Wallfahrtskirche Allerheiligen im Mühlkreis

Der Baubeginn der Kirche wird mit 1492 (Inschrift in der Sakristei) festgesetzt; die erste Nennung des Ortes geschah allerdings bereits 1454 mit "Allerheiligen in den Pergen". An der Kirche finden sich noch einige andere Baudaten aus der Zeit von 1504 bis 1522. Nach einem Brand im 17. Jahrhundert wurde die Kirche erneuert.

Eine Besonderheit dieses Bauwerkes ist das halbachteckige West-Türmchen mit spindelloser Wendeltreppe; nur wirklich Schwindelfreie sollen sich hier hinauf wagen. Ferner sind bemerkenswert an dieser Kirche das Zellengewölbe in der Sakristei, ein spätgotisches Sakramentshäuschen, die gotische Sakristeitüre, das spätgotische Südtor, ein spätgotischer Kruzifixus aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts und eine gotische Glocke aus dem 15. Jahrhundert; die übrige Einrichtung ist neugotisch. An der linken Presbyteriumswand ist ein Bild aus dem 17. Jahrhundert, die Gründungssage der Kirche darstellend, erhalten.

Kultgegenstand: Marien-Statue auf dem Hochaltar, zu deren Füßen ein mit Ketten gefesselter Mann, der die Hände bittend erhebt, zu sehen ist. Diese Gruppe stammt aus dem Jahre 1879, wurde jedoch nach einem alten Vorbild gearbeitet. Das Schicksal des Originals ist unbekannt.

Legende: Um 1490 lebte am Hirtengute an der Straße von Zell nach Allerheiligen ein frommer Bauer; als er, an der Pest erkrankt, sein Ende kommen fühlte, wünschte er, dass sein Leichnam auf einen Karren gelegt werde und dass ihn seine beiden Ochsen dorthin ziehen sollten, wohin sie wollten. Wo sie stehen blieben, sollte er begraben und zu Ehren Gottes und aller Heiligen eine hölzerne Kapelle errichtet werden. Man tat so und die Ochsen blieben an der Stelle der heutigen Kirche stehen. Zu der hier errichteten Kapelle wurde bald gewallfahrtet und aus dem gespendeten Geld konnte die Kirche erbaut werden. An diese Legende erinnert das oben genannte Ursprungsbild in der Kirche.

— Um 1505 lebte in dieser Gegend ein Mann, der geistig verwirrt war. Es wurde nun das Gelübde abgelegt, dass man der Himmelskönigin den Hochaltar weihen wolle, wenn er seine Gesundheit wieder erlangen würde. Nach der Genesung des Kranken wurde auf dem Hochaltar die Statue mit dem gefesselten Mann aufgestellt.

Wallfahrt: Früher wahrscheinlich für Pestabwehr und bäuerliche Belange besucht. Jetzt kommen Wallfahrtsgruppen von Pregarten, Windhaag b. Perg und auch aus der Nähe von Linz; diese Wallfahrten sind nicht mit besonderen Feierlichkeiten, wohl aber mit einem Gottesdienst verbunden; auch werden keine besonderen Tage bevorzugt.

Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.


Lage: Allerheiligen im Mühlkreis 2a, 4320 Allerheiligen im Mühlkreis.
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Web: Pfarrgemeinde Allerheiligen
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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