Bad Ischl, Lauffen, Wallfahrtskirche "Maria im Schatten"
Dieser Ort ist an einer alten Handelsstraße gelegen und schon 800/809 als Louppe, Loifa genannt; bereits 1275 ist Lauffen Markt. Die Kirche wird erstmals 1344 und auch die Wallfahrt bereits im 14. Jahrhundert genannt. Während der Zeit des Protestantismus kam sie jedoch ganz ab; ein neuer großer Aufschwung geschah nach 1634; damals herrschte in der Umgebung die Pest, die Lauffener aber blieben durch Gebete an die Gottesmutter verschont; deshalb suchten auch viele Auswärtige hier Hilfe. Ungeheuer großen Zustrom hatte Lauffen im Jahre 1655 zu verzeichnen, als eine große Sonnenfinsternis das Volk in Angst versetzte. Die Kirche konnte die Wallfahrer nicht mehr fassen und im Gedränge wurden die Stühle zerbrochen. Um der Andacht des Volkes zu genügen, das aus Dankbarkeit Votivgaben geben wollte, musste 1656 ein Wachskasten aufgerichtet werden. Ein Orkan richtete 1689 starke Gebäudeschäden an der Kirche an. 1705 war der Turmbau wieder vollendet; 1719 wurde die Kirche erweitert. In diesem Jahr wurde auch der neue Hochaltar vollendet, der 1686 durch eine Spende von Johann Friedrich Graf von Seeau gestiftet worden war.
Das Aufblühen Ischls als Kurort wirkte sich auch für Lauffen gut aus. 1837 haben Kaiser Ferdinand I. und seine Gemahlin Anna die Kirche in Lauffen besucht; auch Erzherzog Franz Karl, Erzherzogin Sophie und andere Mitglieder des Kaiserhauses besuchten die Kirche. Das Gotteshaus ist eine spätgotische Hallenkirche aus der Mitte des 15. Jahrhunderts; der Hochaltar, eine Salzburger Arbeit, wurde 1686 gestiftet und 1719 vollendet; in seinem Mittelteil befinden sich eine Marienstatue mit Kind, ein Steinguss um 1400; die beiden Seitenaltäre stammen aus dem Jahre 1637, wurden aber 1845 verändert; die Kanzel ist von 1737, der Altar der Seitenkapelle von 1707; auffallend ist das schmiedeeiserne Eingangsgitter aus dem Ende des 17. Jahrhunderts.
Kultgegenstand: Gekrönte Marienstatue mit etwas seitlich zum Kind geneigtem Haupt, das gekrönte nackte Kind sitzt auf dem linken Arm der Mutter.
Legende: Ein Holzfäller hat die Statue auf dem Frauenberg bei Lauffen gefunden. Er trug sie in die Nähe des Ortes und meldete den Fund der Geistlichkeit von Goisern. In einer Prozession wurde die Statue in die Goiserer Kapelle getragen, aber sie kehrte immer wieder auf den Frauenberg zurück, bis man beschloss, am Fuß des Frauenberges eine Kirche zu bauen, die im Schatten des Berges liegt, woher auch der Name "Maria im Schatten" kommen soll.
— Bischof Thiemo von Salzburg musste fliehen und verbarg auf seiner Flucht eine Muttergottesstatue am Burgstallkogel bei Goisern; dabei machte er das Gelübde, in der Gegend eine Kirche zu bauen. Ein Hirte fand die Statue und brachte sie in seine Hütte. Am Morgen stand sie jedoch wieder in ihrem Versteck. Später erinnerte sich der Bischof seines Gelübdes und erbaute die Kirche in Lauffen.
Wallfahrt: Pestabwehr, seit dem Ende des 18. Jh. auch Verehrung der Goldenen Samstage, dadurch erfuhr die Wallfahrt einen neuerlichen Aufschwung.
— Jetzt jeden 13. der Monate Mai bis Oktober, an den drei Goldenen Samstagen und im Mai Besuch vor allem aus dem Salzkammergut. Am Samstag nach Fronleichnam wallfahrten die St. Wolfganger hierher.
Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.
| | Lage: Lauffner Marktstraße 49, 4820 Bad Ischl. |
| | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Traunviertel |
| | Ansicht in Street View |
| | Web: Pfarre Lauffen |
| | Geöffnet: |
| | Außenansicht: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
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| | Wallfahrtskirche "Maria im Schatten" - Hochaltar mit Gnadenbild: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
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| | Literatur zur Wallfahrt: |
| - F. Stüger, Bad Ischl, Ein Heimatbuch (1966) | |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |