| Wallfahrt: | Seit den 1640er Jahren nachweisbare Marien- und Quellwallfahrt zum "Fons Marianum" beziehungsweise "Heiligen Bründl"; historisch starker Zuzug aus Oberösterreich und Bayern. Nach umfassender Restaurierung wurde die Wallfahrt seit 1984 wieder belebt. |
| Status: | Lebendiger historischer Marien- und Quellwallfahrtsort. |
| Kultzentrum: | Heilquelle und die mit ihr verbundenen Marienbilder; das historische Hauptkultbild steht heute auf dem linken Seitenaltar der Pfarrkirche. Zum Ensemble gehören außerdem Gnadenkapelle, Brunnenkapelle beziehungsweise Bründl und Steinschnitterkapelle. |
| Ort: | Brunnenthal. |
| Bezirk/Region: | Schärding / Innviertel. |
| Bundesland: | Oberösterreich. |
| • | Lage: 4786 Brunnenthal. |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Innviertel |
| • | Ansicht in Street View |
| • | Web: Pfarrgemeinde Brunnenthal |
| • | Öffnungszeiten: Die Pfarrkirche ist gewöhnlich tagsüber ab 7.30 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet. Der Schlüssel für die Gnadenkapelle ist beim benachbarten Gastwirt erhältlich; aktuelle Hinweise bei der Pfarrgemeinde beachten. |
| • | Hinweis zum Quellwasser: Nach aktueller Auskunft der Pfarrgemeinde ist das Wasser wegen einer Verunreinigung nicht zur Trinkwasserentnahme freigegeben und abgesperrt. |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
Historische Hinweise zum "Heiligen Brünnl"
Heinrich Ludwig Werneck beschrieb die Quelle bei Brunnenthal als Felsenquelle am Rand des kristallinen Grundgebirges, die seit alters als "heiliger Brunnen" galt und über Jahrhunderte von Bauern und Wallfahrern aufgesucht wurde. Seine Mitte des 20. Jahrhunderts aufgezeichneten Angaben zum damaligen Zustand sind historisch zu lesen: Die heutige Wallfahrtskirche entstand nicht um 1640, sondern 1667/68; Kirche und Kapellen wurden später umfassend restauriert.
Volkskundlich besonders wertvoll ist Wernecks Überlieferung, dass Frauen am Brünnl um Kindersegen und um Hilfe bei Geburt und Wochenbett baten und nach glücklicher Geburt zum Dank wiederkehrten. Außerdem wurde das Wasser nach örtlicher Vorstellung zum Waschen von Augen, Mund und Ohren verwendet. Werneck berichtet auch von geweihten Lebzelten mit dem Bild der drei heiligen Jungfrauen, die in Schärding für Wallfahrer nach Brunnenthal angeboten worden seien.
Zwischen Gnadenkapelle und Badhaus liegt das eigentliche Bründl. Eine Beschreibung von 1832 berichtet, dass das Wasser aus einer steinernen Marienfigur hervortrat und von Wallfahrern zum Auswaschen der Augen verwendet wurde. Die Wasserführung wurde später verändert. Badhaus, Brunnenhaus, Gnadenkapelle, Bründl und Steinschnitterkapelle bilden gemeinsam mit der Kirche das historische Wallfahrtsensemble.




Der Ursprung von Brunnenthal liegt nicht in einer neu entstandenen Quelle, sondern in der religiösen Deutung eines bereits vorhandenen Brunnens. Ältere Berichte nennen die Quelle "heiligen Brunnen" beziehungsweise "Fons Marianum", Marienbrunnen. Ein Bericht von 1661 hält fest, dass Hilfesuchende bereits seit achtzehn Jahren kamen; damit ist ein Wallfahrtsbesuch seit etwa 1643 greifbar. Als Beginn der Wallfahrt wurde später das Jahr 1644 gerechnet, weshalb 1744 eine erste Jahrhundertfeier begangen wurde.
Die frühe Entwicklung war eng mit Georg Auer, einem Bauern aus Haraberg, verbunden. Nach der Überlieferung litt er an einer schweren Erkrankung beziehungsweise an einem Fußleiden. In einer Fassung erschien ihm Maria und wies ihn an, die Wunde mit dem Quellwasser zu waschen. Nach einer als Heilung verstandenen Besserung setzte Auer beim Brunnen ein sichtbares Zeichen. Die Einzelheiten der Erzählung schwanken in den späteren Quellen; historisch sicher ist jedoch, dass seine Heilungserfahrung zur Entstehung des Marienwallfahrtsortes beitrug.
Um die Mitte des 17. Jahrhunderts nahm der Besuch rasch zu. Eine gemauerte Martersäule beziehungsweise ein Bildstock beim Bründl erinnerte an den frühen Kult. Bereits 1649 wurde eine Stube für kranke und gebrechliche Besucher eingerichtet. 1651 wurde jener Marienkultgegenstand aufgestellt, der später eine wichtige Rolle in der Wallfahrt spielte; 1656 entstand darüber eine hölzerne Kapelle.
Die Wallfahrt entwickelte sich also innerhalb weniger Jahre von einem Brunnenglauben mit privater Dankstiftung zu einem organisierten Gnadenort mit Unterkunft für Kranke, Opfergaben und eigenem Kapellenbau. Die reichlichen Opfergaben ermöglichten weitere Baumaßnahmen.
Die heutige Kirche entstand 1667 bis 1668 nach Plänen beziehungsweise unter Leitung des Graubündner Baumeisters Christoph Zuccalli. Der einschiffige, mit Kreuztonnen gewölbte Barockraum wurde nahe der Quelle auf künstlich geebnetem Gelände angelegt. Die Weihe erfolgte wenige Jahre später. Brunnenthal erhielt damit neben dem älteren Bründl und der Kapelle eine große Kirche, die selbst zum Wallfahrtszentrum wurde.
Der 46 Meter hohe Westturm prägt das Ortsbild. In seinen Nischen stehen Christusdarstellungen; auf der Turmspitze befindet sich eine vergoldete Strahlenkranzmadonna, die 1668 von Matthäus Kuttenmüller aus Schärding geschaffen wurde. Die weithin sichtbare Marienfigur machte die Wallfahrtskirche bereits aus der Ferne kenntlich.
Die Ausstattung gehört zu den bedeutenden barocken Ensembles des Innviertels. Der Hochaltar stammt im Kern aus der Bauzeit der Kirche. Johann Chrysostomus Finck und Jakob Negele werden mit seiner Ausführung verbunden; die Bildwerke stammen von Johann Klain. Das Altarblatt stellt die Auffindung beziehungsweise die religiöse Erschließung der Wunderquelle dar und verankert damit die Ursprungsgeschichte des Ortes unmittelbar im liturgischen Zentrum der Kirche.
Die Seitenaltäre, Kanzel, Emporenmalereien, das Chorabschlussgitter und weitere barocke Ausstattungsstücke entstanden in mehreren Etappen des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts. Die historische Orgel wurde um 1715 vom Passauer Orgelbauer Leopold Freundt errichtet. Die Kirche ist damit nicht nur Wallfahrtsort, sondern ein geschlossenes Zeugnis der grenzüberschreitenden Kunstlandschaft zwischen Schärding, Passau und Bayern.
Die ältere hölzerne Kapelle von 1656 wurde im frühen 18. Jahrhundert durch einen steinernen Bau ersetzt. Die heutige Gnadenkapelle entstand 1718 bis 1720 und wurde unter das Patrozinium Maria Schnee gestellt; ihre Weihe erfolgte 1731. Sie ist von der eigentlichen Brunnenkapelle beziehungsweise Brunnstube zu unterscheiden. Gerade diese unterschiedlichen Gebäude werden in älterer Literatur häufig unter ähnlichen Bezeichnungen zusammengefasst.
Die Gnadenkapelle bewahrt eine eigene marianische Kulttradition. Eine gekrönte Marienstatue über dem Halbmond wurde von älteren Autoren sogar als möglicherweise ursprünglicher Kultgegenstand angesprochen. Die Kapelle blieb über die josephinische Zeit hinaus für die Erinnerung an die ältere Wallfahrt wichtig.
Das eigentliche Zentrum der Quellverehrung liegt zwischen Gnadenkapelle und Badhaus. In der überdachten Brunnstube beziehungsweise Brunnenkapelle ist die Quelle gefasst. Ältere Beschreibungen berichten, dass das Wasser bei einer steinernen Marienstatue austrat und von dort weitergeleitet wurde. Eine Beschreibung von 1832 erwähnt, dass Wallfahrer das Wasser zum Auswaschen der Augen verwendeten.
Gugitz schilderte die Anlage noch sehr anschaulich: In der Brunnenkapelle war die Quelle in einem steinernen Reservoir gefasst. Von dort floss sie zum Heiligen Bründl. Über eine Steinstiege mit achtzehn Stufen gelangte man zur tiefer gelegenen Grotte, wo das Wasser zu Füßen einer Marienstatue erneut hervortrat und sich in eine große, aus Kupfer getriebene Schale ergoss. Die Anlage verband damit Quelle, Marienbild und körperliche Wasseranwendung zu einem eigenen rituellen Weg.
Zum Ensemble gehört außerdem die sogenannte Steinschnitterkapelle. In ihr erinnern Figuren von Engeln, die einen Stein zersägen, an die Legende vom Kirchenbau. Nach der Überlieferung halfen Engel beim Bau der Kirche mit, sodass das Werk ungewöhnlich rasch voranschritt. Die kleine Kapelle macht damit eine lokale Baulegende dauerhaft sichtbar.
Brunnenthal besaß und besitzt mehrere marianische Kultbilder, deren Funktionen im Lauf der Zeit wechselten. Die historisch besonders wichtige gekrönte, sitzende Madonna aus der Mitte des 17. Jahrhunderts befand sich bis zur josephinischen Sperre in der Gnadenkapelle. Nach der Aufhebung gelangte sie in bäuerlichen Besitz und kam 1817 wieder an die Kirche zurück. Heute steht sie auf dem linken Seitenaltar der Pfarrkirche.
Daneben befindet sich in der Gnadenkapelle eine weitere gekrönte Marienstatue über dem Halbmond. In der Bründlgrotte steht eine bemalte steinerne Madonna mit dem nackten Kind, zu deren Füßen das Wasser hervortritt. Schließlich erzählt auch das Hochaltarbild der Pfarrkirche die Auffindung der Heilquelle. Der Kult von Brunnenthal war daher nie nur an ein einziges Bild gebunden, sondern an das Zusammenspiel von Quelle, Marienbildern und konkretem Ort.
Die Heilquelle wurde in älteren Quellen als eisenhaltig beschrieben und als "Gnadenbad" aufgesucht. Schon 1649 gab es eine Stube für kranke Menschen. Der zunehmende Zustrom führte 1679 bis 1681 zur Errichtung eines größeren Badhauses. Brunnenthal entwickelte sich dadurch zu einer bemerkenswerten Verbindung aus Marienwallfahrt und bäuerlichem Heilbad.
Die historischen Bezeichnungen "Heilquelle" und "Gnadenbad" sind als Teil der religiösen und balneologischen Überlieferung zu verstehen. Sie stellen keinen heutigen medizinischen Wirksamkeitsnachweis dar. Entscheidend ist, dass Menschen das Wasser über Jahrhunderte mit Krankheit, Heilung, Gebet und Gelübde verbanden.
Besonders häufig wurde das Wasser für die Augen verwendet. Heinrich Ludwig Werneck überlieferte außerdem die Vorstellung, man solle Augen, Mund und Ohren mit dem Wasser waschen, damit sie gesund blieben. Damit verband sich das Bründl mit sehr konkreten körperlichen Praktiken. Der Wallfahrer betete nicht nur vor dem Marienbild, sondern nahm das Wasser unmittelbar am eigenen Körper in Gebrauch.
Solche Handlungen gehören in die ältere religiöse Heilpraxis. Sie sind volkskundlich zu dokumentieren, ohne daraus eine medizinische Aussage über das Wasser abzuleiten.
Werneck hebt besonders die Bedeutung Brunnenthals für Frauen hervor. Nach seiner Überlieferung kamen Frauen verschiedener sozialer Schichten, um um Kindersegen und um Hilfe in Schwangerschaft und Geburt zu bitten. Nach einer glücklichen Geburt kehrten sie zum Brünnl zurück und dankten für die erfahrene Hilfe.
Diese Tradition erhält durch das historische Votivwesen zusätzliches Gewicht. Gugitz nennt einen seltenen hölzernen Votivhammer mit Herz und deutet ihn ausdrücklich als Fruchtbarkeitsvotiv. Damit lässt sich die Bitte um Kindersegen nicht nur aus späteren Erzählungen, sondern auch aus der materiellen Kultur der Wallfahrt erschließen.
Zu den ungewöhnlichsten volkskundlichen Nachrichten gehören die von Werneck erwähnten geweihten Lebzelten mit dem Bild der drei heiligen Jungfrauen. Frauen sollen diese nach dem Gebet an Verkaufsständen beim Brünnl oder auf dem Heimweg im nahen Schärding gekauft haben. Werneck vermutete, dass solche Lebzelten eigens für Brunnenthaler Wallfahrer hergestellt wurden.
Diese Nachricht zeigt, dass zur Wallfahrt nicht nur Gebet und Wassergebrauch gehörten, sondern auch eine kleine religiöse Warenwelt. Andachtsgegenstände und essbare Erinnerungsstücke verlängerten den Besuch des Gnadenortes in den Alltag der Wallfahrer hinein.
Das Votivwesen von Brunnenthal war einst ausgesprochen reich. Gugitz nennt neben dem ungewöhnlichen hölzernen Votivhammer mit Herz zahlreiche anatomische Holzvotive, besonders sogenannte "Lungeln". Solche Gegenstände stellten das erkrankte Körperteil dar und machten Bitte oder Dank unmittelbar sichtbar.
Bis zum 20. Jahrhundert war dieser Bestand stark dezimiert. Gugitz fand 1942 nur noch eine hölzerne Lungel, einige gewöhnliche Wachsvotive und mehrere Bußkreuze. Die Votivbilder des 18. Jahrhunderts, die einst in der Gnadenkapelle gehangen hatten, waren verschwunden. Damit ging ein bedeutender Teil der materiellen Wallfahrtskultur verloren; die älteren Beschreibungen besitzen heute beinahe den Charakter eines Ersatzinventars.
Brunnenthal wurde in seiner Blütezeit aus Oberösterreich und dem angrenzenden Bayern besucht. Prozessionen mit zweihundert bis vierhundert Teilnehmern waren keine Seltenheit. Das Wallfahrtsgebiet gehörte zu einer grenzüberschreitenden religiösen Landschaft um Schärding, Passau und das bayerische Rottal.
Der 2. Juli, das Fest Mariä Heimsuchung, bildete lange einen wichtigen Wallfahrtstermin. Gugitz beobachtete noch im 20. Jahrhundert mehrere Prozessionen an diesem Tag. Diese historische Terminstruktur darf jedoch nicht mit dem heutigen Wallfahrtsbetrieb gleichgesetzt werden; seit der Wiederbelebung kommen Pilgergruppen auch unabhängig von diesem früheren Haupttermin nach Brunnenthal.
Die josephinischen Reformen trafen auch Brunnenthal. Die Gnadenkapelle wurde in den 1780er Jahren gesperrt und der historische Kultgegenstand entfernt. Die Pfarre Brunnenthal entstand zugleich 1785 als josephinische Pfarrgründung. Das Ausbleiben vieler Pilger führte zu wirtschaftlichem Niedergang, besonders beim Badhaus und bei den mit der Wallfahrt verbundenen Einrichtungen.
Die Sperre konnte die Verehrung jedoch nicht vollständig beenden. Als die Kapelle wieder geöffnet wurde, fand man nach Gugitz Boden und Sitzraum mit zahlreichen silbernen und kupfernen Münzen bedeckt. Wallfahrer hatten die Geldstücke offenbar durch das Fenster in die verschlossene Kapelle geworfen. Die Opferhandlung passte sich damit der Sperre an und zeigt eine bemerkenswerte Kontinuität des Kultes.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Gnadenkapelle wieder zugänglich; die ältere Literatur nennt dafür 1810. Die historische Madonna kehrte 1817 an die Kirche zurück. Der große barocke Wallfahrtsbetrieb wurde damit nicht vollständig wiederhergestellt, doch Brunnenthal blieb als Gnadenort im regionalen religiösen Gedächtnis erhalten.
Auch das Badwesen bestand noch eine Zeitlang fort, verlor jedoch zunehmend seine frühere Bedeutung. Kirche, Kapellen, Quelle und Badhaus blieben als bauliches Ensemble erhalten und bewahrten die Geschichte des Wallfahrtsortes.
Zwischen 1975 und 1983 wurden Kirche und Kapellen umfassend restauriert. Diese Maßnahmen waren nicht nur denkmalpflegerisch wichtig, sondern schufen auch die Voraussetzung für eine neue religiöse Nutzung. 1984 begann nach Angaben der Pfarrgemeinde ausdrücklich ein Neubeginn der Wallfahrten.
Brunnenthal wird seither wieder als Marienwallfahrtsort gepflegt. Pilgergruppen sind willkommen und können Gottesdienste oder Kirchenführungen mit der Pfarrgemeinde vereinbaren. Damit ist der Ort nicht bloß ein historisches Ensemble, sondern wieder ein tatsächlich genutztes Wallfahrtsziel.
Die Quelle bleibt für Geschichte und Identität des Ortes zentral. Das Wasser ist nach aktueller Auskunft der Pfarrgemeinde jedoch wegen einer Verunreinigung nicht als Trinkwasser geeignet und zur Entnahme abgesperrt. Besucher sollten deshalb die Hinweise vor Ort beziehungsweise der Pfarrgemeinde beachten.
Diese heutige Einschränkung ändert nichts an der historischen Bedeutung des Wassers. Gerade die Spannung zwischen der alten religiösen Heilserwartung und dem heutigen hygienischen Umgang macht deutlich, dass die Quelle sowohl als Naturort wie als Kultort unterschiedlichen Deutungen unterliegt.
Brunnenthal ist innerhalb der oberösterreichischen Wallfahrtslandschaft außergewöhnlich reich. Hier verbinden sich Marienkult, Heilquelle, Badwesen, Prozessionen, Kindersegen, Geburtsfrömmigkeit, Augenwaschung, Votivgaben und eine ausgeprägte Wallfahrtswirtschaft. Gleichzeitig ist die räumliche Struktur mit Pfarrkirche, Gnadenkapelle, Bründl, Badhaus, Brunnenhaus und Steinschnitterkapelle ungewöhnlich vollständig erhalten.
Besonders deutlich wird, dass Wallfahrt mehr war als der Besuch eines Kultbildes. Die Pilger bewegten sich durch ein ganzes Ensemble, tranken oder verwendeten Wasser, badeten, beteten, stifteten Votive, kauften Andachtswaren und nahmen an Prozessionen teil. Brunnenthal ist deshalb nicht nur kunstgeschichtlich, sondern vor allem für die Erforschung religiöser Alltagskultur, Körpervorstellungen und regionaler Wallfahrtsnetze von großer Bedeutung.
- Gustav Gugitz: Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch. Ein topographisches Handbuch zur religiösen Volkskunde. Band 5: Oberösterreich und Salzburg. Wien 1958, S. 13–14.
- Johann Ev. Lamprecht: Historische, topographische und statistische Beschreibung der k. k. landesfürstlichen Grenzstadt Schärding. Schärding 1887.
- Heinrich Ludwig Werneck: Die heiligen drei Jungfrauen von Brunnental bei Schärding, Oö. Ihre Vorläufer und Nachfolger. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines, Band 111, Linz 1966.
- Kurzer Bericht von dem Ursprung der marianischen Wallfahrt im Innkreis bey Schärding Maria Brunnenthal oder zum heiligen Bründl genannt. Ried 1854.
- Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio-Handbuch Oberösterreich. Innviertel. Horn/Wien.
- Adalbert Depiny: Oberösterreichisches Sagenbuch. Linz 1932, S. 329.
- Pfarrgemeinde Brunnenthal und Gemeinde Brunnenthal: geschichtliche Angaben zur Pfarr- und Wallfahrtskirche, Gnadenkapelle, Brunnenkapelle, Heilquelle und zum heutigen Wallfahrtsbetrieb.
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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