Hartkirchen, Wallfahrtskirche Hilkering
Magdalena Steinböckin verkaufte 1514 den ererbten Sitz Haizing, wie auch das Stammschloss ihrer Familie, Steinbach, an ihren Vormund, dem Landesanwalt Kaspar v. Schallenberg, und trat in Wien in ein Kloster ein; die Verkaufssumme gab sie zum Bau der Kirche von Hilkering; diese wurde bald nach 1514 erbaut. Die Kirche ist in einigem Abstand von einer Mauer umgeben. Bis in die josephinische Zeit war die Kirche von zwei Franziskanern aus Pupping betreut, die in einem Hause neben der Kirche wohnten. Die Lage der Kirche auf einer Uferterrasse zur Aschach ist, besonders im Frühjahr, äußerst reizvoll.
Der spätgotische Bau wurde im 17. Jahrhundert erneuert und im 18. Jahrhundert weiter ausgestaltet. Schwere Rokoko- Ornamente aus der Zeit um 1750 zieren Chor und Langhaus. Der barocke Hochaltar stammt aus dem Ende des 17. Jahrhunderts und wurde ebenfalls Mitte des 18. Jahrhunderts mit Rokoko-Zieraten versehen. In der Mitte des Hochaltar-Aufbaues befindet sich eine bemerkenswerte gotische Muttergottesstatue von ca. 1415, vermutlich eine Salzburger Arbeit. Die Seitenaltäre stammen ebenfalls aus dem Ende des 17. Jahrhunderts und tragen Rokoko-Verzierungen. Aus dem 17. Jahrhundert sind auch die Kirchenstühle. Auffallend ist die gotische Sakristeitüre mit Türring.
Kultgegenstand: Gekrönte hl. Maria, das Zepter in der rechten Hand, auf der linken das nackte Kind haltend, welches links die Weltkugel trägt und sich rechts auf die Brust der Mutter stützt. Vielleicht stammt die Statue von einem alten, gotischen Hochaltar. Die Statue ist mit Strahlenkranz umgeben. — Früher wurde vielleicht auch Johannes der Täufer verehrt, dem der Heilbrunnen gewidmet ist. Dieser befindet sich in der Brunnenkapelle, die südöstlich der Kirche an der Umfriedungsmauer steht; das Brunnenbecken ist aus Granit und einfach verziert, am Rand ist die Jahreszahl 1664 eingemeißelt. Die Brunnenkapelle besitzt ein Wandgemälde "Christus und die Samariterin" aus der Mitte des 18. Jahrhunderts; die Kapelle wurde bei Augenleiden aufgesucht.
Wallfahrt: Früher sehr bedeutend; die Kirche hatte bis zur josephinischen Zeit so reiche Güter bekommen, dass aus ihren eingezogenen Einkünften in Wien eine Professur unterhalten werden konnte. — Heute wird von der Pfarre aus im Mai eine Wallfahrt mit Musik und am Ostermontag, ebenfalls von der Pfarre, doch ohne Musik, hierhergeführt. Weiter wallfahrten die Hartkirchener privat am 1. Mai und am Pfingstmontag hierher. Jährlich kam auch eine Wallfahrt aus St. Agatha, die dann zwei oder drei Jahre ausblieb, 1970 aber wieder durchgeführt wurde.
Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.
| | Lage: Hilkering, Schaumberg, 4081 Hartkirchen. |
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| | Web: Pfarrgemeinde Hartkirchen |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |
