| Wallfahrt: | Alte regionale Wallfahrt mit besonderer Verehrung an den drei "Goldenen Samstagen"; nach starkem Rückgang im späten 18. und 19. Jahrhundert heute wieder regelmäßig von Wallfahrtsgruppen besucht. |
| Status: | Lebendiger historischer Wallfahrtsort. |
| Kultzentrum: | Marianisches Gnadenbild des 18. Jahrhunderts; daneben Verehrung der Kirchenpatronin hl. Maria Magdalena. |
| Ort: | Pettenbach, Magdalenaberg. |
| Bezirk/Region: | Traunviertel. |
| Bundesland: | Oberösterreich. |
| • | Lage: Magdalenaberg 1, 4643 Pettenbach; die Kirche liegt weithin sichtbar auf etwa 675 m Seehöhe am Übergang zwischen Krems- und Almtal. |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Traunviertel |
| • | Ansicht in Street View |
| • | Web: Pfarrgemeinde Magdalenaberg |
| • | Öffnungszeiten: ganzjährig tagsüber zu besichtigen. |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
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Besonders willkommen sind Außenansicht und Fernansicht des Magdalenaberges, Innenraum, Hochaltar und Altarbild, das marianische Gnadenbild, historische Wallfahrtszeichen oder Votivgaben, Wallfahrtsgruppen, Hinweise auf die "Goldenen Samstage", Glocken und Zeugnisse des Wetterläutens sowie weitere lokale Besonderheiten.
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Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Magdalenaberg steht weithin sichtbar auf dem gleichnamigen Höhenrücken östlich von Pettenbach. Der etwa 675 m hoch gelegene Kirchenort beherrscht den Übergangsraum zwischen Krems- und Almtal und ist bereits durch seine Lage ein markanter Orientierungspunkt. Die Kirche ist der hl. Maria Magdalena geweiht und wird heute von der Diözese Linz und der Marktgemeinde Pettenbach ausdrücklich als Pfarr- und Wallfahrtskirche geführt. Nach Angaben der Gemeinde kommen alljährlich Wallfahrtsgruppen auf den Magdalenaberg; damit besitzt der Ort neben seiner pfarrlichen Funktion erneut eine lebendige Wallfahrtsfunktion.
Wann auf dem Magdalenaberg das erste Gotteshaus entstand, ist nicht sicher überliefert. Ein romanischer Stein beim Sakristeieingang gilt als Hinweis auf einen älteren Vorgängerbau. Der heutige Kirchenbau entstand um 1500 als spätgotische zweischiffige Hallenkirche. Die Baugeschichte der frühen Neuzeit wird in den Quellen nicht ganz einheitlich angegeben: Die Marktgemeinde Pettenbach nennt einen Brand und die Einziehung eines Renaissancegewölbes um 1629, während Gustav Gugitz eine Wiederherstellung nach einem Brand von 1677 vermerkt. Unabhängig von dieser Datierungsfrage zeigt der Bau deutlich die Verbindung eines spätgotischen Kernes mit späteren Veränderungen und einer überwiegend barocken Ausstattung. Seit der josephinischen Pfarrorganisation des späten 18. Jahrhunderts ist Magdalenaberg eine selbständige Pfarre; die historische Verbindung zum Benediktinerstift Kremsmünster blieb für die kirchliche Geschichte des Ortes prägend.
Das zweischiffige Langhaus wird von achteckigen Pfeilern getragen. Der Chor bewahrt den spätgotischen Raumcharakter, während die spätere Einwölbung des Langhauses das Erscheinungsbild der frühen Neuzeit bestimmt. Die barocke Ausstattung gehört zu den wichtigsten Kunstwerken der Kirche. Der Hochaltar stammt aus dem Jahr 1713; sein Gemälde schuf Andreas Steger. Dargestellt ist die neutestamentliche Szene einer Frau, die Jesus die Füße salbt. Die christliche Tradition setzte diese in den Evangelien an dieser Stelle nicht namentlich genannte Frau mit Maria Magdalena gleich und verband das Bild damit unmittelbar mit dem Patrozinium der Kirche.
Neben der Verehrung der Kirchenpatronin besitzt Magdalenaberg eine eigenständige marianische Kulttradition. Die Pfarrgemeinde nennt ausdrücklich ein Gnadenbild des 18. Jahrhunderts mit Darstellung der Muttergottes. Dieser Hinweis ist für die Geschichte des Wallfahrtsortes besonders wichtig, weil die ältere Wallfahrt damit nicht ausschließlich auf Maria Magdalena bezogen werden kann. Vielmehr begegnen am Magdalenaberg zwei Frömmigkeitsschichten: das Patrozinium der Büßerin und Jüngerin Maria Magdalena und ein marianischer Gnadenkult, der spätestens im 18. Jahrhundert fassbar ist.
Gustav Gugitz nennt als charakteristische Wallfahrtsform des Magdalenaberges die Verehrung der drei "Goldenen Samstage". Darunter versteht man drei aufeinanderfolgende Samstage im Herbst, die in mehreren österreichischen Wallfahrtslandschaften besonders der Marienverehrung gewidmet waren. Gugitz vermerkt, dass Magdalenaberg einst aus der Umgebung stark besucht wurde. Damit gehört der Ort in den größeren Zusammenhang jener regionalen Wallfahrten, bei denen bestimmte Festzeiten und wiederkehrende Wallfahrtstage wichtiger waren als ein einmaliges lokales Wunderereignis.
Die Geschichte dieser Wallfahrt ist zugleich ein Beispiel dafür, wie stark religiöse Verkehrsströme Veränderungen unterliegen können. In der Barockzeit erreichte die Wallfahrt auf den Magdalenaberg einen Höhepunkt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts setzte ein deutlicher Rückgang ein, der mit den josephinischen Einschränkungen des Wallfahrtswesens zusammenfiel. In der späteren Überlieferung wird auch die seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert besonders bedeutende Wallfahrt an den "Goldenen Samstagen" nach Adlwang mit einer älteren entsprechenden Tradition auf dem Magdalenaberg in Verbindung gebracht. Eine einfache und lückenlose Verlagerung lässt sich daraus nicht ableiten; deutlich wird jedoch, dass Magdalenaberg zu den älteren Zentren dieses oberösterreichischen Herbstwallfahrtsbrauches gehörte.
Als Gustav Gugitz den Ort 1939 besuchte, bezeichnete er die Wallfahrt als erloschen. Seine Notiz ist deshalb besonders wertvoll, weil sie einer Vorstellung von einer ununterbrochen fortbestehenden Wallfahrt widerspricht. Die ältere, stark von den "Goldenen Samstagen" bestimmte Wallfahrtsform war zu diesem Zeitpunkt tatsächlich weitgehend zusammengebrochen. Spätere Quellen zeigen jedoch eine erneute Belebung. Die Pfarrgemeinde und die Marktgemeinde Pettenbach bezeichnen Magdalenaberg heute wieder als Wallfahrtskirche; organisierte Gruppen und einzelne Pilger besuchen den Ort regelmäßig. Eine Darstellung der Diözese aus der jüngeren Vergangenheit berichtet von einer wieder zunehmenden Zahl angemeldeter Wallfahrtsgruppen. Der gegenwärtige Wallfahrtsort ist daher nicht einfach die unveränderte Fortsetzung der barocken Wallfahrt, sondern das Ergebnis einer späteren Wiederaufnahme und Neuformierung der Pilgertradition.
Neben der eigentlichen Wallfahrt überliefert Gugitz für Magdalenaberg einen weiteren charakteristischen Brauch: Das Wetterläuten sei noch 1939 "stark im Brauch" gewesen. Das Läuten geweihter Kirchenglocken gegen drohende Unwetter, Hagel und schwere Gewitter gehörte in vielen bäuerlich geprägten Regionen zu den festen Formen religiöser Gefahrenabwehr. Auf dem weithin sichtbaren und gegenüber Witterungseinflüssen exponierten Magdalenaberg hatte dieser Brauch eine besondere landschaftliche Anschaulichkeit. Er zeigt zugleich, dass sich die religiöse Bedeutung der Kirche nicht auf die Wallfahrt beschränkte, sondern auch den alltäglichen Umgang der Bevölkerung mit Naturgefahren und bäuerlichen Existenzrisiken umfasste.
Heute verbindet der Magdalenaberg Pfarrleben, Wallfahrt und Ausflugsziel. Gerade die wechselvolle Geschichte ist für den Ort charakteristisch: ein spätmittelalterlicher Kirchenbau, barocke Wallfahrtsblüte und marianischer Gnadenkult, die "Goldenen Samstage", der fast vollständige Niedergang der Wallfahrt und schließlich eine erneute Nutzung als Pilgerziel. Dadurch ist Magdalenaberg nicht nur als Bau- und Kunstdenkmal, sondern auch als Beispiel für Wandel und Wiederbelebung regionaler Wallfahrtskultur von besonderem volkskundlichem Interesse.
Gustav Gugitz: Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch. Band 5: Oberösterreich und Salzburg. Wien 1958, S. 69.
Adolf Hahnl: Pettenbach OÖ. Mit Heiligenleithen und Magdalenaberg. Christliche Kunststätten Österreichs, Nr. 135. Salzburg 1984.
Pfarrgemeinde Magdalenaberg, Diözese Linz: Pfarrporträt und Angaben zur Pfarr- und Wallfahrtskirche Magdalenaberg.
Marktgemeinde Pettenbach: Pfarrkirche Magdalenaberg.
KirchenZeitung Diözese Linz: "Klein, aber kraftvoll - Pfarrgemeinde Magdalenaberg".
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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