Losenstein, Blasibrunn-Kapelle

Kurz vor dem Ort führt die Straße erst bergauf, dann wieder bergab, bildet dann eine Enge und hier steht die Kapelle an der Straße.

Der Brunnen an der Straße mag schon früh den Durchziehenden Erfrischung gegeben haben, denn die Straße durch Losenstein ist ein uralter Handelsweg. Bald wurde eine Kreuzsäule angebracht; um 1550 ist das Kreuz abgekommen, doch 1687 wird schon wieder von einem Kreuz mit Opferstock (Inhalt 14 fl) berichtet. Zwischen 1725 und 1748 wurde dann die Kapelle erbaut, das Kreuz aber nach Arzberg gebracht. Die gotische Muttergottesstatue stammt vielleicht aus dem Stift Garsten; der Sage nach soll das Bild auf der Enns angeschwemmt worden sein. Die vorbeifahrenden Flößer nahmen bei der Kapelle stets ihre Hüte ab. Die Kapelle stellt eine Verschmelzung der Andacht zum hl. Blasius, der auch Kirchenpatron von Losenstein ist, mit dem heiligen Wasser und der Verehrung zur Muttergottes dar. Durchziehende Soldaten haben die Quelle weit bekannt gemacht; dies zeigte sich 1945, als hier durchfahrende Ungarn über Kapelle und Brunnen Bescheid wussten.

Kultgegenstand: Gekrönte Marienstatue, das Kind auf dem linken Arm; das Kind hält links die Weltkugel.

Legende: Eine Bäuerin schickte ihre Magd zum Blasibrunnen, um heilendes Wasser für kranke Augen zu holen. Die Magd aber hat anderes Wasser, aus der Enns oder aus einem anderen Brunnen, genommen; zur Strafe für diesen Betrug wurde sie auf der Stelle blind.

Wallfahrt: Quelle für Augen- und Halsleiden; die Nagelschmiede der Umgebung opferten in der Pfarrkirche sogenannte Hebelkerzen (Hobel = Augendeckel), damit sie durch die Funken bei der Arbeit keine Augenverletzungen erlitten; heute nur von Einzelnen besucht.

Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.



Lage: bei Eisenstraße 39, 4460 Losenstein.
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Web: Pfarrgemeinde Losenstein
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Literatur zur Wallfahrt:
  - Losenstein, 'Maria Blasibrunn' auf SAGEN.at
  - J. Aschauer, Losenstein, Einst und Jetzt (1958)
   
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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