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In 722m am Ende des Mühlviertler Granitmassivs gelegen. Besonders bekannt wegen der "Buckelweh-Lucken" und der Mumie, auch "luftg´selchter Pfarrer" genannt, weil der auf natürliche Art mumifizierte Leichnam vermutlich ein Chorherr (1709-1746) war. Der bodennahe Spalt, die "Bucklweh-Luck'n", muß durchkrochen werden, um gegen Rückenschmerzen gefeit zu sein oder diese zu heilen! Ein uralter Kultplatz dessen "Schliefstein" auf Wiedergeburts- bzw. Fruchtbarkeitsrituale schließen läßt, wie sie auf der ganzen Welt in gleicher Form vorkommen. Um 1100 entstand eine Kapelle. - Die Kirche ist der Nachfolgebau der Burg, des 1150 genannten "castrum Plasenstain". 1330 wird dann bereits eine "capella s. Thome" urkundlich erwähnt. Das Gotteshaus ist ein vorwiegend gotischer Bau, doch im Kern des Mittelschiffes finden sich noch romanische Reste; das Gewölbe wirkt auch dementsprechend schwer. Im Chor sind zwei bemalte Reliefs, Tod und Krönung Mariae um 1400, zu sehen. Zwei spätgotische Statuen, hl. Johannes Ev. und hl. Paulus um 1490, sind der Kefermarkter Werkstätte nahestehend. Der Hochaltar stammt aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts, wurde jedoch teilweise verändert. Der rechte Seitenaltar ist dem hl. Florian geweiht; das Altarblatt mit dem Heiligen zeigt eine alte Ortsansicht von St. Thomas. Unter der Sakristei liegt die sogenannte Gruft mit dem in einem Glassarg befindlichen unverwesten Leichnam, wahrscheinlich eines Pfarrers aus dem 18. Jahrhundert, im Volksmund der "luftgeselchte Heilige" oder der "luftgeselchte Pfarrer" genannt. Kultgegenstand: Barockes Gemälde des ungläubigen Thomas auf dem Hochaltar. Legende: Zum Kirchenbau wählte man einen Platz im Minifeld. Beim Beginn des Baues hieb sich der Zimmermann in den Fuß, so dass die Späne, auf denen er stand, blutbefleckt wurden. Als am anderen Tag die Zimmerleute wieder an die Arbeit gingen, bemerkten sie Vögel (nach einer anderen Version waren es Geier), die die blutbefleckten Späne aufhoben und forttrugen. Man erbaute die Kirche nun dort, wohin die Vögel die Späne getragen hatten, nämlich auf dem Blasenstein. Wallfahrt: Der hl. Thomas wurde als Kornpatron verehrt, daher Bitten um Schutz für Feldfrüchte, doch auch für das Bauen im allgemeinen (der hl. Thomas ist der Patron der Baumeister); weiter suchten auch Blasenleidende den hl. Thomas auf, und letzten Endes gilt die „Bucklwehlucka" als Hilfe gegen Kreuzschmerzen. 1500 wurde ein Ablass erteilt. Vor allem war St. Thomas aus dem Unteren Mühlviertel besucht, doch auch bis St. Pölten und Türnitz (von hier wurden alle drei Jahre 9 Pfund Wachs zur Abwendung des Mehltaues gespendet). Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972. |
| | Lage: Markt 1, 4364 St. Thomas am Blasenstein. |
| | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Mühlviertel |
| | Ansicht in Street View |
| | Web: Pfarre St. Thomas am Blasenstein |
| | Geöffnet: |
| | Außenansicht: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Bucklwehlucken: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Gnadenbild: Pieta (Vesperbild) in der Wallfahrtskirche St. Thomas am Blasenstein Vesperbild, aus der Mitte des 17. Jahrhunderts stammend. Seitlich schweben zwei kleine Engel, darüber die Hl. Dreifaltigkeit. |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Marien-Reliefs: "Das Wertvollste aber sind die beiden farbigen Marien-Reliefs. Der rechteckig gefasste Marientod an der Südwand sowie die Marienkrönung in einem mit Krabben besetzten Kielbogen an der Nordwand gehörten vielleicht einmal zum Programm eines Bogenfeldes." (Kirchenführer) |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Marienkapelle: im Nordchor der Wallfahrtskirche St. Thomas am Blasenstein, Oberösterreich, mit dem „Dreifrauenaltar" zeigt „Maria, die Hilfe der Christen" (ca. 1730) sowie die Statuen der hl. Katharina und der hl. Barbara. In der Wand befindet sich eine Nische für Opferkännchen. An vier schönen farbigen Konsolen erinnern Mensch, Stier, Löwe und Adler in origineller Gestaltung an die vier Evangelisten; zwei Konsolen tragen pflanzliche Ornamente, sechs weitere - pflanzlich oder figürlich gestaltet- dürften nach etwaiger Zerstörung auf die heutige Form reduziert worden sein. Die Stirnwand schmückt eine Konsole in Gestalt eines Zentauren mit Schwert und Schild. (Quelle: Kirchenführer) |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |