Scharten, Pfarrkirche Mariä Geburt Scharten
Die heutige Kirche wurde 1506 von den Schaunbergern begonnen; sie hatten hierzu einen Grund vom Kloster Schlierbach erkauft. Der Bau kam in den Religionswirren der Reformation zum Stillstand und wurde erst 1632 fertiggestellt.
Scharten wurde 1784 Pfarre, nachdem es früher eine Filiale von Eferding war.
Der Hochaltar wurde 1769 vom Bildhauer Karl Hofer aus Krems verfertigt; das schöne, eigenwillige Abschlussgitter des Presbyteriums wurde 1644 aufgestellt und ist eine Spende des Georg Haas von Ehrenfeld, Pfleger der Herrschaft Stauf zu Aschach; der Hochaltar wirkt besonders bei eingeschalteter indirekter Beleuchtung großartig; die Seitenaltäre haben Bilder des Linzer Malers Joh. Bapt. Reiter von 1835; der Familienaltar wurde 1666 von einem Linzer Bürger gespendet.
In einem Seitenraum linker Hand des Presbyteriums hängen Votivbilder, doch stammen die meisten aus dem 19. Jahrhundert, eines ist von 1667. Die meisten dieser Bilder mussten in der josefinischen Zeit entfernt werden, wie auch kirchliche Gefäße und kostbare Gewänder der Gnadenstatue damals der Kirche entfremdet wurden.
Kultgegenstand: "Unsere Liebe Frau von der Scharten", auch "Wunderschöne Madonna" genannt, stellt Maria als Königin des Himmels dar. Es ist eine über der Mondsichel stehende, gekrönte Marienstatue, die das gewickelte, gekrönte Kind über den Armen liegend, trägt; der Kopf des Kindes ist nach links gewendet. Das Kind hält in der rechten Hand ein Zepter und reicht der Mutter einen Apfel mit Blättern. Die Statue wurde um 1510 von einem unbekannten Meister geschaffen. Im 18. Jahrhundert wurde sie überarbeitet und mit einer Barockkrone versehen. Die aus einem "Aelberbaum" geschnitzte Statue stand früher im Garten des Bauern Paul Kürer. An dieser Stelle wurde 1657 eine Gedenksäule mit einem Spruch errichtet.
Legende: Die Gnadenstatue stand schon im 14. und 15. Jahrhundert in einer Kirche, die 800 Schritte weiter östlich stand und mit Ablässen bedacht war. Da sie auf sandigem Grund gebaut war, drohte sie einzustürzen; über einen neuen Kirchenplatz war man sich aber noch nicht im Klaren. Da wiesen auf dem Schartnerberg wiederholt des nachts Lichter auf vier Bäumen den neuen Standplatz der Kirche. — Da die Marienstatue niemals durch Fliegen beschmutzt wurde, nannten sie sogar die Protestanten die „schöne Maria".
Wallfahrt: Besonders 1683 bei der Türkengefahr aufgesucht; 1684 opferte Kaiser Leopold I. für die Errettung Wiens von den Türken eine Monstranze; auch Kaiser Ferdinand III. hatte 1646 bereits mit seinem Hofstaat Scharten besucht. Ferner aufgesucht um schönes Wetter, Errettung aus Wassergefahr, in Pestzeiten (1665, 1671, 1695, 1752), besonders aus Oberösterreich, manche aus Niederösterreich und Wien, besonders zu Türkenzeiten; 1689 waren 29.000 Kommunikanten zu verzeichnen; von 1640 bis 1760 waren 400 Gebetserhörungen zu verzeichnen.
— Heute wird die Kirche Maria Scharten vor allem im Mai, zu Maria Geburt und im Oktober besucht. Regelmäßig kommen Wallfahrer von Eferding, Steinerkirchen am Innbach, Ansfelden (auf Grund eines Gelübdes bereits über 100 Jahre), Wallern an der Trattnach, Haag am Hausruck. Fallweise kommen natürlich auch andere Gläubige.
Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.
| | Lage: Scharten 1, 4612 Scharten |
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| | Web: Pfarrgemeinde Maria Scharten |
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| | Ansichtskarte Wallfahrtskirche Mariä Geburt Scharten und Gasthaus um 1900: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |