| Wallfahrt: | Marienwallfahrt spätestens seit dem 15. Jahrhundert nachweisbar; große Blüte im 17. und frühen 18. Jahrhundert. Historische Pfarrwallfahrt aus Pabneukirchen und seit den 2000er Jahren erneute Belebung durch Einzel- und Gruppenwallfahrten; gegenwärtig wird die Wallfahrt von der Pfarrgemeinde gezielt neu belebt. |
| Status: | Lebendiger, gegenwärtig wiederbelebter Wallfahrtsort. |
| Kultzentrum: | Spätgotische, nahezu lebensgroße Statue der stehenden Muttergottes mit dem Jesuskind auf dem rechten Arm, zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts; die Kronen von Maria und Kind sind barocke Ergänzungen. Die Statue wird als "Maria am grünen Anger" verehrt. |
| Ort: | Dimbach. |
| Bezirk/Region: | Mühlviertel. |
| Bundesland: | Oberösterreich. |
| • | Lage: Dimbach 1, 4371 Dimbach. |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Mühlviertel |
| • | Ansicht in Street View |
| • | Web: Pfarre Dimbach |
| • | Öffnungszeiten: Kirchenbesichtigung und Führung nach Vereinbarung; Gottesdienste nach dem Pfarrkalender. |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
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Besonders willkommen sind Außenansicht und Kirchenplatz, Innenraum, Hochaltar und Gnadenstatue "Maria am grünen Anger", Details der barocken Kronen, Kanzel und weitere Ausstattung, Lourdesgrotte, Kreuzweg sowie heutige Wallfahrer, Prozessionen und Andachten.
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Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt steht im Zentrum des Marktes Dimbach im Unteren Mühlviertel. Als Wallfahrtsname hat sich "Maria am grünen Anger" erhalten. Dimbach gehörte über Jahrhunderte zum Augustiner-Chorherrenstift Waldhausen und war damit in ein dichtes Netz von Stiftspfarren eingebunden. Das Bundesdenkmalamt führt das Gotteshaus bis heute ausdrücklich als Pfarr- und Wallfahrtskirche. Der heutige Bau ist eine dreischiffige spätgotische Hallenkirche mit überwiegend barocker Ausstattung; ältere Bauteile und die lange Pfarrtradition zeigen jedoch, dass dem heutigen Kirchenbau Vorgänger vorausgingen.
Dimbach wird 1147 in der Bestätigungsurkunde für die Stiftung des Klosters Waldhausen als "Dunnenbach" genannt und dem neuen Stift zugeordnet. Diese frühe Nennung ist für die Pfarrgeschichte von großer Bedeutung, darf aber nicht mit einem ebenso frühen Nachweis der Wallfahrt gleichgesetzt werden. Die ältere Literatur formulierte gelegentlich, Dimbach sei bereits 1147 als Pfarr- und Wallfahrtskirche belegt; die Urkunde bezeugt jedoch die Kirche beziehungsweise Kirchengemeinde und ihre Zugehörigkeit zu Waldhausen, nicht schon den späteren marianischen Wallfahrtskult.
Für die Wallfahrt nennt das Dimbacher Heimatbuch einen wesentlich späteren, aber glaubwürdigeren Bezugspunkt: 1460 werde von der Wallfahrt zur "Königin Maria vom grünen Anger" berichtet. Wann der Kult tatsächlich einsetzte, lässt sich heute nicht mehr genau bestimmen. Die bei Eine ältere wallfahrtskundliche Beschreibung genannte Ablassverleihung von 1500 wird in den quellenorientierten Darstellungen des Dimbacher Heimatbuches nicht näher belegt; für die Frühgeschichte der Wallfahrt ist daher die Nennung von 1460 der vorsichtigere Ausgangspunkt.
Ziel der Wallfahrt ist eine nahezu lebensgroße spätgotische Holzfigur der stehenden Muttergottes mit dem nackten Jesuskind auf dem rechten Arm. Maria und Kind tragen Kronen; das Kind erhebt die rechte Hand zum Segen. Die Datierung schwankt in den örtlichen Darstellungen zwischen etwa 1450 und dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts. Die auf der Auswertung älterer kunsthistorischer Unterlagen beruhende Darstellung im Dimbacher Heimatbuch setzt die Statue in die Zeit um 1480 bis 1490. Sicher ist, dass die Kronen spätere barocke Ergänzungen sind.
Die Statue stand nicht immer am Hochaltar. Nach den von Kurt Lettner ausgewerteten Überlieferungen befand sie sich ursprünglich auf einer Säule zwischen Presbyterium und Langhaus und war mit kostbaren Gewändern umgeben. Damit erscheint die Madonna als tatsächlich inszeniertes Wallfahrtsbild, nicht bloß als Teil einer Altarausstattung. Das Bekleiden und Schmücken eines Gnadenbildes gehörte zu jenen Formen barocker Marienfrömmigkeit, in denen das Bild als gegenwärtiges Gegenüber der Wallfahrer behandelt wurde. Wann die Statue an ihren heutigen Platz im Hochaltar übertragen wurde, ist nicht sicher belegt.
Der heutige Kirchenraum ist eine dreischiffige spätgotische Hallenkirche. Die genaue Datierung einzelner Bauphasen wird in den örtlichen Darstellungen unterschiedlich angegeben; unstrittig ist jedoch der spätgotische Charakter des Hauptbaues. Die Pfarre verweist zudem auf ältere Mauerteile im Bereich der heutigen Sakristei. Die architektonische Entwicklung dürfte daher in mehreren Bauphasen verlaufen sein und kann nicht auf ein einziges Errichtungsjahr reduziert werden.
Die große Blütezeit der Wallfahrt prägte vor allem die Ausstattung. Der barocke Hochaltar wurde 1682 geschaffen; als Bildhauer wird Georg Christoph Obermayr, als Maler Michael Purghart aus Aschach an der Donau genannt. Im Zentrum steht die Gnadenstatue. Weitere Altäre und die reich gestaltete Kanzel gehören ebenfalls in die barocke Ausstattungsphase. Das Orgelgehäuse wird in das frühe 17. Jahrhundert datiert; die heutige Orgel trägt den Namen des in Dimbach geborenen Priesters und Komponisten Franz Xaver Müller und wurde 1972 errichtet. Zu den jüngeren Andachtsorten im Kirchenumfeld gehört eine Lourdesgrotte mit Marienstatue aus der Zeit um 1900.
Wie bei vielen alten Wallfahrtskirchen erklärt auch in Dimbach eine Wandersage den Standort des Gotteshauses. Der Überlieferung zufolge war der Kirchenbau ursprünglich auf dem etwa einen Kilometer südlich gelegenen Gruberberg geplant. Tauben hätten jedoch Baumaterial und Hobelspäne immer wieder an den heutigen Standort getragen. Am dritten Tag soll dort schließlich die Gottesmutter selbst erschienen sein. Daraufhin habe man den Bauplatz verlegt.
Die Erzählung ist nicht als Bericht über die tatsächliche Baugeschichte zu lesen. Sie gehört zum weit verbreiteten Typus jener Kirchenbaulegenden, in denen Tiere oder wundersame Vorgänge den von Gott oder einem Heiligen gewünschten Standort offenbaren. Volkskundlich ist sie dennoch wichtig, weil sie erklärt, warum gerade dieser Platz als von Maria selbst erwählt verstanden werden konnte und damit dem Wallfahrtsort eine zusätzliche sakrale Legitimation verlieh.
Die stärkste Wallfahrtsperiode ist nach der historischen Aufarbeitung im Dimbacher Heimatbuch in die zweite Hälfte des 17. und die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts zu setzen. Die Pfarrchronik berichtet, Dimbach sei "von den entferntesten Gegenden her" besucht worden. Wie groß die überregionale Reichweite tatsächlich war, lässt sich für diese frühe Hochblüte nicht mehr genau rekonstruieren. Für die Zeit ab der Mitte des 18. Jahrhunderts erlauben erhaltene Kirchenrechnungen dagegen einen genaueren Blick: genannt werden Wallfahrer aus St. Nikola an der Donau, Bad Kreuzen, Grein, Dorfstetten, St. Georgen am Walde, Pabneukirchen, St. Thomas am Blasenstein und Waldhausen. Damit war der Einzugsbereich zu dieser Zeit vor allem regional und umfasste das Untere Mühlviertel und angrenzende Gebiete.
Die großen Pilgerzahlen hatten unmittelbare Auswirkungen auf die Seelsorge. Rund um die Kirche standen sechs steinerne Beichtstühle, die bei Bedarf von Chorherren aus Waldhausen besetzt wurden. Mehrere Geistliche kamen zur Aushilfe; die Pfarrchronik berichtet sogar, dass auf mehreren Altären gleichzeitig wiederholt Messen gelesen wurden. Reste der äußeren Beichtstühle waren noch im 19. Jahrhundert sichtbar und wurden erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts endgültig entfernt. Die ältere Angabe von zwölf Beichtstühlen lässt sich dagegen in den derzeit ausgewerteten Pfarrquellen nicht bestätigen.
Für den kleinen Markt war die Wallfahrt nicht nur ein religiöses, sondern auch ein wirtschaftliches Ereignis von erheblicher Bedeutung. Im 17. und 18. Jahrhundert besaßen die Bürgerhäuser die sogenannte volle Schankgerechtigkeit und konnten Wallfahrer bewirten und beherbergen. Darüber hinaus durfte Dimbach an mehreren kirchlich geprägten Terminen Märkte abhalten, darunter an den ersten Fastensamstagen sowie um Ostern, Pfingsten und an Heiligenfesten. Wallfahrt, Marktverkehr, Gastgewerbe und lokale Versorgung bildeten damit eine eng miteinander verbundene Infrastruktur.
Besonders aufschlussreich sind die Kirchenrechnungen. Sie unterscheiden Einnahmen aus Opferstöcken, "Bild-Geld", Sammlungen der Zechpröpste und aus "Kreutz-Fahrten". Der Ausdruck bezeichnet offenbar organisierte Wallfahrten und möglicherweise auch Bußgänge. Die Zechpröpste sammelten mit einer an einer langen Stange befestigten "Tafel" Geld unter den Gläubigen. Der Umfang der Einnahmen war zeitweise so beträchtlich, dass die Pfarre Teile ihres Vermögens gegen Zinsen an kreditwürdige Personen verlieh. Wallfahrt schuf damit nicht nur kurzfristigen Umsatz im Markt, sondern trug langfristig zum Kirchenvermögen und zur kostbaren Ausstattung des Gotteshauses bei.
Neben Geldgaben spielten in Dimbach Naturalopfer eine bemerkenswerte Rolle. Die Kirchenrechnungen nennen "har", also Flachs, außerdem Schmalz und Eier. Solche Gaben wurden von der Pfarre verkauft und in Geld umgesetzt. Sie zeigen besonders anschaulich, wie eng Wallfahrtskultur und bäuerliche Wirtschaftsweise miteinander verbunden waren: Geopfert wurde nicht nur Bargeld, sondern auch das, was ein Haushalt selbst erzeugen konnte. Ab 1789 erscheinen diese Naturalabgaben in den Rechnungen nicht mehr. Ob die Praxis von der Pfarre aufgegeben oder im Zuge kirchlicher Reformmaßnahmen unterbunden wurde, ist nicht eindeutig geklärt.
Zum Wallfahrtsbetrieb gehörte auch die Verbreitung von Andachtsbildern. Für Dimbach ist eine Kupferplatte zum Druck solcher Wallfahrtsbilder nachgewiesen, die nach der Aufhebung einer Rosenkranzbruderschaft in die Marktlade übergeben wurde. Ein Andachtsbild aus dem dritten Viertel des 18. Jahrhunderts zeigt die gekrönte Gnadenstatue in einer himmlischen Sphäre über der Kirche und bezeichnet sie als "Gnadenreiche Mutter Gottes zu Dimbach nechst dem Stüft Waldhausen in Oberösterreich". Die Darstellung macht sichtbar, wie das örtliche Gnadenbild über den unmittelbaren Kirchenraum hinaus verbreitet und in Erinnerung gehalten wurde.
1778 gründete Pfarrer Gelasius Baumann aus dem Stift Waldhausen eine Rosenkranzbruderschaft. Ihr Zweck lag in der Förderung der Marienverehrung, der Lebensführung und des religiösen Gemeinschaftslebens. Im Zuge der josephinischen Reformen wurde die Bruderschaft 1787 wieder aufgehoben. Das zugehörige Prozessionsbüchlein und die Kupferplatte für die Wallfahrtsbilder wurden dem Marktrichter zur Verwahrung übergeben. Diese wenigen erhaltenen Gegenstände sind wichtige materielle Zeugnisse einer Wallfahrtskultur, von der viele andere Spuren verschwunden sind.
Mit der Dimbacher Wallfahrt wurde in älteren Quellen auch ein zum Pfarrhof gehörender Wiesenbrunnen in Verbindung gebracht, dessen Wasser als besonders gesund beziehungsweise heilkräftig galt. Die Pfarrchronik rühmt seine gleichmäßige Schüttung und die Tatsache, dass er weder bei großer Trockenheit versiegte noch im Winter zufror. Eine lokale Überlieferung bringt außerdem ein ehemaliges "Inhäusl" mit einem Heilbad in Zusammenhang und bezeichnet Dimbach zeitweise als Badeort.
Hier ist allerdings Zurückhaltung notwendig. Das Heimatbuch selbst weist darauf hin, dass die behauptete Bedeutung eines Dimbacher Heilbades im 16. Jahrhundert bislang nicht ausreichend belegt werden konnte. Sicher fassbar ist die besondere Wertschätzung des Brunnens; ob und in welchem Umfang er unmittelbar Bestandteil der Wallfahrt war, bleibt weniger deutlich als etwa bei ausgeprägten Bründlwallfahrten wie Maria Pötsch oder Bad Leonfelden.
Ab dem späteren 18. Jahrhundert setzte ein deutlicher Rückgang ein. Die Kirchenrechnungen zeigen ab etwa 1781 sinkende Wallfahrtseinnahmen. Dazu kamen die josephinischen Reformen, die Einschränkung religiöser Bruderschaften und schließlich 1792 die endgültige Aufhebung des Augustiner-Chorherrenstiftes Waldhausen, wodurch Dimbach seine traditionelle klösterliche Betreuung verlor. Gleichzeitig gewann Maria Taferl als großer marianischer Wallfahrtsort immer stärkere Anziehungskraft.
Für die Konkurrenz durch Maria Taferl ist nicht nur die geographische Nähe ausschlaggebend. In der historischen Forschung wird auch darauf hingewiesen, dass Maria Taferl seine Mirakelüberlieferung durch gedruckte Wunderberichte besonders wirksam verbreiten konnte. Aus Dimbach sind vergleichbare Mirakelbücher nicht bekannt. Noch 1858 hielt Pfarrer Matthäus Wagner in der Pfarrchronik fest, dass man von der Marienstatue nichts Wunderbares zu erzählen wisse. Das ist bemerkenswert: Die Bedeutung Dimbachs beruhte offenbar weniger auf einer schriftlich fixierten Serie spektakulärer Wunder als auf langer regionaler Tradition, Bildverehrung, Prozessionen und gemeinschaftlicher Wallfahrt.
Eine besonders dauerhafte Verbindung bestand zur Nachbarpfarre Pabneukirchen. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert kam die Pfarrwallfahrt regelmäßig zu Mariä Heimsuchung am 2. Juli nach Dimbach. Während des Zweiten Weltkriegs brach diese Tradition ab, wurde aber in den 1950er Jahren wieder aufgenommen. In jüngerer Überlieferung erscheint sie als abendliche Wallfahrt am ersten Freitag im Juli. Damit blieb wenigstens eine alte regionale Prozessionslinie erhalten, während viele andere historische Wallfahrten bereits verschwunden waren.
Auch nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu größeren Einzelereignissen. 1947 versammelten sich zum 800-jährigen Pfarrjubiläum beinahe zweitausend Jugendliche aus Pfarren des Unteren Mühlviertels zu einer Jugendwallfahrt und einem Bekenntnistag. Später sind unter anderem eine motorisierte Wallfahrt des ÖAMTC sowie eine Familienwallfahrt des Dekanats Grein dokumentiert. Seit der Zeit um 2000 förderten Pfarrverantwortliche die Wallfahrt wieder stärker; Gottesdienstübertragungen und Predigten über Radio Maria sowie ein Anliegenbuch brachten neue Einzel- und Gruppenpilger nach Dimbach. Die Einträge des Anliegenbuches in deutscher, tschechischer und polnischer Sprache zeigen, dass der Ort auch über die unmittelbare Region hinaus wahrgenommen wurde.
Gegenwärtig wird die Wallfahrt bewusst neu belebt. Die Pfarrgemeinde Dimbach wirbt wieder ausdrücklich mit "Maria am grünen Anger" als Wallfahrtsziel und verbindet Pilgern mit Andacht, Kirchenführung und dem Besuch des Franz-Xaver-Müller-Hauses. Im Marienmonat Mai 2026 kamen unter anderem Fußwallfahrer aus St. Georgen am Walde, eine Gruppe mit dem Propst von St. Florian sowie die Katholische Frauenbewegung Eferding nach Dimbach. Auch andere Pfarrgemeinden haben Dimbach wieder in ihr Wallfahrtsprogramm aufgenommen; für Herbst 2026 ist beispielsweise eine zweitägige Fußwallfahrt aus Allerheiligen im Mühlkreis angekündigt.
Diese Entwicklung unterscheidet sich von der historischen Massenwallfahrt des 17. und 18. Jahrhunderts. Sie knüpft jedoch bewusst an den alten Gnadenort an und macht die Kirche wieder zu einem tatsächlichen Pilgerziel. Dimbach ist ein alter Wallfahrtsort, dessen Bedeutung im 19. Jahrhundert stark zurückging und der gegenwärtig wieder als Pilgerziel belebt wird.
Dimbach ist volkskundlich außergewöhnlich ergiebig, weil sich hier nicht nur Gnadenbild und Wallfahrtslegende, sondern auch die soziale und wirtschaftliche Organisation einer historischen Wallfahrt rekonstruieren lassen. Die sechs äußeren Beichtstühle, die Aushilfe mehrerer Waldhausener Chorherren, gleichzeitig gefeierte Messen, das Schank- und Beherbergungsrecht der Bürgerhäuser und die zahlreichen Markttermine zeigen, welchen Raum die Wallfahrt zeitweise im ganzen Ort einnahm. Noch aussagekräftiger sind die Kirchenrechnungen mit Opferstockgeld, Bildgeld, Sammlungen, "Kreutzfahrten" und Naturalgaben aus Flachs, Schmalz und Eiern.
Hinzu kommen die Bekleidung des Gnadenbildes, barock ergänzte Kronen, gedruckte Andachtsbilder, die Rosenkranzbruderschaft, Prozessionsbücher und die Kirchenbaulegende mit den Tauben. All diese Elemente machen sichtbar, dass Wallfahrt nicht auf den Besuch eines sakralen Objektes reduziert werden kann. Sie bestand aus Gehen, Beichten, Messfeier, Opfer, Bildgebrauch, Marktbesuch, Bewirtung, Erinnerung und sozialer Begegnung. Dass die Pfarrgemeinde heute erneut versucht, diese Tradition in zeitgemäßer Form zu beleben, verleiht Dimbach zusätzlich den seltenen Charakter eines Wallfahrtsortes, dessen Aufstieg, Niedergang und neuerliche Aktivierung über mehrere Jahrhunderte hinweg nachvollziehbar sind.
Ludwig Commenda: Neuer illustrierter Führer von Grein und Umgebung sowie durch das Machland. Grein 1910.
Karl Hahn: Dimbach. Maria am grünen Anger – ein Wallfahrtsort – neu im Kommen. In: Verein zur Herausgabe eines Bezirksheimatbuches Perg (Hg.): Unsere Heimat. Der Bezirk Perg. Linz 1995, S. 206–213.
Peter Adam, Beate Auer u. a.: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio-Handbuch Oberösterreich. Band I: Mühlviertel. Horn/Wien 2003.
Marktgemeinde Dimbach (Hg.): Heimatbuch Dimbach. Dimbach 2011; darin insbesondere Karl Hahn: Die Geschichte der Wallfahrt, unter Auswertung der Pfarrchronik, der Kirchenrechnungen und archivalischer Quellen.
Pfarrgemeinde Dimbach und Marktgemeinde Dimbach: aktuelle Informationen zur Wallfahrtskirche und zur Wiederbelebung der Wallfahrt.
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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