Molln, Ramsau, Frauenstein, Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung
Die Wallfahrtskirche Frauenstein unter dem Patrozinium Mariä Heimsuchung ist besonders bekannt durch eine Gregor Erhart zugeschriebene Schutzmantelmadonna um 1510.
Die Kirche liegt beherrschend, weithin sichtbar auf dem 502 m hohen Berg desselben Namens. Früher stand hier eine Burg, sie ist ca. 1300 mit Steyr-Stein beurkundet. Wann und unter welchen Umständen die Burg zerstört wurde, ist unbekannt. 1488 wurde die Kirche mit drei Altären geweiht. Bemerkenswert in diesem Gotteshaus sind das spätgotische, rundbogige Westtor, die Sakristeitüre mit spätgotischen Beschlägen und die Kanzel aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts. Links vom Hochaltar befindet sich ein schönes Kruzifix von ca. 1625, wahrscheinlich von Hans Spindler geschaffen. An der rechten Presbyteriumswand hängt die eigentliche Wallfahrtsmadonna, die früher auf dem Hochaltar stand. Nun thront auf dem ganz einfach gehaltenen Hochaltar beherrschend die Schutzmantelmadonna, durch welche Frauenstein vor allem bekannt wurde; sie ist um 1515 entstanden und wird dem Bildschnitzer Gregor Erhart zugeschrieben; sie wurde erst am Ende des 19. Jahrhunderts aus der Sakristei in die Kirche, damals an die Nordwand des Chores, gebracht.
Kultgegenstand: An der rechten Chorwand eine stehende, gekrönte Muttergottes, das Zepter in der rechten Hand haltend, das Kind auf dem linken Arm, aus dem 15. Jahrhundert, umgeben von mehreren Barockengeln und von zwei auf Wolken schwebenden Engeln, die ein großes, flammendes Herz emporhalten.
Legende: Diese Madonnenstatue befand sich früher an einer Linde neben der Kirche; im Jahre 1594 nahm Stephan Riegler vom Unteren Bauernhubergut, wegen seines Lebenswandels nur „der tolle Bauernhuber" genannt, das Bild herunter, um es nebst anderen geschnitzten Bildern zu Hause zu verbrennen; er versuchte es eine Stunde lang, konnte es aber nicht vernichten; daraufhin nahm er die Statue aus dem Feuer und hing sie wieder an ihren Platz. Die Nachricht von diesem Ereignis verbreitete sich und man stellte sie in die Kirche auf den Hochaltar.
— Während des niederländischen Feldzuges gerieten Kaiser Maximilian und sein Freund Ritter Florian Waldauf am Dreikönigstag des Jahres 1489 auf der Zuidersee durch Eisschollen in große Gefahr; beide machten ein Gelübde an die Muttergottes. Die Stiftung in der Pfarrkirche von Hall in Tirol bedeutet die Erfüllung des Gelübdes durch den Ritter Waldauf, die Schutzmantelmadonna in Frauenstein, die durch den Kaiser. Diese Figurengruppe wurde von Kaiser Maximilian gestiftet.
Wallfahrt: Hauptsächlich zwischen Mai und Oktober, einzeln und in Gruppen. Gruppen feiern meist eine Messe hier und haben Beichtgelegenheit. Der Pfarrer gibt vorher den Wallfahrern eine kurze Einführung über alles Wissenswerte dieser Kirche.
Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.
| | Lage: Frauenstein 2, 4564 Ramsau. |
| | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Traunviertel |
| | Ansicht in Street View |
| | Web: Pfarrgemeinde Frauenstein |
| | Geöffnet: tagsüber geöffnet und frei zu besichtigen. |
| | Außenansicht: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
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| | Außenansicht: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
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| | Ansicht Wallfahrtskirche Frauenstein um 1918: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
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| | Kirchenraum: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
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| | Gnadenbild Frauensteiner Schutzmantelmadonna: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
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| | Gnadenbild Frauensteiner Schutzmantelmadonna: Neben der Darstellung von Madonna und Kind sind links Kaiser Maximilian I. (dritter von links) und dahinter der kaiserliche Rat Ritter Florian Waldauf zu Waldenstein abgebildet, auf der rechten Seite vermutlich Maximilians zweite Gemahlin Bianca Maria Sforza und dahinter die Frau Florian Waldaufs Barbara Mittenhofer. |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
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| | Gnadenbild Frauensteiner Schutzmantelmadonna, Aufnahme 1973: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
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| | Gnadenbild Frauensteiner Schutzmantelmadonna: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
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| | Das ursprüngliche Gnadenbild der Wallfahrtskirche Frauenstein:
Das ursprüngliche Gnadenbild in der Wallfahrtskirche Frauenstein im Ort Ramsau, Gemeinde Molln, Oberösterreich, im Jahr 1973. |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
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| | Ein Votivbild in der Wallfahrtskirche Frauenstein: Inschrift: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
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| | Literatur zur Wallfahrt: |
| - Prof. Dr. Roger Kerber, Frauenstein und die Schutzmantelmadonna, 3. Aufl. (1970). | |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |