Feldkirchen bei Mattighofen, Filialkirche Aschau
In landschaftlich schöner Lage auf einem Moränenhügel nördlich der Straße von Mattighofen nach Hochburg-Ach liegt diese Kirche wie eine kleine Burg; sie ist mit Mesnerhaus von einer Mauer umgeben. Dieser Kirchhügel dürfte aber tatsächlich ein Burgstall sein; ca. 1215 ist ein Hainricus de Askahe genannt. Die erste Erwähnung des Namens geschah allerdings bereits fast hundert Jahre früher, nämlich 1130. Die Stifte Ranshofen und Mattsee hatten hier Besitzungen. Früher wurde hier ein großer Bartholomäusmarkt abgehalten, der vier Wochen dauerte; große Mengen Volkes strömten bei dieser Gelegenheit zusammen. 1737 wurde das Dultrecht nach Gern in Bayern verkauft, wohin auch der vergoldete Schnitzer kam, womit der hl. Bartholomäus gemartert worden sein soll. 1786 wurde die Kirche gesperrt; 30.000 fl flössen damals dem Religionsfond zu; vieles wurde aus der Kirche geplündert; schon 1787 aber wurde die Kirche wieder eröffnet. Im Herbst 1970 wurden Figuren aus der Kirche gestohlen.
Die Kirche ist ein ursprünglicher gotischer, aber barockisierter Bau. Die beiderseitigen Oratorienanbauten stammen aus dem Jahr 1660, und 1736 wurde das Langhaus um das westliche Joch verlängert. Das Kircheninnere ist liebenswert durch die zweistöckige geschwungene Westempore und die reiche Stuckverzierung von Johann Michael Vierthaler aus dem Jahre 1736; die Fresken mit Szenen aus dem Leben des hl. Bartholomäus stammen aus der selben Zeit. Ebenfalls aus dem Jahre 1736 ist auch der Westturm mit seinem Zwiebelhelm. Von der Innenausstattung der Kirche sind hervorzuheben ein spätgotisches Kruzifix von 1510/20, eine gotische Statue des hl. Bartholomäus, welche vielleicht der alte Kultgegenstand ist, die gotischen Sakristeitür-Beschläge, weiter der Hochaltar von ungefähr 1670/80 mit guten Figuren des Meisters von St. Florian b. Helpfau, die Kanzel aus dem Ende des 17. Jahrhunderts und das Nordtor mit Beschlägen um 1735.
Kultgegenstand: Gemälde, das Martyrium des hl. Bartholomäus darstellend, von Tobias Schinagl um 1674 auf dem Hochaltar.
Wallfahrt: Während des Bartholomäusmarktes kamen tausende Menschen nach Aschau. Am Bartholomäustag gingen die Wallfahrer zuerst nach Hart und nach der Frühmesse hierher. Später wurde und auch heute wird nur mehr der Patronatstag von der Pfarre aus richtig gefeiert.
Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.
| | Lage: 5143 Aschau. |
| | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Innviertel |
| | Ansicht in Street View |
| | Web: Pfarrgemeinde Feldkirchen bei Mattighofen |
| | Geöffnet: |
| Wir haben leider kein Foto: | |
|
|
| | Literatur zur Wallfahrt: |
| - Obermüller, Kurzgefaßte Chronik der Pfarre Feldkirchen im Innkreis, Braunau, o. J. | |
| Zurück zur Übersicht: Wallfahrt im Innviertel | |
| Zurück zur Übersicht: Wallfahrt in Oberösterreich | |
| Zurück zur Gesamtübersicht Wallfahrt | |
Wir bitten Sie um Ihre Mitarbeit mit Fotozusendungen.
|
|
Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |
