Golling an der Salzach-Torren, Wallfahrtskirche zum hl. Nikolaus (erloschene Wallfahrt)

Schnellüberblick
Wallfahrt:Wallfahrtskirche St. Nikolaus in Golling-Torren: Nikolausberg, Votivbilder, Außenkanzel, Schutz vor Wassergefahren und erloschene Wallfahrt.
Status:Die eigenständige historische Nikolauswallfahrt ist erloschen; Kirche und Votivzeugnisse bleiben erhalten.
Kultzentrum:Wallfahrtsbild des hl. Nikolaus bei der Rettung eines Knaben aus Seenot.
Ort:Torren bei Golling an der Salzach
Region:Tennengau
Bundesland:Salzburg
Lage und Besuch
Lage: Torren 54, 5440 Golling an der Salzach.
Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Salzburger Tennengau
Ansicht in Street View
Web: Pfarre Golling an der Salzach
Geöffnet: Verschlossen, nur zu besonderen Anlässen geöffnet. Besichtigung nur über das Pfarramt möglich.
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Bilddokumentation - 3 vorhandene Bilder
Ausführliche Beschreibung - Geschichte, Wallfahrt, Kultobjekt und Volkskunde

Bilddokumentation

Außenansicht:

Wallfahrtskirche zum hl. Nikolaus in Torren, Golling, Außenansicht

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Außenansicht:

Wallfahrtskirche zum hl. Nikolaus in Torren, Golling, Außenansicht

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Innenansicht:

Wallfahrtskirche zum hl. Nikolaus in Torren, Golling, Innenansicht

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Ausführliche Beschreibung

Die Wallfahrtskirche zum heiligen Nikolaus liegt im Gollinger Ortsteil Torren auf dem sogenannten Nikolausberg, einem rund zehn Meter über den Talboden aufragenden, nach mehreren Seiten steil abfallenden Felskopf am Westrand des Salzachtales. Der kleine spätgotische Kirchenbau war Mittelpunkt einer historisch bedeutenden Nikolauswallfahrt, deren besondere Anliegen vor allem in der Bewahrung vor Wassergefahren sowie im Schutz der bäuerlichen Nutztiere vor Krankheiten lagen.

Kultgegenstand der Wallfahrt war ein Bild des heiligen Nikolaus bei der Rettung eines Knaben aus Seenot. Einige historische Votivbilder haben sich erhalten und dokumentieren die frühere Bedeutung des Gnadenortes. Eine außen am Kirchenbau angebrachte Kanzel erinnert zusätzlich an Zeiten größeren Wallfahrtszulaufes, als Predigten für die versammelten Pilger im Freien gehalten werden mussten.

Die eigenständige historische Wallfahrt zum heiligen Nikolaus ist heute erloschen. Die Kirche wird weiterhin kirchlich genutzt und traditionell als Wallfahrtskirche bezeichnet, besitzt jedoch keinen mit dem historischen Pilgerwesen vergleichbaren regelmäßigen Wallfahrtsbetrieb mehr.

Der Nikolausberg

Die Kirche steht auf einem auffälligen Felskopf, der regional auch als "Palfen" bezeichnet werden kann. Der nach mehreren Seiten steil abfallende Platz liegt vor dem Eingang des Tales und bildet einen natürlichen Aussichtspunkt über den westlichen Rand des Salzachtales.

Die exponierte Lage war bereits Jahrtausende vor Errichtung der christlichen Kirche für Menschen von Bedeutung.

Archäologische Untersuchungen konnten auf dem ungefähr 10 × 120 Meter großen Nikolausberg Siedlungsspuren nachweisen, die vom Mesolithikum, der Mittelsteinzeit, bis in die römische Epoche reichen.

Besondere Aufmerksamkeit erregte ein 1982 entdecktes eisenzeitliches Werkzeugdepot.

Das keltische Schmiededepot

Bei systematischen Grabungen des Heimatmuseums Golling wurde in nur etwa 35 Zentimetern Tiefe ein Depot mit Werkzeugen eines Grobschmiedes aus der Latènezeit freigelegt.

Zum Fund gehören ein schwerer pyramidenförmiger Amboss, ein kleiner Setzhammer, zwei große Schmiedezangen, eine Herdschaufel, ein Bandeisen und ein Eisenring. Schlackenreste belegen zusätzlich metallverarbeitende Tätigkeit am Nikolausberg.

Der Fund wird mit der keltischen Bevölkerung des Salzburger Raumes, insbesondere den Ambisonten, in Verbindung gebracht.

Die Fundgegenstände werden heute im Museum Burg Golling aufbewahrt.

Die außergewöhnlich lange Nutzung des Nikolausberges macht den Platz archäologisch bedeutsam. Ein Zusammenhang zwischen der vorgeschichtlichen Besiedlung und dem späteren christlichen Nikolauskult lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Für eine vorchristliche Kultstätte oder eine kontinuierliche religiöse Nutzung des Platzes fehlen entsprechende Nachweise.

Die Nikolaus-Andachtsstätte

Eine dem heiligen Nikolaus geweihte Andachtsstätte ist in Torren bereits im 15. Jahrhundert nachweisbar.

Der bestehende spätgotische Kirchenbau entstand kurz nach 1500. Damit gehört die Kirche zu jener Gruppe kleiner spätmittelalterlicher Sakralbauten, deren Bedeutung später durch einen besonderen Gnadenkult weit über ihre Funktion als lokale Filialkirche hinauswuchs.

Das Patrozinium des heiligen Nikolaus ist angesichts der historischen Wallfahrtsanliegen besonders bemerkenswert.

Nikolaus von Myra gehörte zu den wichtigsten Schutzheiligen der Reisenden und insbesondere jener Menschen, deren Leben und Erwerb mit dem Wasser verbunden waren. Schiffer und andere "fahrende Leute" sahen in ihm einen besonderen Fürsprecher gegen die Gefahren der Reise.

In Torren erhielt dieses allgemeine Nikolauspatronat eine konkrete regionale Ausprägung.

Das Wallfahrtsbild

Der eigentliche Kultgegenstand war nach Johannes Neuhardt ein Bild des heiligen Nikolaus bei der Rettung eines Knaben aus Seenot.

Damit stand nicht lediglich die allgemeine Verehrung des Kirchenpatrons im Mittelpunkt, sondern eine Darstellung, die eine konkrete wundertätige Hilfe des Heiligen vor Augen führte.

Das Bildthema ist für den Wallfahrtsort besonders aussagekräftig.

Nikolaus erscheint hier als Retter aus einer unmittelbar lebensbedrohenden Wassergefahr. Die Darstellung veranschaulichte damit genau jene Schutzfunktion, aufgrund derer zahlreiche Pilger nach Torren kamen.

Bild und Wallfahrtsanliegen bildeten eine inhaltliche Einheit.

Bewahrung vor Wassergefahren

Zu den wichtigsten Anliegen der Torrener Wallfahrt gehörte die Bitte um Schutz vor Gefahren des Wassers.

Johannes Neuhardt hebt ausdrücklich hervor, dass neben den bäuerlichen Sorgen um Krankheiten des Viehs vor allem die Bewahrung vor Wassergefahren zu den Hauptmotiven des Wallfahrens gehörte.

Dies fügt sich unmittelbar in das traditionelle Patronat des heiligen Nikolaus ein.

In einer Landschaft, deren Verkehr und wirtschaftliches Leben über Jahrhunderte wesentlich von Flüssen und Bächen geprägt waren, war Wasser zugleich Lebensgrundlage und ständige Gefahr.

Hochwasser, reißende Strömungen, Unfälle beim Übersetzen sowie andere Gefahren der Fortbewegung an und auf Gewässern gehörten zur Erfahrungswelt der Bevölkerung.

Die Verehrung eines Heiligen, dessen Legenden wiederholt von wunderbarer Rettung aus Seenot berichten, erhielt dadurch eine unmittelbare lebensweltliche Bedeutung.

Landschaft und Wallfahrtsanliegen

Die Lage der Kirche verstärkte diese Verbindung.

Der Nikolausberg erhebt sich am Rand einer ausgesprochen wasserreichen Landschaft, in der Salzach, Seitenbäche und die Schluchten des Tennengaus das Gelände prägen.

Es wäre jedoch zu weitgehend, die Entstehung der Wallfahrt unmittelbar aus einem einzelnen Naturdenkmal oder einem bestimmten Gewässer ableiten zu wollen.

Entscheidend ist vielmehr der größere Zusammenhang: Nikolaus war Schutzheiliger gegen Wassergefahren, und genau diese Gefahren gehörten zur alltäglichen Lebenswirklichkeit der Menschen des Salzachtales.

Der allgemeine Heiligenkult erhielt dadurch in Torren eine spezifisch lokale Bedeutung.

Schutz des Viehs

Das zweite große Anliegen der Wallfahrer betraf Krankheiten der bäuerlichen Nutztiere.

Damit erweitert sich das übliche Patronat des heiligen Nikolaus um eine ausgeprägt agrarische Dimension.

Für die bäuerliche Bevölkerung bedeutete der Verlust von Rindern, Pferden oder anderen Nutztieren nicht lediglich einen finanziellen Schaden. Tiere waren Nahrungsgrundlage, Kapital, Transportmittel und Arbeitskraft.

Krankheiten und Unfälle im Viehbestand konnten daher die wirtschaftliche Existenz eines Hofes ernsthaft gefährden.

In solchen Situationen wandten sich Menschen an Gnadenorte, deren Heilige aufgrund bereits erfahrener oder überlieferter Gebetserhörungen als besonders hilfreich galten.

Die Torrener Nikolauswallfahrt verband damit zwei Lebenswelten: die Gefahren des Wassers und die Sorgen der bäuerlichen Tierhaltung.

Die Votivbilder

Von der früheren Wallfahrt haben sich einige Votivbilder erhalten.

Johannes Neuhardt spricht bereits in seiner Darstellung der Salzburger Wallfahrten davon, dass Votivbilder nur mehr in geringer Zahl vorhanden seien.

Gerade diese wenigen erhaltenen Stücke besitzen deshalb besonderen Quellenwert.

Votivbilder entstanden gewöhnlich aufgrund eines Gelübdes. Ein Mensch versprach im Fall einer Rettung, Heilung oder sonstigen Hilfe eine Gabe und erfüllte dieses Versprechen nach dem glücklichen Ausgang.

Das Bild dokumentierte damit eine individuelle Notsituation und zugleich die Überzeugung, dass die angerufene himmlische Macht geholfen habe.

Für spätere Wallfahrer wurden solche Bilder zu sichtbaren Zeugnissen bereits erfolgter Gebetserhörungen.

Das Pferdevotiv

Unter den überlieferten Votivdarstellungen wird auch ein verunglücktes Pferd genannt. Gerade ein solches Motiv verdeutlicht die wirtschaftliche und emotionale Bedeutung der Wallfahrt. Ein Pferd war kostbarer Besitz, Arbeitskraft und Transportmittel. Sein Verlust konnte einen bäuerlichen Haushalt erheblich treffen.

Die Darstellung eines verunglückten Tieres in einem Wallfahrtszusammenhang erinnert deshalb daran, dass Votivbilder keine abstrakten religiösen Kunstwerke waren.

Sie erzählen von konkreten Krisen des täglichen Lebens.

Krankheit, Unfall, Hochwasser und Tiernot bildeten jene Erfahrungswelt, aus der heraus Menschen den Weg zum heiligen Nikolaus von Torren suchten.

Die Außenkanzel

Zu den bedeutendsten erhaltenen Zeugnissen der früheren Wallfahrtsinfrastruktur gehört die Außenkanzel der Kirche.

Sie entstand im 17. Jahrhundert und gehört zu einem im Tennengau mehrfach anzutreffenden Typus.

Eine Außenkanzel wurde dort notwendig, wo der Kirchenraum die an großen Wallfahrtstagen zusammenströmenden Menschen nicht mehr aufnehmen konnte.

Der Prediger trat ins Freie und konnte von der erhöhten Kanzel aus eine große Pilgermenge erreichen.

Die Außenkanzel ist daher weit mehr als ein kunsthistorisches Ausstattungsstück.

Sie ist baulich erhaltenes Zeugnis des früheren Pilgerzulaufes.

Wallfahrtsinfrastruktur

Mit der Außenkanzel wird sichtbar, dass Wallfahrt nicht allein aus dem Gnadenbild und dem Gebet vor einem Altar bestand.

Größere Pilgergruppen benötigten Wege, Stiegen, Versammlungsflächen und Möglichkeiten, auch außerhalb des Kirchenraumes an Predigt und Gottesdienst teilzunehmen.

Zum historischen Erscheinungsbild von Torren gehört auch eine alte Pilgerstiege, die den Aufstieg zum erhöht gelegenen Heiligtum erleichterte.

Damit lässt sich der praktische Ablauf einer Wallfahrt zumindest teilweise noch in der Landschaft ablesen:

Der Pilger näherte sich dem Felsberg, stieg zum Heiligtum empor, gelangte zur Kirche und traf dort auf andere Wallfahrer. Bei großem Andrang wurde die religiöse Verkündigung in den Außenraum verlegt.

Solche baulichen Einrichtungen gehören zur materiellen Kultur der Wallfahrt und sind ebenso aussagekräftig wie Altar, Gnadenbild und Votivtafeln.

Wallfahrtskirchen mit Außenkanzeln im Tennengau

Die Torrener Außenkanzel steht regional nicht allein.

Auch an anderen historischen Wallfahrtskirchen des Tennengaus finden sich Außenkanzeln, darunter bei der Wallfahrtskirche St. Margarethen in Bad Vigaun.

Diese baulichen Zeugnisse verweisen auf eine Phase intensiven Wallfahrtswesens, in der große Pilgergruppen unter freiem Himmel seelsorglich betreut werden mussten.

Die zeitliche Nähe der barocken Außenkanzeln verschiedener Tennengauer Wallfahrtsorte ist bemerkenswert, lässt für sich allein jedoch noch keine gemeinsame organisatorische Entwicklung erkennen.

Sie zeigt vielmehr, dass der Wallfahrtsbetrieb in dieser Region während der frühen Neuzeit eine beträchtliche Größenordnung erreichen konnte.

Der barocke Kirchenraum

Die qualitätvolle barocke Ausstattung bildet innerhalb des spätgotischen Kirchenbaues ein weitgehend geschlossenes Ensemble.

Wie an zahlreichen Wallfahrtsorten wurde damit ein älterer Sakralbau den religiösen und ästhetischen Vorstellungen der Barockzeit angepasst.

Der Wallfahrer begegnete dem heiligen Nikolaus nicht allein in einem einzelnen Bild, sondern innerhalb eines reich ausgestatteten Kirchenraumes, dessen Bilder und Figuren das System himmlischer Hilfe erweiterten.

Darstellungen der Vierzehn Nothelfer und anderer religiöser Schutzmächte ergänzten die zentrale Nikolausverehrung.

Die Kirche bot dadurch für unterschiedliche Notlagen verschiedene religiöse Ansprechpartner.

Nikolaus und die fahrenden Leute

Die traditionelle Bezeichnung des heiligen Nikolaus als Patron der "fahrenden Leute" ist für Torren besonders passend.

Damit waren historisch nicht nur Reisende im heutigen Sinn gemeint.

Schiffer, Flößer, Fuhrleute, Händler und andere Menschen, deren Erwerb mit gefährlichen Wegen verbunden war, standen unter seinem besonderen Schutz.

Für eine Region an einer der wichtigen Nord-Süd-Verbindungen durch das Salzachtal erhielt dieses Patronat zusätzliche Bedeutung.

Die Wallfahrt nach Torren verband dadurch bäuerliche Schutzfrömmigkeit mit den Gefahren von Verkehr und Reise.

Die Wallfahrt ist heute erloschen

Die Kirche trägt weiterhin die traditionelle Bezeichnung Wallfahrtskirche St. Nikolaus.

Ein regelmäßiger eigenständiger Wallfahrtsbetrieb zum heiligen Nikolaus, wie er durch die erhaltene Außenkanzel, Pilgerstiege und Votivbilder für frühere Jahrhunderte bezeugt ist, besteht heute jedoch nicht mehr.

Die historische Wallfahrt ist deshalb als erloschen einzustufen, dies bedeutet nicht, dass die Kirche ihre religiöse Funktion verloren hätte.

Sie wird weiterhin für Gottesdienste und kirchliche Feiern verwendet, und auch das Patrozinium des heiligen Nikolaus bleibt Bestandteil des örtlichen religiösen Lebens.

Zwischen dieser heutigen kirchlichen Nutzung und der historischen Wallfahrt mit überörtlichem Pilgerzulauf muss jedoch unterschieden werden.

Der Kirtag

Auch der örtliche Kirtag beziehungsweise kirchliche Festtag darf nicht ohne weiteres mit dem früheren Wallfahrtsbetrieb gleichgesetzt werden.

Ein Kirtag ist zunächst an das Kirchweih- oder Patronatsfest gebunden und kann neben dem Gottesdienst zahlreiche gesellschaftliche und wirtschaftliche Funktionen besitzen.

Historisch konnten Kirtag und Wallfahrt eng miteinander verbunden sein.

Für die heutige Situation belegt ein fortbestehender Kirtag jedoch nicht automatisch das Weiterbestehen einer eigenständigen Wallfahrt.

Gerade bei ehemaligen Wallfahrtsorten kann das örtliche Fest wesentlich länger weiterleben als der frühere Pilgerzustrom.

Vorgeschichte und christlicher Kult

Die außergewöhnlich lange Besiedlungsgeschichte des Nikolausberges lädt zu Spekulationen über eine mögliche religiöse Kontinuität ein.

Eine solche Verbindung lässt sich jedoch nicht belegen.

Das keltische Schmiededepot dokumentiert handwerkliche Tätigkeit, nicht einen Kult. Auch die übrigen vorgeschichtlichen und römischen Siedlungsspuren beweisen lediglich, dass der exponierte Felskopf über lange Zeiträume genutzt wurde.

Zwischen diesen Befunden und der spätmittelalterlichen Nikolausverehrung liegen viele Jahrhunderte.

Eine unmittelbare Ableitung des christlichen Wallfahrtsortes aus einem vermeintlichen vorchristlichen Heiligtum wäre daher wissenschaftlich nicht gerechtfertigt.

Volkskundliche Bedeutung

Torren besitzt eine für einen kleinen Wallfahrtsort bemerkenswert geschlossene religiöse Struktur.

Im Mittelpunkt steht der heilige Nikolaus als Retter aus Gefahr. Das Kultbild zeigt ihn bei der Rettung eines Knaben aus Seenot. Genau dazu passen die überlieferten Hauptanliegen der Wallfahrer: Schutz vor Wassergefahren und Hilfe bei Krankheiten beziehungsweise Gefahren des Viehs.

Die Votivbilder übersetzen diese allgemeinen Schutzfunktionen wiederum in konkrete individuelle Lebensgeschichten.

Pilgerstiege und Außenkanzel zeigen schließlich, dass aus solchen persönlichen Anliegen zeitweise eine größere gemeinschaftliche Wallfahrtsbewegung entstand.

Gerade die Verbindung des Nikolauskultes mit der wasserreichen Landschaft des Salzachtales und den wirtschaftlichen Sorgen der bäuerlichen Bevölkerung gibt der Torrener Wallfahrt ihr charakteristisches lokales Profil.

Literatur zur Wallfahrt

- Dehio-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Salzburg. Wien 1986.

- Gugitz, Gustav: Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch, Bd. 5. Wien 1958.

- Neuhardt, Johannes: Wallfahrten im Erzbistum Salzburg. München/Zürich 1982, S. 83.

- Neuhardt, Johannes (Hg.): Salzburgs Wallfahrten in Kult und Brauch. Salzburg 1986.

- Schmeißner, Roman Matthias: Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen. Duisburg/Köln 2015.

- Museum Burg Golling: archäologische Funde vom Nikolausberg, darunter das latènezeitliche Schmiededepot.

- Pfarre Golling an der Salzach: Dokumentation zur Wallfahrtskirche St. Nikolaus in Torren.

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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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