Zell an der Pram, Jebling, Filialkirche hl. Johannes der Täufer
Das Geschlecht der Üblinger (= Jeblinger) dürfte hier seinen Sitz gehabt haben; der Name scheint erstmals 1140 urkundlich auf, dann auch im 13. und 14. Jahrhundert. Die Lage der Kirche gleicht einem Burgstall; auch ist es keine Seltenheit, dass anstelle eines Sitzes später, besonders bei Aussterben eines Geschlechtes eine Kirche gegründet wurde; schon 1483 ist von einer Messe zu Jebling (vielleicht eine Stiftung) die Rede.
Die Kirche wurde 1786 gesperrt und zum Abbruch verkauft; der Käufer verwendete sie jedoch für seine Zwecke. 1845 wurde die Kirche nach einer gründlichen Restaurierung wiedereröffnet. Nun wird die Kirche seit 1956 allmählich vollkommen neu instandgesetzt.
Es handelt sich um eine einfache, aber sehr schöne gotische Kirche, deren Innenraum 1656 barockisiert wurde; aus dieser Zeit stammen auch der Hochaltar und die beiden Seitenaltäre. Auf dem rechten Seitenaltar stehen zwei gute, gotische Figuren von ungefähr 1540, die hl. Katharina und den hl. Christophorus darstellend. An den Seitenaltären jeweils an der Seitenwand und an der Vorderwand eine Vertiefung. Am Hochaltar ebenfalls auf einer Seite und an der Rückwand zwei kleine Nischen mit geschwungenen Öffnungen und ein halbrunder Steinbottich in der Höhe von ungefähr 30 cm und einem Durchmesser von ungefähr 40 cm. Über dem Nordportal ist ein Dach angebracht und an den Wänden zur Seite befinden sich eine Kreuzigungsgruppe und ein Bild.
Wallfahrt: Nicht überliefert, obwohl vieles auf eine solche Funktion hindeutet, wie z. B. das Dach über dem Nordportal, oder die Nischen und der Steinbottich hinter dem Hochaltar, Abhaltung eines Kirchtages (am 4. Sonntag nach Ostern) mit nachmittägiger Andacht, bis nach dem Zweiten Weltkrieg durchgeführt. Außerdem wurden, vielleicht auch schon seit Wiedereröffnung der Kirche, am Markustag und am Montag in der Bittwoche von der Pfarre aus, eine Prozession hierher geführt und Gottesdienst gehalten. Heute wird wiederum am Markustag eine Prozession von Zell aus nach Jebling geführt und verschiedene andere kirchliche Feiern dort abgehalten, wie z. B. Erntedankfest, Johannesfeiern usw.
Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.
| | Lage: bei Jebling 3, 4755 Zell an der Pram. |
| | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Innviertel |
| | Ansicht in Street View |
| | Web: Pfarrgemeinde Zell an der Pram |
| | Geöffnet: |
| Wir haben leider kein Foto: | |
|
|
| | Literatur zur Wallfahrt: |
| - A. Haberl, Zell an der Pram (1929) | |
| Zurück zur Übersicht: Wallfahrt im Innviertel | |
| Zurück zur Übersicht: Wallfahrt in Oberösterreich | |
| Zurück zur Gesamtübersicht Wallfahrt | |
Wir bitten Sie um Ihre Mitarbeit mit Fotozusendungen.
|
|
Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |
