Linz, Kreuzweg und Kalvarienbergkirche St. Margarethen
Der Kreuzweg wurde 1608 errichtet, 1654 erbaute man den Großteil der Kreuzwegstationen, 1656 wurden diesen zwei weitere hinzugefügt, im darauffolgenden Jahr wurde der Weg in den Felsen gehauen, und die restlichen Stationen bis zum Gipfel errichtete man ebenfalls in diesem Jahr. 1660 konnte die Kapelle des Grabes Christi vollendet werden. 1663 wurden die Stationen mit Eisengittern umgeben und geweiht. Die Stiege auf den Berg legte man 1664 an. 1789 wurden die älteren Stationen an der Straße aufgelassen. 1824 werden nur zwei Stationen erwähnt. Die Anregung zu dem heute bestehenden Kreuzweg gab Stadtpfarrer Matthias Kirchsteiger; 1850 erfolgte seine Weihe. Die Station Christus am Ölberg ist von Franz Schneider, alle anderen schuf Franz Liebert.
Die hl. Grabkapelle im Friedhof, ein rechteckiger Bau mit der Eingangswand zur Kirche, wurde 1659 erbaut. Im Grabraum befindet sich eine liegende Christusfigur aus dem 19. Jahrhundert und zwei aus Brettern ausgeschnittene bemalte Engelsfiguren aus dem 18. Jahrhundert. Der Friedhof am Abhang gegen die Donau wurde 1792 bewilligt. Hier auf dem Friedhof steht an Stelle eines alten Kreuzes ein großes Kruzifix mit Corpus aus Sandstein aus dem 19. Jahrhundert.
Kultgegenstand: Hl. Stiege, über die auf den Knien gegangen wurde und das Kruzifix; früher auch die Marienstatue in der Kapelle Maria-Heilbrunn, die sich nun im Hof des Stadtpfarramtes befindet.
Wallfahrt: Prozessionen aus den verschiedenen Linzer Pfarren, auch vom Haus der Barmherzigkeit, in der Karwoche von Palmsonntag bis einschließlich Mittwoch, meist abends zwischen 7 bis 9 Uhr. An den Kartagen nur einzelner Besuch, aber keine Prozessionen, da an diesen Tagen in den Pfarrkirchen die eigenen Karfeiern stattfinden.
Kalvarienbergkirche: Sie wurde 1651 bis 1654 vom Jesuitenpater Philibert Boccabella erbaut; 1688 wurde die Sakristei errichtet; im selben Jahr fand die Weihe der Kirche durch den Passauer Dompropst Franz Anton v. Losenstein statt; die Kirche galt ursprünglich als 12. Station des Kreuzweges, 1759 wurde dann außerhalb der Kirche eine eigene Station errichtet, die frühere Kreuzigungsgruppe kam in den Barbarafriedhof. Die Seitenkapelle wurde 1899 angebaut. Die Kirche bildet ein langgestrecktes Achteck mit rechteckigem Chor; die illusionistische Architekturmalerei wurde um 1760 geschaffen. Der reichgegliederte Hochaltar aus Marmor trägt eine vergoldete Schnitzwerkgruppe "Gekreuzigter mit Maria und Johannes", entstanden um 1738; zwei Gemälde "Schmerzhafte Muttergottes" und "Pilger vor Kruzifix" stammen vermutlich von Bartholomeo Altomonte.
Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.
| | Lage: Zaubertalstraße 9a, St. Margarethen, 4020 Linz. |
| | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Linz und OÖ Zentralraum |
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| | Web: Pfarrgemeinde Linz-St. Margarethen |
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| | Literatur zur Wallfahrt: |
| - J. Schmidt, Die Linzer Kirchen, Österreichische Kunsttopographie, Bd. XXXVI (1964). | |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |
