Pettenbach, Filial- und Wallfahrtskirche Heiligenleithen
Die Kirche wurde 1431 von Leonhard von Meuerl an Stelle eines früheren Gotteshauses zu bauen begonnen und 1499 vollendet. Sie untersteht dem Benediktinerstift Kremsmünster. Der Bau zeigt sich heute noch in spätgotischer Form, die Tore mit den Vorhallen stammen aus dieser Zeit und auch die Beschläge an der Sakristeitür. Die Innengestaltung jedoch ist später, so die Seitenaltäre von 1670, die Kanzel von 1704 und die Kirchenbänke von 1745. Der Hochaltar ist neugotisch. An der nördlichen Chorseite befindet sich die Gnadenkapelle Maria Einsiedeln mit Deckenstuck aus der Zeit um 1720. Der Altar dieser Kapelle mit guten Figuren wurde von einem Vöcklabrucker Bildschnitzer um 1700 geschaffen. Die Statue des hl. Leonhard ist allerdings schon mit Anfang des 16. Jahrhunderts anzusetzen. In einer Nische an der Außenwand des Chores befindet sich ebenfalls eine Leonhardstatue, die 1744 von einem Bildschnitzer aus Kremsmünster geschaffen wurde. Bei dieser Statue befindet sich auch ein Opferstock und ein Betschemel.
Kultgegenstand: Die beiden genannten Leonhardstatuen. Früher auch eine Marienstatue vom Typ Maria-Einsiedeln und eine Johanneskopf Schüssel, die sich jetzt in Pettenbach befindet.
Legende: Die Marienstatue war früher an einem Baum angebracht. Einem Mädchen, das davor betete, befahl die Muttergottes im Traum, an dieser Stelle eine Kapelle zu bauen. Dies geschah und die Statue kam in die Kapelle; später wurde an die Kapelle eine Kirche angebaut und die Statue gab man nun in die Kirche, doch kehrte die Statue wieder in die Kapelle zurück. — Aus dieser Kirche wollte ein Dieb eine Monstranze stehlen, doch Engel hinderten ihn daran.
Wallfahrt: Abwehr von Viehkrankheiten; die Mägde holten am 6. November vom Leonhardbrunnen Wasser und gaben es dem Vieh. In alter Zeit ließ man am Pfingstmontag die Rösser und Rinder in die Kirche hineinschauen. Nach anderer Überlieferung soll man die Tiere durch die beiden gegenüberliegenden Portale durchgeführt und ihnen dabei geweihtes Brot gegeben haben. Jährlich großer Pferdeumritt, der dann erlosch, 1931 aber wieder aufgenommen wurde; 1938 wurde er verboten. In neuerer Zeit finden sich die Leonhardreiter auf ihren schön geschmückten Pferden beim Pfarrhof in Pettenbach ein; unter Musik begibt sich der Zug nach Heiligenleiten, geführt von einem Priester auf einem Schimmel; in Heiligenleiten wird dann die Kirche umritten, dabei segnet der Pfarrer die Tiere, die geweihtes Brot und Salz bekommen. — Heute Leonhardiritt am Sonntag nach Leonhard.
Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.
| | Lage: Heiligenleithen 8, 4643 Pettenbach. |
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| | Web: Pfarrgemeinde Pettenbach |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |
