Linz, Pöstlingbergkirche Basilika "Sieben Schmerzen Mariä"
Die Pöstlingbergkirche ist eine Pfarr- und Wallfahrtskirche auf der Kuppe des Pöstlingberges im Linzer Stadtteil Pöstlingberg.
Die Kirche, dem Gedächtnis der Schmerzen Mariens (Sieben Schmerzen Mariä) geweiht, wurde ab 1742 errichtet, 1747 wurde das Gnadenbild in den vollendeten Chor übertragen, 1748 wurde sie geweiht.
Jährlich pilgern über 300.000 Menschen auf den Pöstlingberg bei Linz.
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Im Jahre 1716 brachte Franz Anton Obermayr, Ausgeber bei den Kapuzinern, an einem Wetterkreuz auf dem Pöstlingberg ein Vesperbild an. 1717 ließ er darüber eine Hütte erbauen. Ungefähr 1720 begann der Zustrom von Pilgern. Graf Gundomar Joseph v. Starhemberg ließ nach 1720 eine Kapelle mit einigen Sitzbänken errichten. 1730/31 wurde eine neue Kapelle mit gemauertem Unterbau und eichenen Wänden gebaut. Nach langwierigen Verhandlungen wurde 1738 bis 1748 die Kirche nach Plänen des Linzer Baumeisters Johann Matthias Krinner gebaut. Die Weihe fand 1748 statt; das Vesperbild war bereits 1747 in die Kirche gebracht worden. Die Türme hatten ursprünglich Pyramidendächer und erhielten erst 1891/92 ihre heutige Form. Zweimal wurde die Kirche schwer von Bränden heimgesucht, das erste Mal am 17. Mai 1919 und dann am 31. Mai 1963. Im Innern der Kirche sind die reichen Rokoko-Stuckverzierungen in der Art Kaspar Modlers (um 1772) bemerkenswert. Im Oratorium sind Wandgemälde über die Entstehungsgeschichte der Kirche; auch das Deckenfresko ist beachtenswert. Auf dem Hochaltar befindet sich inmitten eines Strahlenkranzes das Gnadenbild, außenherum schweben Engel und Putten, die Leidenswerkzeuge tragend. In der Votivkapelle Votivbilder und -gaben aus dem 19. Jahrhundert.
Kultgegenstand: Vesperstatue auf dem Hochaltar, 1716 vom Linzer Bildhauer Ignaz Jobst geschnitzt; gekrönte Muttergottes, sitzend, mit Schwert im Herzen, mit der rechten Hand das Haupt des Sohnes stützend, mit der linken Hand die rechte Hand Christi haltend; Christus nach rechts gerichtet. — Andere Kultgegenstände: Hl. Apollonia, hl. Ottilie, hl. Judas Thaddäus.
Legende: Die Gottesmutter erschien Franz Obermayr dreimal im Traum auf hohem Wolkenthron über Linz, die Stadt segnend. Nachdem er Gaben gesammelt hatte, ließ er davon eine Statue der Schmerzhaften Muttergottes schnitzen und brachte sie am 1. Adventssonntag 1716 am Wetterkreuz auf dem Pöstlingberg an. — Nach einer anderen Version gehörte der Gipfel des Pöstlingberges einst zum großen Pöstlingergut. Der Pöstlinger schickte seine Leute dorthin, um Holz zu schlagen. Es wurde auch ein Baum gefällt, an dem ein Marienbild hing. Die Knechte hatten das Bild zuvor herabgenommen und trugen es am Abend mit heim. Am nächsten Morgen hing das Bild wieder an einem Baum im Holzschlag. Als es die Knechte mitnahmen, wiederholte sich der Vorgang. Da erbaute man auf dem Holzschlag eine Kapelle für das Bild.
Wallfahrt: Von Ostern bis Allerheiligen, besonders an den sechs Fatimatagen (13. Mai bis 13. Oktober), sowohl in Gruppen, wie auch Einzelpersonen; nicht nur aus Oberösterreich, sondern aus fast ganz Österreich, auch aus dem Bayrischen Wald (z. B. Weiden, Fichtach) und aus Darmstadt. Der Besuch von Wallfahrergruppen ist immer mit einer hl. Messe und dem Sakramentenempfang verbunden. Auf dem Pöstlingberg merkt man gut, dass heute eine Wallfahrt vielfach den Besuch mehrerer Wallfahrtstätten einschließt oder mit kulturellen Zielen verbunden ist.
Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.
| | Lage: Pöstlingberg 1, 4040 Linz. |
| | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Linz und OÖ Zentralraum |
| | Ansicht in Street View |
| | Web: Pfarre Urfahr-Pöstlingberg |
| | Geöffnet: täglich, zu den üblichen Kirchenöffnungszeiten. |
| | Außenansicht: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
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| | Außenansicht: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
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| | Kirchenraum: |
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| | Hochaltar mit dem Gnadenbild: |
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| | Gnadenbild: |
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| | Seitenkapelle mit den Votivbildern: |
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| | Pöstlingbergbahn: Auf den Pöstlingberg gelangt man bis heute am besten mit der 1897 errichteten Pöstlingbergbahn - hier eine Aufnahme aus 1898: |
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| | Literatur zur Wallfahrt: |
| - Dokumentation zur Die Pöstlingbergbahn in Linz auf SAGEN.at | |
| - J. Schmidt, Die Linzer Kirchen, österreichische Kunsttopographie, Bd. XXXVI (1964). | |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |