Thalheim bei Wels, Wallfahrtskirche Maria Schauersberg
Die Kirche wurde 1490 bis 1493 erbaut, doch soll schon vorher eine Marien-Gnadenstätte hier gestanden haben. Der Hochaltar wurde 1665 errichtet, 1777 wurde das Gnadenbild vom rechten Seitenaltar auf den Hochaltar übertragen, 1784 erhielt es die heutige Gestalt. Ein Sakristeibrand 1922 vernichtete viele wertvolle Paramente. Sehr schöne, freundliche Kirche, in der Nähe Bildsäule und alte Linde, die als Tummelplatz böser Geister verschrien war.
Kultgegenstand: Vergoldete, auf Halbmond stehende, gekrönte Marienstatue, von Strahlen umgeben, in der rechten Hand das Zepter, auf dem linken Arm das nackte Kind haltend; das Kind segnet mit der rechten Hand und hält in der linken die Weltkugel; diese Figur stammt aus der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts. — Daneben wird auch ein Gemälde des hl. Leonhard auf dem linken Seitenaltar verehrt.
Legende: Graf Siegmund v. Polheim zog als Kreuzritter ins Heilige Land und geriet in Gefangenschaft, nach drei Jahren kehrte er schwer gichtleidend zurück; auf dem Schauerberg überraschte ihn ein furchtbares Gewitter. Ein Blitz schlug neben ihm in eine Eiche, und als der Graf aus seiner Betäubung erwachte, fühlte er sich geheilt, konnte aber seine Krücke nicht mehr finden. Zum Dank für seine glückliche Heimkehr und die Heilung von seinem Leiden, gelobte er den Bau einer Kirche. Das Töchterlein des Grafen, Maria, erkrankte bald darauf an einem Nervenfieber; im Traum erschien ihm eine schöne Frau mit einem lieblichen Kind und zeigte ihm den Platz der Krücke. Das Mädchen wurde gesund, man führte es in den Wald und dort fand es unter der gestürzten Eiche die Krücke; hier wurde nun die Kirche gebaut und vom Abt von Kremsmünster eingeweiht; der Graf stellte ein schön geschnitztes Marienbild und daneben seine Krücke auf.
Wallfahrt: Abwehr von Hagelwetter, Gichtleiden und Viehkrankheiten (beim hl. Leonhard). — Heute neben Einzelpersonen vor allem im Mai und Oktober geschlossene Wallfahrten aus der Umgebung. Auch früher hauptsächlich aus Oberösterreich. Hinter dem Hochaltar Wachsmotive (Hände, Füße und Tiere).
Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.
| | Lage: bei Wallfahrtstraße 1, 4600 Thalheim bei Wels. |
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| | Hochaltar und Gnadenbild Wallfahrtskirche Maria Schauersberg: Augenscheinlich verehren wir auf dem Hochaltar eine glanzvolle barocke Madonna. Aber nur augenscheinlich! Denn unter dem wallenden Mantel der Mutter und Kind bedeckt, steckt eine kleine spätgotische Madonna aus der Zeit von 1470-80. Und so stand sie einst auf dem Seitenaltar. Einer weit verbreiteten Sitte gemäß (auch in Mariazell war es nicht anders) stiftete man in der Barockzeit Kleider für die Muttergottes, die natürlich von Zeit zu Zeit erneuert werden mussten. |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |