Wilhering, Dörnbach, Pfarr- und Wallfahrtskirche Dörnbach

Ursprünglich soll hier eine kleine Kapelle, dem hl. Ulrich (Bischof von Regensburg, + 973) geweiht, gestanden haben. Auf dem linken Seitenaltar befindet sich heute noch eine Statue dieses Heiligen, der ja auch Kirchenpatron ist. Im Jahre 1333 wurde ein gotischer Neubau geweiht. Weitere Umbauten müssen zu Beginn des 16. Jahrhunderts geschehen sein. An diese Bauepoche erinnert z. B. die Steinkanzel von 1501 an der südlichen Außenseite der Kirche, dann auch die gotische, sternrippengewölbte Vorhalle ("Laube" genannt) des Südtores und die daran stoßende sternrippengewölbte Kapelle zur schmerzhaften Muttergottes, wie auch das Sakramentshäuschen an der Nordwand des Chores, dessen Abschlussgitter jenem des Sakramentshäuschens in Lorch-Enns nachgebildet ist. 1874/75 wurde die Kirche erweitert und der Turm gebaut. Während der josefinischen Zeit gehörte die Kirche zur Zisterze Engelszell, jetzt untersteht sie dem Stift Wilhering.

Die Einrichtung ist neuromanisch. Über dem Chorbogen zum Presbyterium ist seit 1876 eine Nachbildung des Gnadenbildes Maria vom Guten Rat in Genazzano bei Rom angebracht. Auf dem Hochaltar befindet sich die Statue einer stehenden, gekrönten Muttergottes, das nackte, gekrönte Kind auf dem rechten Arm haltend (ca. 1520); sie kam 1749 samt dem Altar von Schönering hierher; die Statue ist angeblich eine Nachbildung jener Statue, vor welcher der hl. Aloisius zu beten pflegte und die sich jetzt bei den Franziskanern in Wien befindet.

Kultgegenstand: Nach Gugitz die Statue auf dem Hochaltar, doch sicherlich auch das oben erwähnte Bild "Maria vom Guten Rat", nach dem die Kirche ja auch benannt wird. Welcher Kultgegenstand früher hier verehrt wurde, ist unbekannt, doch muss auch bereits im Mittelalter das Gotteshaus Ziel von Wallfahrten gewesen sein, da ansonsten die Außenkanzel keine Berechtigung hätte.

Legende: Vermutlich wurde die Kirche von einem Ritter errichtet, welcher der Schrecken der ganzen Gegend war, von seinen Knappen aber zu einem frommen Leben bekehrt wurde.

Wallfahrt: Die Kirche erhielt 1779 und 1854 zur Verehrung der Goldenen Samstage, die hier besonders gepflegt wurde, päpstliche Ablässe. Wallfahrt seit 1660. Es müsste somit früher ein anderer Kultgegenstand vorhanden gewesen sein, da die jetzt verehrte Statue doch erst 1749 aufgestellt wurde.
— Am 1. Mai die Kolpingsöhne von Linz und am 1. und 3. Sonntag im Oktober von Pasching, Leonding, Traun, Hörsching, Wilhering, Ottensheim, wie auch von Linz, z. B. vom Langholzfeld, der Familienpfarre und der Herz-Jesu-Pfarre.

Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.


Lage: Pfarrhofweg 7, 4073 Wilhering.
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Web: Pfarrgemeinde Dörnbach
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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