Feldkirchen an der Donau, Filialkirche hl. Leonhard Pesenbach

Der Ort ist bereits 1108 als Bosenbac genannt; 1623 scheint der Name "St. Leonhard im Pesenbach" auf. Das für eine Filialkirche sehr große Gotteshaus ist eine dreischiffige, kreuzrippengewölbte Pfeilerbasilika aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Bei einiger Renovierung würden die Schönheiten dieser Kirche noch viel besser zur Geltung kommen. Der Innenraum ist vom schönen, sehr bedeutenden Flügelaltar von 1495 beherrscht. Auch an seiner Rückseite befinden sich gemalte Tafeln. Im Schrein sind die Heiligen Leonhard, Bartholomäus (?) und Michael dargestellt. Auf den beweglichen Flügeln befinden sich innen Reliefs, außen Gemälde aus der Legende des hl. Leonhard; außerdem sind auf den Flügeln auch Heiligendarstellungen. Der linke Seitenaltar ist spätgotisch, der rechte barock; oberhalb dieses Seitenaltares war die wunderbare „Thronende Muttergottes mit Kind" von ungefähr 1430 angebracht. Diese Plastik wurde 1963 gestohlen und ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Bemerkenswert sind in dieser Kirche weiters eine gotische Statue des hl. Leonhard und ein gotisches, holzgeschnitztes Kruzifix um 1510, eine barocke Schmerzhafte Muttergottes-Statue aus dem 1. Viertel des 18. Jahrhunderts und schöne Maßwerkfenster. (In der Stiftsammlung St. Florian befinden sich Glasgemälde von 1486 und ein Marienaltar von 1499, im Schloss Eferding Reste eines Flügelaltares um 1520 aus dieser Kirche).

Kultgegenstand: Statue des hl. Leonhard, in der linken Hand den Bischofstab, in der rechten ein Buch, von dem eine Kette herabhängt.

Legende: Die Kirche wurde von einem Kaufmann gegründet, der sich mit seinem Schiff bei einem Sturm in die Pesenbachmündung rettete. Am Gewölbe sind noch die Berufszeichen des Erbauers, Haken und Ruder aus Stein als Schlusssteine zu sehen.
— Nach einer anderen Version wäre die Kirche von zwei Fräuleins erbaut worden, aus Dank dafür, dass sie bei einem Sturm auf der Donau Rettung fanden.

Wallfahrt: Vor allem wegen Viehkrankheiten und da besonders wieder für Schweine aufgesucht. Am Leonharditag wird von Goldwörth zu Fuß und am Sonntag danach von St. Martin hierher gewallfahrtet; letztere fahren bis Mühllacken und kommen von dort zu Fuß her. Außerdem kommen auch Pilger aus Stroheim, Kirchberg, Gramastetten, Walding und Ottensheim.

Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.


Lage: neben Pesenbach 22, 4101 Feldkirchen an der Donau.
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Web: Pfarrgemeinde Feldkirchen an der Donau
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Literatur zur Wallfahrt:
  - Mühlviertler Heimatblätter, Jgg. 3 (1963) H. 11/12.
   
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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