Pfarrkirche Geiersberg
Die ursprünglich gotische Kirche ist urkundlich 1450 genannt. Das vermauerte Südtor, das Läuthaus und der Sakristeianbau stammen noch aus dieser Zeit, ebenso eine kleine Sakramentsnische im Chor und das mit gotischen Beschlägen verzierte Nordtor; erwähnenswert ist auch eine Glocke von 1512 von Hans Krotentörfer. Die Kirche wurde 1653 barockisiert. Der Hochaltar aus dem selben Jahr wurde von Georg Obermayr aus Passau geschaffen. Die Künstlerfamilie Schwanthaler ist mit einigen Werken vertreten. Besonders schön ist die Muttergottesstatue mit Kind von Bonaventura Schwanthaler aus dem Jahre 1701. Sie ist nun an der Nordwand des Langhauses angebracht, stand aber ursprünglich in der Brunnenkapelle nördlich der Kirche.
Kultgegenstand: Statue des hl. Leonhard, davor kniender Mann, auf dem Hochaltar. Eine Heilquelle entspringt unter dem Chor der Kirche und wird von hier zur Brunnenkapelle geleitet. Diese Quelle wurde vor allem für erkranktes Vieh verwendet.
Legende: Ein bayrischer Ritter verirrte sich bei der Jagd im Walde. Sowohl er wie auch sein Ross waren vollkommen ermattet. Da rief er den hl. Leonhard an, der ihm erschien und eine Quelle zeigte. Der dankbare Ritter erbaute über dieser die Kirche.
Wallfahrt: Einst großer Pferdeumritt zu Leonhardi, mit Pferdesegnung. Man führte die Pferde durch die eine Turmtür (jetzt vermauert) durch die Turmwölbung hindurch und ließ sie dabei in die Kirche schauen und bei der anderen Turmtüre wieder hinaus. (Da die Kirche nahe der bayrischen Grenze lag, wurde hier stark geschmuggelt und die Turmtore direkt als Schwärzertore bezeichnet; sie wurden deshalb vermauert.) Von Opfern ist nun nichts mehr bekannt, zwei Hufeisen sind aber noch an der Tür angenagelt. Am Schauerfreitag, an dem neben dem Leonhardiritt hierher gewallfahrtet wurde, war auch großer Pferdemarkt, mit Marktbuden, die Eigentum der Kirche waren. — Jetzt hauptsächlich zu Leonhardi und zuweilen auch unter der Zeit aus der weiteren Umgebung besucht.
Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.
| | Lage: Pfarrkirche Geiersberg, 4922 Geiersberg |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |
