Micheldorf in Oberösterreich, Schlosskapelle Altpernstein

Zwischen 1160 und 1207 erfolgte mit Pillung von Fernstem die erste urkundliche Erwähnung. Pillung war Ministeriale der steirischen Ottokare und zugleich Untervogt des Stiftes Kremsmünster. Damals bestand auch auf dem gegenüberliegenden Felsen, dem Turnhammerberg, eine Burg, Schallenstein genannt. Um 1222 saß Heinrich von Grafenstein auf der Burg Pernstein. Nach einigen Besitzwechseln gelangte die Burg 1337 an den Landeshauptmann von Österreich ob der Enns, Eberhard v. Wallsee, dann 1394 an die Liechtensteiner, doch bereits 1395 in landesfürstlichen Besitz. Nach verschiedenen Pfandbesitzern kauften die Jörger 1581 die Burg, nachdem sie sie bereits seit 1529 pfandweise besessen hatten. Unter ihnen wurde 1578 bis 1582 der gotische Kern der Anlage bedeutend erweitert und der Renaissancebau aufgeführt. 1620 jedoch konfiszierte der Kaiser den Besitz, da die Jörger Protestanten waren. Besitznachfolger wurde Adam Graf Herberstorff; nach dessen Tod wiederum verkaufte die Witwe die Burg 1630 an das Stift Kremsmünster. 1689 wurde die Verwaltung der Herrschaft nach Neupernstein verlegt. Ein durch Blitzschlag hervorgerufener Brand beschädigte 1698 die Burg. Heute ist die Anlage vorbildlich restauriert und dient als Bildungsheim der Diözese Linz. Die Schlosskapelle im 1. Stock des Baues ist ein gewölbter Raum mit Stuckverzierungen von 1626/29.

Kultgegenstand: Kleine Statue Maria mit Kind. Früher wurde ein Gemälde Mariens mit dem Kind aus der Schule Tizians verehrt.

Legende: Ein altes Mütterchen wallfahrtete von weit her zur Kapelle von Altpernstein, doch die Kapelle war versperrt; die alte Frau weinte daraufhin bitterlich, weil sie glaubte, sie sei nicht würdig, die heilige Stätte betreten zu dürfen; da erschien eine Frau, öffnete die Tür und verschwand; es war die hl. Maria.

Wallfahrt: Früher bedeutend, jetzt am 2. Juli (Mariä Heimsuchung) eine Prozession von Schlierbach zu Fuß hierher, mit Messe und Beichtgelegenheit; auch von Kirchdorf wird eine Wallfahrt nach Altpernstein geführt.

Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.



Lage: Burgstraße, 4653 Micheldorf in Oberösterreich.
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Literatur zur Wallfahrt:
  - K. Holter, Altpernstein (1951)
  - W. Gotting - G. Grüll, Burgen in Oberösterreich (1967)
   
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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