Vöcklabruck, Wallfahrtskirche Maria Schöndorf

Diese Kirche ist bereits 824 als "ecclesia in Scugindorf" genannt. Etwa 1325 ist Schöndorf bereits Pfarre und blieb dies bis 1785; nun ist sie Friedhofkirche von Vöcklabruck. Sie untersteht dem Chorherrenstift St. Florian.

Die weithin sichtbare Kirche bietet durch die beiden verschiedenen Türme eine interessante Silhouette. Am Südtor findet sich die Bauinschrift von 1450. Alte Bauteile wurden bei diesem gotischen Bau mitverwendet. Das Gotteshaus wurde 1476 geweiht. Die zweischiffige Hallenkirche bietet eine schöne Raumwirkung. Auf dem neugotischen Hochaltar thront die bemerkenswerte Muttergottesstatue von 1440. Der linke Seitenaltar fällt durch seine Rokoko-Zugehörigkeit auf, der rechte Seitenaltar allerdings wurde als Gegenstück nachgeahmt. Weiter bemerkenswert sind das schöne barocke Chorgestühl, dann auch die vier Heiligenstatuen der Westempore, die von Johann Georg Schwanthaler aus dem Jahre 1772 stammen, ferner auch die barocken Kreuzwegbilder aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Orgel entstand 1721 und kam 1746 von St. Florian hierher. Eine alte Ansicht von Schöndorf zeigt ein Gemälde über dem Südtor aus dem Jahre 1689. Sowohl in der Kirche, wie auch an der Außenwand der Kirche und auf dem Friedhof sind viele figurale Grabdenkmäler aus dem 15. bis 20. Jahrhundert zu finden.

Kultgegenstand: Gekrönte, auf Weltkugel und Halbmond stehende Marienstatue, Zepter und Skapulier in der linken Hand, auf dem rechten Arm das nackte, gekrönte Kind, das mit der Rechten segnet (schwäbische Arbeit um 1440).

Legende: Die Statue, "Mutter der schönen Liebe" genannt, soll dem Ort angeblich den Namen gegeben haben.
— Die Statue soll auch während des Bauernkrieges 1626 wiederholt von den Bauern vom Altar genommen und in die Sakristei gesperrt worden sein, ja sogar vermauert wurde sie, doch immer wieder kehrte sie auf ihren Platz zurück.

Wallfahrt: Ablaß 1517; — jetzt nur zu Leonhardi.

Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.


Lage: Friedhofstraße, 4840 Vöcklabruck.
Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Hausruckviertel
Ansicht in Street View
Ansicht in Street View vom Hamisch Gatterl
Web: Pfarrgemeinde Vöcklabruck
Geöffnet: täglich geöffnet zu den üblichen Kirchenöffnungszeiten
 
Votivbild Maria Schöndorf 1689:

Bemerkenswertes Votivbild in Maria Schöndorf in Vöcklabruck gestiftet von dem Bürger Jakob Reisner im Jahr 1689.

Das "Ehralte Gnaden Bildnus zu Schöndorf alda" bringt eine Darstellung einer Wallfahrt zur Wallfahrtskirche Maria Schöndorf, sowie im Hintergrund den Traunstein, einen Bauernhof wo gerade ein Baum bearbeitet wird und rechts die Vituskirche.
Neben der Darstellung des Wallfahrtsbildes selbst ist die Christophorus-Darstellung auf der Fassade der Kirche, die Mariahilf-Kapelle aus dem Jahr 1564 (seit 1968 Dreifaltigkeitskapelle) und der heute noch existierende Aufgang zur Kirche bemerkenswert.

 

Wallfahrtskirche Maria Schöndorf - Votivbild 1689

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

 

   
Literatur zur Wallfahrt:
  - Jodocus Stülz: Zur Geschichte der Pfarre und der Stadt Vöcklabruck. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Jahrgang 17, Linz 1857, S. 37
   
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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