Peilstein im Mühlviertel, Egerholzkapelle

Auf der Straße von Julbach nach Peilstein, gleich nach der Ortsendetafel von Niederkraml, am Beginn des Waldes rechter Hand, ca. 50 m im Wald; die rot-weiße Markierung nach Peilstein führt daran vorbei.

Diese Kapelle ist um 1649, vielleicht anlässlich einer Pestepidemie entstanden. Ein überdachter Vorraum auf Spitzbogen mit Bänken ist der eigentlichen, durch ein Gitter abgeschlossenen Kapelle vorgeschoben. Links neben der Kapelle tritt aus einem Eisenrohr eine Quelle hervor; früher befand sich hier eine zweite Kapelle mit einer Muttergottesstatue, deren Herz von einem Schwert durchbohrt war. Die oberhalb dieser Kapelle entspringende Quelle war durch das Herz der Muttergottes geleitet.

Kultgegenstand: Seit ca. 1820 eine Muttergottesstatue; früher war es eine hl. Dreifaltigkeit. Das älteste Votivbild von 1797 zeigt noch diese.

Legende: Sie nimmt Bezug auf das älteste Votivbild und erzählt, dass es sich dabei um einen bösen Mann gehandelt habe, der seine Seele dem Teufel verschrieben hatte und sein Leben lang Teufelskünste trieb. Die Egerholz-Muttergottes aber habe ihn gerettet und er sei mit Gott versöhnt gestorben.

Wallfahrt: Vor allem Leute aus der Umgebung kommen zu dieser Kapelle; im Sommer wird sie aber auch gern von Spaziergängern besucht.

Votivbilder: Zahlreiche Votivbilder, viele auf Holz gemalt, aus dem 19. und 20. Jahrhundert zieren die Wände der Vorhalle; oft sind Mariahilfmotive verwendet, aber auch hölzerne Votivgaben wie Beine, Arme, Wickelkinder, Vieh und eine Krücke finden sich. Das älteste, allerdings nicht mehr vorhandene Votivbild aus dem Jahre 1650 stellte einen Mann dar, der mit einer Schlange kämpfte.

Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.


Lage: 4153 Peilstein im Mühlviertel.
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Ansicht in Street View (Abzweigung)
Web: Pfarre Peilstein
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Literatur zur Wallfahrt:
  - Beiträge zur Landes- und Volkskunde des Mühlviertels, Bde. 12, 14.
   
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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