Kaltenberg, Pfarr- und Wallfahrtskirche Kaltenberg

Eine Kapelle zu Maria Hilf wurde 1609 erwähnt. Pfarrer Benedikt Hamely von Unterweißenbach (1656 bis 1664) berichtete über die Gründung von Kaltenberg:

"In der Nähe der Kapelle war ein Platz, wo das Volk, nach Befragung alter Leute, seit undenklichen Zeiten zusammenkam, um ein Marienbild in einem Lindenstock zu verehren. Das Bild war zweimal in die Pfarrkirche von Unterweißenbach gebracht worden, kehrte jedoch immer wieder von selbst auf seinen früheren Platz zurück, weshalb man eine jährliche Wallfahrt dorthin gelobte; bei Unterlassung einer solchen Wallfahrt traten Hagelschauer und andere Unwetter auf. 1638 besuchte der gräflich Dietrichsteinische Pfleger und Landgerichtsverwalter von Ruttenstein, Johann Strauß, gemeinsam mit dem Pfarrer, drei Religiösen des Klosters Baumgartenberg, dem Marktrichter und anderen Bürgern des Marktes Unterweißenbach das Bild. Da es schlecht erhalten war, beschloss er, eine Kapelle zu bauen, und bestimmte mit dem Pfarrer den heutigen Standplatz."

Es wurde nun eine Holzkapelle errichtet; 1709 befahl das Ordinariat Passau an gewissen Tagen des Jahres einen Gottesdienst, wozu die Pfarre Unterweißenbach einen zweiten Kaplan erhielt. 1781 bis 1785 wurde die baufällige Kapelle erweitert und neu gebaut; seit 1785 ist Kaltenberg selbständige Pfarre; 1798 bis 1802 wurde die Kirche in ihrer jetzigen Form erbaut.

Kultgegenstand: Gekrönte Marienstatue mit nacktem, gekröntem Kind auf dem rechten Arm, aus dem 2. Viertel des 15. Jahrhunderts, auf dem Hochaltar stehend.

Legende: An der Straße von Liebenau nach Weitersfelden, in der Nähe des letztgenannten Ortes steht ein Holzkreuz; an der Stelle des Kreuzes befand sich früher ein Marienbild. In der Nähe hüteten Buben das Vieh und gebärdeten sich dabei sehr wild, johlten und schnalzten mit den Peitschen. Auf einmal war das Bild verschwunden und man fand es in Kaltenberg wieder; von dort wurde es auf seinen alten Standplatz zurückgebracht; die Buben änderten aber ihr Verhalten nicht und wieder verschwand das Bild nach Kaltenberg. Nun baute man dort eine Kapelle.

Wallfahrt: Von Mai bis Oktober; aus dem Randgebiet von Niederösterreich und auch aus der Umgebung kommen Prozessionen zu Fuß; ansonsten sind zahlreiche Wallfahrtsautobusse von weit her zu verzeichnen.

Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.


Lage: 4273 Kaltenberg.
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Web: Pfarre Kaltenberg
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Literatur zur Wallfahrt:
  - F. Schober, Unterweißenbach, Ein Heimatbuch des Marktes und seiner Umgebung (1948).
   
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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