Mondsee, Wallfahrtskirche Hilfberg

Mondsee, Filialkirche Mariahilf.

Die Wallfahrt auf dem Mariahilfberg wurde 1706 von dem Mondseer Abt Amand Göbl ins Leben gerufen. Er wählte dazu den Platz der Mitte des 15. Jahrhunderts errichteten Kirche zu Ehren des hl. Ulrich und siedelte damit die Wallfahrt an einem bereits seit langem bestehenden kultischen Ort an.

Die Wallfahrt fand von Beginn an sehr regen Zuspruch unter den Gläubigen und wird auch heute noch von zahlreichen Wallfahrergruppen besucht. Zugleich mit dem Ausbau der Kirche fertigte der Mondseer Klosterbildhauer Johann Meinrad Guggenbichler den Hochaltar für das Gnadenbild und zwei Seitenaltäre. Die relativ kleine Wallfahrtskirche erhielt damit eine ungewöhnlich qualitätsvolle Ausstattung, deren Fokus das Gnadenbild Mariahilf bildet. (Quelle: Kirchenführer).

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Elsbeth Geislitzerin aus Mondsee gründete 1449 die Kapelle zum hl. Ulrich; 1455 wurde sie geweiht. Beim Umbau im Jahre 1706 wurde sie vergrößert und mit einem Maria-Hilf-Bild aus der Klosterkapelle versehen, also in eine Marienkapelle umgewandelt. Dieses Bild hatte 1680 der Mondseer Bader Michael Göbl gespendet. 1788 wurde zwecks Reduzierung der Kirchen ein Gutachten vom damaligen Administrator des Klosters, P. Socher, angefordert. Dieser betonte darin jedoch, dass dieses Wallfahrtskirchlein auf keinen Fall gesperrt werden dürfe, denn das Volk, seit Jahrhunderten an diesen Gnadenort gewöhnt, hänge sehr daran und es sei Ziel von Bittprozessionen, die ja nicht verboten worden waren; außerdem bringen die Spenden in dieser Kirche bedeutende Einnahmen. So blieb diese Kirche ihrer Bestimmung erhalten. 1855 wurde die Hilfbergkirche mit Kupfer eingedeckt.

Das Innere der schlichten, aber sehr netten Kirche ist barockisiert, der Hochaltar und die Seitenaltäre wurden im Jahre 1706 in der Werkstatt des Mondseer Bildschnitzers Meinrad Guggenbichler geschaffen. Die Orgel stammt aus dem Jahre 1730. Bemerkenswert ist die Glocke von 1460. In der Kirche hängen noch einige Votivbilder. Unter den vorhandenen Bildern fällt ein Ölporträt des Mondseer Baders Göbl auf.

Kultgegenstand: Maria-Hilf-Bild auf dem Hochaltar.

Legende: Eines Tages sah das Töchterlein des Baders im Brunnen des väterlichen Hauses ein Marienbild. Erstaunt berichtete es seine Wahrnehmung den Eltern; diese eilten nun auch zum Brunnen, konnten aber nichts sehen, während das Mädchen weiterhin behauptete, unter dem Wasserspiegel ein Bild zu erblicken. Der Bader ließ nachforschen und tatsächlich hob man ein Marienbild ans Tageslicht, vollkommen unbeschädigt vom Wasser. Das Bild wurde nun in einer Stube des Baderhauses aufbewahrt; groß aber war das allgemeine Erstaunen, als am nächsten Morgen das Bild von seinem Platz verschwunden war; man fand es in der Ulrichskapelle wieder. Das Gemälde wurde ins Baderhaus zurückgebracht und hinter versperrter Tür aufbewahrt; doch dessen ungeachtet befand es sich am nächsten Morgen wieder in der Kapelle auf dem Berg. Der Abt von Mondsee, dem dieses Ereignis berichtet wurde, ließ das Bild daraufhin in seine Abteikapelle bringen, wo es bis zum Umbau der Ulrichskapelle im Jahr 1706 verblieb.

— Alle Jahre im Frühsommer kommen die zwergenhaften Untersberger Manndeln hierher. Sie wandern zur Nachtzeit paarweise in langer Reihe zur Kirche. Am Fuß des Berges zünden sie ihre Lichter an und ziehen singend und betend in die Kirche. Sie opfern Goldblättchen und Karfunkel; niemand hört und stört sie, nur die Fischer auf dem See vernehmen ihren Gesang.

Wallfahrt: Seit dem Beginn der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts baten hier die Holzknechte um Schutz gegen Blitzgefahr.
— Heute besonders im Mai von Frankenmarkt, Schildorn, Pramet, auch eine Gruppe von Altötting; am 1. Mai kommen die St. Gilgener und die Thalgauer mit Musik.

Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.


Lage: Hilfberg, 5310 Tiefgraben
Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Hausruckviertel
Ansicht in Street View
Web: Pfarrgemeinde Mondsee
Geöffnet:
 
Außenansicht:
 

Wallfahrtskirche Mariahilf, Mondsee Hilfberg

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

 

Wallfahrtskirche Mariahilf, Kirchenraum:
 

Wallfahrtskirche Mariahilf, Mondsee Hilfberg - Kirchenraum

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Wallfahrtskirche Mariahilf, Hochaltar und Gnadenbild:

Der Hochaltar der Wallfahrtskirche Mariahilf in Mondsee, geschaffen vom Mondseer Klosterbildhauer Johann Meinrad Guggenbichler in den Jahren 1704-06.
Die Wirkung des Hochaltares ist wie eine monumentale Monstranz, ein Schaugefäß für das Gnadenbild. Die Schreinwächter sind die Erzengel Gabriel links und Raphael rechts. Der dritte Erzengel Michael bekrönt den Altaraufbau. Gottvater im Altarauszug.
Das Gnadenbild ist eine Kopie des bekannten Gemäldes von Lucas Cranach d. Ä. in Innsbruck. Bei dieser Kopie bedeckt der Schleier wie am Original Maria und das Kind gemeinsam, was nicht bei allen Kopien der Fall ist.
(Quelle: Kirchenführer)

 

Wallfahrtskirche Mariahilf, Mondsee Hilfberg - Hochaltar und Gnadenbild

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Wallfahrtskirche Mariahilf, Weihwasser:
 

Wallfahrtskirche Mariahilf, Mondsee Hilfberg - Weihwasser

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Wallfahrtskirche Mariahilf, Votivbilder und Votivtafeln:
 

Wallfahrtskirche Mariahilf, Mondsee Hilfberg - Votivtafeln, Votivbilder

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Literatur zur Wallfahrt:
  - H. Awecker, Mondsee, Markt-Kloster-Land, (1952).
   
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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