreiteten Typus des Ortswahlwunders. Nicht Menschen bestimmen den Platz des Heiligtums; das heilige Bild selbst zeigt durch wundersame Rückkehr, wo es verehrt werden will. Solche Legenden legitimieren einen Kultort nachträglich und verleihen seiner Lage religiöse Notwendigkeit.

Der Weissdorn als materieller Teil der Überlieferung

Bei der Kirche wird bis heute ein Weissdorn gepflegt, der mit der Erscheinungsüberlieferung verbunden wird. Botanisch kann ein heute lebender Strauch selbstverständlich nicht ohne weiteres mit einem mittelalterlichen Baum identifiziert werden. Entscheidend ist die Traditionskontinuität: Am selben Ort bleibt dieselbe Pflanzenart Bestandteil des Kultgedächtnisses.

Moderne Beobachtungen berichten, dass Pilger gelegentlich Zweige des Weissdorns als Erinnerungsstücke mitnehmen. Diese Praxis ist nicht für das Mittelalter oder die frühe Neuzeit belegt und sollte deshalb nicht als uralter Brauch dargestellt werden. Sie zeigt jedoch, dass der Dornbusch auch heute noch als materiell aufgeladener Bestandteil des Heiligtums wahrgenommen wird.

1504: ein päpstlicher Ablass

Eine wichtige Nachricht für die frühe Kultgeschichte betrifft das Jahr 1504. Für Besucher der Kirche beziehungsweise für Menschen, die das Gotteshaus mit einer Gabe unterstützten, wurde ein päpstlicher Ablass gewährt. Damit ist bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts eine überlokale religiöse Bedeutung des Ortes erkennbar.

Der Ablass ist nicht gleichbedeutend mit einer ausdrücklichen Wallfahrtsnennung. Er zeigt jedoch, dass die Kirche als besonderer Andachtsort gefördert wurde und Besucher anzog. Die spätere Wallfahrt steht daher auf einer bereits im frühen 16. Jahrhundert vorhandenen religiösen Grundlage.

1639: die erste sichere Wallfahrtsnennung

Die erste bislang bekannte ausdrückliche Nennung der Wallfahrt stammt aus dem Jahr 1639. Damit wird der Kult schriftlich als Wallfahrtsbewegung fassbar. Bereits kurze Zeit später gehörte Berlens zu den wichtigen regionalen Marienheiligtümern des Kantons Freiburg.

Die Quellen des 17. und 18. Jahrhunderts zeigen, dass nicht nur Einzelpilger kamen. Ganze Pfarreien zogen in geregelten Prozessionen nach Berlens. Der Ort war damit in ein regionales Netz institutionalisierter Wallfahrten eingebunden.

Ein regionales Netz von Prozessionen

Apollinaire Dellion nennt für das 17. Jahrhundert Prozessionen unter anderem aus Romont, Orsonnens, Mézières, Massonnens, Villaz-Saint-Pierre, Grangettes, Bulle, Autigny und Vuisternens. Diese Aufzählung zeigt die Reichweite des Heiligtums innerhalb des Freiburger Landes.

Solche Prozessionen waren keine spontanen privaten Reisen. Sie wurden von Pfarrern begleitet, folgten festen Terminen und standen unter der Kontrolle kirchlicher und weltlicher Behörden. Wallfahrt war damit Teil der institutionellen Religionspraxis.

Romont und der Georgstag

Die Pfarrei Romont zog am Fest des heiligen Georg nach Berlens. Für 1670 ist eine Beschwerde des Rates überliefert, weil lediglich drei Priester die Prozession begleitet hätten. Diese auf den ersten Blick unscheinbare Nachricht ist aussagekräftig.

Sie zeigt, dass die Teilnahme von Geistlichen nicht dem Zufall überlassen war. Der Wallfahrtszug hatte eine erwartete Form, und Abweichungen konnten von der Obrigkeit beanstandet werden. Prozessionen waren damit religiöse und zugleich kommunale Ereignisse.

Zwei Priester für Pfarrei und Pilger

In der Blütezeit lebten zwei Priester in Berlens, um sowohl die eigene Pfarrei als auch die ankommenden Pilger zu betreuen. Für ein kleines Dorf ist eine solche personelle Ausstattung bemerkenswert. Sie verweist auf die tatsächliche Frequenz des Heiligtums und auf die Anforderungen, die Beichte, Messe, Segnungen und Pilgerseelsorge stellten.

Wallfahrt erzeugte damit eine eigene Infrastruktur. Geistliche Betreuung, Unterkunft, Verpflegung und Ordnung mussten organisiert werden.

Augenleiden als Hauptanliegen

Die ältere Literatur nennt verschiedene Anliegen, hebt jedoch Augenleiden besonders hervor. Menschen kamen nach Berlens, um bei Sehschwäche, Augenkrankheiten und drohendem Verlust des Sehvermögens um Hilfe zu bitten. Diese Spezialisierung wurde so stark, dass sie den Wallfahrtsort bis heute prägt.

Solche spezifischen Zuständigkeiten entstehen an Wallfahrtsorten meist nicht durch einen einzelnen Erlass, sondern durch Wiederholung. Erzählte Heilungen, Votivgaben, Segensrituale und die Weitergabe von Erfahrungen verdichten sich zu einem Ruf, der weitere Pilger mit demselben Anliegen anzieht.

Die fünf Achatsteine

Zu den ungewöhnlichsten Kultgegenständen von Berlens gehörten fünf Achatsteine. Ihre Herkunft war bereits im 19. Jahrhundert nicht mehr bekannt. Sie wurden in der Kirche aufbewahrt und im Rahmen eines priesterlichen Augensegens verwendet.

Der Priester legte die Steine auf die erkrankten Augen des Pilgers und sprach dazu einen Segensspruch, der die erhoffte Befreiung von Augenleiden ausdrücklich unter die Fürbitte Mariens stellte. Damit verband sich ein materieller Gegenstand unmittelbar mit einer kirchlichen Segenshandlung.

Die Achatsteine als religiöse Berührungsobjekte

Die Steine sollten nicht vorschnell als magisches oder medizinisches Heilmittel interpretiert werden. In den überlieferten Beschreibungen stehen sie innerhalb eines priesterlichen Segensrituals. Ihre Bedeutung liegt in der Berührung des kranken Körperteils, verbunden mit Gebet und marianischer Fürbitte.

Volkskundlich handelt es sich um einen klassischen Fall materialisierter Frömmigkeit. Ein Gegenstand wird durch seine langfristige Verwendung am Heiligtum religiös aufgeladen und vermittelt den Pilgern eine körperlich erfahrbare Form des Segens.

Der Augensegen als Kontinuität

Der historische Brauch ist nicht vollständig verschwunden. Am heutigen Wallfahrtstag gehört weiterhin ein Augensegen zum liturgischen Programm. Damit besteht eine bemerkenswerte Kontinuität des zentralen Wallfahrtsmotivs.

Die konkrete Form des modernen Segens unterscheidet sich von der Verwendung der Achatsteine. Dennoch bleibt das Grundanliegen dasselbe: Augen und Sehen stehen im Mittelpunkt der Wallfahrt.

Anatomische Votive: silberne und goldene Augen

Die Spezialisierung des Heiligtums wird deutlich an den anatomischen Votivgaben. Ältere Beschreibungen nennen goldene und silberne Augen, teilweise auch Ohren. Solche Votive vertreten symbolisch einen Körperteil, für dessen Heilung gebetet beziehungsweise für dessen Genesung gedankt wurde.

Das anatomische Votiv macht den Körper zum Bild. Nicht der ganze Mensch wird dargestellt, sondern genau jener Teil, an dem Krankheit erfahren wurde. Dadurch entsteht eine besonders direkte Verbindung zwischen körperlichem Leiden und religiöser Gabe.

Jeunets Abbildung der Silberaugen

François Jeunets 1875 in dritter Auflage erschienene Geschichte des Heiligtums enthält eine eigene Abbildung mit Rosenkranz und silbernen Augen. Damit ist die Votivpraxis nicht nur literarisch erwähnt, sondern im 19. Jahrhundert bildlich dokumentiert.

Die Darstellung besitzt hohen Quellenwert, weil viele Votive später verschwanden, eingeschmolzen oder aus dem Kirchenraum entfernt wurden. Die gedruckte Abbildung bewahrt damit eine Sachkultur, die am Ort selbst nur noch teilweise vorhanden ist.

Augen und Ohren

Dass neben Augen auch Ohren als Votivformen genannt werden, deutet darauf hin, dass Berlens nicht ausschliesslich bei Sehproblemen aufgesucht wurde. Dennoch bleibt die Augenwallfahrt eindeutig der dominierende Spezialkult. Für eine eigenständige bedeutende Wallfahrt bei Gehörleiden fehlen bislang vergleichbar dichte Belege.

Die Ohren sollten deshalb als dokumentierte Votivform erwähnt, aber nicht zu einem gleichrangigen Kultschwerpunkt erhoben werden.

Marie Raboud aus Villarsiviriaux

François Jeunet überliefert eine bekannte Gnadenerzählung aus dem frühen 19. Jahrhundert. Marie Raboud aus Villarsiviriaux habe an einem schweren Augenleiden gelitten und schliesslich ihr Sehvermögen weitgehend beziehungsweise vollständig verloren. Verschiedene Heilversuche hätten keinen Erfolg gebracht.

In einer Nacht sei ihr eine schöne Frau erschienen und habe sie aufgefordert, nach Berlens zu gehen. Gemeinsam mit ihrer Mutter habe sie daraufhin das Heiligtum besucht, den Augensegen empfangen und ihr Sehvermögen wiedererlangt.

Die Gnadenerzählung als historische Quelle

Der Bericht über Marie Raboud ist keine medizinisch verifizierbare Fallgeschichte. Sein Quellenwert liegt in der Struktur religiöser Deutung. Krankheit, erfolglose menschliche Hilfe, Vision, Wallfahrtsauftrag, Segenshandlung und Heilungsdeutung bilden eine geschlossene Mirakelerzählung.

Gerade solche Berichte erklären, wie der Ruf eines Heiligtums weitergegeben wurde. Eine als wunderbar verstandene Heilung bestätigte den Ort und konnte weitere Menschen mit ähnlichen Beschwerden zur Wallfahrt bewegen.

Wallfahrt als Kommunikationssystem

Berlens zeigt exemplarisch, dass Wallfahrt durch mehrere Medien zugleich getragen wird. Mündliche Erzählung, gedruckte Wallfahrtsgeschichte, Votivgabe, Gnadenbild, Prozession und Segensritual vermitteln dieselbe Grundbotschaft auf unterschiedliche Weise.

Das Heiligtum produziert dadurch ein religiöses Gedächtnis. Erfahrungen einzelner Menschen werden erzählt, bildlich festgehalten oder in Gegenständen materialisiert und können von späteren Pilgern erneut wahrgenommen werden.

Der Brand um 1650

Um 1650 wurde die Kirche durch einen Brand schwer beschädigt. Besonders das Langhaus war betroffen, während ältere Bauteile teilweise erhalten blieben. Die folgende Wiederherstellung erklärt, weshalb der heutige Bau verschiedene historische Schichten zeigt.

Die Katastrophe fiel ausgerechnet in eine Phase, in der die Wallfahrt stark an Bedeutung gewann. Der Wiederaufbau war deshalb nicht nur eine pfarrliche Notwendigkeit, sondern diente zugleich einem zunehmend frequentierten Heiligtum.

Der Chor und die Umbauten des 17. Jahrhunderts

Der Chor besitzt mittelalterliche Substanz, wurde aber im 17. Jahrhundert wesentlich verändert. Um 1660 beziehungsweise 1661 wurde er erweitert und mit einem Kreuzrippengewölbe versehen. Damit erhielt ein älterer Baukörper eine neue innere Form.

Die Formulierung "mittelalterlicher Chor" und die Datierung des Gewölbes ins 17. Jahrhundert widersprechen sich daher nicht. Baukörper, Erweiterung und Gewölbe gehören unterschiedlichen Phasen an.

Das Langhaus und die Bauphase von 1737

1737 begann eine weitere bedeutende Ausstattungs- und Bauphase. Das Langhaus erhielt eine dekorative Gestaltung mit Laubwerk und Putten. Dadurch wurde der mittelalterlich-frühneuzeitliche Bau in eine barocke Bild- und Ornamentwelt eingebunden.

Die Wallfahrtskapelle zeigt damit ein für viele alte Heiligtümer typisches Muster: Der Kult bleibt bestehen, während die architektonische und dekorative Umgebung jeweils dem Geschmack einer neuen Zeit angepasst wird.

1797: Sakristei und Beinhaus

1797 entstand die trapezförmige Sakristei, die mit einem Beinhaus verbunden ist. Das Ossarium erweitert die religiöse Bedeutung des Ortes um eine deutlich sichtbare Erinnerung an Tod und Vergänglichkeit.

Damit stehen in Berlens zwei scheinbar gegensätzliche Körperthemen nebeneinander. Die Augenwallfahrt richtet sich auf Erhaltung und Heilung des Körpers; das Beinhaus erinnert an dessen Endlichkeit. Diese Spannung gehört zur historischen katholischen Frömmigkeit.

Memento mori am Wallfahrtsort

Schädel und Gebeine in einem Beinhaus waren keine makabre Schaustellung im modernen Sinn. Sie dienten dem Totengedächtnis und der Erinnerung an die eigene Sterblichkeit. Der Besucher sollte sein Leben im Angesicht des Todes bedenken.

Ein Wallfahrtsort verbindet dadurch Hoffnung auf Hilfe mit der Einsicht, dass nicht jede Krankheit geheilt und nicht jeder Tod verhindert werden kann. Heilungsfrömmigkeit und Memento mori gehören nicht notwendig in Gegensatz, sondern bilden zwei Seiten derselben religiösen Auseinandersetzung mit menschlicher Verletzlichkeit.

Wallfahrt, Gasthaus und Geselligkeit

Die Wallfahrtsprozessionen nach Berlens waren nicht ausschliesslich liturgische Ereignisse. Lange Fusswege erforderten Pausen, Verpflegung und Einkehr. Im 18. Jahrhundert sahen kirchliche beziehungsweise weltliche Behörden gerade darin ein Problem.

1767 wurden Prozessionen ausserhalb der eigenen Pfarrei eingeschränkt beziehungsweise verboten, weil es bei den Zwischenhalten in Gasthäusern zu als missbräuchlich beurteilten Formen von Geselligkeit gekommen sei. Wallfahrt bestand damit aus Gebet und sozialem Leben zugleich.

Religiöse Disziplin und obrigkeitliche Kontrolle

Die Behörden versuchten, die fromme Zielsetzung der Prozessionen zu sichern. Alkohol, lange Aufenthalte und ausgelassene Geselligkeit konnten als Gefährdung religiöser Ordnung gelten. Solche Verbote zeigen, dass Wallfahrten von oben keineswegs unkritisch gefördert wurden.

Die Praxis erwies sich jedoch als widerstandsfähig. 1863 musste erneut gegen auswärtige Prozessionen vorgegangen werden. Die Wiederholung der Regulierung zeigt, dass traditionelle Wallfahrtsgewohnheiten trotz amtlicher Einschränkungen weiterbestanden.

Wallfahrt als soziale Begegnung

Diese Konflikte machen Wallfahrt volkskundlich aufschlussreich. Ein Wallfahrtszug brachte Menschen aus verschiedenen Dörfern zusammen, schuf Kontakte, gemeinsame Mahlzeiten und Gespräche. Religiöser und sozialer Zweck waren nicht sauber voneinander zu trennen.

Die Obrigkeit bewertete dieselbe Geselligkeit teilweise als Problem, die für die Pilger zum Erlebnis der Wallfahrt gehörte. Damit wird sichtbar, wie unterschiedlich ein und dieselbe Praxis wahrgenommen werden konnte.

Berlens als Station auf dem Weg nach Einsiedeln

Berlens war nicht nur Endpunkt regionaler Prozessionen, sondern auch Station auf längeren Pilgerwegen. Menschen aus der Glâne, die zu Fuss nach Einsiedeln zogen, machten hier Halt. Für den Weg wurden etwa drei Tage benötigt.

Damit war das Heiligtum Teil eines grösseren Wallfahrtsnetzes. Lokale, regionale und überregionale Pilgerziele waren miteinander verbunden; dieselben Menschen konnten mehrere Heiligtümer in einer Reise aufsuchen.

Marguerite Bays und die Wallfahrtstradition

Auch die heilige Marguerite Bays wird mit dieser regionalen Pilgertradition in Verbindung gebracht. Solche Bezüge zeigen, wie tief Wallfahrt in die religiöse Alltagskultur der Freiburger Landschaft eingebettet war.

Nicht jede fromme Reise einer bekannten Person ist automatisch als prägendes Ereignis des Heiligtums zu werten. Berlens war Teil ihres religiösen Umfeldes, nicht ausschliesslich durch sie bedeutend.

Der Bois de la Faye und vorchristliche Deutungen

Hinter der Kapelle liegt der Bois de la Faye mit Quellen, Buchen und Eichen. Moderne populäre Darstellungen haben diese Landschaft gelegentlich mit einem vorchristlichen Kultplatz in Verbindung gebracht. Für eine solche Deutung fehlt bislang ein belastbarer archäologischer Nachweis.

Zwischen historischer Landschaft und spekulativer Deutung ist deshalb zu unterscheiden. Die Wald- und Quellenlandschaft gehört zweifellos zur Wahrnehmung des Ortes; eine keltische oder gallische Kultkontinuität kann daraus jedoch nicht abgeleitet werden.

Das 19. Jahrhundert und François Jeunet

Im 19. Jahrhundert nahm die Wallfahrtsfrequenz gegenüber der Blütezeit des 17. und 18. Jahrhunderts ab, doch der Kult blieb lebendig. François Jeunet dokumentierte Geschichte, Gnadenbild, Votive und Heilungserzählungen in einer eigenen Wallfahrtsmonographie, die 1875 bereits in dritter Auflage erschien.

Dass ein rund achtzigseitiges Buch mehrfach aufgelegt wurde, zeigt ein anhaltendes Interesse weit über den unmittelbaren Pfarrbereich hinaus. Jeunets Werk ist zugleich Quelle für die religiöse Selbstbeschreibung des Heiligtums im 19. Jahrhundert.

Jeunet als Quelle und als Teil der Kultgeschichte

Jeunet ist keine moderne kritische Wallfahrtsforschung. Er schrieb aus einem katholischen Frömmigkeitszusammenhang und wollte den Kult fördern. Deshalb ist sein Buch doppelt wertvoll: Es enthält historische Nachrichten und zeigt zugleich, wie das Heiligtum im 19. Jahrhundert seine eigene Geschichte erzählte.

Seine Mirakelberichte sollten daher weder unkritisch als Tatsachen noch pauschal als wertlos behandelt werden. Sie sind Quellen für religiöse Wahrnehmung, Erinnerung und Kommunikation.

1961/63: eine neue Pfarrkirche

Mit dem Wachstum der Gemeinde wurde die alte Wallfahrtskirche für den regulären Pfarrbetrieb zu klein. Deshalb entstand unmittelbar in der Nähe eine neue Pfarrkirche, die 1962 beziehungsweise im Bauzusammenhang 1961/63 eingeweiht und in Betrieb genommen wurde.

Dieser Schritt war für den historischen Bau ein Glücksfall. Die alte Kirche musste nicht massiv erweitert oder modernisiert werden, sondern konnte als eigenständiges Wallfahrtsheiligtum weiterbestehen.

Warum "ancienne église" nicht "ehemalige Kirche" bedeutet

Kunsthistorische Datenbanken bezeichnen den Bau heute als "Ancienne église Notre-Dame-de-l'Epine", weil er seine Funktion als Pfarrkirche an den Neubau abgegeben hat. Eine direkte deutsche Übersetzung als "ehemalige Kirche" wäre jedoch missverständlich.

Das Gebäude ist weder profaniert noch aufgegeben. Es dient weiterhin als Kapelle und Wallfahrtsheiligtum; die Bezeichnung "Wallfahrtskapelle Notre-Dame de l'Epine" ist daher sachlich präzise.

1973 bis 1980: umfassende Restaurierung

Zwischen 1973 und 1980 wurde die historische Kapelle unter Leitung des Architekten Aloys Page umfassend restauriert. Die Arbeiten dienten nicht allein der baulichen Sicherung, sondern führten zugleich zu einer bemerkenswerten künstlerischen Erneuerung.

Statt den Innenraum historisierend auf einen vermeintlich einheitlichen alten Zustand zurückzuführen, entschied man sich für eine Verbindung von historischer Architektur und zeitgenössischer Glasmalerei.

Jean Bazaine und die moderne Glasmalerei

1980 schuf der französische Maler Jean Bazaine gemeinsam mit dem Freiburger Glasmaler Michel Eltschinger eine Gruppe moderner Fenster für das Kirchenschiff. Bazaine gehörte zu den bedeutenden Vertretern der französischen abstrakten Sakralkunst des 20. Jahrhunderts.

Seine Fenster verzichten auf traditionelle figürliche Heiligenbilder. Farbe, Licht und organische Formen übernehmen die religiöse Aussage. Dadurch tritt die moderne Kunst nicht in Konkurrenz zum mittelalterlichen Gnadenbild, sondern schafft eine eigene bildnerische Ebene.

Der Dornbusch in abstrakter Form

Bazaine griff in seinen Glasfenstern das Motiv des Dornbusches auf, ohne die mittelalterliche Legende illustrativ nachzuerzählen. Die Dornenstruktur wird in Farbflächen und Bewegungen übersetzt. Damit wird das zentrale Motiv des Ortsnamens und der Erscheinungstradition in eine moderne Bildsprache übertragen.

Diese Entscheidung ist kunsthistorisch besonders gelungen, weil sie die Tradition nicht kopiert, sondern interpretiert. Das alte Heiligtum erhält eine zeitgenössische künstlerische Antwort auf seinen eigenen Gründungsmythos.

Vier Jahreszeiten und Rosenkranzgeheimnisse

Die Fenster sind zugleich mit den vier Jahreszeiten, liturgischen Zeiten, Lebensaltern und Geheimnissen des Rosenkranzes verbunden. Naturzyklus und religiöser Jahreskreis werden dadurch aufeinander bezogen.

Gerade an einem Heiligtum, dessen Legende an eine Pflanze gebunden ist, besitzt diese Naturmetaphorik besondere Plausibilität. Licht und Vegetationssymbolik führen den alten Dornbuschgedanken in eine neue Form weiter.

Jean Le Moal und die Josephskapelle

Mitte der 1980er Jahre erhielt auch das benachbarte Oratorium des heiligen Joseph moderne Glasfenster. Sie stammen von Jean Le Moal, ebenfalls einem bedeutenden französischen Vertreter abstrakter Sakralkunst.

Damit besitzt Berlens auf kleinem Raum eine bemerkenswerte Verbindung mittelalterlicher Wallfahrtstradition und moderner französischer Glasmalerei.

Licht und Sehen: eine besondere kunsthistorische Verbindung

Die moderne Glasmalerei erhält in Berlens eine zusätzliche Bedeutung, weil der Wallfahrtsort seit Jahrhunderten mit Augen und Sehen verbunden ist. Die Fenster gestalten gerade jenes Medium, das Sehen erst ermöglicht: Licht.

Diese Verbindung sollte nicht als historisch geplante theologische Kontinuität überinterpretiert werden. Sie besitzt jedoch eine starke sinnliche und kulturwissenschaftliche Plausibilität. Ein Heiligtum des Sehens wird im 20. Jahrhundert durch Kunst geprägt, deren wesentlichstes Material farbiges Licht ist.

Der heutige Wallfahrtstag

Die offizielle Wallfahrt findet am ersten Sonntag im September statt. Zum Programm gehören Rosenkranz, Prozession mit der Marienstatue durch beziehungsweise um das Dorf, Eucharistiefeier und Augensegen. Chor und Blasmusik können die Feier begleiten.

Damit sind mehrere historische Elemente weiterhin erkennbar: gemeinsamer Weg, Marienbild, liturgische Feier und besondere Segnung der Augen. Die Form hat sich modernisiert, der zentrale Wallfahrtszweck ist jedoch erstaunlich konstant geblieben.

300 bis 400 Pilger

Nach Angaben des Kantons Freiburg nehmen weiterhin mehrere hundert Menschen an der jährlichen Wallfahrt teil; genannt werden ungefähr 300 bis 400 Pilger. Einige kommen aus dem Ausland, und ein Teil der Besucher sucht den Ort ausdrücklich wegen eigener Augenprobleme auf.

Für ein kleines Dorf ist diese Zahl bemerkenswert. Berlens ist damit kein lediglich historisch erinnerter Wallfahrtsort, sondern weiterhin ein tatsächlich besuchtes Heiligtum.

Die Kulturgeschichte des Sehens

Der rote Faden der Wallfahrtsgeschichte von Berlens ist das Sehen. Ein mittelalterliches Gnadenbild wird angeschaut und verehrt; Menschen mit erkrankten Augen pilgern zum Heiligtum; silberne Augen vertreten den kranken Körper; Achatsteine berühren im Segensritual die Augen; Heilungserzählungen berichten vom Wiedererlangen des Sehvermögens; der moderne Augensegen setzt die Tradition fort; und die Glasfenster des 20. Jahrhunderts gestalten Licht als Voraussetzung visueller Wahrnehmung.

Damit besitzt Berlens eine thematische Geschlossenheit, die bei Wallfahrtsorten selten so deutlich fassbar ist. Sehen ist hier zugleich körperliche Fähigkeit, religiöses Symbol und künstlerisches Medium.

Quellenkritik zur mittelalterlichen Wallfahrt

Die Kirche und das Gnadenbild sind mittelalterlich, doch die ausdrückliche Wallfahrt ist erst für 1639 sicher schriftlich belegt. Der Ablass von 1504 zeigt eine frühere überlokale Bedeutung, erlaubt aber nicht ohne weiteres die Behauptung einer bereits voll entwickelten Augenwallfahrt in derselben Form wie im 17. Jahrhundert.

Zwischen gesicherter Chronologie und plausibler Kontinuität ist deshalb zu unterscheiden. Das Heiligtum ist alt; die konkrete Ausformung des Spezialkultes wird erst in der frühen Neuzeit deutlich fassbar.

Quellenkritik zur Erscheinungslegende

Die Weissdornlegende erklärt Name und Ort des Heiligtums, ist aber kein historischer Bericht über die tatsächliche Entstehung der Kirche. Sie gehört zur religiösen Selbstdeutung des Wallfahrtsortes.

Ihr kulturhistorischer Wert liegt darin, dass sie einen konkreten Landschaftspunkt sakralisiert und die Wahl des Ortes Maria selbst zuschreibt. Die fortgesetzte Pflege des Weissdorns zeigt, wie wirksam diese Erzählung bis heute geblieben ist.

Quellenkritik zu Heilungen und Votivgaben

Berichte über wiedererlangtes Sehvermögen oder andere Heilungen dokumentieren religiöse Deutung, nicht naturwissenschaftlich nachgewiesene Wunder. Dasselbe gilt für anatomische Votive. Sie zeigen, dass Stifter einen Zusammenhang zwischen Gebet, Wallfahrt und günstigem Ausgang eines Leidens sahen.

Gerade als Zeugnisse persönlicher Interpretation sind sie für Volkskunde und Kulturgeschichte besonders wertvoll. Sie geben Einblick in Erwartungen, Ängste und Formen des Dankes.

Aktueller Wallfahrtsstatus

Notre-Dame de l'Epine ist ein historisch zweifelsfrei belegter und weiterhin lebendiger Marienwallfahrtsort. Der alte Kirchenbau wird ausdrücklich als Wallfahrtskapelle genutzt, die jährliche Wallfahrt zieht mehrere hundert Menschen an, und der Augensegen bewahrt das charakteristische Anliegen des Heiligtums.

Die besondere Bedeutung von Berlens liegt in der Verbindung von materieller und immaterieller Kontinuität. Gnadenbild, Weissdorn, Votivtradition, Segenspraxis und regionale Prozessionsgeschichte sind nicht bloss archivalische Erinnerungen, sondern wirken in veränderter Form bis in die Gegenwart fort.

Quellenkritisches Fazit

Die Wallfahrtskapelle Notre-Dame de l'Epine steht auf einem mittelalterlichen Kirchenplatz, dessen Geschichte mindestens bis ins 13. Jahrhundert reicht. Das Gnadenbild stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde im Lauf der Jahrhunderte mehrfach verändert. Ein Ablass von 1504 belegt die frühe religiöse Bedeutung der Kirche, während die Wallfahrt seit 1639 ausdrücklich schriftlich greifbar ist. Im 17. und 18. Jahrhundert kamen zahlreiche Pfarreien in organisierten Prozessionen nach Berlens; zwei Priester betreuten zeitweise Pfarrei und Pilger. Der Wallfahrtsort spezialisierte sich besonders auf Augenleiden, wofür anatomische Votive, die fünf Achatsteine und der priesterliche Augensegen konkrete Belege liefern.

Die Weissdornlegende verlieh dem Ort eine sakrale Naturbeziehung, während die Baugeschichte vom romanischen Kern über Umbauten des 17. und 18. Jahrhunderts bis zur modernen Restaurierung reicht. Die Glasfenster Jean Bazaines und Jean Le Moals zeigen, dass das Heiligtum auch im 20. Jahrhundert künstlerisch weiterentwickelt wurde. Dass ausgerechnet abstrakte Glasmalerei, Licht und Farbe einen historischen Augenwallfahrtsort prägen, verleiht Berlens eine seltene inhaltliche Geschlossenheit. Die Verbindung von Gnadenbild, Sehen, Augenvotiven, Berührungsritual, moderner Lichtkunst und aktuellem Augensegen macht Notre-Dame de l'Epine zu einem der volkskundlich interessantesten kleineren Marienwallfahrtsorte der Schweiz.

Literatur und Quellen

Jeunet, François: Notice historique sur le sanctuaire et le pèlerinage de Notre-Dame de l'Epine à Berlens, canton de Fribourg. 3. Auflage. Fribourg: Imprimerie Catholique Suisse, 1875.

Dellion, Apollinaire: Dictionnaire historique et statistique des paroisses catholiques du canton de Fribourg. Band II. Fribourg, 1884, Artikel Berlens, besonders die Abschnitte zur Wallfahrt, zu den Prozessionen, den Achatsteinen und den Votivgaben.

Waeber, Louis; Schuwey, Aloys: Eglises et chapelles du canton de Fribourg. Fribourg, 1957, S. 116-117.

Pfulg, Gérard: Notre-Dame de l'Epine à Berlens. Fribourg, 1980.

Pfulg, Gérard: Vitraux modernes. Romont (FR) et environs. Schweizerische Kunstführer Nr. 499-500. Bern, 1991.

Bergmann, Uta: Die Freiburger Glasmalerei des 16. bis 18. Jahrhunderts. Bern: Peter Lang, 2014, besonders Kat.-Nr. 208 zur Rundscheibe mit dem Gnadenbild von Berlens.

Gumy, Serge: Chapelles fribourgeoises. Fribourg, 2003, S. 89-90.

Rime, Jacques: Lieux de pèlerinage en Suisse. Bière: Cabédita, 2011, S. 39.

Lauper, Aloys; Biffiger, Sibylle; Beytrison, Isabelle: Berlens / Notre-Dame de l'Epine. In: Kunstführer durch die Schweiz. Band zur Westschweiz. Bern, 2012, S. 202.

Vitrocentre Romont / Vitrosearch: Fachdokumentation zur ehemaligen Pfarrkirche und heutigen Wallfahrtskapelle Notre-Dame-de-l'Epine, zur Rundscheibe mit dem Gnadenbild und zur modernen Glasmalerei.

Staat Freiburg: Kulturerbe-Dokumentation zur Wallfahrt nach Notre-Dame de l'Epine, zur Prozessionsgeschichte, zum Augensegen und zum heutigen Wallfahrtsfest.

Unité pastorale Sainte-Marguerite Bays: Dokumentation zur Kapelle Notre-Dame de l'Epine, zur Baugeschichte, zum Gnadenbild und zum heutigen Wallfahrtsleben.

Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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