Schardenberg, Fatimakapelle

Oberhalb der Pfarrkirche Schardenberg im Fronwald gelegen.

5 Minuten oberhalb der Pfarrkirche entfernt, stand eine alte, von Gebüsch dicht umwachsene Holzkapelle; seit altersher wurden hier die Heiligen Petrus und Magdalena verehrt. Nach dem Einmarsch der Amerikaner im Mai 1945 wurde die morsche Holzkapelle abgetragen und neu wieder aufgebaut; zwischen die beiden Statuen wurde ein Bild Unserer Lieben Frau von Fatima gegeben, das der Soldat Mario Milotitsch im Krankenhaus Enns gemalt hatte (der Pfarrer von Schardenberg Michael Mayr war während des Krieges Kooperator in Enns). Hier wurden nun die Maiandachten der Pfarre gehalten und hierher kamen auch die ersten Wallfahrer. Schon im Jahre 1944 war das Gelöbnis abgelegt worden, hier ein Heiligtum zu Ehren der Rosenkranzkönigin von Fatima zu erbauen als Stätte des Gebetes um den Priesterstand und die Heiligung der Familie.

Die große Zahl der Pilger fand aber in und vor der Holzkapelle nicht mehr Platz und so suchte und fand man auf der Höhe des Fronwaldes ein günstiges Baugelände; drei Bauern schenkten den Grund. Ab Mai 1946 gingen die Wallfahrer schon hinauf zur Höhe; das Fatima-Bild wurde dann jeweils an einem Baum befestigt. Am 13. Mai 1947 machte Bischof Dr. Josephus Cal. Fließet die Fatima Prozession mit und predigte zu 5000 bis 7000 Pilgern; die große Heimkehrerwallfahrt am 13. Juni 1948 hatte eine ähnlich große Zahl von Teilnehmern. Am 15. Juni 1949 kam die Gnadenstatue mit einem Caritas-Rücktransport von ungefähr 1000 Kindern aus Portugal nach Linz; sie stammt vom selben Künstler, der auch das Original von Fatima schuf. Die Statue wurde erst im Linzer Dom untergebracht, dann noch in einigen anderen Linzer Kirchen gezeigt und am 12. Juli nach Schardenberg gebracht, wo eine große Lichterprozession stattfand. Am nächsten Tag, 13. Juli 1949, nahm Propst Floridus Buttinger vom Stift Reichersberg die Grundsteinlegung zur neuen Kirche vor. Am 13. Mai 1950 fand die Turmkreuzweihe durch Dechant Josef Pilz von Schärding und die Turmkreuzsteckung statt. Der damalige Bischofkoadjutor Dr. Franz Zauner weihte Kirche und Altar am 19. Mai 1951. Am selben Tag wurde auch die Fatima Statue, die bisher in der Pfarrkirche Schardenberg gestanden war, in feierlicher Weise in die Wallfahrtskirche übertragen. Die Krönung der Statue mit der "Atomkrone" fand am 6. Mai 1956 statt.

Die Pläne für die Kirche, auch Granitene Marienburg genannt, stammen von Architekt Ing. Hans Foschum, Linz. Es ist ein schöner Bau mit wuchtigem Lichtturm, Säulenumgang und Freialtar, an welchem an den Fatima Tagen und bei großen Wallfahrten die Messe gelesen wird; die Fatima Statue wird zu diesen Feiern hierher übertragen. Das Innere wird bestimmt vom Hauptaltar mit dem 3 m hohen Bild des Gekreuzigten unter dem Heiliggeistfenster im Lichtturm und dem etwas tiefer liegenden Gnadenaltar mit der Gnadenstatue. Zu beiden Seiten des Altares Sgraffiti mit den Darstellungen der großen Anliegen dieser Wallfahrtsstätte, Eltern- und Priesterweihe.

Kultgegenstand: Die oben beschriebene Gnadenstatue.

Wallfahrt: Vor allem an den 13. der Monate Mai bis Oktober, davon wiederum am stärksten am 13. Mai und am 13. Oktober mit jeweils bis zu 4000—5000 Personen; beim Besuch des Bischofs von Leiria-Fatima, Joao Venancio am 13. August 1960 waren 10.000 Pilger anwesend; doch auch zwischendurch, besonders an den Sonntagen, starker Besuch, meist familienweise; besonders von Oberösterreich, aber auch aus Bayern; Fußwallfährten gibt es fast nicht mehr.

Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.


Lage: Turmstraße, 4784 Schardenberg.
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Ansicht in Street View (Abzweigung)
Web: Pfarrgemeinde Schardenberg
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Literatur zur Wallfahrt:
  - M. Mayr, Die Marienburg im Fronwald/Schardenberg, Oö., 2. Aufl. (1966).
   
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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