Micheldorf in Oberösterreich, Kalvarienbergkirche hl. Georg

Schnellüberblick
Wallfahrt:Historischer Georgs- und Quellwallfahrtsort am Georgenberg; bis heute lebt die Verehrung des hl. Georg besonders im Georgiritt mit Gottesdienst und Pferdesegnung fort.
Status:Historischer Wallfahrts-, Quell- und Prozessionsort mit lebendigem Georgibrauch.
Kultzentrum:Verehrung des hl. Georg in der Georgenbergkirche; daneben das Kolomansbründl als historischer Quell- und Heilbrauchsort.
Ort:Micheldorf in Oberösterreich.
Bezirk/Region:Kirchdorf / Traunviertel.
Bundesland:Oberösterreich.
Lage und Besuch
• Lage: Georgenberg 40, 4563 Micheldorf in Oberösterreich. Die Kirche liegt weithin sichtbar auf dem Georgenberg oberhalb des Ortes und bildet den Abschluss des Kalvarienberg-Kreuzweges.
• Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Traunviertel
• Ansicht in Street View
• Web: Pfarre Micheldorf
• Öffnungszeiten: Für eine verlässliche Innenbesichtigung außerhalb von Gottesdiensten und Veranstaltungen empfiehlt sich eine vorherige Anfrage bei der Pfarre oder der Marktgemeinde Micheldorf.
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•Bilddokumentation
•Ausführliche Beschreibung

Bilddokumentation

• Historische Informationstafel zur Geschichte des Georgenbergs, entstanden im Zusammenhang mit der Restaurierung 1975–1981. Die Tafel ist heute selbst ein Dokument der Forschungsgeschichte. Mehrere Angaben entsprechen dem damaligen Kenntnis- und Deutungsstand. Besonders die Zuweisung römischer Baureste an einen "gallo-römischen Umgangtempel", der dem Keltengott Teutates geweiht gewesen sei, ist eine ältere spekulative Interpretation; für einen solchen Teutates-Kultbau auf dem Georgenberg liegt kein belastbarer archäologischer Nachweis vor. Eine lückenlose kultische Kontinuität von einem vorchristlichen Heiligtum zur christlichen Kirche ist nicht belegt.

Transkription der Tafel:

"3000 JAHRE GEORGENBERG

BEREITS 1000 JAHRE V. CHR. DICHT BESIEDELT. IN DER
RÖMERZEIT STAND HIER EIN GALLO-RÖMISCHER UMGANG-
TEMPEL, DER DEM KELTENGOTT TEUDATES GEWEIHT WAR. IM
4. JHT. N. CHR. WURDE HIER EINE FRÜHCHRISTLICHE KIRCHE ER-
BAUT - APSISFUNDAMENTE NEBENAN ZU SEHEN. DIESE KIRCHE
STAND BIS ZUM 15. JHT., WURDE ALLERDINGS MEHRMALS UMGEBAUT.
EINEN BESONDEREN HÖHEPUNKT ERLEBTE DER GEORGENBERG
ZUR ZEIT DER KAROLINGER (9.-10. JHT.). ES BEFAND SICH
DAMALS SÜDLICH UND WESTLICH DER KIRCHE EIN STARK BELEGTER
FRIEDHOF. DER NAME DES BERGES DÜRFTE DAMALS "ULSBURG"
GEWESEN SEIN. DER NAME "GEORGENBERG" WIRD ERSTMALS
1334 ERWÄHNT. ER BEFAND SICH DAMALS IM BESITZ D. STIFTES
LAMBACH. 1537 WURDE ER AN CHRISTOPH JÖRGER VERKAUFT
(PERNSTEIN). 1611 WURDE D. KIRCHE V. CARL JÖRGER IN IHRER
HEUTIGEN GRÖSSE ERBAUT. 1621 ERWARB GRAF HERBERSDORF
D. HERRSCHAFT PERNSTEIN SAMT DEM GEORGENBERG. BEREITS
1630 WURDE ALLES AN DAS STIFT KREMSMÜNSTER VERKAUFT.
NUN ENTWICKELTE SICH AUF DEM GEORGENBERG UND BEIM
"KOLOMANNS-BRÜNDL" EINE VIEL BESUCHTE WALLFAHRT,
DIE IM 18. JHT. JEDOCH AN BEDEUTUNG VERLOR.
IN DER FOLGENDEN ZEIT WURDE DIE KIRCHE MEHRMALS
DURCH BLITZSCHLAG TEILWEISE EINGEÄSCHERT, JEDOCH
IMMER WIEDER AUFGEBAUT. LETZTE RESTAUR. 1975-1981"
Historische Informationstafel zur Geschichte des Georgenbergs in Micheldorf

Digital optimierte Lesefassung des Originalfotos. Kontrast und Tonwerte wurden zur besseren Lesbarkeit angepasst; der Bildinhalt wurde nicht verändert.

Original-Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

• Freigelegte Fundamente älterer Kirchenbauten beim Chor der Georgenbergkirche:
Fundamente älterer Kirchenbauten am Georgenberg in Micheldorf

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

• Wallfahrtskirche hl. Georg auf dem Georgenberg:
Wallfahrtskirche hl. Georg auf dem Georgenberg in Micheldorf

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

• Grab- und Gedächtnistafel des Micheldorfer Sensenschmiedmeisters Johann Georg Zeitlinger, gestorben 1795. Die Tafel besitzt zugleich den Charakter eines Votiv- und Andachtsbildes. Die Inschrift lautet in behutsam normalisierter Lesung:

"Ehren-Gedächtnis des Herrn [...] Johann Georg Zeitlinger, gewester Sensen-Schmidt zu Micheldorf, seines Alters 58 Jahr, gestorben den 13. Juni Anno 1795.
Gott verleihe ihm die ewige Ruh und eine fröhliche Auferstehung zum ewigen Leben.

Ruh sanft, o Mann, mit deinen Kindern in dem Schoß der kalten Gruft der Erden,
bis endlich deine Frau, mit denen noch Lebenden, dir bey gestellt werden.
Dann stehet fröhlich auf, wenn der Posaunen Schall Euch sagt, daß Ihr den Seligen auch werdet beygelegt."

Die ersten Worte der Ehrenformel sind wegen Erhaltungszustand und späterer Übermalung nicht vollständig sicher lesbar.

Votivbild in der Wallfahrtskirche hl. Georg, Micheldorf

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Ausführliche Beschreibung

Der Georgenberg als Siedlungs- und Kirchenplatz

Der Georgenberg erhebt sich unmittelbar über Micheldorf und gehört zu den geschichtlich vielschichtigsten Plätzen des oberen Kremstales. Archäologische Funde zeigen eine Nutzung des Berges bereits in vorgeschichtlicher Zeit. Besondere Aufmerksamkeit erregten die seit den 1950er Jahren durchgeführten Ausgrabungen, weil dabei Mauerzüge aus römischer und frühmittelalterlicher Zeit sowie Gräber und ältere Kirchenbauten freigelegt wurden. Die sichtbaren Fundamente beim heutigen Chor erinnern noch an diese lange Geschichte.

Hermann Vetters deutete einen Teil der römischen Befunde als gallo-römischen Umgangstempel und brachte ihn mit dem Gott Teutates beziehungsweise Toutatis in Verbindung. Diese Deutung prägte über Jahrzehnte die lokale Geschichtsdarstellung und findet sich bis heute auf älteren Informationstafeln. In der späteren archäologischen Forschung wurde diese Interpretation jedoch deutlich relativiert. Weder Grundriss noch Fundmaterial erlauben einen sicheren Nachweis eines Teutates-Heiligtums auf dem Georgenberg. Auch eine lückenlose kultische Kontinuität von einem vorchristlichen Heiligtum zur christlichen Kirche lässt sich nicht belegen. Die Vorstellung eines solchen Tempels ist daher als ältere spekulative Forschungshypothese zu behandeln. Ein dem Teutates geweihtes Heiligtum auf dem Georgenberg ist durch keinen belastbaren archäologischen Befund nachgewiesen.

Frühmittelalterliche Kirche und Georgspatrozinium

Sehr gut belegt ist dagegen die frühmittelalterliche Bedeutung des Berges. Archäologisch wurden ältere Kirchenbauten und ein ausgedehnter Friedhof nachgewiesen. Besonders für das 9. und 10. Jahrhundert ist eine intensive Bestattungstätigkeit fassbar. Die Baugeschichte verlief über mehrere Phasen, von frühen Holz- und Steinbauten bis zu romanischen und gotischen Erweiterungen.

Der Name Georgenberg erscheint 1334 in der Form "sand Jorgenperg". Damit ist das Patrozinium des hl. Georg spätestens im 14. Jahrhundert greifbar. Georg gehörte im Mittelalter zu den besonders verehrten Schutzheiligen; als Ritter- und Drachentöter wurde er mit Wehrhaftigkeit, Schutz und später in der bäuerlichen Frömmigkeit stark mit Pferden und Vieh verbunden. Diese Patronatsvorstellung bildet den religiösen Hintergrund für den späteren Georgiritt.

Baugeschichte der heutigen Kirche

Der heutige Chor entstand gegen Ende des 15. Jahrhunderts in spätgotischen Formen und besitzt ein Netzrippengewölbe. Im frühen 17. Jahrhundert wurde die Kirche wesentlich verändert. Während der Herrschaft der protestantischen Jörger diente sie zeitweise dem evangelischen Gottesdienst. Das heutige Langhaus entstand im frühen 17. Jahrhundert; nach dem Übergang der Herrschaft Pernstein an Graf Adam von Herberstorff und schließlich 1630 an das Benediktinerstift Kremsmünster wurde der Bau wieder in die katholische Kultlandschaft eingebunden.

Weitere Veränderungen und Erneuerungen folgten im 18. Jahrhundert. Mehrfach wurde die exponiert auf dem Berg gelegene Kirche durch Blitzschlag und Brand beschädigt, aber immer wieder instand gesetzt. Die heutige Ausstattung verbindet gotische und barocke Elemente. Am Hochaltar befindet sich eine Kreuzigungsgruppe aus dem 17. Jahrhundert; an der Chorwand hängt ein Bild des hl. Georg. Weitere barocke Skulpturen und spätere Glasfenster ergänzen den Innenraum.

Josephinismus und Rettung durch Micheldorfer Sensengewerken

In der Zeit Kaiser Josephs II. verlor die Georgenbergkirche ihre kirchliche Funktion und sollte veräußert werden. Damit drohte einem der ältesten Sakralplätze Micheldorfs das Ende. Nach örtlicher Überlieferung erwarben 1788 zwei Micheldorfer Sensengewerken die Kirche um 120 Gulden für die Gemeinde und bewahrten sie damit vor dem Abbruch beziehungsweise einer dauerhaften Profanierung. Die Rettung des Gotteshauses ist für Micheldorf besonders charakteristisch, weil das Sensenschmiedehandwerk über Jahrhunderte zu den prägenden Erwerbsformen des Ortes gehörte.

Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche wieder für den Gottesdienst hergerichtet und erneut kirchlich genutzt. 1859 entstand der Kalvarienberg mit seinem Kreuzweg. Elf Stationen begleiten den Weg auf den Berg, während die letzten Stationen in beziehungsweise bei der Georgenbergkirche ihren Abschluss finden. Dadurch erhielt der ältere Georgskult eine weitere religiöse Schicht: Der Berg wurde nun zugleich zum Kalvarienberg und Passionsweg.

Das Kolomansbründl

Zur Wallfahrtslandschaft des Georgenberges gehört neben der Kirche das am Westhang gelegene Kolomansbründl. Die Quelle wurde in der lokalen Volksfrömmigkeit als heilkräftig angesehen. Ihr Wasser wurde besonders bei Augenleiden, Kopfschmerzen und Wunden verwendet. Damit bestand am Georgenberg neben dem Georgskult ein eigener Quellenbrauch, der zeitweise zahlreiche Besucher anzog.

Eine direkte Verbindung des Brunnens mit einem vorgeschichtlichen oder römischen Heiligtum lässt sich nicht nachweisen. Die ältere Vorstellung, der christliche Quellkult setze einen keltischen Kultplatz unmittelbar fort, gehört in den Bereich jener Kontinuitätsthesen, die aus heutiger archäologischer Sicht nicht als gesichert gelten können. Der historisch und volkskundlich belegbare christliche Heilwasserbrauch besitzt davon unabhängig seine eigene Bedeutung.

Georgsverehrung und Georgiritt

Der hl. Georg war in der bäuerlichen Welt nicht nur Ritterheiliger, sondern auch Schutzpatron der Pferde und des Viehs. Umritte und Pferdesegnungen an seinem Festtag oder am Sonntag danach sind in verschiedenen Regionen Mitteleuropas überliefert. Auch in Micheldorf entwickelte sich ein Georgibrauch, der den Ort bis heute prägt.

Der heute bekannte Micheldorfer Georgiritt wird seit dem 20. Jahrhundert gepflegt und auf das Jahr 1925 zurückgeführt. Ältere Bitt- und Umrittsformen können dem vorausgegangen sein, doch darf daraus keine lückenlose jahrhundertealte Kontinuität des heutigen Festablaufs konstruiert werden. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es zeitweise zu Unterbrechungen, unter anderem infolge des Rückgangs der Pferdehaltung. Der Brauch wurde jedoch wiederbelebt und ist heute erneut fester Bestandteil des örtlichen Festkalenders.

Der Georgiritt findet im Abstand von zwei Jahren am Sonntag nach dem Georgstag statt. Nach einem Gottesdienst ziehen Reiterinnen und Reiter gemeinsam mit Fußgruppen durch Micheldorf auf den Georgenberg. Historische Kleidung, Trachtengruppen, Musikkapellen und Vereine geben dem Zug einen festlichen Charakter. Auf dem Georgenberg bildet die Pferdesegnung den religiösen Mittelpunkt. Der anschließende Kirtag verbindet kirchlichen Brauch, Festkultur und örtliches Gemeinschaftsleben.

Die Grab- und Gedächtnistafel des Sensenschmiedmeisters Johann Georg Zeitlinger

Ein besonders aussagekräftiges Objekt in der Georgenbergkirche ist die bemalte Grab- und Gedächtnistafel des Micheldorfer Sensenschmiedmeisters Johann Georg Zeitlinger. Sie ist zugleich als Andachts- und Votivbild zu verstehen, weil sie nicht nur an einen Verstorbenen erinnert, sondern dessen Familie in eine bildlich und textlich formulierte Heilserwartung einordnet. Die Inschrift nennt Zeitlinger als "Sensen-Schmidt zu Micheldorf", gibt sein Alter mit 58 Jahren an und nennt als Todestag den 13. Juni 1795. Darauf folgt die Bitte um ewige Ruhe und "eine fröhliche Auferstehung zum ewigen Leben".

Der darunter stehende gereimte Totenspruch erweitert das persönliche Gedächtnis zu einer Vorstellung von der Wiedervereinigung der ganzen Familie: "Ruh sanft, o Mann, mit deinen Kindern in dem Schoß der kalten Gruft der Erden, bis endlich deine Frau, mit denen noch Lebenden, dir bey gestellt werden. Dann stehet fröhlich auf, wenn der Posaunen Schall Euch sagt, daß Ihr den Seligen auch werdet beygelegt." Der "Posaunen Schall" verweist auf die christliche Vorstellung des Jüngsten Gerichts und der Auferweckung der Toten. Tod und Grab erscheinen dadurch als vorläufiger Zustand; die endgültige Hoffnung richtet sich auf Auferstehung, Heil und die erneute Gemeinschaft der Familie.

Auch die Bildkomposition folgt diesem Gedanken. Im oberen Bereich ist die himmlische Sphäre dargestellt: Christus mit dem Kreuz, Gottvater und der Heilige Geist umgeben die Gottesmutter und bilden eine Darstellung der Aufnahme beziehungsweise Verherrlichung Mariens. Darunter kniet die Familie des Verstorbenen in Gebetshaltung. Himmel und irdische Familie sind damit unmittelbar aufeinander bezogen. Das Bild macht sichtbar, was die Inschrift ausspricht: Die Lebenden und die bereits Verstorbenen werden als eine über den Tod hinausreichende Gemeinschaft gedacht.

Für die Geschichte des Georgenberges besitzt die Tafel zusätzliche Bedeutung. Johann Georg Zeitlinger gehörte zu den Micheldorfer Sensengewerken, die in josephinischer Zeit zum Erhalt der von der Aufhebung bedrohten Kirche beitrugen. Damit verbindet das Objekt persönliches Totengedächtnis mit der Arbeits- und Sozialgeschichte der Micheldorfer Sensenschmiede und mit der Geschichte der Rettung des Gotteshauses. Die Tafel wurde im 20. Jahrhundert stark überarbeitet; einzelne Teile der Inschrift sind deshalb heute nicht mehr völlig sicher zu lesen.

Votivwesen und Wallfahrt

Neben dieser großen Grab- und Gedächtnistafel bezeugen weitere Votivbilder in der Kirche persönliche Dank- und Bittfrömmigkeit. Sie gehören zu jener individuellen Seite des Wallfahrtswesens, die neben großen Prozessionen und öffentlichen Festen leicht übersehen wird. Menschen wandten sich in persönlichen Notlagen an den hl. Georg oder suchten den Georgenberg und das Kolomansbründl mit konkreten Anliegen auf. Das erhaltene Votivmaterial dokumentiert diese Form der religiösen Beziehung zum Ort.

Die historische Wallfahrt auf den Georgenberg war damit vielschichtiger als ein einzelner Georgiritt. Kirche, Heilquelle, Bittgänge, individuelle Votive, Vieh- und Pferdeschutz sowie später der Kalvarienberg bildeten ein zusammenhängendes religiöses Ensemble. Im Laufe des 18. Jahrhunderts verlor die überregionale Wallfahrt an Bedeutung, doch einzelne Kultformen blieben erhalten oder wurden später wiederbelebt.

Volkskundliche Bedeutung

Der Georgenberg ist volkskundlich besonders bemerkenswert, weil sich an ihm über lange Zeit unterschiedliche Formen religiöser Praxis ablagerten. Der alte Kirchenplatz wurde zum Georgsheiligtum, der Quellkult am Kolomansbründl verband Religion und Volksmedizin, der Kalvarienberg machte den Aufstieg zum Passionsweg, und der Georgiritt führte Pferdehaltung, Heiligenverehrung, Segensbrauch und Festkultur zusammen. Die Rettung der Kirche durch Sensengewerken verweist darüber hinaus auf die enge Verbindung zwischen Sakralraum und der historischen Arbeitswelt Micheldorfs.

Gerade die archäologische Forschung mahnt zugleich zur Vorsicht gegenüber allzu einfachen Kontinuitätsgeschichten. Der Georgenberg war über viele Jahrhunderte ein bedeutender Siedlungs-, Bestattungs- und Kirchenplatz; daraus folgt jedoch nicht automatisch eine ungebrochene Kulttradition von einem keltischen Heiligtum bis zum heutigen Georgiritt. Historische Befunde, ältere Forschungshypothesen und lebendige Volksüberlieferung lassen sich hier besonders anschaulich nebeneinander dokumentieren.

Literatur und Quellen

Hermann Vetters: Die Ausgrabungen auf dem Georgenberg bei Micheldorf. Veröffentlichungen und Berichte zu den Grabungen der 1950er Jahre.

Heinrich Zabehlicky: Untersuchungen und Nachgrabungen am Georgenberg bei Micheldorf. Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines 129. Linz 1984.

Kurt Holter: Der Georgenberg bei Micheldorf. Oberösterreichische Heimatblätter. Linz 1954.

Bundesdenkmalamt: Denkmaldokumentation zur Kalvarienbergkirche hl. Georg in Micheldorf.

Marktgemeinde Micheldorf in Oberösterreich und Pfarre Micheldorf: historische und aktuelle Dokumentationen zu Georgenberg, Georgiritt und Kirche.

Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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