Grünbach, St. Michael ob Rauchenödt
Die Kirche wurde urkundlich 1383 genannt, doch standen an diesem, die Landschaft weithin beherrschenden Platz, schon Vorgängerbauten. Bei Grabungen, die im Jahre 1957 anlässlich einer Generalrenovierung durchgeführt wurden, fand man den Grundriss einer romanischen Chorquadratkirche mit Ostturm und den einer zweischiffigen Holzkirche mit Umgang und Vorlaube, vielleicht aus dem 11. Jahrhundert. Erst durch diese Grabungsergebnisse war es möglich, die frühen Gotteshäuser aus Holz vollkommen zu rekonstruieren. Beide Kirchen wurden durch Brand zerstört. Der adaptierte romanische Bau wurde 1476 geweiht. Das gotische Westportal stammt aus dieser Zeit. Der heute erhaltene spätgotische Bau wurde ungefähr 1510 errichtet.
Die zweischiffige Hallenkirche ist nicht nur ein kunsthistorisch interessanter Bau, sondern auch ein äußerst liebenswertes Gotteshaus im Norden des Landes. Schon von außen besticht das reiche, spätgotische Südtor. Der Hochaltar ist ein spätgotischer Flügelaltar, angeblich von 1517. Im Schrein stehen vorzügliche Statuen der Heiligen Michael, Nikolaus und Stephan. Nicht übersehen darf auch die gotische Sakramentsnische links im Chor werden. Die Seitenaltäre sind barock, aus dem Ende des 17. Jahrhunderts, ohne jedoch die Harmonie dieses gotischen Raumes zu stören. Auf dem linken Seitenaltar befindet sich eine spätgotische Gruppe "Mariä Krönung" um 1525. Kanzel und Orgel sind barock, erstere von 1671, letztere von 1668.
Kultgegenstand: Statue des hl. Michael auf dem Hochaltar.
Legende: Auf dem ehemaligen Friedhof um die Kirche sollen sich drei Gräber befinden, die der Kirche immer näher rücken. Wenn sie sie erreicht haben, ist der Weltuntergang da.
Wallfahrt: Seit neuestem wieder stärkerer Besuch, besonders im Mai und zum Fest des hl. Michael; aber auch unter der Zeit, vor allem aus dem Mühlviertel, z. B. Grein, Ried i. d. Riedmark, Sandl, St. Oswald, Freistadt, Schenkenfelden, Lembach. Meist wird bis zum Fuß des Berges gefahren und das letzte Stück dann gegangen. Vom regen Besuch zeugt auch ein Kerzentisch.
Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.
| | Lage: Oberrauchenödt, 4264 Grünbach. |
| | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Mühlviertel |
| | Ansicht in Street View |
| | Web: Pfarrgemeinde Grünbach |
| | Geöffnet: |
| | Dia St. Michael ob Rauchenödt Anfang 1960er Jahre: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
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| | Dia Blick von St. Michael nach Rauchenödt Anfang 1960er Jahre:
Vergleiche die Street-View-Ansicht heute |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
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| | Literatur zur Wallfahrt: |
| - B. Ulm, Die Filialkirche St. Michael ob Rauchenödt bei Freistadt, in Mühlviertler Heimatblätter, 1. Jgg, (1961), H. 2. | |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |