Kleinzell im Mühlkreis, Wallfahrtskapelle Ramersberg

Die Kapelle Maria von der immerwährenden Hilfe liegt oberhalb des Ortes Ramersberg mitten im Wald am Ende eines Kreuzweges. Die Kreuzwegbilder sind eine volkstümliche, ansprechende Arbeit. Der Weg ist landschaftlich sehr schön. Einige Stufen führen zur Kapelle empor.

Die Kapelle wurde 1873 von Matthias Lanzersdorfer, Auszügler am Obergut in Ramersberg, gegründet; an der rechten Seitenwand der Kapelle befindet sich ein Foto des 1923 verstorbenen Gründers. Ursache der Gründung war ein Kind, das sich verlaufen hatte und nach drei Tagen am Platz der Kapelle unversehrt gefunden wurde. 1873 wurde eine hölzerne Kapelle errichtet, 1877 wurde sie durch einen gemauerten Bau ersetzt. Seit 1906 untersteht sie dem Chorherrenstift St. Florian.

Der Hochaltar ist in eine Nische eingelassen und geschnitzt; auch die beiden Seitenaltäre sind Schnitzarbeiten von Lanzersdorfer aus dem Jahre 1874.

Kultgegenstand: Der Hochaltar. In der Mitte ist Maria dargestellt, das Kind auf dem linken Arm haltend, ähnlich dem Maria-Pötschbild (bei Neufelden), darüber die hl. Dreifaltigkeit, rechts der hl. Franziskus von Assisi, über ihm Christus, links der hl. Josef, darüber die hl. Maria. Auf der Predella sind von links nach rechts dargestellt: hl. Aloisius, Schutzengel, hl. Maria, hl. Anna, hl. Joachim, hl. Barbara und hl. Matthäus.

Wallfahrt: Früher vor allem wegen verlorener Kinder, und hauptsächlich aus dem Mühlviertel besucht, doch auch aus der Gegend von Aschach und Eferding. Zu Floriani und den drei Goldenen Samstagnächten wurden Prozessionen von Eferding und Sarleinsbach hierher gemacht. Heute kommen Wallfahrer vor allem an Sonntagen, besonders im Sommer und aus der Umgebung. Doch wird Maria Ramersberg auch von Wallfahrern von südlich der Donau auf ihrem Weg nach Maria Pötsch besucht.
Alle Wände sind mit Votivbildern voll gehangen; viele der älteren wurden von Lanzersdorfer gemalt und behandeln zum Teil das Thema des verlorenen Kindes. Es finden sich in der Kapelle aber auch Krücken, Prothesen, Augenmotive und Gipsverbandreste.

Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.


Lage: Ramersberg, 4115 Kleinzell im Mühlkreis.
Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Mühlviertel
Ansicht in Street View (Luftbild)
Web: Pfarre Kleinzell
Geöffnet:
 
Außenansicht:
die Wallfahrts-Kapelle Ramersberg befindet sich am Granit-Pilger-Weg im Obernen Mühlviertel bei der Gemeinde Kleinzell. Von privater Hand aus Dankbarkeit 1877 erbaut wurde sie zuletzt 2025 von den Besitzern restauriert. Regelmäßig wird sie von Pilgern und Wallfahrern besucht, im Inneren befinden sind auch einige Votiv-Bilder.
 

Kleinzell im Mühlkreis, Wallfahrtskapelle Ramersberg

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

 

Hochaltar der Wallfahrtskapelle Ramersberg:
 

Kleinzell im Mühlkreis, Wallfahrtskapelle Ramersberg

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

 

Votivbilder in der Wallfahrtskapelle Ramersberg:
 

Kleinzell im Mühlkreis, Wallfahrtskapelle Ramersberg - Votivbilder

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

 

Votivbild in der Wallfahrtskapelle Ramersberg:
Inschrift:
"Unser Kind 1 1/2 Jahr alt, hate ein schwäres Augenleiden bei einem halben Jahr, wir waren 9mal in Linz beim Togter, und konte nicht helfen, da versprachen wir uns hieher, zu Maria von der immerwährenden Hilfe, und ein Bild zu Opfern, von der Zeit an sieht das Kind wieder gut -
Name und Ort"

 

Kleinzell im Mühlkreis, Wallfahrtskapelle Ramersberg - Votivbild

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

 

   
Literatur zur Wallfahrt:
   
   
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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