Putzleinsdorf, Wallfahrtskapelle Maria Bründl
Die Wallfahrtskapelle Maria Bründl bei Putzleinsdorf im Bezirk Rohrbach, Mühlviertel, Oberösterreich.
Der tonnengewölbte Saalbau wurde von 1712 bis 1716 an der Stelle einer hölzernen Kapelle erbaut und 1751 geweiht. 1770 wurde eine Sakristei angebaut. Die Kirche wurde 1788 säkuliert und 1865 neu konsekriert.
Über das heilende Wasser des Bründls:
Vor 300 Jahren lebte in Wien ein Graf. der arg an Gichtschmerzen litt. Eines Nachts erhielt er im Traum die Weisung. nach Putzleinsdorf zu fahren. Dort werde er im Wald eine Quelle finden. deren Wasser ihn von seinen Schmerzen befreien werde.
Der Graf folgte seinem Traum und kam hierher. An dieser Stelle im Wald fand er schließlich die vorhergesagte Quelle. Er wusch sich darin und wurde bald geheilt. Nahe der Quelle fand der Graf auch ein Gnadenbild der Muttergottes, worauf et* ihr zu Ehren eine kleine hölzerne Kirche - die Kirche Maria Bründl baute.
Immer mehr Heilung suchende Menschen kamen hierher, bis im 17 Jahrhundert neben der Quelle sogar ein eigenes Badehaus errichtet wurde.
(Textquelle: Tafel bei der Kirche)
Laut Pfarrarchiv soll das Wasser besonders bei Erkrankungen des Stoffwechsels und altersbedingten Leiden helfen. Die Bedeutung des Bades wurde immer größer, die Besucherzahlen stiegen. Erst mit dem 1. Weltkrieg wurde der Badebetrieb eingestellt. Der Zugang ist immer gewährleistet. Es fließt reichlich Wasser und füllt mitgebrachte Flaschen von Wanderern.
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Das kleine Kirchlein in ruhiger, waldreicher Lage wurde 1712 bis 1716 erbaut. Es hat einen zweijochigen stichkappengewölbten, gerade geschlossenen Raum. Kleine Kreuzwegbilder auf Blech stammen aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Quelle aber war bereits um die Mitte des 17. Jahrhunderts bekannt; für die Andacht genügte damals die kleine sogenannte Wasserkapelle, die 1887 zur Lourdeskapelle umgestaltet wurde.
Die Gründungssage lässt erkennen, dass die Quelle schon früher bekannt war. Wie schon erwähnt, bestand erst nur eine kleine Kapelle für das Muttergottesbild über der Quelle. Der Wald gehörte seit jeher der Bürgerschaft von Putzleinsdorf. Als immer mehr Leute zur Quelle kamen, erkannte die Bürgerschaft ihren Vorteil und errichtete neben der Quelle ein Badehaus, das spätere Wirtshaus, und stellte einen eigenen Bader an. Das Wasser wurde auch versendet, sogar nach Linz und Wien. Viele Badegäste hegten aber den Wunsch, das Bad länger benützen zu können und so baute die Bürgerschaft auch für diese Leute eine Unterkunft neben dem Badhaus, das sogenannte Stöckl, in welchem die Badegäste wohnen konnten; der Bau war 1717 vollendet. In diesem Stöckl gab es verschiedene Räumlichkeiten, Zimmer für Standespersonen, besonders für Geistliche und Bürger — Chorherren von Schlägl und Mönche von Engelszell waren regelmäßige Besucher des Bades — ; die Kammern waren einfacher gehalten, und dann gab es noch eine Stube, in welcher Stroh auf den Boden gebreitet war; hier wurden Bauern untergebracht. 1781 wird sogar ein Tafelzimmer genannt für noble Gäste. Für Beheizung im Winter musste ein Zuschlag bezahlt werden. Außer Gästen aus der Umgebung, wie der Graf v. Sprinzenstein oder der Marktrichter von Sarleinsbach, kamen aber auch jährlich Linzer, Welser und Wiener. 1809/10 wurde das Bad verpachtet. Damals gab es im Badhaus drei eiserne eingemauerte Kessel zum Wassererhitzen und 15 Badewannen; der Pächter erhielt auch die Gastwirtsgerechtigkeit. 1855 wurde das Bad verkauft. Die Bedeutung nahm immer mehr ab, doch war bis zum ersten Weltkrieg noch ein regelmäßiger Betrieb zu verzeichnen. Ab dem Ersten Weltkrieg hat jedoch der Badebetrieb vollkommen aufgehört.
Der Altar der einfachen Kirche stammt von ca. 1670, das Gnadenbild von Johann Philipp Ruckerbauer in reichem Rahmen von 1750.
Kultgegenstand: Sitzende hl. Maria, auf Halbmond, das Kind auf dem rechten Arm haltend, beide gekrönt.
Legende: In Wien lebte ein reicher Graf, der an der Gicht litt. Ihm träumte, dass er bei Putzleinsdorf eine Quelle finden werde, in der er sich baden sollte; als sich der Traum zweimal wiederholte, unternahm er die Reise; niemand wusste aber die Quelle; nach den Anzeichen des Traumes fand er sie, badete und wurde gesund. Bei dem Suchen fand man auch das Marienbild, das vom Grafen sehr verehrt wurde.
Wallfahrt: Noch heute Prozessionen, z. B. von Sarleinsbach; Fatima-Wallfahrt jeden 13. von Mai bis Oktober; Kirchweihfest Maria Himmelfahrt.
Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.
| | Lage: Bründlweg 2, 4170 Putzleinsdorf. |
| | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Mühlviertel |
| | Ansicht in Street View (Luftbild) |
| | Web: Pfarre Putzleinsdorf |
| | Geöffnet: |
| | Außenansicht: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
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| | Hochaltar: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
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| | Literatur zur Wallfahrt: |
| - A. Zöhrer, Maria Bründl bei Putzleinsdorf, in: Oö. Heimatblätter, Jgg. 7 (1953), H. 1. | |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |