| Wallfahrt: | Pöham bei Bischofshofen/Pfarrwerfen: Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt mit Schwarzer Madonna, Kapellengeschichte und lokaler Wallfahrtstradition. |
| Status: | Lokale Marienwallfahrt mit historischer Kontinuität aus den Vorgängerkapellen. |
| Kultzentrum: | Schwarze Madonna von Pöham. |
| Ort: | Pöham bei Bischofshofen/Pfarrwerfen |
| Region: | Pongau |
| Bundesland: | Salzburg |
| • | Lage: Alpfahrt 34, 5500 Bischofshofen. Die Kirche liegt im Ortsteil Pöham im Fritztal. Sie befindet sich verwaltungsmäßig auf dem Gemeindegebiet von Bischofshofen, gehört kirchlich jedoch zur Pfarre Pfarrwerfen. |
| • | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Salzburger Pongau |
| • | Ansicht in Street View |
| • | Web: Pfarre Pfarrwerfen |
| • | Geöffnet: tagsüber frei zugänglich. |
| • | Bilddokumentation - derzeit noch keine Fotos vorhanden |
| • | Ausführliche Beschreibung - Geschichte, Wallfahrt, Kultobjekt und Volkskunde |
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Die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Pöham liegt im Fritztal zwischen Pfarrwerfen und Bischofshofen. Die örtliche Situation ist verwaltungsmäßig etwas ungewöhnlich: Die Kirche steht auf dem Gemeindegebiet von Bischofshofen, gehört kirchlich jedoch zur Pfarre Pfarrwerfen und bildet den Mittelpunkt der Seelsorgestelle Pöham. Der heutige Kirchenbau entstand erst 1928/29, die Geschichte der Marienverehrung und der Wallfahrt reicht jedoch wesentlich weiter zurück. Mittelpunkt des Kultes ist eine Schwarze Madonna, die bereits in einer der älteren Kapellen von Pöham verehrt wurde und nach Errichtung der heutigen Kirche in den Neubau übertragen wurde.
Der heutigen Kirche gingen mehrere kleinere Kapellen voraus. Nach örtlicher Überlieferung befand sich beim Brandstattlehen zunächst eine hölzerne Hofkapelle, deren Stiftung mit einem Schatzfund im Garten des Hofes in Verbindung gebracht wird. Der unerwartete materielle Gewinn soll durch die Errichtung einer Kapelle religiös beantwortet worden sein. Diese Überlieferung ist historisch nicht nachweisbar, gehört jedoch zur lokalen Erinnerung an den Ursprung des Heiligtums.
Gesichert ist, dass 1743 der Bau einer Kapelle in der sogenannten Unterfritz bewilligt wurde. Der Brandstättbauer Konrad Quehenberger ließ das kleine Gotteshaus 1746 errichten. Offenbar bestanden zeitweise zwei Kapellen nebeneinander, wobei die genaue Zuordnung der später verehrten Schwarzen Madonna zu einem der beiden älteren Heiligtümer nicht eindeutig überliefert ist.
Mit zunehmender Bevölkerungszahl wurde die alte Brandstättkapelle zu klein und schließlich auch baufällig. Sie wurde 1928 abgetragen. An ihrer Stelle entstand nach Plänen des Salzburger Architekten Paul Geppert d. Ä. die heutige Kirche, die 1929 von Erzbischof Ignaz Rieder geweiht wurde. Die Übertragung des älteren Gnadenbildes in den Neubau stellte dabei die religiöse Kontinuität zwischen der alten Kapellenwallfahrt und der neuen Kirche her.
Der Bau von 1928/29 ist ein vergleichsweise schlichter Sakralbau der Zwischenkriegszeit. Das rechteckige Langhaus schließt an einen eingezogenen Chor an; über dem Dach erhebt sich ein kleiner Dachreiter. Die äußere Erscheinung unterscheidet sich damit deutlich von den älteren barocken oder historistischen Wallfahrtskirchen der Region.
An der Fassade befindet sich ein Kreuzigungsrelief aus glasiertem Ton von Leo Miller. Darunter steht die Aufforderung aus dem Matthäusevangelium: "Kommet alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid."
Die Ausstattung des Kircheninneren ist wesentlich älter als das Gebäude selbst. Der barocke Hochaltar stammt ursprünglich aus der Hauskapelle der Halleiner Schulschwestern und wurde für die neue Kirche nach Pöham übertragen. Im Mittelpunkt steht die Schwarze Madonna mit dem Jesuskind, flankiert von Figuren der Apostel Petrus und Paulus; den oberen Abschluss bildet eine Darstellung der Dreifaltigkeit im Strahlenkranz.
Weitere spätbarocke Figuren, darunter der heilige Sebastian und Christus an der Geißelsäule, stammen noch aus der alten Brandstättkapelle. Auch die kleine Barockorgel des 18. Jahrhunderts wurde nicht für Pöham geschaffen, sondern befand sich ursprünglich auf Schloss Stuppach bei Gloggnitz in Niederösterreich. Mehrere moderne Glasfenster kamen später aus dem ehemaligen Steyler Missionshaus St. Severin in Fürstenfeld nach Pöham.
Das eigentliche Gnadenbild von Pöham ist eine Schwarze Madonna mit dem Jesuskind. Die Figur wird als Lorettomadonna angesprochen und gehört damit zu einem Bildtypus, der seit der frühen Neuzeit in zahlreichen europäischen Wallfahrtsorten Verbreitung fand.
Mit der dunklen Färbung der Pöhamer Madonna verbindet sich eine lokale Erklärung, nach der die Figur durch wiederholte Brände in einer der älteren Kapellen geschwärzt worden sei. Ob die heutige Färbung tatsächlich auf Rauch- oder Brandschäden zurückgeht oder von Anfang an Teil des Bildtypus der Schwarzen Madonna war, lässt sich nicht sicher entscheiden. Für die örtliche Überlieferung war jedenfalls die Vorstellung bedeutsam, dass die Madonna die Gefahren und Zerstörungen der älteren Kapelle gewissermaßen selbst überstanden habe.
Nach dem Abbruch der alten Kapelle gelangte die Figur zeitweilig in privaten Besitz in Pfarrwerfen. Die Bewohner von Pöham setzten sich jedoch dafür ein, dass das Gnadenbild wieder an seinen angestammten Ort zurückkehrte und in der neu erbauten Kirche aufgestellt wurde. Diese Rückführung zeigt, dass sich die religiöse Identität des Wallfahrtsortes weniger an das ältere Bauwerk als vielmehr an die verehrte Marienfigur gebunden hatte.
Die Schwarze Madonna wurde bereits in den älteren Kapellen von Pöham verehrt und bildete den Mittelpunkt einer örtlichen Wallfahrt. Mit ihr verbindet sich der historische Wallfahrtscharakter des Ortes, der auch nach Errichtung des Neubaus fortgeführt wurde.
Die frühere lokale Wallfahrt hat im Verlauf des 20. Jahrhunderts jedoch weitgehend an Bedeutung verloren. Eine größere regelmäßig organisierte Wallfahrt nach Pöham ist heute nicht mehr nachweisbar. Die Kirche wird weiterhin liturgisch genutzt und trägt nach wie vor die traditionelle Bezeichnung Wallfahrtskirche. Am Fest Mariä Himmelfahrt wird in Pöham der Prangtag begangen, wodurch die örtliche Marienverehrung weiterhin sichtbar bleibt.
Pöham ist daher heute am besten als historischer Wallfahrtsort mit weitgehend erloschener eigentlicher Wallfahrt, aber fortbestehender lokaler Verehrung der Schwarzen Madonna einzuordnen.
Volkskundlich bemerkenswert ist zunächst die Überlieferung von der Entstehung der älteren Hofkapelle nach einem Schatzfund. Solche Gründungserzählungen verbinden außergewöhnlichen materiellen Gewinn mit der Verpflichtung zu religiösem Dank. Der gefundene Schatz erscheint dabei nicht nur als persönliches Glück, sondern als Gabe, auf die mit einer Stiftung an die Gottesmutter geantwortet werden musste.
Noch stärker als der Bauplatz prägte jedoch die Schwarze Madonna die Kontinuität des Wallfahrtsortes. Der ältere Kapellenbau konnte verschwinden, das Gnadenbild blieb bestehen und wurde in die neue Kirche übertragen. Damit wurde der sakrale Mittelpunkt des Ortes nicht durch die Architektur, sondern durch das verehrte Objekt bestimmt. Die zwischenzeitliche Verbringung der Figur in privaten Besitz und ihre spätere Rückkehr nach Pöham verstärken diesen Eindruck: Die Madonna wurde offenbar als gemeinschaftlicher religiöser Besitz empfunden, dessen Anwesenheit für die Identität des Heiligtums wesentlich war.
Auch die volkstümliche Erklärung der dunklen Färbung durch frühere Brände gehört in diesen Zusammenhang. Unabhängig von ihrer historischen Richtigkeit verknüpft sie das Aussehen der Statue mit der lokalen Geschichte und verleiht dem Gnadenbild eine zusätzliche biographische Dimension: Die Figur erscheint selbst als Zeugin der Gefährdungen und Veränderungen, denen der Wallfahrtsort im Lauf der Zeit ausgesetzt war.
- Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Salzburg. Wien 1986, S. 298.
- Weidl, Reinhard: Die Kirchen von Pfarrwerfen, Werfen, Werfenweng. Salzburg 2006 (= Christliche Kunststätten Österreichs 455).
- Wieland, Carmen (Bearb.): Chronik von Pöham. Pöham 2012.
- Pfarrwerfen: Informationen zur Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Pöham.
- Bundesdenkmalamt: Denkmalliste Salzburg, Filial- und Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Pöham.
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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