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St. Wolfgang gehörte zu den bedeutendsten Wallfahrten des Mittelalters. Die ursprüngliche Kirche war dem hl. Johannes geweiht; die Darstellung der Krönung Mariens auf dem Pacher-Altar lässt den Schluss zu, dass auch der frühere Hochaltar ein Marienaltar war. Wolfgang war nur Nebenpatron und gelangte erst durch die Wallfahrt zu seiner Bedeutung. Im Jahre 1487, eben durch den Aufschwung der Wallfahrt und dem damit verbundenen wirtschaftlichen Aufblühen des Ortes, erhielt die Kirche pfarrliche Rechte. Die erste urkundliche Nachricht über eine Wallfahrt haben wir aus dem Jahre 1306, als Bischof Bernhard von Passau der Kirche einen Ablassbrief erteilte; hierin bestätigte er auch die uns allerdings unbekannten Vergünstigungen, die durch seine Vorgänger verliehen worden waren. Die Wallfahrt wurde im Laufe der Zeit eine der bedeutendsten Einnahmequellen des Klosters Mondsee, sogar zur Zeit des Protestantismus betrugen die jährlichen Einnahmen 15.000 bis 18.000 Goldgulden. Zahlreiche Mirakelbücher und Wallfahrtsbilder, letztere im 15. Jahrhundert aus der Mondseer Werkstätte für Holzschnitte und Kupferstiche stammend, fanden weite Verbreitung. Nach 1732 erschien, aus der Feder des damaligen Abtes von Mondsee, Bernhard Lidl, das bekannteste Mirakelbuch unter dem Titel "Gesegnetes Aberseeisches Gebürg". Erst als Josef II. alle Wallfahrten, die länger als einen Tag dauerten, verbot, verlor die Wallfahrt in St. Wolfgang an Bedeutung. Zahlreiche Ablässe waren der Kirche im Laufe der Jahrhunderte verliehen worden. Manches wurde an der Kirche im Laufe der Zeit umgebaut; 1519 wurde die Kirche mit einem Kupferdach versehen; 1713 wurde die früher im Freien gestandene Zelle des hl. Wolfgang als Wolfgangskapelle in die Kirche miteinbezogen. Besondere Bedeutung für die Wallfahrt gewann auch der Wallfahrtsbrunnen nördlich des Chores, mit einer Wolfgangsstatue geschmückt; das schöne Gitter stammt von 1515. Man wusch sich mit dem Wasser (für Leiden an Händen, Füßen, Augen usw.) und trank auch das Wasser. Es wurde weithin verschickt, und auch in besonderen Fläschchen, auf denen auf einer Seite das Bild des Heiligen, auf der anderen das der Klause eingeprägt waren, mitgenommen. Augenleidende suchten den Brunnen am Pfingstdienstag, Magdalens- und Wolfgangstag auf. Auch Leute mit Wunden kamen hierher. Die alte Kirche (1180 erwähnt) wird 1369 noch als bestehend erwähnt. Der Neubau war um 1414 im Großen vollendet. Als Baumeister ist ein Ulrich der Maurer von Innbach bei Krems genannt. Beim Brand des Marktes im Jahre 1429 wurde die Kirche stark in Mitleidenschaft gezogen. In die Zeit von 1440/50 fällt ungefähr der Neubau des Langhauses. 1477 wird der Chorbau geweiht, der durch die Bestimmungen wegen der Mönchsniederlassung notwendig geworden war. Im Jahr 1480 suchte wiederum eine Feuersbrunst den Ort heim, worauf in der Kirche vielleicht wieder Umbauten getätigt wurden; 1504 ist jedenfalls eine neuerliche Weihe überliefert. Die Kapelleneinbauten im Chor und der Südwand dürften zur selben Zeit wie der Einbau der Wolfgangskapelle, also 1713, geschehen sein. Das Gotteshaus ist eine große, zweischiffige, netzrippengewölbte Hallenkirche mit langem Chor. Die Bogenfeldreliefs über den Toren dürften noch aus der alten Kirche stammen. Auffallend ist das spätgotische Sakristeitor mit acht spätgotischen Heiligen um 1480. Der St. Wolfgangsaltar ist das Hauptwerk von Michael Pacher und der bedeutendste gotische Flügelaltar, den wir kennen. Der Vertrag wurde am 13. Dezember 1471 unterzeichnet, das Werk 1481 vollendet. Im Schrein befinden sich die Gruppe Mariae Krönung, links der hl. Wolfgang, rechts der hl. Benedikt; auf den Doppelflügeln Tafelgemälde, die zum großen Teil von Michael Pacher selbst stammen. Der Altar ist aus Zirbenholz. Die linke Seite des Doppelaltares war ursprünglich dem hl. Johannes dem Täufer geweiht, ist jetzt der Sakramentsaltar; der rechte Teil ist der hl. Wolfgangsaltar; dieses Kunstwerk stammt von Thomas Schwanthaler aus den Jahren 1675/76; auch für diesen Künstler ist dieser Altar das Hauptwerk, ein prachtvolles, reiches, barockes Werk, nur die vollplastische Sitzfigur des hl. Wolfgang am Tabernakel stammt aus dem 3. Viertel des 15. Jahrhunderts. Das Gitter des Doppelaltares ist aus dem Jahre 1599. Die Altäre im Nordschiff (1706) und die Statue des Schmerzensmannes, wie auch die Kanzel sind Werke Meinrad Guggenbichlers; zwei Altäre an der Südseite verfertigte Anton Koch von Mondsee 1745 und zwei Marmoraltäre Jakob Zanussi aus Salzburg 1713 und 1721. Die Kapelle des hl. Wolfgang an der nordöstlichen Ecke des Langhauses ist ein kleiner, barocker Bau; Nischenfigur des hl. Wolfgang aus dem Guggenbichler-Kreis; diese Kapelle wurde um die früher im Freien gestandene "Zelle" des Heiligen gebaut. Außerdem ist hier eine kleine spätgotische Holzstatue des hl. Wolfgang aus dem Ende des 15. Jahrhunderts; Altar von Guggenbichler 1713; Schmiedeeisengitter um den "hl. Stein", Anfang des 17. Jahrhunderts. Der Wallfahrtsbrunnen von 1515 ist ein wunderbares Werk aus Glockenmetall; aus der Brunnenschale steigt ein Pfeiler mit einer Statue des hl. Wolfgang auf; reicher figuraler und ornamentaler Schmuck von Lienhart Rännacher aus Passau und Peter Mülich. Kultgegenstand: Statue des hl. Wolfgang (Ende des 15. Jahrhunderts) in der Kapelle, außerdem der sogenannte Bußstein des Heiligen mit seinen Fuß- und Handspuren. Legende: Der hl. Wolfgang, der 982 Regensburg heimlich verließ, flüchtete sich in die Einsamkeit des Falkensteines, um dort als Einsiedler zu leben. Später begab er sich herab an den See, wo er sich in einem Felsen eine Klause schuf. Von dort warf er sein Beil, das jetzt im Hochaltar eingemauert ist, und wo es niederfiel, sollte die Kirche stehen. Beim Bau der Kirche half ihm der Teufel gegen das Versprechen, ihm als Lohn die Seele des ersten Wesens zu geben, das die Kirche betreten würde. Der Heilige sandte aber zuerst einen Wolf in die Kirche, den der Teufel zerriss. Wallfahrt: Der Pilgerstrom beginnt meist bald nach Ostern, auch kommen auch viele einzelne Pilger zu Fuß aus allen Richtungen. Außerdem fahren viele bis St. Gilgen und gehen über den Falkenstein nach St. Wolfgang. Legende: Der Heilige flüchtete sich einmal vor dem Teufel auf den Falkenstein; da öffnete sich der Felsen vor ihm und ließ ihn durch. Es ist die Höhlung, die sich nun in einer Kapelle befindet und durch welche die Pilger kriechen. Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972. |
| | Lage: Markt, 5350 St. Wolfgang im Salzkammergut. |
| | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Traunviertel |
| | Ansicht in Street View |
| | Web: Pfarre St. Wolfgang |
| | Geöffnet: täglich geöffnet, freier Eintritt. |
| | Ansichtskarte St. Wolfgang, gelaufen 1919: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Wallfahrtsandenken St. Wolfgang vermutlich um 1900: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Literatur zur Wallfahrt: |
| - Quellen und Mirakelbücher St. Wolfgang auf SAGEN.at | |
| - Quelle am Falkenstein auf SAGEN.at | |
| - Legenden zum Hl. Wolfgang auf SAGEN.at | |
| - H. Awecker, Mondsee, Markt-Kloster-Land (1952); Oö. Heimatblätter, Jgg. 23 (1969), H. 1/2 (über den Brunnen) | |
| - I. Zibermayr, St. Wolfgang am Abersee, 2. Aufl. (1961). | |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |