Naarn im Machlande, Wallfahrtskirche Maria Laab

Schnellüberblick
Wallfahrt:Erste urkundliche Bezeugung der Wallfahrt 1665; im 17. und 18. Jahrhundert bedeutender regionaler Marienwallfahrtsort mit festen Wallfahrtstagen der umliegenden Pfarren. Bis zum Ersten Weltkrieg Rast- und Nächtigungsort böhmischer Mariazellpilger. Heute weiterhin als Wallfahrtskirche bezeichnet und regelmäßig liturgisch genutzt; organisierte Wallfahrten sind gegenüber früher deutlich zurückgegangen.
Status:Historisch bedeutender und weiterhin kirchlich genutzter Wallfahrtsort; die traditionelle organisierte Wallfahrt ist stark zurückgegangen.
Kultzentrum:Spätgotische, reich vergoldete Schnitzgruppe "Krönung Mariens" um 1520 aus dem künstlerischen Umfeld der Kefermarkter Altarwerkstatt; seit 1754 im Zentrum des Hochaltars.
Ort:Naarn im Machlande.
Bezirk/Region:Mühlviertel.
Bundesland:Oberösterreich.
Lage und Besuch
• Lage: Laab 2, 4331 Naarn im Machlande, in der Ebene des Machlandes an der Verbindung zwischen Naarn und Mitterkirchen.
• Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Mühlviertel
• Ansicht in Street View
• Web: Pfarrgemeinde Naarn
• Öffnungszeiten: ganzjährig etwa 8 bis 20 Uhr frei zugänglich.
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Besonders willkommen sind Außenansicht und Gesamtanlage mit dem ehemaligen Wallfahrtswirtshaus, Innenraum, Hochaltar und spätgotische "Krönung Mariens", Deckenmalerei, Orgel, Schickhmayr-Grabstein und Gruft sowie historische oder heutige Wallfahrtsgruppen, Mariengottesdienste und Hinweise auf das frühere Wallfahrtsgewerbe.

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Ausführliche Beschreibung

Lage und heutiger Charakter

Die Wallfahrtskirche Maria Laab steht in der weiten Ebene des Machlandes zwischen Naarn und Mitterkirchen. Sie ist eine Filialkirche der Pfarrgemeinde Naarn und liegt unmittelbar an der alten Verkehrsverbindung zwischen den beiden Pfarrorten. Neben der Kirche steht das historische ehemalige Gasthaus von Laab, das an die frühere Bedeutung des Platzes als Rast-, Verpflegungs- und Nächtigungsort für Wallfahrer erinnert. Maria Laab wird bis heute offiziell als Wallfahrtskirche bezeichnet, ist ganzjährig zugänglich und wird regelmäßig für Gottesdienste, Marienfeiern, Taufen und Trauungen genutzt.

Die große organisierte Wallfahrt früherer Jahrhunderte ist allerdings stark zurückgegangen. Die Kirche ist deshalb weder ein erloschener Wallfahrtsort noch ein heutiges Großheiligtum. Ihre gegenwärtige Stellung lässt sich am besten als historisch bedeutender und weiterhin kirchlich genutzter Wallfahrtsort beschreiben, dessen traditionelle Prozessions- und Gruppenwallfahrten nur mehr in deutlich kleinerem Umfang fortleben.

Die problematische Jahreszahl 1092

In touristischen und sekundären Darstellungen wird häufig behauptet, die Kirche von Maria Laab sei bereits 1092 urkundlich erwähnt worden. Diese Jahreszahl ist jedoch nicht belastbar genug, um als gesichertes Kirchendatum zu gelten. Das maßgebliche "Ortsnamenbuch des Landes Oberösterreich" von Karl Hohensinner und Peter Wiesinger verzeichnet für Laab erst 1545 die Form "Auf dem Guet Zw Löb". Die erste urkundliche Bezeugung einer Wallfahrt nach Laab setzt dieses Werk in das Jahr 1665.

Auch die heutige Pfarrgemeinde und die Marktgemeinde Naarn formulieren ausdrücklich, über den Ursprung der Laaber Kirche gebe es keine schriftlichen Quellen. Sie verweisen stattdessen auf gotische Mauerreste, die für eine Entstehung des Gotteshauses gegen Ende des 15. Jahrhunderts sprechen. Für eine quellenkritische Darstellung ist deshalb Vorsicht geboten: 1092 bleibt eine verbreitete ältere Sekundärangabe, kann aber gegenüber Ortsnamenforschung, Baugeschichte und heutiger Pfarrdarstellung nicht als gesicherte Erstnennung der Kirche gelten.

Gotischer Kern und Entstehung um 1500

Die ältesten sicher greifbaren Bauteile gehören in die Gotik. Das ost-west gerichtete Langhaus und der Chor bewahren Mauerwerk des 15. Jahrhunderts. Die heutige Pfarr- und Gemeindegeschichte setzt die Entstehung des Heiligtums an das Ende dieses Jahrhunderts. Dazu passt das wichtigste Kunstwerk der Kirche: die um 1520 geschaffene "Krönung Mariens". Bau und Gnadenbild bilden damit eine überzeugende kunsthistorische Einheit aus der Zeit um 1500, auch wenn ein genaues Gründungsjahr der Kirche fehlt.

Im frühen 18. Jahrhundert wurde die Anlage erweitert. Um 1720/30 entstand der nach Norden gerichtete dreijochige Flügelbau, der dem Grundriss bis heute seine ungewöhnliche, beinahe hakenförmige Gestalt gibt. Der ältere gotische Kirchenraum wurde damit in eine auf den zunehmenden Wallfahrtsbetrieb reagierende größere Anlage eingebunden.

Das Gnadenbild: die "Krönung Mariens"

Das künstlerische und religiöse Zentrum von Maria Laab ist die spätgotische Schnitzgruppe "Krönung Mariens". Sie wird um 1520 datiert und einem unbekannten Meister aus dem künstlerischen Umfeld beziehungsweise der Nachfolge der berühmten Kefermarkter Altarwerkstatt zugeschrieben. Maria kniet in der Mitte mit gefalteten Händen, offen fallendem Haar und gesenktem Blick. Zu ihren Seiten erscheinen Gottvater mit der Weltkugel und Christus mit dem Kreuz; beide setzen ihr gemeinsam die Krone auf. Über der Gruppe schwebt der Heilige Geist in Gestalt der Taube.

Die stark vergoldeten und reich gefalteten Gewänder verleihen der Gruppe eine feierliche, fast monumentale Wirkung. Zugleich besitzt Maria selbst einen wesentlich stilleren Ausdruck. Gerade diese Verbindung von hierarchischer Dreifaltigkeitsdarstellung und dem demütigen Marienbild dürfte wesentlich zur besonderen Wirkung des Gnadenbildes beigetragen haben.

1754: das Gnadenbild kommt auf den Hochaltar

Die "Krönung Mariens" stand nicht immer an ihrem heutigen Platz. Nach älteren historischen Darstellungen wurde die spätgotische Gruppe 1754 von einem Seitenaltar in das Zentrum des Hochaltars übertragen. Wenige Jahre später, ab 1757, erscheint für den Ort verstärkt die Bezeichnung "Maria Laab". Diese zeitliche Nähe ist bemerkenswert: Mit der hervorgehobenen Stellung des Gnadenbildes erhielt auch der Ort seinen bis heute gebräuchlichen marianischen Namen.

Das bedeutet nicht, dass die Wallfahrt erst 1754 begonnen hätte. Sie ist bereits 1665 urkundlich belegt. Die Übertragung auf den Hochaltar ist vielmehr als Ausdruck einer bereits bestehenden und weiter anwachsenden Verehrung zu verstehen. Im 18. Jahrhundert wurde das spätgotische Kunstwerk endgültig zum sichtbaren Zentrum der gesamten Kirche.

Die Gründungslegende vom Bild im Laub

Die örtliche Legende erklärt sowohl die Entstehung der Kirche als auch ihren Namen. Demnach stand an der Stelle des heutigen Gotteshauses einst dichter Laubwald. Bauern sammelten im Herbst Streu und fanden in einem Laubhaufen ein Marienbild. Sie nahmen es mit nach Hause, doch am nächsten Morgen lag es wieder an seiner Fundstelle. Dieses Geschehen habe sich dreimal wiederholt. Schließlich erkannte man darin den Wunsch der Gottesmutter, gerade an diesem Ort verehrt zu werden, und errichtete dort ein Kirchlein.

Die Erzählung gehört zum weit verbreiteten Typus der Ortswahllegende: Ein heiliges Bild lässt sich nicht dauerhaft von einem bestimmten Platz entfernen und bestimmt auf diese Weise selbst den Standort seines Heiligtums. Historisch ist diese Rückkehr des Bildes nicht nachweisbar. Auch die Erklärung des Namens "Laab" aus dem Laubfund ist eine volkstümliche Deutung. Die Ortsnamenforschung führt ältere Belege und unterschiedliche sprachgeschichtliche Erklärungen an. Die Erzählung gehört damit in den Bereich der Legende und nicht zu den historisch nachweisbaren Gründungsberichten.

1665: erster sicherer Wallfahrtsbeleg

Für die Wallfahrtsgeschichte ist das Jahr 1665 entscheidend. Karl Hohensinner und Peter Wiesinger nennen es als erste urkundliche Bezeugung einer Wallfahrt nach Laab. Damit ist Maria Laab spätestens in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eindeutig als Pilgerziel greifbar. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der Ort zu einem wichtigen regionalen Marienheiligtum.

Die umliegenden Pfarren besaßen feste Wallfahrtstage. Solche geregelten Pfarrwallfahrten zeigen, dass es sich nicht nur um einzelne private Besuche handelte, sondern um ein in das kirchliche Jahres- und Wegenetz eingebundenes Wallfahrtswesen. Maria Laab war ein Ziel, zu dem Gemeinschaften in festgelegter Ordnung wiederkehrten.

Opfergelder und Wallfahrtsökonomie

Wie stark der Besuch war, lässt sich an den Opfergeldern und am Gewerbe rund um die Kirche erkennen. Ältere Überlieferungen berichten, dass die Einnahmen der Wallfahrtskirche zeitweise doppelt so hoch waren wie jene der Pfarrkirche Naarn. Eine ältere wallfahrtskundliche Beschreibung nennt für das 17. Jahrhundert jährlich ungefähr 200 Gulden im Opferstock. Auch wenn konkrete Geldsummen wegen unterschiedlicher Zeitstellungen vorsichtig zu vergleichen sind, belegen sämtliche Nachrichten eine wirtschaftlich bemerkenswerte Wallfahrt.

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts hatten bei der Kirche ein Lebzelter und drei Bäcker ihre Verkaufsstände. Das ist volkskundlich besonders aussagekräftig. Wallfahrt erzeugte eine eigene Infrastruktur: Pilger benötigten Brot und Verpflegung, Lebzelten waren zugleich Reiseproviant, Geschenk und typisches Wallfahrtsgut. Das unmittelbar benachbarte Gasthaus ergänzte diese Versorgung durch Bewirtung und Übernachtungsmöglichkeit. Maria Laab war daher nicht nur ein religiöser Punkt, sondern zeitweise ein kleiner saisonaler Wallfahrtsmarkt.

Mariazellpilger aus Böhmen

Die Bedeutung Maria Laabs reichte über das unmittelbare Machland hinaus. Bis zum Ersten Weltkrieg nutzten Wallfahrer aus Böhmen die Kirche als Station auf ihrem Weg nach Mariazell. Sie kehrten hier ein und übernachteten teilweise im Ort. Damit war Maria Laab nicht nur selbst Ziel einer regionalen Wallfahrt, sondern zugleich Etappenort einer wesentlich längeren überregionalen Pilgerroute.

Solche Zwischenstationen sind für historische Wallfahrtswege von großer Bedeutung. Die Pilger benötigten sichere Nächtigungsorte, Gottesdienstmöglichkeiten und Verpflegung. Ein etablierter Wallfahrtsort wie Maria Laab konnte diese Funktionen übernehmen. Der Erste Weltkrieg, neue Staatsgrenzen und die Veränderungen des Verkehrs beendeten diese böhmische Pilgertradition weitgehend.

Wallfahrt aus Mitterkirchen und anderen Pfarren

Bis weit in das 20. Jahrhundert kamen benachbarte Pfarren an bestimmten Tagen nach Maria Laab. Besonders langlebig war die Wallfahrt aus Mitterkirchen zum 2. Juli, dem traditionellen Fest Mariä Heimsuchung. Eine ältere wallfahrtskundliche Beschreibung dokumentierte diese Wallfahrt noch Anfang der 1970er Jahre, damals teilweise bereits mit Kraftfahrzeugen. Ebenso erwähnt er eine in größeren Abständen zu Fuß kommende Wallfahrt aus Perg.

Für die unmittelbare Gegenwart ließ sich eine jährlich am 2. Juli unverändert fortgesetzte Mitterkirchener Wallfahrt in den aktuell zugänglichen Pfarrkalendern nicht sicher nachweisen. Als heutiger fixer Brauch ist sie daher ohne weiteren Nachweis nicht gesichert. Belegt ist hingegen, dass Maria Laab weiterhin kirchlich intensiv genutzt wird und auch fallweise Pilger- und Wallfahrtsgruppen empfängt.

Josephinisches Wallfahrtsverbot und Schließung

Die josephinischen Kirchenreformen trafen Maria Laab schwer. Wallfahrten und zahlreiche Formen barocker Volksfrömmigkeit wurden staatlich eingeschränkt; die Laaber Kirche wurde geschlossen. Damit brach ein über Generationen gewachsenes religiöses und wirtschaftliches System weitgehend ab. Nicht nur Prozessionen und Messfeiern entfielen, sondern auch die mit ihnen verbundene Versorgung der Wallfahrer.

Erst 1824 wurde die Kirche renoviert und wieder geöffnet. Die Wallfahrt konnte danach wieder aufgenommen werden, erreichte aber nicht mehr dauerhaft die Bedeutung des 17. und 18. Jahrhunderts. Gerade dieser Einschnitt erklärt, weshalb die ältere Blüte in den Quellen so deutlich von den späteren Formen unterschieden werden muss.

Die Schickhmayr-Gruft

Im Mittelgang der Kirche befindet sich die Gruft des Ehepaares Wolfgang und Regina Ursula Schickhmayr. Wolfgang Schickhmayr starb 1702, seine Frau 1721. Er war in herrschaftlichen Verwaltungsfunktionen tätig, unter anderem als Pfleger und Landgerichtsverwalter sowie später als Regent in Steyregg. Der große Wappengrabstein des Ehepaares ist an der nördlichen Langhauswand angebracht.

Die Bestattung einer hochgestellten Familie in der kleinen Wallfahrtskirche verweist auf deren gesellschaftliche Bedeutung in der Barockzeit. Zwei Enkel des Ehepaares gelangten später in hohe kirchliche Ämter und wurden Äbte von Baumgartenberg beziehungsweise Lambach. Die Gruft verbindet damit die lokale Wallfahrtsgeschichte mit der politischen und klösterlichen Geschichte der Region.

Neuromanische Umgestaltung um 1900

Zwischen 1898 und 1900, nach anderen baugeschichtlichen Zusammenfassungen 1897 bis 1901, wurde die Kirche grundlegend renoviert und im Inneren neuromanisch gestaltet. Die Altäre schuf die Werkstatt des Perger Bildhauers Josef Dirnberger, der aus Naarn stammte und zeitweise auch Bürgermeister von Perg war. Die spätgotische "Krönung Mariens" wurde dabei selbstverständlich nicht beseitigt, sondern in die neue Hochaltaranlage integriert.

Die Wand- und Deckenmalerei orientiert sich an der neoromanischen und von der Beuroner Kunst beeinflussten Formensprache des späten 19. Jahrhunderts. Das große Deckengemälde zeigt die Aufnahme Mariens in den Himmel; im Chor erscheinen unter anderem Sebastian, Rochus, Isidor und Antonius. So treffen in Maria Laab mehrere Jahrhunderte unmittelbar aufeinander: gotisches Mauerwerk und Gnadenbild, barocke Erweiterung und Wallfahrtsgeschichte sowie neuromanische Ausstattung.

Orgel und Glocken

Zur Erneuerung um 1900 gehört auch die kleine historische Orgel. Die neuere Literatur nennt eine 1899 errichtete einmanualige Brüstungsorgel mit vier Registern; als Erbauer wird Johann Lachmayr genannt. In örtlichen Kurzbeschreibungen findet sich teilweise auch ein Bezug zur Firma Breinbauer. Wegen dieser widersprüchlichen Angaben bleibt die exakte Zuschreibung ohne Prüfung am Instrument oder in einer spezialisierten Orgeldokumentation offen.

1917 mussten zwei ältere Glocken mit den Jahreszahlen 1413 und 1464 für Kriegszwecke abgeliefert werden. Ihre Datierungen zeigen, dass am Ort beziehungsweise in der kirchlichen Ausstattung sehr alte Bestände vorhanden waren, auch wenn daraus allein keine sichere Baugeschichte der gesamten Kirche abzuleiten ist.

Renovierung 1980/81

1980/81 wurde Maria Laab unter Pfarrer Johann Zauner umfassend innen und außen renoviert. Dabei blieb die neuromanische Gestaltung erhalten. Diese Entscheidung ist denkmalpflegerisch bemerkenswert: Die Ausstattung des späten 19. Jahrhunderts wurde nicht als störende spätere Schicht beseitigt, sondern als inzwischen selbst historischer Bestandteil des Kirchenraumes respektiert.

Gottesdienste und heutige Nutzung

Maria Laab ist heute keineswegs nur Denkmal. Von Ostern bis Allerheiligen wird regelmäßig an einem Abend der Woche Eucharistie gefeiert; auch große Marienfeste werden liturgisch begangen. Aktuelle Gottesdienstordnungen dokumentieren weiterhin Messfeiern, Taufen und andere Feiern in der Wallfahrtskirche. Besonders beliebt ist Maria Laab zudem als Hochzeitskirche.

Die derzeitige Nutzung unterscheidet sich damit deutlich von der alten Massenwallfahrt, hält den Sakralraum aber lebendig. Die Kirche bleibt als "Wallfahrtskirche Maria Laab" im Bewusstsein von Pfarre und Gemeinde präsent. Einzelpilger und fallweise Gruppen besuchen den Ort weiterhin; regelmäßige große Prozessionen aus zahlreichen Pfarren gehören dagegen weitgehend der Vergangenheit an.

Wallfahrtsstatus

Der historische Wallfahrtsstatus Maria Laabs ist zweifelsfrei. Eine Wallfahrt ist seit 1665 urkundlich belegt, im Barock bestand ein dichtes System regionaler Pfarrwallfahrten, hohe Opfergelder und ein eigenes Wallfahrtsgewerbe; zusätzlich diente der Ort böhmischen Mariazellpilgern als Etappenstation. Die josephinische Schließung und die Wiedereröffnung 1824 sind typische Einschnitte eines etablierten Wallfahrtsortes.

Auch heute darf Maria Laab weiterhin als Wallfahrtskirche bezeichnet werden. Anders als bei bloßen historischen Andachtsorten ist der sakrale Betrieb kontinuierlich, und gelegentliche Pilger- und Wallfahrtsgruppen sind weiterhin belegt. Der Schwerpunkt hat sich jedoch von großen organisierten Prozessionen auf Gottesdienste, persönliche Besuche, kleinere Gruppen und die Nutzung als Hochzeitskirche verlagert.

Volkskundliche Bedeutung

Maria Laab ist volkskundlich besonders interessant, weil sich die Wallfahrt nicht nur am Gnadenbild, sondern an einer ganzen sozialen Infrastruktur ablesen lässt. Feste Wallfahrtstage der Nachbarpfarren, Opfergelder, Bäcker- und Lebzelterstände, Gasthaus und Pilgerübernachtungen zeigen einen funktionierenden Wallfahrtsbetrieb. Die Kirche war religiöses Zentrum, Markt- und Rastplatz zugleich.

Hinzu kommt die doppelte Funktion als Ziel und Zwischenstation. Für Menschen aus dem Machland war Maria Laab selbst das Wallfahrtsziel; für böhmische Mariazellpilger war es ein Etappenort auf einem sehr viel längeren Weg. Die Gründungslegende vom Bild im Laub erklärt den Ort symbolisch, während die schriftlichen Quellen ab 1665 den tatsächlichen Wallfahrtsbetrieb fassbar machen. Gerade diese Verbindung von Legende, Kunstwerk, Pilgerwegen und wirtschaftlicher Infrastruktur macht Maria Laab zu einem besonders aussagekräftigen Beispiel regionaler Wallfahrtskultur.

Literatur und Quellen

Benedikt Pillwein: Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns und des Herzogthums Salzburg. Erster Theil: Der Mühlkreis. Linz 1827, besonders S. 401.

Marktgemeinde Naarn im Machlande (Hrsg.): Naarn im Machlande. Beiträge zur Heimatgeschichte der Marktgemeinde. Naarn im Machlande 2002.

Karl Hohensinner, Peter Wiesinger unter Mitarbeit von Hermann Scheuringer und Michael Schefbäck: Die Ortsnamen der politischen Bezirke Perg und Freistadt (Östliches Mühlviertel). Ortsnamenbuch des Landes Oberösterreich, Band 11. Wien 2003, S. 35, Nr. 11.2.1.19.

Peter Adam, Beate Auer u. a.: Dehio-Handbuch Oberösterreich. Band 1: Mühlviertel. Horn/Wien 2003.

Johann Zauner: Filial- und Wallfahrtskirche Maria Laab. Kirchenführer. Hrsg. Pfarramt Naarn im Machland. Wels 2014.

Pfarrgemeinde Naarn, Marktgemeinde Naarn im Machlande und Oberösterreich Tourismus: aktuelle Informationen zu Maria Laab, Gottesdiensten und Öffnungszeiten.

Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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