St. Ägidi, Pankratiuskapelle
In St. Ägidi folgt man bei der Tankstelle der Straße nach links (wo auch ein kleiner Wegweiser angebracht ist); nach einiger Zeit zweigt der Güterweg Mittelbach ab, diesem folgt man bis zu der kleinen Ortschaft; am Beginn der Häusergruppe führt ein Feldweg (Wegweiser) in die Talmulde. Ursprünglich soll hier eine Kirche gestanden haben, die 1403 erbaut worden war. Der Anlass zur Kirchengründung waren Reliquien des hl. Pankraz, die von der Zisterze Altenberg nach Engelszell gebracht worden waren. Im Jahre 1550 wurde die Kirche erneuert, sie unterstand dem Zisterzienserkloster Engelszell. 1781 aber wurde dieses Gotteshaus von Kaiser Josef II. gesperrt, da hier „abergläubige Sachen" vorgingen. Nun wurde die Kirche nach und nach abgetragen, die Glocke kam zur Pfarrkirche St. Ägidi. Heute steht nur noch eine kleine Kapelle hier. Sie liegt in sehr schöner Lage, in der Nähe eines Bauernhauses, von Wald und Feldern umgeben. Die Kapelle ist ein kleiner, quadratischer Bau mit Kuppeldach. Das große Altarbild ist in volkstümlicher Weise gemalt. Unter dem Altar fließt die Quelle in einen granitenen Grander, der seinen Abfluss unter der Kapelle hat. Ein Schöpfer liegt zum Schöpfen des Wassers bereit. Dieses Wasser ist sehr frisch und schmeckt leicht bitter. An den Wänden sind kleine Kreuzwegbilder (kolorierte Stahlstiche) aufgehängt.
Kultgegenstand: Früher eine Statue des hl. Pankraz; diese wurde 1785 feierlich nach Wesenufer übertragen, doch entwickelte sich dort keine Wallfahrt. — Nun das oben erwähnte Bild, darstellend in der Mitte die Muttergottes, darüber die hl. Dreifaltigkeit, links den hl. Pankraz und rechts den hl. Leonhard. Am Altar auch einige auf Holz gemalte Votivbilder.
Legende: An der Stelle, an der die Statue des hl. Pankraz gestanden hatte, entsprang ein für die Tiere heilsamer Brunnen.
Wallfahrt: Vor allem für Pferde zum Heilbrunnen. Man wusch den Tieren die Augen mit dem Wasser und gab ihnen davon zu trinken; auch ritt man dreimal mit ihnen um die Kirche, um sie vor Krankheit zu schützen. Am Sonntag nach Peter und Paul kamen oft gegen 3000 Pferde aus über 20 Gemeinden hier zusammen. Daneben entwickelte sich natürlich auch ein Pferdemarkt. Als die Statue nach Wesenufer übertragen wurde, grub man auch dort einen Brunnen für die Tiere, der Erfolg blieb aber aus. — Jetzt wird jedes Jahr im Mai eine Bittprozession zur Pankrazkapelle unternommen; aber auch in der übrigen Zeit kommen ziemlich oft kleinere Gruppen von Wallfahrern.
Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.
| | Lage: Mittelbach, 4725 St. Aegidi. |
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| | Web: Pfarrgemeinde St. Aegidi |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |
